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Eduard Schwoiser

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Datei:Porträt Eduard Schwoiser.png
Porträt Eduard Schwoisers von Adolf Wolf-Rothenhan um 1892 (Faksimile nach dem Original im Deutschen Haus in Brünn, 1945 verbrannt)

Eduard Schwoiser (* 10. März 1826 in Brüsau in Mähren; † 3. September 1902 in Starnberg, Königreich Bayern) war ein deutscher Historienmaler und Hofmaler König Ludwigs II. von Bayern. Seine Wand- und Deckenfresken in den königlichen Schlössern sind mit diesen seit 2025 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Leben

Datei:Schwoiser Heinrich vor Canossa.jpg
„König Heinrich vor Canossa“ von Eduard Schwoiser

Eduard Schwoiser war der Sohn des Webermeisters und späteren Heiligenmaler Ignaz Schwoiser aus Brüsau im Schönhengstgau. Schon seit der Kindheit wollte der künstlerisch begabte Junge Kunstmaler werden, doch seine Eltern verboten ihm dies. Im Alter von 13 Jahren entfloh er dem Elternhaus und ging in die mährische Landeshauptstadt Brünn, um sich als Künstler betätigen zu können. Im Bildhauer Benedikt Edele fand er seinen ersten Lehrmeister. In Brünn arbeitete Schwoiser bei verschiedenen Zimmer- und Schriftenmalern, bis er 1847 bei der Renovierung der Wiesenberger Schlosskirche von einem Gerüst stürzte und heim nach Brüsau gebracht wurde. In seiner Heimat war er auf dem Schloss der Baronin Ernestine von Langet im böhmischen Bistrau mit der Ausschmückung der Decken beschäftigt, ehe ihn der bayerische Generalleutnant Johann von Kunst entdeckte und um 1850 nach München mitnahm<ref>Gustav Trautenberger: Meister Schwoiser und seine Kunst. Hrsg.: Deutsches Haus in Brünn. Brünn 1892.</ref>. Am 30. Januar 1851 immatrikulierte er sich an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste München für das Fach Malerei und wurde am 12. April 1853 in die Klasse von Professor Philipp Foltz versetzt<ref>00872 Eduard Schwoiser, Matrikelbuch 1841–1884, matrikel.adbk.de abgerufen am 21. Februar 2009</ref>. An der Akademie freundete er sich mit Wilhelm Hauschild an,<ref>Hyacinth HollandHauschild, Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 50, Duncker & Humblot, Leipzig 1905, S. 77–81.</ref> mit dem er später an zahlreichen gemeinsamen Projekten beteiligt war. So u. a. bereits 1854, als er das Altarblatt des Sebastiansaltars für die Kirche St. Josef in Starnberg schuf, Hauschild übernahm jenes des Petrusaltars.<ref name="Starnberg" /><ref name="Dehio 1220" />

In München widmete sich Schwoiser endgültig der Historienmalerei. Sein Auftraggeber war der bayerische König Max II., für den er im damaligen Nationalmuseum (heute Museum Fünf Kontinente) zwischen 1858 und 1862 acht von 134 Wandfresken mit Motiven aus der bayerischen Geschichte in Freskotechnik malte.<ref>Hyacinth Holland: Schwoiser, Eduard. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. Berlin 1905, S. 190.</ref> Heute ist im Freskosaal des Museums nur noch eines der Fresken von Schwoiser sichtbar, nämlich: „Die Kronacher verteidigen ihre Stadt heldenmütig gegen schwedische und weimarische Truppen. 1634“. Für das Maximilianeum malte er König Heinrich IV. als Büßer zu Canossa im Jahre 1077, das wohl berühmteste Werk Schwoisers und zugleich eines seiner wenigen Ölgemälde.

Nach dem Tod von König Max ging Schwoiser auf Europareise und besuchte u. a. Pompeji und den Palazzo Pitti. Nach der Rückkehr nach München wurde er sofort vom neuen König, Ludwig II., konsultiert. Im Auftrag des Königs Ludwig II. malte er mehrere Deckenbilder für das Neue Schloss Herrenchiemsee:<ref name="Dehio 457" /><ref>Gerhard Hojer: Neues Schloß Herrenchiemsee. Amtlicher Führer. Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München 1986, S. 26, 33, 37.</ref>

  • Asträos und Aurora, eine Allegorie von Tag und Nacht, zugleich ideelle Begegnung König Ludwigs II. mit Ludwig XIV., seinem Idol (im Salon de l’Oeil de Bœuf)
  • Phöbus Apoll im Reigen der olympischen Götter (in der Chambre de Parade)
  • Merkur als Götterbote (im Salon de Conseil, 1883)
  • Beteiligung an der Ausmalung der Galerie des Glaces durch acht Maler (1879–1881)

Drei Deckenbilder für Schloss Linderhof:<ref>Elmar D. Schmid: Schloss Linderhof. Amtlicher Führer. Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München 1990, S. 30, 34. – Elmar D. Schmid, Gerhard Hojer: Schloss Linderhof. Amtlicher Führer. 1. Auflage der Neufassung. Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, München 2006, S. 43, 47.</ref>

  • Flora sowie Amor und Psyche (zwei der vier Deckenbilder im Speisezimmer, um 1872–1874, die anderen beiden von August von Heckel)
  • Geburt der Venus (im Spiegelsaal, 1875–1877)

Für das Schloss Neuschwanstein:

  • Szenen aus dem Ritterleben im Mittelzimmer der Torbauwohnung (Jugendjahre)

Nachdem nun auch König Ludwig II. gestorben war, zog sich Schwoiser allmälig aus der Öffentlichkeit zurück. Am Starnberger See hatte er sich einen kleinen Landsitz gekauft, auf dem er alljährlich den Sommer verbrachte. Seinen Landsleuten in seiner mährischen Heimat war Schwoiser ein Unbekannter. Erst die Nachforschungen und der persönliche Austausch mit dem Künstler durch Gustav Trautenberger vom Deutschen Haus in Brünn Anfang der 1890er Jahre führte zur Anerkennung des Malers seitens der mährischen Heimat. Schwoiser wurde 1894 von seiner Geburtsstadt Brüsau zum Ehrenbürger ernannt. Bis zuletzt war Schwoiser künstlerisch aktiv. Er trug sich 1897 in das Goldene Buch der Stadt München mit einem Aquarell ein.<ref>Münchner Neuste Nachrichten vom 27. März 1897</ref> Im Sommer 1902 zog er sich eine Krankheit zu und starb schließlich auf seinem Landsitz in Starnberg im Alter von 76 Jahren. Sein künstlerischer Nachlass ging in den Besitz des befreundeten Ehepaares Texter, mit denen er zusammenwohnte.

Weitere Werke (Auswahl)

Auszeichnungen und Ehrungen

  • Ernennung zum königl. Hofmaler (1871)
  • Ludwigsmedaille für Wissenschaft und Kunst (1874)<ref>Augsburger Postzeitung vom 28. März 1874</ref>
  • Ritterkreuz I. Klasse des St. Michaelsorden (1876)<ref>Bayerisches Volksblatt vom 28. August 1875</ref>
  • Ernennung zum königl. Professor
  • Ehrenbürgerwürde seiner Geburtsstadt Brüsau (1894)<ref>Mährisch-schlesischer Correspondent vom 20.03.1894</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Eduard Schwoiser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Dehio 457">Ernst Götz u. a. (Bearbeiter): Bayern IV: München und Oberbayern (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 3. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006, ISBN 978-3-422-03115-9, S. 457–458: „Deckenbild (...) mit Asträus und Aurora, einer Allegorie von Tag und Nacht und darüber hinaus der ideellen Begegnung von Ludwig II., dem hier nächtlich wirkenden König, und seinem Idol Louis XIV., dem Sonnenkönig, zwischen beiden der (...) Morgenstern“</ref> <ref name="Dehio 633">Ernst Götz u. a. (Bearbeiter): Bayern IV: München und Oberbayern (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 3. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006, ISBN 978-3-422-03115-9, S. 633.</ref> <ref name="Dehio 1220">Ernst Götz u. a. (Bearbeiter): Bayern IV: München und Oberbayern (= Georg Dehio [Begründer], Dehio-Vereinigung [Hrsg.]: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler). 3. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006, ISBN 978-3-422-03115-9, S. 1220.</ref> <ref name="Starnberg">Gertrud Rank: Starnberg. Alte Pfarrkirche St. Josef. In: Gertrud Rank, Michael Schmid: Ein Stück vom Himmel. Kunsthistorische Einblicke in die Starnberger Kirchenlandschaft (= Starnberger Stadtgeschichte, Band 4). Kulturverlag Starnberg, Starnberg 2008, ISBN 978-3-941167-03-2, S. 170–189, hier S. 184–186 und 188. </ref> </references>

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