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Hoelit

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Hoelit
Datei:Hoelite, sulfur - Carolaschacht Mine, Freital, Saxony, Germany.jpg
Gelbe nadelige Hoelit-Kristalle mit Schwefel (Bildbreite: 10 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Hoe<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel (C6H4)2(CO)2
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Organisches Mineral
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IX/B.02-030

10.CA.15
50.04.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin, pseudo-orthorhombisch<ref name="geo.arizona" /><ref name="Webmineral" />
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch 2/m<ref name="Webmineral">Webmineral – Hoelite (engl.)</ref>
Raumgruppe P21/a<ref name="geo.arizona" /><ref name="Webmineral" />
Gitterparameter a = 15,810 Å; b = 3,942 Å; c = 7,895 Å
β = 102,72°<ref name="geo.arizona" /><ref name="Webmineral" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="geo.arizona" /><ref name="Webmineral" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte nicht definiert
Dichte (g/cm3) 1,42
Spaltbarkeit gut
Farbe gelb bis gelbgrün
Strichfarbe blassgelb
Transparenz durchscheinend
Glanz Bitte ergänzen!
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,75
nβ = 1,75
nγ 2,0<ref name="Datenblatt">Mineraldatenblatt – Hoelite (engl., PDF 58,6 kB).</ref>
Optischer Charakter zweiachsig positiv<ref name="Datenblatt" />

Hoelit (chemisch Anthrachinon) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der organischen Verbindungen. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (C6H4)2(CO)2 und entwickelt feinnadelige, teilweise pseudo-orthorhombische Kristalle im Millimeterbereich von gelber bis gelbgrüner Farbe.<ref name="Datenblatt" />

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde von Adolf Hoel, nach dem es benannt wurde, 1922 in Pyramiden auf Spitzbergen entdeckt.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Hoelit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IX/B.02-030. Dies entspricht der Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort der Abteilung „Stickstoff-freie Kohlenwasserstoffe“, wo Hoelit zusammen mit Branchit, Dinit, Fichtelit, Flagstaffit, Idrialin, Karpathit, Kratochvílit, Phylloretin, Ravatit, Refikit, Simonellit und Wampenit die Gruppe der „Ringförmige Strukturen“ mit der Systemnummer IX/B.02 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Hoelit in die Klasse der „Organische Verbindungen“ und dort in die Abteilung „Diverse organische Mineralien“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung 10.CA zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 10.CA.15 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hoelit die System- und Mineralnummer 50.04.02.01. Das entspricht der Klasse der „Organische Minerale“ und dort der Abteilung „Organische Minerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Salze organischer Säuren mit verschiedenen Formeln“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 50.04.02.<ref>Webmineral - New Dana Classification of Organic Minerals (engl.).</ref>

Bildung und Fundorte

Hoelit bildet sich in brennenden Kohle-Lagerstätten, oft zusammen mit Salmiak und/oder Schwefel.

Gefunden wurde das Mineral bisher außer an seiner Typlokalität Spitzbergen nur noch bei Libušín und Radvanice v Čechách (Okres Trutnov) in Böhmen (Tschechien); sowie in Sachsen (Freital) in Deutschland.<ref>MinDat - Hoelite (engl.).</ref>

Kristallstruktur

Datei:Anthrachinon.svg
Strukturformel von Anthrachinon
Kristallographische Daten<ref name="geo.arizona">American Mineralogist Crystal Structure Database - Hoelite (engl., 1967)</ref>
Kristallstruktur von Hoelit
Kristallstruktur von Hoelit
Kristallsystem monoklin
Raumgruppe P21/aVorlage:Raumgruppe/14.3
Gitterparameter
(Elementarzelle)
a = 15,810 Å
b = 3,942 Å
c = 7,895 Å
β = 102,72°
Zahl (Z) der
Formeleinheiten
Z = 2

Hoelit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P21/a (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/14.3 mit den Gitterparametern a = 15,810 Å, b = 3,942 Å, c = 7,895 Å und β = 102,72° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="geo.arizona" /><ref name="Webmineral" /> Die Kristallstruktur besteht aus einzelnen Anthrachinon-Molekülen, die über Van-der-Waals-Wechselwirkungen zusammengehalten werden.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Hoelite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> </references>