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Chrocus

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Den Namen Chrocus (auch Crocus und Krokus) trugen zwei alamannische Fürsten im 3. und 4. Jahrhundert.

Ein Alamanne namens Crocus wird im Jahr 306 erwähnt und soll in Eboracum (York) in Britannien bei der Erhebung Konstantins zum Kaiser nicht unerheblich beteiligt gewesen sein. In der um 400 entstandenen Epitome de Caesaribus wird berichtet:

„Nach seinem Tod [des Constantius] übernahm er [Konstantin] die Herrschaft auf Betreiben aller Anwesenden, aber insbesondere des Crocus, eines Königs der Alamannen, der Constantius begleitet hatte, um ihm Hilfe zu leisten.“<ref>Epitome de Caesaribus, 41,3: Quo mortuo cunctis, qui aderant, annitentibus, sed praecipue Croco, Alamannorum rege, auxilii gratia Constantium comitato imperium capit.</ref>

Crocus hatte zuvor vielleicht die Königswürde bekleidet, diese aber zugunsten eines römischen Truppenkommandos aufgegeben. Zumindest scheint er über nicht unerhebliche militärische Mittel verfügt zu haben.<ref>Vgl. John F. Drinkwater: Crocus, ‚King of the Alamanni‘. In: Britannia. Bd. 40, 2009, S. 185–195, hier S. 194.</ref> Möglicherweise sollte mit dem Hinweis der Beteiligung eines „Barbaren“ an der Kaisererhebung Konstantins dieser aber auch, wenngleich indirekt, kritisiert werden.<ref>Vgl. John F. Drinkwater: The Alamanni and Rome. Oxford u. a. 2007, S. 146.</ref>

Ein anderer Anführer der Alamannen namens Chrocus wird von dem Bischof und Geschichtsschreiber Gregor von Tours erwähnt.<ref>Gregor von Tours, Historiae 1,32 und 1,34.</ref> Unter diesem Chrocus sollen die Alamannen, die um 259 den Limes überwanden, bis nach Clermont vorgedrungen sein, wo sie den Tempel des Vasso Galate plünderten. Bei Arelate (Arles) wurde dieser Chrocus dann gefangengesetzt und hingerichtet. Gregor schrieb diesen Teil seines Werks um 575, also lange nach den geschilderten Ereignissen. Da er sich auf teils gute Quellen stützte (u. a. Sulpicius Alexander und Renatus Profuturus Frigeridus), wird an der Existenz dieses Alamannenfürsten in der Regel nicht gezweifelt.<ref>Vgl. Helmut Castritius: Krokus, § 3 (Historisches). In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 17, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2000, ISBN 3-11-016907-X, S. 388. Siehe aber John F. Drinkwater: The Alamanni and Rome. 2007, S. 146.</ref>

Die Erwähnung eines anderen Crocus in der Fredegarchronik (2,60) ist als ahistorisch anzusehen.<ref>Vgl. Helmut Castritius: Krokus, § 3 (Historisches). In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 17, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2000, ISBN 3-11-016907-X, S. 388 f.</ref>

Literatur

  • Helmut Castritius, Hermann Reichert: Krokus. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 17, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2000, ISBN 3-11-016907-X, S. 387–389.
  • John F. Drinkwater: The Alamanni and Rome. 213–496 (Caracalla to Clovis). Oxford University Press, Oxford u. a. 2007, ISBN 978-0-19-929568-5.
  • John F. Drinkwater: Crocus, ‚King of the Alamanni‘. In: Britannia. Bd. 40, 2009, S. 185–195, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).
  • Dieter Geuenich: Geschichte der Alemannen (= Kohlhammer-Urban-Taschenbücher. 575). 2., überarbeitete Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018227-7.

Anmerkungen

<references />

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