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Stiefel (Fels)

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Datei:Stiefel Rock.jpg
Der Stiefel

<mapframe text="Lage des Stiefels auf interaktiver Karte" latitude="49.256154" longitude="7.113647" zoom="10" width="220" height="156" align="right"> {

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} </mapframe> Der Stiefel ist ein durch Verwitterung entstandener Buntsandsteinfelsen mit eigenartiger Form. Er liegt in der Gemarkung der Stadt St. Ingbert, bei Sengscheid im saarländischen Saarpfalz-Kreis und gilt als ein Wahrzeichen der Stadt.<ref name=stadt><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ein Streifzug durch die St. Ingberter Geschichte (Memento vom 10. Oktober 2011 im Internet Archive) Artikel auf der Website der Stadt St. Ingbert, abgerufen am 1. Februar 2011</ref>

Geographische Lage

Der Stiefel befindet sich am Nordosthang des zwischen den Stadtteilen Rentrisch und Sengscheid gelegenen, bewaldeten Bergrückens „Großer Stiefel“ (397,2 m ü. NN<ref name="DE_BFN-Karten">Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref>) auf etwa 350 m ü. NN<ref name="Rembert_Schmidt">Rembert Schmidt 2003, siehe Weblinks</ref>. Die Wanderwege sind am besten erreichbar vom Stiefelparkplatz in Sengscheid. Die Bundesautobahn 6 mit der nahen Anschlussstelle St. Ingbert-West an der beide Stadtteile verbindenden Landesstraße 126 führt östlich am Berg und Fels vorbei.

Aussehen und Form

Datei:Saar 1949 286 Großer Stiefel bei Rentrisch.jpg
Briefmarkenmotiv 1949

Der untere Teil des Felsens ist ringsum zu einer niedrigen, etwa 6 Meter im Umfang messenden Säule ausgewittert und trägt die ganze obere Steinmasse. Diese ist ihrerseits nochmals von einem wuchtigen Block überlagert, so dass das Ganze einem Schuh oder Stiefel ähnlich sieht.<ref name="Wolfgang Krämer">Wolfgang Krämer 1955, Band 1, Seite 4</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Stiefel bei St. Ingbert (Memento vom 9. Juni 2010 im Internet Archive) Artikel auf der Website der Kreisverwaltung des Saarpfalz-Kreises, abgerufen am 29. Januar 2011</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Großer Stiefel, Von der Natur geschaffene, einzigartige Felsformation (Memento vom 11. August 2014 im Internet Archive) Beschreibung auf der Website der Tourismus Zentrale Saarland</ref>

Namensursprung

Es wird überwiegend angenommen, dass der Felsen, der auch Stiefler Fels genannt wird,<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.saarchaeologie.deBildergalerie Großer Stiefel (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) Karten und Fotos vom Stiefel und vom Großen Stiefel auf einer privaten Website zur Saararchäologie, abgerufen am 8. Februar 2011</ref> dem ganzen Berg seinen Namen gibt.<ref name="Wolfgang Krämer" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Artikel auf der Website des Paritätischen Bildungswerkes, Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland e. V., abgerufen am 8. Februar 2011</ref>

Es gibt allerdings auch gegenteilige Auffassungen, z. B. dass der Name von der stiefelähnlichen Gestalt des Berges herrührt.<ref>Ernst Probst 1996, Seite 22</ref> Der Namenforscher Hermann Albert Prietze hingegen leitet den Namen „Großer Stiefel“ vom Thingstapel, der Gerichtssäule, her,<ref>Hermann Albert Prietze 1929, Seite 207</ref> was auch durch den Stiefelberg in der Gemeinde Reichartshausen bestätigt wird, der über Jahrhunderte als Hinrichtungsstätte diente.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Gemeinde Reichartshausen (Memento vom 15. Mai 2010 im Internet Archive) Artikel auf der Website der Gemeinde Reichartshausen, abgerufen am 8. Februar 2011</ref>

Geschichte

Datei:Stiefelhütte.JPG
Die Heinrich-Kohl-Hütte des Pfälzerwald-Vereins

Das Naturdenkmal<ref>Bernhard Becker, 2010</ref> diente wohl schon in der Jungsteinzeit kultischen Zwecken. Auf dem Bergrücken des Großen Stiefels wurden Steinklingen, Pfeilspitzen, Mahlsteine und Steinbeile gefunden, die aus der Mittelsteinzeit (8000 bis 4000 v. Chr.) stammen.<ref name=stadt /> Ein kultischer Zusammenhang mit dem 1300 m Luftlinie entfernten Spellenstein in Rentrisch ist anzunehmen, denn die „Stiefelspitze“ zeigt auf den Spellenstein.

Im 10. Jahrhundert wurde auf dem großen Stiefel eine Burg erbaut, das Stiefler Schloss. Zahlreiche Mauerreste, Bodenwälle und Gräben zeugen noch heute von dieser Burg.<ref name="Rembert_Schmidt" />

Die Stiefelhütte oder auch Heinrich-Kohl-Hütte (nach einem der Vereinsgründer benannt) wurde 1912 vom Pfälzerwald-Verein erbaut. Nachdem die ursprüngliche Hütte 1983 abgebrannt ist erbaute der Verein unmittelbar danach die heutige Hütte. Der PWV errichtete 1960 auch einen Gedenkstein auf dem Stiefelplateau, er dient als Mahnstein zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege.<ref>Die Stiefelhuette erwartet ihre Geburtstagsgäste, Saarbrücker Zeitung, abgerufen am 8. September 2019</ref><ref>Zeugnisse der Vergangenheit Artikel auf einer privaten Website über Rundwanderwege im Saarland</ref>

Im Jahr 2021 wurde zur Absicherung das Denkmal mit einem Bauzaun eingezäunt. Ein dauerhafter Metallzaun wurde im Jahr 2023 um das Denkmal gesetzt. Die Kosten des Zauns belaufen sich (vorläufig) auf 11.000 € Baukosten, sowie 14.000 € für vier Gutachten die im Vorfeld benötigt wurden.<ref>„Das haben Leute mit ganz viel Geschmack entschieden“ – Streit um neuen Zaun am St. Ingberter Stiefel, Saarbrücker Zeitung, abgerufen am 4. Dezember 2023</ref>

Werbeträger

Datei:Ingo Entwicklungsstufen 1.JPG
Entwicklungsschritte vom Stiefel zum „Ingo“

Der „Stiefel“ diente als Vorlage zur Schaffung einer Figur namens „Ingo“, die als Sympathieträger für St. Ingbert wirbt. Der Saarbrücker Grafiker Karl Basters (1948–2008) entwarf die Figur mit den Umrissen des Stiefels und einem Löwenkopf, der an die knapp 104-Jährige Zugehörigkeit St. Ingberts zum Königreich Bayern erinnern soll. Neben dem Standard-Ingo schuf Basters im Laufe mehrerer Jahre mehr als 50 Varianten des „Ingo“, so etwa den „Wander-Ingo“, den „Sport-Ingo“ oder den „Polizei-Ingo“. Vorrangig wurde „Ingo“ als Aufkleber herausgegeben, es existierten aber auch etliche plastische Varianten aus unterschiedlichen Materialien.

Sonstiges

Der Stiefel wurde bei einer Umfrage der Heinz Sielmann Stiftung EUROPARC Deutschland e. V. zu Deutschlands drittschönstem Naturwunder des Jahres 2013 gewählt. Zur Auswahl standen 21 Naturdenkmale aus den Nationalen Naturlandschaften und anderen Regionen Deutschlands. Den ersten Platz belegte der Rauhe Kulm bei Neustadt am Kulm. Auf dem zweiten Rang folgte die Steinerne Rose bei Saalburg-Ebersdorf.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Heinz Sielmann Stiftung: Naturwunder des Jahres 2013 (Memento vom 10. Januar 2014 im Internet Archive)</ref>

Literatur

  • Thomas Strauch: Steinerne Zeitzeugen einer 4.000jährigen Kulturgeschichte – Ein Blick auf wichtige Natur- und Kulturdenkmäler des Saarlandes. Jahrbuch zum Bergmannskalender 2006, S. 147–153, Herausgeber: Deutsche Steinkohle AG.
  • Bernhard Becker (Hrsg.): „… die Mutter Erde schmüket“, Gärten, Parks und Naturdenkmäler in der Saarpfalz, Verlag Gollenstein, 2010, ISBN 978-3-938823-50-7
  • Wolfgang Krämer: Geschichte der Stadt St. Ingbert – Von den Anfängen bis zum Ende des zweiten Weltkrieges – Eine Heimatkunde aufgrund archivalischer Quellen, Zweite, vollständig umgearbeitete und wesentlich ergänzte Auflage in zwei Bänden, Stadt St. Ingbert im Selbstverlag, St. Ingbert 1955. Sowie: Nachdruck der 2. Auflage in einem Band, St. Ingbert 1989
  • Ernst Probst: Die Urnenfelder-Kultur: Eine Kultur der Bronzezeit vor etwa 1300/1200 bis 800 v. Chr, Norderstedt, 1996, ISBN 978-3-640-11173-2
  • Hermann Albert Prietze: Das Geheimnis der Deutschen Ortsnamen, Hannover-Linden, 1929

Weblinks

Commons: Stiefel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 49° 15′ 31,19″ N, 7° 5′ 42,03″ O

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