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Barbus

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Barbus
Datei:Barbel.jpg

Flussbarbe (Barbus barbus)

Systematik
ohne Rang: Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Unterordnung: Karpfenfischähnliche (Cyprinoidei)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Unterfamilie: Barbinae
Gattung: Barbus
Wissenschaftlicher Name
Barbus
Daudin, 1805

Barbus ist eine Gattung mittelgroßer bis großer Karpfenfische.<ref name="bana1">Petru M. Bănărescu, Nina G. Bogutskaya: The Freshwater Fishes of Europe, Aula-Verlag, Wiebelsheim 2003, ISBN 3-89104-659-6. (Volume 5. Cyprinidae 2, Part II: Barbus). S. 1.</ref> Barbus-Arten kommen in der westlichen Paläarktis vor.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten wurden ihr auch zahlreiche Arten des östlichen und südöstlichen Asien und des indischen Subkontinents zugerechnet, die heute anderen Gattungen angehören (Dawkinsia, Desmopuntius, Haludaria, Pethia, Puntigrus, Puntius, Striuntius und Systomus).<ref>Rohan Pethiyagoda, Madhava Meegaskumbura & Kalana Maduwage: A synopsis of the South Asian fishes referred to Puntius (Pisces: Cyprinidae). Ichthyological Exploration of Freshwaters, Band 23, Nr. 1, Seiten 69–95, June 2012, © by Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, Germany – ISSN 0936-9902</ref><ref>Maurice Kottelat: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The fishes of the inland waters of Southeast Asia: A catalogue and core bibliography of the fishes known to occur in freshwaters, mangroves and estuaries. (Memento vom 6. Januar 2015 im Internet Archive) (PDF; 6,6 MB) The Raffles Bulletin of Zoology, November 2013, Supplement No. 27, Seite 482 und 483.</ref> Im Oktober 2014 wurde für zwei Barbus-Arten aus dem Stromgebiet von Euphrat und Tigris und aus dem Jemen und eine neu beschriebene Art aus dem Hadramaut die Gattung Arabibarbus eingeführt.<ref>Borkenhagen, K. (2014): A new genus and species of cyprinid fish (Actinopterygii, Cyprinidae) from the Arabian Peninsula, and its phylogenetic and zoogeographic affinities. Environmental Biology of Fishes, October 2014, Volume 97, Issue 10, pp 1179-1195.</ref> Die ursprünglich der Gattung Barbus zugeordneten Arten des subsaharischen Afrikas wurden in einer im Februar 2015 veröffentlichten Revision der Karpfenfischunterfamilie Cyprininae in die Gattungen Enteromius, Labeobarbus und Pseudobarbus gestellt. Genetisch unterscheiden sich die Gattungen vor allem durch die Anzahl der Chromosomensätze. Barbus und Pseudobarbus sind tetraploid, Enteromius diploid und Labeobarbus hexaploid.<ref>Lei Yanga, Tetsuya Sado, M. Vincent Hirt, Emmanuel Pasco-Viel, M. Arunachalam, Junbing Li, Xuzhen Wang, Jörg Freyhof, Kenji Saitoh, Andrew M. Simons, Masaki Miya, Shunping He, Richard L. Mayden (2015): Phylogeny and Polyploidy: Resolving the Classification of Cyprinine Fishes (Teleostei: Cypriniformes). Molecular Phylogenetics and Evolution, Februar 2015, doi:10.1016/j.ympev.2015.01.014</ref>

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Gattung erstreckt sich, mit Ausnahme der kalten Regionen des Nordens, über nahezu ganz Europa, das nordwestliche Afrika, Kleinasien, die Einzugsgebiete des Aralsees und des Kaspischen Meeres.<ref>Bănărescu, Bogutskaya: S.3,4</ref> Die Tiere leben bodenorientiert in einer Vielzahl von Süßwasserhabitaten von Seen über langsam fließende Flüsse bis hin zu Bergbächen.<ref name="kottelat">Maurice Kottelat, Jörg Freyhof: Handbook of European freshwater fishes. Kottelat und Freyhof, Cornol (Schweiz) und Berlin 2007, ISBN 978-2-8399-0298-4, S. 112.</ref>

Merkmale

Der gestreckte Körper ist vorn annähernd drehrund und wird zum hinteren Ende seitlich etwas flacher. Im Profil erscheint der Rücken konvex, die Bauchseite ist nahezu gerade. An der Schnauzenspitze sitzt ein Paar Barteln, ein weiteres Paar befindet sich an den Mundwinkeln. Die deutlich entwickelten Lippen des unterständigen Mauls tragen zahlreiche Papillen, die Oberlippe ist gänzlich davon bedeckt.<ref name="bana1" /> Bei einigen Arten ist die Unterlippe verbreitert und ebenfalls vollständig papillös. Sie geht meist in einen nach hinten gerichteten, lappenartigen Fortsatz über der sich durch eine tiefe Furche vom Kiefer absetzt. Einigen Arten fehlt dieser Fortsatz oder er ist sehr klein und dann ohne Furche. Die Unterlippe dieser Spezies' ist in der Mitte weich und nur an den Seiten papillös.<ref name="bana2">Bănărescu, Bogutskaya: S.2</ref>

Mit nur einer Ausnahme setzt bei allen Arten die Rückenflosse an der Körpermitte an, lediglich bei B. brachycephalus sitzt sie weiter vorn. Der letzte unverzweigte Weichstrahl kann dünn und flexibel aber auch dick und verknöchert sein. Die Rückenflosse der meisten Arten weist acht geteilte Strahlen auf, aber auch sieben oder neun sind möglich. Die Afterflosse wird immer durch fünf geteilte Strahlen gestützt, der letzte ungeteilte Weichstrahl ist dünn und flexibel.<ref name="bana2" />

Datei:2017-07-09 Schwalm, Barbus barbus (freddy2001).jpg
Kopf

Die Schlundzähne sind dreireihig angeordnet, wobei ihre Anzahl in der ersten Reihe artabhängig variiert. Bei den meisten europäischen und einigen kaukasischen und westasiatischen Arten stehen fünf Zähne in der ersten Reihe. Vier von ihnen sind, ähnlich einem Schneidezahn, abgeflacht tragen aber eine hakenförmige Spitze gefolgt von einer kleinen Mahlfläche. Der fünfte Schlundzahn ist zylindrisch geformt, er endet entweder in einer Mahlfläche oder auch in einer Spitze, dann aber ohne Widerhaken. Bei fast allen Arten von der Iberischen Halbinsel, einer Anzahl westasiatischer und den nordafrikanischen Arten fehlt einer der vier schneidezahnähnlichen Schlundzähne. Eine außergewöhnliche Schlundbezahnung zeigen B. longiceps mit einer intermediären Form des fünften Zahns und die in Griechenland vorkommenden Spezies B. graceus und B. albanicus. Bei den beiden griechischen Arten sind die Schlundzähne asymmetrisch verteilt. Drei Zähne sind abgeflacht, der Vierte ist zylindrisch aber stumpf mit einer Mahlfläche und nur auf der linken Seite findet sich ein fünfter, kleiner und gebogener, Zahn.<ref name="bana2" />

Fest sitzende Schuppen bedecken, mit Ausnahme des Kopfes, den gesamten Körper. Ihre Anzahl entlang der geraden und vollständigen Seitenlinie variiert innerhalb der Gattung stark und reicht von 43 bis zu 103 Schuppen.<ref name="bana2" />

Datei:Pesaak.JPG
Barbus balcanicus
Datei:Barbel m.jpg
Barbus borysthenicus
Datei:Barbus haasi 02 by-dpc.jpg
Barbus haasi
Datei:Barbus peloponnesius.jpg
Barbus peloponnesius
Datei:Barbuspetenyi.png
Barbus petenyi
Datei:Cyprinidae - Barbus plebejus.JPG
Barbus plebejus

Arten

Belege

<references />

Weblinks

Commons: Barbus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien