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Nikethamid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Nikethamid
Allgemeines
Freiname Nikethamid
Andere Namen
  • Nikotinsäurediethylamid
  • Nicotinsäurediethylamid
  • N,N-Diethylnicotinamid
  • Coramin
  • Pyridin-β-carbonsäurediethylamid
Summenformel C10H14N2O
Kurzbeschreibung

helles, dickflüssiges, fast geruchloses Öl<ref name="römpp5">Hermann Römpp: Chemie Lexikon. 5. Auflage. Franckh’sche Verlagsbuchhandlung, W. Keller & Co., Stuttgart 1962.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 200-418-5
ECHA-InfoCard 100.000.380
PubChem 5497
ChemSpider 5296
DrugBank DB13655
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

R07AB02

Wirkstoffklasse

Stimulans

Eigenschaften
Molare Masse 178,23 g·mol−1
Aggregatzustand

fest bis flüssig

Dichte

1,06 g·cm−3 (25 °C)<ref name="sigma" />

Schmelzpunkt

23 °C<ref name="sigma" />

Siedepunkt

296–300 °C<ref name="sigma" />

Löslichkeit

leicht löslich in Wasser und organischen Lösungsmitteln<ref name="römpp5" />

Brechungsindex

1,524 (20 °C)<ref name="sigma" />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-skull.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​301+310​‐​305+351+338<ref name="sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Nikethamid oder Nicethamid ist ein Stimulans, das im Wesentlichen eine Atem- und Kreislaufstimulation bewirkt. Es wurde früher unter anderem als notfallmedizinische Gegenmaßnahme nach Überdosierungen von Beruhigungsmitteln oder Schlafmitteln wie Veronal eingesetzt (Bekannt war Nikethamid unter seinem Handelsnamen Coramin).<ref>Hans Killian: Hinter uns steht nur der Herrgott. Sub umbra dei. Ein Chirurg erinnert sich. Kindler, München 1957; hier: Lizenzausgabe als Herder-Taschenbuch (= Herderbücherei. Band 279). Herder, Freiburg/Basel/Wien 1975, ISBN 3-451-01779-2, S. 29 f., 35 und 192.</ref>

Im Sport gehört Nikethamid wie alle Stimulantien zu den verbotenen Dopingmitteln. Bekannt wurde der Fall der amerikanischen Sprint-Weltmeisterin Torri Edwards, die 2004 der Einnahme von Nikethamid überführt und deshalb für zwei Jahre gesperrt wurde.

2012 wurde der 12-jährige polnische Kartsportler Igor Walilko vom Internationalen Sportgerichtshof freigesprochen, nachdem zuvor bei einer Dopingkontrolle erhöhte Nikethamid-Werte festgestellt wurden und deswegen zunächst eine zweijährige Sperre ausgesprochen worden war. Der Sportgerichtshof wertete die Sperre als übertrieben und unverhältnismäßig. Der Junge habe zuvor Energie-Riegel gegessen, die Nikethamid enthielten.<ref>James Corrigan: The Last Word: War on drugs guilty of wounding youngsters.</ref>

Im Rahmen der BMW Open 2013 wurde Marin Čilić bei einer Dopingprobe positiv auf Nikethamid getestet.<ref>Dopingfall: Wurde Cilic positiv getestet?, tennisnet.com. Abgerufen am 30. Juli 2013.</ref><ref>Decision In The Case Of Marin Cilic, atpworldtour.com. Abgerufen am 16. September 2013.</ref> Čilić gab dazu an, das Mittel unwissentlich über eine in einer Apotheke beschaffte Tablette zu sich genommen zu haben. Da dadurch keine leistungssteigernde Absicht vorlag, erhielt er eine reduzierte Sperre von neun Monaten, die rückwirkend vom 1. Mai 2013 bis zum 31. Januar 2014 galt. Der Internationale Sportgerichtshof reduzierte die Sperre dann nochmals auf lediglich vier Monate, da er die Schuld Čilićs als nicht so schwerwiegend erachtete wie das Schiedsgericht der ITF.<ref>CAS reduziert Dopingsperre für Cilic auf vier Monate, tennisnet.com. Abgerufen am 26. Oktober 2013.</ref>

Der Schweizer Hürdensprinter Kariem Hussein wurde nach den Schweizer Meisterschaften 2021 positiv auf den Wirkstoff Nikethamid getestet, nachdem er nach dem Rennen eine Lutschtablette der Marke Gly-Coramin konsumiert hatte, welche den Wirkstoff enthält. Daraufhin verhängte die Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic eine Sperre von neun Monaten.<ref>Tobias Müller: Kariem Hussein wegen Dopings gesperrt. In: Tages-Anzeiger. Tamedia, 23. Juli 2021, abgerufen am 23. Juli 2021.</ref><ref>Kariem Hussein: Traum von Olympischen Spielen in Tokio für den Schweizer Hürdenläufer Kariem Hussein geplatzt. (PDF) In: kariem.ch. Kariem Hussein, 23. Juli 2021, abgerufen am 23. Juli 2021.</ref>

In der Schweiz werden diese Lutschtabletten gegen Ermüdungserscheinungen vertrieben. Neben Zucker und Glucose enthalten sie Nikethamid.<ref>GLY-CORAMIN Lutschtabl 125 mg. In: compendium.ch - Version 2019. HCI Solutions AG, abgerufen am 30. August 2021.</ref>

Einzelnachweise

<references />

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