Schizophasie
Schizophasie bezeichnet als Terminus aus der Psychiatrie einen gestörten Sprachgebrauch bzw. eine Sprachstörung von Schizophrenen.<ref>Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft, 3. Auflage, 2002, Kröner, Lemma Schizophasie, S. 584. Dort wörtlich „abweichenden Sprachgebrauch“.</ref>
Der Begriff wurde 1915 von Emil Kraepelin eingeführt für eine unverständliche Sprachproduktion mit eigenen syntaktischen Regeln, bei der allerdings ein Satzcharakter erhalten geblieben ist.<ref>Friedrich Dorsch (Hrsg.): Psychologisches Wörterbuch, 12. Auflage, 1994, Huber, Lemma Schizophasie, S. 681.</ref> In der heutigen Psychopathologie wird die Schizophasie auch mit Begriffen wie „Parasyntax“, „Paragrammatismus“ und „Inkohärenz“ in Verbindung gebracht.<ref>So bei Christian Scharfetter: Allgemeine Psychopathologie, 5. Auflage, 2002, Thieme, S. 160.</ref> Abgegrenzt wird sie dabei von anderen unverständlichen Formen des Sprachgebrauchs schizophrener Patienten wie Paraphasie (Vorbeireden), der Verwendung von selbsterfundenen Neologismen oder Kryptolalie (Privatsprache).<ref>So bei Christian Scharfetter: Allgemeine Psychopathologie, 5. Auflage, 2002, Thieme, S. 161.</ref>
Die Begriffsverwendung ist allerdings uneinheitlich. So gilt im Rahmen der Patholinguistik eine fehlerhafte Neologismen-Bildung – neben Echolalie, Verbigeration, Wortsalat und Glossolalie – auch als eine Ausformung der Schizophasie.<ref>So bei Günter Peuser und Stefan Winter: Lexikon der Sprachtherapie: Terminologie der Patholinguistik, 2000, Fink, Lemma Schizophasie, S. 200. Dort wörtlich: „schwer verständliche Sprache mit [hier folgt die o.a. Aufzählung]“.</ref>
Einzelnachweise und Fußnoten
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