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Sophie Opel

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Datei:Sophie Opel.jpg
Sophie Opel im Jahr ihrer Hochzeit
Datei:Strassenbahn Bad Homburg Dornholzhausen 1900.jpg
Straßenbahn zur Saalburg in Dornholzhausen vor dem Elternhaus von Sophie Opel, um 1900
Datei:Sophie Opel sitzend.jpg
Sophie Opel, 1891

Sophie Opel (* 13. Februar 1840 in Dornholzhausen als Sophie Marie Scheller; † 30. Oktober 1913 in Rüsselsheim) war eine deutsche Unternehmerin aus der Familie Opel. Unter ihrer Leitung begannen die Opel-Werke mit der Automobilproduktion.<ref name="Walsh">Gerta Walsh: Sophie Opel.</ref>

Biografie

Sophie war eines von 13 Kindern des Gastwirts Friedrich Franz Scheller (Reichs-Post Bitter) und der Susanna Maria Scheller, geborene Fischer.<ref name="300Jahre">Gerta Walsh: Mutter Opel aus Dornholzhausen. In: 1699 – 1999. 300 Jahre Dornholzhausen. 300 Jahre Waldenser-Kirchengemeinde. (Digitalisat)</ref><ref>„Opel, Adam“. Hessische Biografie. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref><ref> Heide Doeringer: M’Adam Opel: Lebensbild der Sophie Marie Opel: Lebensbild der Sophie Marie Opel, geborene Scheller, 2022, S. 164 ff.</ref> Sie half zunächst in der am Ortseingang von Dornholzhausen (heute Stadtteil von Bad Homburg vor der Höhe) gelegenen Gastwirtschaft „Zum Hirschen“ mit, die ihr Vater 1828 erworben hatte<ref name="Mutter">Olaf Velte: Die Mutter des Konzerns auf fr.online.de</ref> und die später von einem ihrer Brüder betrieben wurde. In Dornholzhausen besuchte sie die Schule, wo sie die französische Sprache erlernte.<ref name="Who">Vorlage:Whoswho</ref>

Am 17. November 1868 heiratete die Wirtstochter den Schlossermeister Adam Opel aus Rüsselsheim, den sie wohl bereits „in jungen Jahren“ kennengelernt hatte.<ref name="Who" /> Die Hochzeitsreise führte nach Paris. Sophies Mitgift fiel zunächst bescheiden aus, denn die Familie Scheller war „von Haus aus nicht wohlhabend“.<ref name="Walsh" /><ref name="Who" /> Adam Opel hatte 1862 eine Nähmaschinenfabrik gegründet und im Frühjahr 1868 seine Werkstatt auf ein Gelände an der Mainbahn außerhalb Rüsselsheims verlegt.<ref name="Walsh" />

Als im Jahr 1869<ref group="Anm.">nach anderen Quellen bereits 1868, vgl. Die Vorreiterin</ref> Friedrich Scheller 100.000 Taler in der Braunschweigischen Lotterie gewann, die er unter seinen zehn noch lebenden Kindern aufteilte, ermöglichte Sophies Anteil es dem jungen Ehepaar, das kleine Unternehmen zu erweitern und eine Dampfmaschine anzuschaffen.<ref name="300Jahre" /><ref name="Who" /> Außerdem investierten auch Sophies Schwestern Dorothée und Elise Scheller ihren Anteil an dem Gewinn in die Firma ihres Schwagers.<ref name="Vorreiterin">Die Vorreiterin auf taunus-zeitung.de</ref> Im folgenden Jahr beschäftigte das Unternehmen bereits 40 Arbeiter.<ref name="Walsh" /><ref name="Mutter" />

Im Betrieb, wo ab 1886/87 neben Nähmaschinen auch Fahrräder hergestellt wurden,<ref name="Walsh" /><ref name="Fortbewegung" /> war Sophie Opel Buchhalterin und für die Auszahlung der wöchentlichen Löhne zuständig.<ref name="300Jahre" /><ref name="NDB">Hans Christoph von Seherr-Thoss: Opel. In: Neue Deutsche Biographie. Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, S. 542–546, ISBN 3-428-00200-8 (Online).</ref> Außerdem kümmerte sie sich um Handelsvertreter und Lehrlinge. 1879 wurde sie im Handelsregister als Prokuristin eingetragen.<ref name="Walsh" />

Im Unterschied zu ihrem eher zurückhaltenden<ref name="Vorreiterin" /> Ehemann war Sophie Opel nicht nur geschäftstüchtig, sondern auch energisch.<ref name="Walsh" /> Aus Anlass der Bewerbung Opels als „Großherzoglicher Hoflieferant“ berichtete ein Fabrikinspektor des Hofmarschallamtes in Darmstadt im Jahr 1886:

„Frau Opel beteiligt sich persönlich bei der Leitung des Geschäftes, und es wird wohl keine das Geschäft betreffende Handlung von irgendwelcher Wichtigkeit ohne ihr Vor- und Mitwissen unternommen. Sie repräsentiert den Geschäftsinhaber. Auch die Anregung zu diesem Antrag geht von ihr aus.“<ref name="Walsh" />

Die Familie Opel wohnte in einem Haus auf dem Rüsselsheimer Fabrikgelände.<ref name="Fortbewegung" /> Fünf Kinder wurden zwischen 1869 und 1880 geboren: Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig.<ref name="300Jahre" /> Alle fünf warben als erfolgreiche Radsportler für die Produkte des Unternehmens.<ref name="NDB" />

Nach dem Tod des Firmengründers

Datei:Opel-mausoleum-2010-ruesselsheim-091.jpg
Opel-Mausoleum in Rüsselsheim am Main

Adam Opel, der an verschlepptem Typhus litt und gegen Ende seines Lebens auf einen Rollstuhl angewiesen war,<ref name="Fortbewegung">Die neue Art der Fortbewegung auf fnp.de</ref> starb am 8. September 1895 an den Folgen seiner Erkrankung.<ref name="Walsh" /> Seine Witwe und die beiden ältesten Söhne Carl und Wilhelm wurden Teilhaber der Opelwerke,<ref name="Who" /> wobei Sophie Opel, die das Unternehmen schon zuvor gemeinsam mit ihrem Ehemann geführt hatte, die größte Stimmenzahl erhielt.<ref name="Walsh" /><ref name="300Jahre" /> Außerdem wurde ihr die Hälfte der jährlichen Gewinne zugesprochen.<ref name="Fortbewegung" /> Damit hatte sie also – neben ihren Söhnen – eine „gewichtige Position in der Geschäftsführung“ inne.<ref name="Walsh" /> Die Vormundschaft der drei noch minderjährigen Söhne Heinrich, Friedrich und Ludwig übernahm Georg Opel, der Bruder des Verstorbenen.<ref name="NDB" />

Unter ihrer Leitung wuchs Opel beständig. 1895 beschäftigte das Unternehmen bereits über 1000 Mitarbeiter.<ref>Tradition auf opel.de</ref> Im Jahr 1899 übernahm Sophie Opel auf den Rat ihrer Söhne hin die Anhaltische Motorwagenfabrik des Automobilpioniers Friedrich Lutzmann aus Dessau und begann mit dem Opel Patentmotorwagen „System Lutzmann“ die Automobilproduktion.<ref name="Walsh" /> Carl und Wilhelm Opel waren zuvor schon Mitbegründer des „Mitteleuropäischen Motorwagen-Vereins“ gewesen.

Wegen zunehmender Schwerhörigkeit benutzte Sophie ein Hörrohr, das sie an einer vergoldeten Kette um den Hals trug.<ref name="Fortbewegung" /><ref group="Anm.">Bild: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sophie Opel mit Hörrohr (Memento vom 25. Februar 2014 im Internet Archive)</ref> 1912 feierte sie noch das fünfzigste Geschäftsjubiläum der Firma Opel.<ref name="Walsh" />

Sophie Opel starb am 30. Oktober 1913 an Herzversagen.<ref>siehe Hessisches Staatsarchiv Marburg (HStAMR), Best. 906 Nr. 444, S. 374 (Digitalisat).</ref> Nach ihrem Tod wurde der Sarg durch das gesamte Werk getragen.<ref name="Walsh" /> Sophie Opel ist bestattet im Opel-Mausoleum in Rüsselsheim am Main.

Nachwirkungen

Die Stadt Bad Homburg vor der Höhe errichtete 2013 anlässlich des hundertsten Todestages von Sophie Opel eine Gedenktafel am ehemaligen Standort des Schellerschen Gasthauses in Dornholzhausen.<ref name="Hommage">Anke Hillebrecht: Hommage an eine starke Frau auf taunus-zeitung.de</ref>

Literatur

  • Gerta Walsh: Sophie Opel – Unternehmerin im 19. Jahrhundert. In: Hessische Heimat. Heft 2/1992, S. 68–70.

Weblinks

Commons: Sophie Opel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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Einzelnachweise

<references />

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