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Schulterpolster

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Datei:Justine bateman 9-20-1987.jpg
Justine Bateman 1987 in einem Bolero mit massiven Schulterpolstern

Als Schulterpolster bezeichnet man aus Textilien gefertigte Formstücke, die in Kleidungsstücken oberhalb der Schultern eingenäht sind. Schulterpolster können entweder den Oberkörper schützen oder sie dienen der jeweiligen Mode entsprechend zur Ausformung der Schulterpartie.

Geschichte

Bereits im 17. Jahrhundert wurden in der gesellschaftlichen Oberschicht die Schultern durch Auspolsterungen betont.

1932 setzte der Kostümbildner Gilbert Adrian die Schulterpolster für den Film Letty Lynton erstmals in der Frauenmode ein. Der Modeschöpfer kreierte für die Schauspielerin Joan Crawford, die für ihre Rolle viel zu breite Schultern hatte, ein beinahe rechteckiges Kostüm und startete damit einen Modetrend.<ref name="BR"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schlecht gepolstert. (Memento vom 30. März 2009 im Internet Archive) auf: Bayerischer Rundfunk. 26. März 2009.</ref>

In den 1930er Jahren erreichte die Mode der breit ausgearbeiteten Schulterpartien einen Höhepunkt. Als Markenzeichen einer „starken Frau“ wurden aufgepolsterte Schultern besonders bei Frauen in Wirtschaft und Politik beliebt. Auch in der Literatur wurden Frauen ermutigt, sich in der Arbeitswelt auch durch maskulin wirkende Kleidung durchzusetzen.<ref>John T. Molloy: The Woman's Dress for Success Book. ISBN 978-0-695-80810-5.</ref>

In den 1940er Jahren, als sich während des Zweiten Weltkriegs die Frauenkleidung von den USA ausgehend militarisierte, wurden breite, hohe Schultern erneut populär. Sie machten beispielsweise einen Produzenten von Schulterpolstern, Maurice Uchitel, kurzzeitig zum „König der Schulterpolster“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))<ref>Arizona Republic. Phoenix, Arizona, 11. September 1967.</ref><ref>Galveston Daily News. Galveston, Texas, 11. September 1967.</ref><ref>Morning Herald. Uniontown, Pennsylvania, 12. September 1967.</ref><ref>Middlesboro Daily News. Middlesboro, Kentucky, 12. September 1967.</ref> und damit zu einem wohlhabenden Mann.

Noch immer stand Crawford Modell. Nach dem Krieg nahm die Bedeutung der Schulterpolster wieder ab, und bis Anfang der 1950er Jahre schrumpfte ihre Größe und Verbreitung. In Mänteln und Jacken kamen sie eher vor als in Blusen.<ref name="ORF">Die Koketterie der Couturiers. auf: orf.at, 27. März 2009.</ref>

In den 1980er Jahren erlebte die Schulterpolstermode eine Renaissance.<ref name="Tagesspiegel">Sasasu-Effekt und Schulterpolster / Das Leben einer anderen. In: Tagesspiegel. 28. Februar 2008 (Online).</ref> Zu den bekannten Vertretern der Modelabels, die damals die Kultur der Schulterpolstern prägten, gehören Thierry Mugler und Claude Montana. Eine ganze Generation von Politikerinnen wie etwa Margaret Thatcher kannte man fast ausschließlich mit breiten Schultern.<ref name="ORF" /> Für 2009 wurde erneut ein Einzug der Schulterpolster in die Modewelt erwartet.<ref name="Tagesspiegel" /> In Mode-Metropolen wie Paris und New York präsentierten Models wie Katy Perry die Retro-Kleidungseinlagen auf dem Laufsteg.<ref name="BR" />

Materialien

Schulterpolster haben verschiedene Ausführungen und können aus verschiedenen Materialien hergestellt sein. Neben den normalen, einnähbaren Exemplaren gibt es in leichte Stoffe eingehüllte, selbsthaftende Polster, die unter beliebigen Oberteilen getragen werden können.<ref>Alfons Hofer: Textil- und Modelexikon. Band 2: Schulterpolster. 7. Auflage. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 1997.</ref> Schulterpolster mit Vliesabdeckung sind für Oberteile ohne Innenfutter (wie zum Beispiel Jacken, Sakkos und Mäntel) geeignet, während für Kleidungsstücke mit Innenfutter meist Einlagen mit Perlonbezug verwendet werden. Variationen mit Klettverschlüssen können zur Verstärkung des Effekts übereinander gestapelt werden.

Weblinks

Commons: Schulterpolster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />