Der Steig schlängelt sich über Höhen und durch Täler des Odenwaldes von Zwingenberg an der Bergstraße bis nach Freudenberg am Main. Zum größten Teil führt er über naturbelassene Pfade. Dabei sind etwa 4.000 Höhenmeter<ref name="NSteig" /><ref name="RegBS" /> zu überwinden. Der Steig erhielt 2008 die Auszeichnung „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ vom Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine.<ref name="KrBrgStrERitter" /> Der Steig führt durch ca. 70 % Wald und Waldrand, ca. 18 % offene Landschaften und ca. 13 % Ortschaften.
Der Name des Steigs verweist auf die Nibelungensage, die eng mit der Region rund um Worms und dem Odenwald verknüpft ist.
Von der Nibelungenstadt Worms aus, die zu den thematisch wichtigsten Schauplätzen der Nibelungensage gehört, führen drei Zubringerwege über das Hessische Ried zum Nibelungensteig. Es handelt sich hierbei um eine Radroute „Nord“ und eine Radroute „Süd“ sowie um einen Wanderweg.<ref name="Echo22052010" />
Seit 2015 ist zudem eine knapp 28 km lange Variante über Erbach ausgeschildert. Die Einstiege befinden sich jeweils in Hüttenthal und Erbach-Bullau.<ref name="ErbachVar" />
Wegzeichen
Das Wegzeichen(Wanderzeichen) des Nibelungensteiges ist ein rotes N auf weißem Grund. Die Wegzeichen der Zubringerwege zeigen ein grünes N auf weißem Grund.
Städte und Gemeinden
Der Nibelungensteig verläuft auf dem Gebiet folgender Städte und Gemeinden (entlang dem Steig; etwa in West-Ost-Richtung betrachtet):
Der Nibelungensteig kann in sieben Etappen mit ca. 13 bis 28 Kilometer Länge gewandert werden.
1. Etappe
Distanz: 27,6 km // Gehzeit: 7:00 h // Schwierigkeit: schwer // Bergauf: 1240 hm // Bergab: 976 hm
Von Zwingenberg geht es steil bergauf zum Melibokus und weiter durch das Balkhäuser Tal zum Felsberg. Auf dessen Südflanke führt der Weg durch das Felsenmeer nach Reichenbach, von dort über den Knodener Kopf und durch die Dörfer Knoden und Schannenbach hindurch auf den höchsten Punkt des Nibelungensteigs, den Krehberg. An seiner Ostflanke geht es bergab nach Schlierbach und von dort wieder bergauf nach Lindenfels.
2. Etappe
Distanz: 13,6 km // Gehzeit: 3:30 h // Schwierigkeit: mittel // Bergauf: 493 hm // Bergab: 468 hm
Von Lindenfels verläuft der Weg anfangs in östlicher, später in südöstlicher Richtung zum Fürther Ortsteil Weschnitz. Hier folgt ein steiler Serpentinenpfad bis zur Walburgiskapelle. Es geht weiter vorbei am Kahlberg und durch das Gassbachtal nach Grasellenbach.
3. Etappe
Distanz: 27,8 km // Gehzeit: 6:30 h // Schwierigkeit: schwer // Bergauf: 779 hm // Bergab: 695 hm
Distanz: 13,4 km // Gehzeit: 3:40 h // Schwierigkeit: mittel // Bergauf: 671 hm // Bergab: 707 hm
Von Amorbach führt der Weg nach Norden über den Gotthardsberg mit der Gotthardsruine und von hier weiter nach Reuenthal und zum Miltenberger Ortsteil Monbrunn. Auf dem weiteren Weg geht es über den Greinberg mit dem Ringwall Greinberg und an dessen Nordostflanke hinab zur Mildenburg und dem Tagesziel Miltenberg.
7. Etappe
Distanz: 12,6 km // Gehzeit: 3:30 h // Schwierigkeit: mittel // Bergauf: 440 hm // Bergab: 422 hm
Von Miltenberg führt der Weg mainaufwärts bis zur Mündung der Erf und von hier in den Nachbarort Bürgstadt. Im weiteren Verlauf gelangt man zur Ruine der Centgrafenkapelle und zu einem Ringwall auf dem Bürgstadter Berg. Beim Abstieg über dessen Nordflanke erreicht man die Freudenburg und schließlich Freudenberg, den Zielort des Nibelungensteigs.<ref>Nibelungensteig – Wanderetappen auf nibelungenland.net, abgerufen am 29. März 2020</ref>
Variante
Distanz: 27,9 km // Gehzeit: 9:00 h // Schwierigkeit: sehr schwer // Bergauf: 967 hm // Bergab: 961 hm
Als eine Variante der 3. Etappe wandert man von Hüttenthal nordwärts und gelangt über Elsbach in die Altstadt von Erbach. Östlich der Stadt geht es an der Erdbachschwinde vorbei zum Erholungsgebiet Dreiseetal und weiter durch den Bullauer Eutergrund nach Erbach-Bullau.
Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten am Steig sind:
Der Melibokus (517,4 m) bei Auerbach (Bensheim) ist die höchste Erhebung an der hessischen Bergstraße.
Der Hohenstein und Kleiner Hohenstein bei Lautertal-Reichenbach ist ein Quarzitfelsen, der oft zum Klettern genutzt wird. Eine Sage berichtet vom Kampf zweier Riesen, die sich gegenseitig mit Steinen bewarfen.
Der Krehberg (575,7 m) gehört zu den höchsten Erhebungen im Odenwald.
Schlierbach (Lindenfels) zählt aufgrund der schmucken Fachwerkhäuser zu den schönsten Dörfern im Odenwald. Eine Besonderheit des Ortes sind die calvinistischen „Stickel-Bretter“ auf dem Kirchfriedhof.
Die Burg Lindenfels ist eine Burgruine, die sich oberhalb der gleichnamigen Stadt Lindenfels befindet und von der aus man einen weiten Blick ins Weschnitztal hat.
Oberhalb des Ortes Fürth-Weschnitz befindet sich die Walburgiskapelle, die an der Stelle eines Heiligtums aus vorchristlicher Zeit errichtet worden sein soll.
In der Barockstadt Amorbach befindet sich eine Abteikirche mit ihrer beeindruckenden Orgel.
Die Gotthardsruine bei Weilbach auf dem Gotthardsberg (298,8 m) ist der Rest eines aus dem 13. Jahrhundert stammenden Nonnenklosters. Es handelt sich um eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem als Aussichtsturm genutzten Treppenturm.
Die Keltenschanze auf dem südwestlich von Miltenberg gelegenen Greinberg entstand wahrscheinlich in der späten Bronzezeit. In der Nähe des Ringwalles fand Wilhelm Conrady 1878 den geheimnisvollen Toutonenstein, dessen Inschriften bis heute noch nicht entziffert werden konnten.
In Miltenberg sind vor allen Dingen der historische Marktplatz, das so genannte Schnatterloch und die Altstadt mit ihren Fachwerkbauten sehenswert. Datei:Miltenberg Schnatterloch.jpgSchnatterlochtor Miltenberg
In Bürgstadt befindet sich die Martinskapelle, zu deren Ausstattung die so genannte „Bilderbibel“ gehört. An ihren Wänden sind auf 40 Medaillons Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt.
Die Centgrafenkapelle auf dem Bürgstadter Berg (Eichenbuckel) bei Bürgstadt ist das Relikt eines Bauwerks, welches infolge des Dreißigjährigen Krieges nie fertiggestellt wurde.
Der Ringwall auf dem Bürgstadter Berg ist vermutlich in der Jungsteinzeit um 3000 v. Chr. entstanden. Auf dem Weg dorthin kommt man an zahlreichen unvollendeten Werkstücken vorbei, die im Mittelalter hier bearbeitet wurden und die an die Römersteine aus dem Felsenmeer bei Reichenbach im Lautertal erinnern.
Bereits zum zweiten Mal wurde auf dem Nibelungensteig am 3. Oktober 2009 ein Ultramarathon durchgeführt. Veranstalter des Laufs auf 53 km langer Strecke war die „Endurance & Dog Sports Nibelungenland“ in Zusammenarbeit mit der „Tourismusmarketing GmbH, Kreis Bergstraße“.
Parallele Wege
Von Albisheim in der Pfalz über Worms, Bensheim-Auerbach, Michelstadt, Miltenberg bis Wertheim verläuft der Vier-Länder-Weg.<ref name="RegAufl" /> Er hat deutlich weniger Höhenmeter und sanftere Steigungen als der Nibelungensteig. Sein Wegzeichen ist ein gelbes Quadrat. Der Vier-Länder-Weg hieß bis 2013 Nibelungenweg, was zu häufigen Verwechslungen mit dem Nibelungensteig führte.
Auch die Nordvariante<ref name="FalkAtlas" /> (Donnersberg – Lautertaler Felsenmeer – Königstuhl) des Europäischen Fernwanderwegs E8 verläuft meist gemeinsam mit dem Vier-Länder-Weg oder in seiner Nähe. Sie ist mit einem schwarzen E8 auf weißem Grund oder einem weißen E8 mit gelben Europasternen auf blauem Grund gekennzeichnet.
TF 50, Nördlicher vorderer Odenwald Ost und West, ISBN 3-89446-291-4
Tourismusagentur, Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH (in Tourist-Infos erhältliche Faltkarten):
Gesamtsteig:
Nibelungensteig 130 (Zwingenberg bis Freudenberg am Main)
Auf dem Nibelungensteig – Ein Odenwälder Wandererlebnis!
Steigabschnitt:
Nibelungensteig 40 (Zwingenberg bis Grasellenbach)
Einzelnachweise
<references>
<ref name="NSteig">Nibelungensteig, auf nibelungensteig.de</ref>
<ref name="RegBS">„…Nibelungensteig“ auf 124 Kilometer erweitert / Offizielle Einweihung am 16. April, vom April 2009, abgerufen am 15. April 2010, auf region-bergstrasse.de</ref>
<ref name="KrBrgStrERitter">Erneuter Ritterschlag für „Nibelungensteig“, abgerufen am 29. März 2016, auf kreis-bergstrasse.de</ref>
<ref name="Echo22052010"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref>
<ref name="ErbachVar">Variante Erbach. Abgerufen am 29. März 2016., auf nibelungenland.net</ref>
<ref name="RegAufl">Der Vier-Länder-Weg – Etappenplaner, abgerufen am 5. November 2014, auf regioausflug.de</ref>
<ref name="FalkAtlas">Der Große Falk Atlas – Deutschland Detailkarten, M = 1:200.000, 2004/2005, ISBN 978-3-8279-0381-5</ref>
<ref name="Wandern³"> Weiter wandern, auf nibelungensteig.de, abgerufen am 9. Oktober 2024</ref>
</references>