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Thonningia sanguinea

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Thonningia sanguinea
Datei:Thonningia MS 3605.jpg

Thonningia sanguinea am Kamerunberg, Kamerun

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Sandelholzartige (Santalales)
Familie: Balanophoraceae
Gattung: Thonningia
Art: Thonningia sanguinea
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Thonningia
Vahl
Wissenschaftlicher Name der Art
Thonningia sanguinea
Vahl

Thonningia sanguinea ist die einzige Art der Pflanzengattung Thonningia innerhalb der Familie der Balanophoraceae. Die parasitär lebende Pflanzenart ist in Westafrika und dem tropischen Afrika beheimatet.

Beschreibung und Ökologie

Datei:Thonningia sanguinea.jpg
Ober- und unterirdische Pflanzenteile

Vegetative Merkmale

Thonningia sanguinea ist ein obligater Parasit an Baum- und anderen verholzten Pflanzenarten.<ref name="Burkill1985" /> Thonningia sanguinea ist eine ausdauernde krautige Pflanze die bis etwa 20 Zentimeter hoch wächst. Aus den unregelmäßig geformten Knollen wachsen horizontal die im Querschnitt runden, verzweigten Rhizome.<ref name="FloraZambesiaca1" />

Generative Merkmale

Thonningia sanguinea ist zweihäusig (diözisch) oder selten einhäusig (monözisch). Die dichten und fleischigen Blütenstände setzen sich aus in Hüllkelchen eingefassten Köpfen zusammen, die gestielt bis sitzend und unverzweigt aus Augen der Knollen wachsen. Die Blütenstandsschäfte sind dabei dicht mit dachig angeordneten, spitzen und festen, kahlen Schuppen besetzt. Die Blütenstände sind bis zu 7 Zentimeter hoch. Die Hüllkelche sind rot oder rosafarben. Die eingeschlechtigen, kleinen Blüten sind cremeweiß.<ref name="Burkill1985" /> Der Blütenboden männlicher Blüten ist flach bis leicht konvex, der weibliche hingegen kegel- bis halbkugelförmig. Männliche Blütenstände tragen weniger Blüten in geringerer Dichte als weibliche. Die bis zu 4 Blütenhüllblätter, Tepalen sind mglw. spiralförmig angeordnet und von ungleicher Länge. Die bis zu 6 Staubblätter sind zu einem Synandrium (Gebilde, das durch die Verwachsung sämtlicher Staubblätter entsteht) verwachsen. Die weibliche Blütenhülle ist zylindrisch geformt und unregelmäßig zwei- bis vierlappig. Der unterständige Fruchtknoten ist einkammerig. Der fädliche und vorstehende Griffel ist relativ lang.<ref name="FloraZambesiaca1" />

In einem halbkugelförmigen, erdbeerähnlichen und rötlichen Fruchtstand stehen die jeweils einsamigen Achänen zusammen.<ref name="FloraZambesiaca1" />

Vorkommen

Thonningia sanguinea ist in Westafrika von Sierra Leone bis ins westliche Kamerun sowie durch weite Teile des restlichen tropischen Afrika bis Angola und Sambia<ref name="FloraZambesiaca1" /> verbreitet.

Thonningia sanguinea gedeiht in Wäldern, Dickichten und an diesen angrenzender Savanne an vielen verschiedenen Wirten in Höhenlagen von 230 bis 1676 Metern.<ref name="FloraZambesiaca1" /> In Plantagen tritt Thonningia sanguinea als Schädling von Pflanzenarten wie Hevea-Arten, Ölpalmen oder Kakao auf.<ref name="Burkill1985" /> Für die Pflanze sind auch magisch-religiöse und traditionell medizinische Nutzungen überliefert.<ref name="Burkill19852">H. M. Burkill, 1985: The useful plants of west tropical Africa, Volume 1 in @1@2Vorlage:Toter Link/www.aluka.orgAluka (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot.</ref>

Systematik

Die Erstbeschreibung der Gattung Thonningia und der Art Thonningia sanguinea erfolgte 1810 von Martin Vahl<ref>Skr. Naturhist.-Selsk. 6: 124, 125</ref>. Der Gattungsname Thonningia ehrt den dänischen Botaniker Peter Thonning.<ref name="Burkhardt2018" /> Das Artepitheton sanguinea verweist auf die blutrote Farbe des Hüllkelchs.<ref name="Burkill1985"/>

Literatur

  • J. Kuijt, B. Hansen: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. XII: Flowering Plants Eudicots, Springer, 2015, ISBN 978-3-319-09295-9, S. 193–196, 199, 205 f.

Weblinks

Commons: Thonningia sanguinea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Burkill1985"> H. M. Burkill, 1985: The useful plants of west tropical Africa, Volume 1 in @1@2Vorlage:Toter Link/www.aluka.orgAluka (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. </ref> <ref name="Burkhardt2018"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018. </ref> <ref name="FloraZambesiaca1"> Thonningia sanguinea In: Flora Zambesiaca, Band 9, Teil 3, 2006. In: KEW, Plants of the World Online. Abgerufen am 22. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>