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Karl Lueger

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. März 2026 um 14:54 Uhr durch imported>M Huhn (des Kaisers Widerstand gegen Lueger; Quellennachweis).
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Karl Lueger [<templatestyles src="IPA/styles.css" />luˈeːɡɐ] (* 24. Oktober 1844 in Wieden, heute Teil von Wien; † 10. März 1910 in Wien) war ein österreichischer Politiker, Gründer der Christlichsozialen Partei (CS) und von 1897 bis 1910 Wiener Bürgermeister. Als Bürgermeister war er bedeutend für die Entwicklung Wiens zu einer modernen Großstadt. Seine Rolle wurde allerdings durch den von ihm aufgebauten und geförderten Kult um seine Person überhöht. Lueger war bekennender Antisemit und trieb den politischen Antisemitismus entscheidend voran.

Datei:Wenzl Weis - Karl Lueger, 1897.jpg
Karl Lueger mit Bürgermeisterkette (1897)

Leben vor der Politik

Karl Lueger wurde auf der Wieden als Sohn des aus Neustadtl an der Donau stammenden Leopold Lueger und der Wienerin Juliana Schuhmayer<ref name="wienwiki">Karl Lueger im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> geboren. Sein Geburtshaus ist das heutige Hauptgebäude der Technischen Universität, damals das k.k. Polytechnische Institut, am Wiener Karlsplatz, wo Luegers Vater als Saaldiener arbeitete. Lueger wurde in der Karlskirche nach dem Namenspatron derselben, Karl Borromäus, getauft. Er besuchte zunächst die Traubenschule in der Margaretenstraße und anschließend, mit einem Stipendium, als Externer die Theresianische Ritterakademie, das heutige Theresianum, wo er 1862 maturierte.<ref name="oecv" /> Im gleichen Jahr nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien auf und wurde 1870 zum Dr. iur. utr. promoviert. Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung KaV Norica Wien im CV. Ab 1869 arbeitete Lueger als Konzipient.<ref>John W. Boyer: Karl Lueger (1844–1910). Christlichsoziale Politik als Beruf. In: Christian Brünner, Wolfgang Mantl, Manfried Welan (Hrsg.): Studien zu Politik und Verwaltung. Band 93. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78366-4, S. 75.</ref> 1874 legte er die Rechtsanwaltsprüfung ab und eröffnete im März desselben Jahres seine eigene Kanzlei in der Postgasse.

Politische Laufbahn

Datei:Nigg Karl Lueger in historischem Kostüm 1876.jpg
Karl Lueger in historischem Kostüm mit Gnadenmedaille (Gemälde von Hermann Nigg, 1876)

Vor dem Bürgermeisteramt

Karl Luegers politische Laufbahn begann 1872 mit seinem Eintritt in den Deutsch-Demokratischen Verein im Bezirk Landstraße.<ref>John W. Boyer: Karl Lueger (1844–1910). Christlichsoziale Politik als Beruf. In: Christian Brünner, Wolfgang Mantl, Manfried Welan (Hrsg.): Studien zu Politik und Verwaltung. Band 93. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78366-4, S. 79.</ref> Dort lernte er seinen späteren Mentor, den Gemeinderat Ignaz Mandl, kennen. Der jüdische Arzt aus ungarischer Familie hatte sich mit seinem Einsatz für die Belange der sogenannten „kleinen Leute“ einen Namen gemacht und genoss große Popularität. Dabei waren Lueger und Mandl nur kurz im selben Klub tätig und traten noch 1872 gemeinsam aus dem Verein aus. Während Mandl mit der Eintracht einen demokratischen Gegenverein gründete, schloss sich Lueger dem liberalen Bürgerclub in der Landstraße an.<ref name="wienwiki"/> Erst mit der späteren Hinwendung Luegers zum Antisemitismus endete die politische Allianz mit Mandl.

Im Frühjahr 1875 errang Lueger bei Nachwahlen zum Wiener Gemeinderat erstmals ein einjähriges Mandat.<ref>John W. Boyer: Karl Lueger (1844–1910). Christlichsoziale Politik als Beruf. In: Christian Brünner, Wolfgang Mantl, Manfried Welan (Hrsg.): Studien zu Politik und Verwaltung. Band 93. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78366-4, S. 80.</ref> Im April 1876 gelang ihm die Wiederwahl.<ref>John W. Boyer: Karl Lueger (1844–1910). Christlichsoziale Politik als Beruf. In: Christian Brünner, Wolfgang Mantl, Manfried Welan (Hrsg.): Studien zu Politik und Verwaltung. Band 93. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78366-4, S. 81.</ref> Er trat nach seiner Wahl zunächst der regierenden Mittelpartei bei, engagierte sich jedoch weiter mit Ignaz Mandl gegen den autokratischen Kurs des Bürgermeisters Cajetan Felder. Im Herbst 1876 legte Lueger im Streit mit der Partei sein Mandat zurück.<ref name="wienwiki"/><ref name="oecv" /> Luegers Agitation gegen Bürgermeister Felder trug zu dessen Rücktritt im Juni 1878 bei. Felder charakterisierte Lueger wohl auch deshalb als „[zielbewussten] Bösewicht, wie er im Buche steht, der alles, was sich ihm nicht bedingungslos unterwirft, mit Gift, Feuer und Schwert zu vernichten bestrebt ist“.

1877 schlossen sich Lueger und Mandl in der Wirtschafts- und Fortschrittspartei, einer Abspaltung der Mittelpartei, wieder zusammen. Auf deren Liste wurde Lueger im März 1878 abermals in den Gemeinderat gewählt, dem er von da an bis zu seinem Tod durchgehend angehörte.<ref name="wienwiki"/><ref name="wienwiki-vl">Karl Lueger im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref><ref>Karl Lueger im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> Im August 1878 fusionierte die Wirtschafts- und Fortschrittspartei mit der Linken zur inhaltlich heterogenen Liste der Vereinigten Linken. Diese führte Lueger von 1880 bis 1882 als Obmann im Gemeinderat an. 1882 schloss sich Lueger für einige Jahre dem Österreichischen Reformverein an.<ref name="wienwiki"/><ref name="oecv" /><ref name="wienwiki-vl" /> 1885 wurde Lueger für den Bezirk Margareten Wiens in den Reichsrat gewählt, dem er bis zu seinem Tod angehörte.<ref name="oecv" /> Nach der Wahlrechtsreform 1907 kandidierte er jedoch im Bezirk Hietzing für den Reichsrat.<ref name="oecv" />

Mit der 1885 auf kommunaler Ebene in Wien umgesetzten Herabsetzung des Steuerzensus von zehn auf fünf Gulden, für die Lueger sich sehr eingesetzt hatte, erlangten breite Schichten des unteren Mittelstandes das Wahlrecht.<ref>Ilse Reiter: Gustav Harpner (1864–1924): vom Anarchistenverteidiger zum Anwalt der Republik. Böhlau, Wien 2008 S. 23.</ref><ref>Gemeinderat, Wiener. In: dasrotewien.at – Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie. SPÖ Wien (Hrsg.)</ref> Die verbreitete anti-industrielle, antikapitalistische und antisemitische Einstellung dieser Schicht wurde von dem begabten Demagogen Lueger bedient und verstärkt. Es war diese sehr gezielte Ausweitung des Wahlrechts, die strategisch hinter einem allgemeinen Männerwahlrecht zurückblieb, das die Grundlage für Luegers politischen Erfolge lieferte und „seine“ „Fünf-Gulden-Männer“ sprichwörtlich werden ließ.

Im April 1886 schlossen sich die im Wiener Gemeinderat vertretenen Antisemiten und Demokraten zu einem neuen Klub zusammen, den Demokratischen Linken, denen auch Lueger fortan angehörte.<ref name="wienwiki"/> Aus diesen ging die Antisemitenliga<ref>Antisemitenliga im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref> (auch bekannt als Vereinigte Christen) hervor, in der sich Deutschnationale um Georg von Schönerer<ref>Lothar Höbelt: Schönerer, Georg von (österreichischer Ritter 1860, 1888 aberkannt, 1917 wiederverliehen). In: Deutsche Biographie. Abgerufen am 3. Mai 2023.</ref> und christlichsozial Gesinnte in einer Wahlgemeinschaft für die Wiener Gemeinderatswahlen zusammenschlossen. Auffallend an dieser Bewegung war das starke Hervortreten des niederen Klerus. Dieser verband christlich-religiösen Antijudaismus mit modernem Antisemitismus. Die vorherrschende Überzeugung innerhalb dieser Kreise war, die brennenden sozialen Fragen der Zeit durch eine Lösung der „Judenfrage“ klären zu können. Eine Verbesserung der Lebenslage der Handwerker und Kleingewerbetreibenden war für sie nur durch eine antisemitische Gesetzgebung zu bewerkstelligen. Nach Schönerers Verurteilung 1888 war die weitere Zusammenarbeit nicht länger opportun und es kam zum definitiven Bruch zwischen Lueger und den Deutschnationalen, denen gegenüber er stets zumindest skeptisch eingestellt war.

Lueger bereitete mit Karl von Vogelsang, Aloys von Liechtenstein – die ihn beide politisch, insbesondere in seinem Antisemitismus, stark beeinflussten – und dem Theologen Franz Martin Schindler den 2. Österreichischen Katholikentag 1889 vor. Daraus entwickelten sich die „Enten-Abende“, benannt nach den regelmäßigen Diskussionsrunden im Hotel Zur Goldenen Ente in der Riemergasse 4 im 1. Bezirk. Aus diesem Zirkel ging wiederum 1893 die von Lueger gegründete österreichische Christlichsoziale Partei als moderne Massenpartei hervor, die nach Jahren wechselnder Parteitreue seine selbstgeschaffene politische Heimat wurde. Gestützt auf das durch Industrialisierung und Wanderungsbewegungen verunsicherte kleine und mittlere Bürgertum erlangte Lueger mit seiner antikapitalistischen, antiliberalen, antisemitischen und antimagyarischen Rhetorik breite Popularität.

Ab 1890 bis zu seinem Tod saß Lueger im Landtag von Niederösterreich.<ref name="oecv" /> Von 1893 bis 1895 war er auch Stadtrat in Wien.<ref name="obl">Lueger, Karl (1844-1910), Politiker. In: Österreichisches Biographisches Lexikon. Abgerufen am 3. Mai 2023.</ref>

Wahl zum Bürgermeister

Datei:Lueger Av.JPG
Anlässlich der Bestätigung Luegers durch Franz Joseph geprägte Medaille

1895 wurde Lueger zunächst Vizebürgermeister der Stadt Wien unter Bürgermeister Raimund Grübl und später, als Grübl sein Amt niederlegte, dessen Nachfolger. Lueger hatte hierzu schon am 29. Mai die nötige Mehrheit (70 Stimmen), lehnte die Wahl aber ab. Der Gemeinderat wurde aufgelöst, womit auch Luegers Ratsmandat erlosch. Nach einer agitativen Kampagne wurde Lueger aber wieder in den Rat und am 29. Oktober mit nunmehr 93 Stimmen auch zum Bürgermeister Wiens gewählt.<ref name="gre|31|10|1895|09">Karl Lueger: Dr. Luegers Bürgermeisterrede. In: Grazer Volksblatt, Nr. 250/1895 (XXVIII. Jahrgang), 31. Oktober 1895, S. 9 (unpaginiert). (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gre</ref> Kaiser Franz Joseph, der die Gleichberechtigung aller Bürger unter einem Bürgermeister Lueger nicht gewährleistet sah, verweigerte ihm wegen seines Radau-Antisemitismus die erforderliche Bestätigung.

Der Rat stimmte am 13. November erneut mit deutlicher Mehrheit für Lueger. Der Kaiser blieb jedoch bei seiner Ablehnung, und zwar auch, als nach erneuter Auflösung des Rates Lueger am 18. April 1896 ein weiteres Mal zum Bürgermeister gewählt wurde. Nach einer Audienz beim Kaiser am 27. April verzichtete Lueger zunächst auf das Amt und der anschließend am 6. Mai gewählte Josef Strobach wurde vom Kaiser bestätigt. Lueger fand als Vizebürgermeister Zustimmung, galt jedoch gemeinhin als der eigentliche politische Entscheidungsträger.

Am 8. April 1897 wurde Lueger erneut zum Bürgermeister gewählt. Nach einer Intervention von Papst Leo XIII. gab der Monarch am 16. April 1897 seinen Widerstand gegen Lueger auf.<ref>Michael Brenner: Israel. Traum und Wirklichkeit des jüdischen Staates. Von Theodor Herzl bis heute. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68822-5, S. 30.</ref> Lueger wurde im fünften Anlauf in das Amt des Bürgermeisters berufen.

Politik als Bürgermeister und kommunale Projekte

Datei:Karl Lueger um 1900.jpg
Karl Lueger mit Bürgermeisterkette (Alois Delug um 1900)

Lueger war von 1897 bis 1910 Wiener Bürgermeister. Gemeinsam mit seinen Gefolgsleuten etablierte er ein effizientes kommunales Machtsystem, das stark auf Ämterpatronage beruhte.

In seine Zeit als Bürgermeister fallen wesentliche Reformen und Bauvorhaben der Stadtverwaltung, mit denen Wien auf seine geplante Funktion als europäische Metropole von etwa vier Millionen Einwohnern vorbereitet werden sollte. Seine Amtszeit ist gekennzeichnet durch zahlreiche kommunale Großprojekte, etwa die II. Wiener Hochquellenwasserleitung, der Kommunalisierung der Gas- und Elektrizitätsversorgung und der Straßenbahnen, sowie der Gründung der Zentralsparkasse, des Versorgungsheims Lainz und dem Psychiatrischen Krankenhaus am Steinhof.

Lueger hatte seine Wahlerfolge einem ungleichen Kurien- und Zensuswahlrecht zu verdanken. 1907 wurden die ersten Reichsratswahlen mit allgemeinem gleichen Männer-Wahlrecht abgehalten.<ref>Die “Fünfguldenmänner” und Eine fünfte Kurie, dann das allgemeine Wahlrecht für Männer auf parlament.gv.at, abgerufen am 30. November 2014.</ref> Auf Wiener Gemeindeebene nachvollzogen hätte dies das Ende der Dominanz der Christlichsozialen im Wiener Gemeinderat bedeutet. Aus diesem Grund verzögerten Lueger und seine Nachfolger eine entsprechende kommunale Wahlreform bis zum Ende der Donaumonarchie. Noch vor dem Ersten Weltkrieg errang die von Lueger stets erbittert bekämpfte Sozialdemokratie die absolute Mehrheit der Stimmen in Wien, blieb aber aus Gründen des Wahlrechts bis 1919 von der kommunalen Regierungsverantwortung ausgeschlossen.

Krankheit, Tod und Begräbnis

Datei:Simmering (Wien) - Luegerkirche (1).JPG
Wien, Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus (Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche)

Lueger verstarb im Amt an den Folgen seiner Zuckerkrankheit. Hunderttausende nahmen an dem Trauerzug teil. Lueger liegt in der Kirchengruft 6, der sogenannten „Bürgermeistergruft“, der in seiner Amtszeit geplanten Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche (heute Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus) auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben. Die Popularität seiner Bewegung ging nach seinem Tod erheblich zurück.

Antisemitismus als Programm

Datei:Schandmahl Lueger Wien Sept 2020 2.jpg
Rote Graffiti „Schande“ auf dem Denkmal am Dr.-Karl-Lueger-Platz in Anspielung auf die antisemitische Haltung Luegers, Sept. 2020

Lueger bekannte sich ab 1887 öffentlich zum Antisemitismus und tat sich häufig mit einer rabiaten antisemitischen Rhetorik hervor. Im gleichen Jahr unterstützte er Georg von Schönerers Bemühungen zur Beschränkung der jüdischen Zuwanderung.<ref name="wenninger">Florian Wenninger: Luegers Erbe. Abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref> Er setzte sich dafür ein, die Emanzipation von 1867 rückgängig zu machen und forderte „zwischen allen arisch-christlichen Nationen eine Verständigung herbeizuführen, um im Reichsrate eine Majorität zustande zu bringen, damit Gesetze zur Aufhebung der Gleichberechtigung der Juden, zu Konfiskation der Judengüter und Austreibung der Juden zustande kommen.“<ref name="hamann">Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper, München 1998 (licra.at).</ref> Während seiner Amtszeit setzte er einen Beförderungsstopp für jüdische Beamte durch und rief zum Boykott jüdischer Geschäfte auf.<ref name="schwarz">Werner Michael Schwarz, Peter Stuiber: Karl Lueger als Populist und Antisemit. In: Wien Museum Magazin. 6. Februar 2022, abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref><ref>John W. Boyer: Karl Lueger (1844–1910). Christlichsoziale Politik als Beruf. In: Christian Brünner, Wolfgang Mantl, Manfried Welan (Hrsg.): Studien zu Politik und Verwaltung. Band 93. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78366-4, S. 170 f.</ref>

Luegers antisemitische Rhetorik schreckte auch vor Morddrohungen nicht zurück. So sagte er der Antisemitismus werde erst zugrunde gehen „wenn der letzte Jude zugrunde gegangen ist“ und drohte: „Wir in Wien sind Antisemiten, aber zu Mord und Totschlag sind wir gewiss nicht geschaffen. Wenn aber die Juden unser Vaterland bedrohen sollten, dann werden auch wir keine Gnade kennen.“<ref name="schuberth">Richard Schuberth: Warum Lueger fallen muss. In: Merkur. Nr. 888 (licra.at).</ref><ref name="schwarz" /> Bei einer Rede eines Gegners von Luegers antisemitischer Politik, der an den Ausspruch Luegers erinnerte, dass es ihm gleichgültig sei „ob man die Juden henkt oder schießt“, korrigierte Lueger mit einem Zwischenruf: „Köpft, habe ich gesagt!“<ref name="hamann" /> Zu anderer Gelegenheit spekulierte Lueger, dass bei einer kommenden Revolution nicht arme Mönche erschossen werden würden, sondern, dass es „anderen Personen unangenehm würde“, wenn eine solche Revolution ausbräche.<ref name="hamann" /> Dabei unterstellte er Juden „fanatischen Hass“, „unersättliche Rachsucht“ und sagte mit Blick auf die Juden: „Da sind Wölfe, Löwen, Panther, Leoparden, Tiger Menschen, gegenüber diesen Raubtieren in Menschengestalt.“<ref name="hamann" />

Lueger verbreitete die Ritualmordlegende: „Es kommt vor dass die Juden Blut entgegen ihrem Verbote gebraucht, beziehungsweise sich mit Blut befleckt haben. Was früher geschah, kann das auch nicht jetzt geschehen?“<ref name="schuberth" />, warf der katholischen Kirche vor, sich gegenüber dem „Gottesmördervolk“ zu zahm zu verhalten und fordert sie auf, das christliche Volk „von den schmachvollen Fesseln der Judenknechtschaft“ zu befreien.<ref name="hamann" /> Weiters sagte er: „Wir wehren uns dagegen, daß die Christen unterdrückt werden und an die Stelle des alten christlichen Reiches Österreich ein neues Palästina tritt“ und agitierte mit der Parole „Groß-Wien darf nicht Groß-Jerusalem werden“.<ref name="hamann" />

Lueger bediente Verschwörungstheorien von jüdischer Macht und jüdischem Einfluss, hetzte gegen „Geldjuden“, „Börsejuden“ aber auch gegen „Betteljuden“, und verunglimpfte die Presse als „Pressejuden“ und „Tintenjuden“. Er sagte: „Der Einfluß auf die Massen ist bei uns in den Händen der Juden, der größte Theil der Presse ist in ihren Händen, der weitaus größte Theil des Capitals und speciell des Großkapitals ist in Judenhänden und die Juden üben hier einen Terrorismus aus, wie er ärger nicht gedacht werden kann. Es handelt sich uns darum in Österreich vor allem um die Befreiung des christlichen Volkes aus der Vorherrschaft des Judenthums.“ Überhaupt identifizierte Lueger alles was ihm nicht gefiel mit „den Juden“, darunter die moderne Kunst, die Frauenemanzipation und die Sozialdemokratie.

1901 zeigte der Advokat und Schriftsteller Adolf von Ofenheim Lueger wegen antisemitischer Äußerungen an.<ref>Lueger und der Antisemitismus, www.wienbibliothek-digital.at, abgerufen am 22. September 2020.</ref>

Rezeption

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Zu Lebzeiten

Datei:Wilhelm Gause Ball der Stadt Wien 1904.jpg
Ball im Wiener Rathaus mit Bürgermeister Karl Lueger (Gemälde von Wilhelm Gause, 1904)

Karl Lueger selbst betrieb schon zu Lebzeiten, als eine der signifikantesten politischen Figuren in der Zeit der Entstehung der Massenparteien, Legendenbildung und einen Kult um seine Person, der damals innovativ war.

Von Lueger gibt es zahlreiche Porträts, etwa von Wilhelm Gause, es gab auch Ansichtskarten, Karikaturen, Reliefs und vieles mehr. Sein Name und sein Konterfei wurden auch über Pfeifen, Spazierstöcke, Gläser und Münzen in der Bevölkerung verbreitet. Hüte wurden als „Lueger-Hüte“ vermarktet und Brot wurde als „Lueger-Brot“ verkauft.<ref>Anna Jungmayr: Personenkult um Karl Lueger. Propaganda im 3/4-Takt. 24. November 2022, abgerufen am 25. Februar 2025.</ref> Lueger wurde sogar auf Altarbildern verewigt, meist vom Maler Hans Zatzka, dessen Bruder Ludwig Zatzka Stadtbaumeister im Kabinett Luegers war, etwa in den Kirchen in Lainz und in Hietzing. Die Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche (Karl-Borromäus-Kirche) am Wiener Zentralfriedhof wurde 1908–1911 von Max Hegele erbaut. Auf der Wandmalerei Das jüngste Gericht (auch von Hans Zatzka) ist Lueger im Totenhemd dargestellt. Für Lueger, der auch „Herrgott von Wien“ genannt wurde, verbreiteten Flugblätter 1896 ein Glaubensbekenntnis, das mit den Worten Ich glaube an Dr. Lueger, Schöpfer des christlichen Wiens beginnt, und ein Lueger-Vaterunser: Vater Lueger, der du wohnst in Wien, gelobet sei dein Name, beschütze unser christliches Volk (...) sondern erlöse uns von dem Juden-Übel. Amen.<ref name="buch-iJNlObrtF_cC-123">Eva Philippoff: Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Ein politisches Lesebuch. Presses Universitaires du Septentrion, 2002, ISBN 2-85939-739-6. Seite 123 eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.</ref>

Lueger blieb unverheiratet, galt aber nicht zuletzt deswegen – seiner anti-feministischen Haltung zum Trotz – als Schwarm vieler Frauen. Die Illusion der „Verfügbarkeit“, kultivierte Lueger auch durch die Geheimhaltung seiner romantischen Beziehungen. Bei Wahlkampfveranstaltungen wurden sogenannte „Lueger-Teller“ als Unterlage für Würstel mit Senf ausgeteilt, die dem Esser durch das Porträt Luegers nach dem Verzehr am Teller anzeigten, wem sie das Essen verdankten. Es wurden mehrere<ref>Ablehnung und Verehrung. In: Wienbibliothek im Rathaus. Abgerufen am 25. November 2022.</ref><ref name="buch-IjNQndO0iFgC-170">Burgenländisches Volksliedwerk: Die Sammlung. Böhlau Verlag, Wien 2005, ISBN 978-3-205-77265-1, S. 170 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Lueger-Märsche komponiert und zu Lueger-Feiern aufgeführt. Lueger war schon zu Lebzeiten das Sujet literarischer Werke, etwa von Andreas Eckhart und Karl Conte Scapinelli.<ref>Harald D. Gröller: Die vielen Facetten des Personenkults um Karl Lueger.</ref>

Luegers Name prägte und prägt auch den öffentlichen Raum in Wien, etwa durch Denkmäler und Büsten sowie zahlreiche Tafeln an Gebäuden mit der Inschrift „Errichtet unter Bürgermeister Karl Lueger“. 1907 erfolgte Umbenennung des Rathausplatzes in Karl-Lueger-Platz.

Édouard Drumont, einer der Väter des modernen Antisemitismus als Welterklärungsmodell und einer der Hauptvertreter des Antisemitismus in Frankreich, führte Lueger als Impulsgeber an.

1910 bis 1933

Der Nimbus und die Popularität des „schönen Karl“, auch nach seinem Tod, spiegeln sich beispielhaft im so genannten „Lueger-Lied“ wider („Der Doktor Lueger hat mir einmal die Hand gereicht“), einem Chanson aus der Operette „Essig und Öl“ von Robert Katscher (1932), das in der Interpretation von Hans Moser berühmt wurde. Bezeichnenderweise wird der Sänger, ein alter Lebensmittelhändler (Greißler), dabei vom Bürgermeister als „Steuerträger“ angesprochen, zählt also zu den vom Zensuswahlrecht Privilegierten.

1926 wurde auf dem dafür so benannten Dr.-Karl-Lueger-Platz das von tausenden privaten Spendern<ref>Franz Schausberger, Hannes Schönner: Gastkommentar: Wohin mit Karl Lueger und seinem Platz? In: tagblatt-wienerzeitung.at. 21. April 2021, abgerufen am 2. März 2026.</ref> finanzierte Lueger-Denkmal von Josef Müllner aufgestellt.

Im Austrofaschismus

Münze mit Kopf Luegers in der Profilansicht und Text: „Bürgermeister Dr. Karl Lueger 1844 - 1910“
2-Schilling-Münze von 1935

Karl Lueger war eine wichtige Identifikationsfigur für die Austrofaschisten. In den Jahren 1933 bis 1938 fanden am Lueger-Ehrenmal sowohl zu seinem Geburts- als auch zu seinem Todestag festliche Kranzniederlegungen statt sowie Festgottesdienste in der Votivkirche im Beisein von Regierungsmitgliedern.<ref>Elisabeth Heimann: Inszenierungsstrategien eines modernen Populisten. In: Zeitgeschichte. 44. Jahrgang, Band 5. Studienverlag, Innsbruck, S. 310.</ref>

Das Mammutdrama „Lueger, der große Österreicher“ von Hans Naderer wurde 1934 als am Wiener Volkstheater aufgeführt und auf Wunsch von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und Kardinal Innitzer in einer groß angelegten Werbekampagne propagiert.

Ebenfalls 1934 wurde der Abschnitt der Wiener Ringstraße zwischen Stadiongasse und Schottengasse in von der Ring des 12. November in Dr.-Karl-Lueger-Ring umbenannt. 1935 wurde eine Doppelschillingmünze mit dem Porträt Luegers ausgegeben. 1936 wurde an seinem Geburtshaus eine Gedenktafel angebracht. 1938 eröffnete eine Lueger-Ausstellung im Rathaus.<ref>Anna Jungmayr: Propaganda im 3/4-Takt. In: Wien Museum Magazin. 24. November 2022, abgerufen am 25. November 2022.</ref>

Im Nationalsozialismus

Datei:Tafel Lueger TU Wien DSC 6733w.jpg
Ehemalige Gedenktafel an der Geburtsstätte von Karl Lueger. Ansicht aus dem Jahr 2014. Bei Renovierungsarbeiten im Herbst 2015 versehentlich übermalt<ref>Lueger-Tafel versehentlich übermalt. ORF, 15. Januar 2016, abgerufen am 11. August 2018.</ref>

Karl Lueger war für Adolf Hitler eine prägende Figur. Er gilt neben Karl Hermann Wolf und Georg von Schönerer als einer der Politiker, von denen sich der junge Hitler das politische Handwerk abgeschaut hat.<ref>Brigitte Hamann: Hitlers Wien. München 1998, S. 496 f.</ref> In seinen Wiener Jahren beobachtete Hitler Lueger und nahm sich insbesondere seine Demagogie zum Vorbild, während Luegers Antisemitismus ihm nicht weit genug ging. Auch Luegers Einbindung der mächtigen Institution der Kirche, die mehr auf Darstellung und Projektion beruhte als auf Glauben, beschäftigte den Atheisten Hitler.

Hitler selbst schrieb über Lueger:

„Jedenfalls lernte ich langsam den Mann und die Bewegung kennen, die damals Wiens Schicksal bestimmten: Dr. Karl Lueger und die christlich-soziale Partei. Als ich nach Wien kam, stand ich beiden feindselig gegenüber. Der Mann und die Bewegung galten in meinen Augen als ‚reaktionär‘. Das gewöhnliche Gerechtigkeitsgefühl aber mußte dieses Urteil in eben dem Maße abändern, in dem ich Gelegenheit erhielt, Mann und Werk kennenzulernen; und langsam wuchs die gerechte Beurteilung zur unverhohlenen Bewunderung. Heute sehe ich in dem Manne mehr noch als früher den gewaltigsten deutschen Bürgermeister aller Zeiten.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Adolf Hitler: Mein Kampf. S. 54–65.

1943 wurde der in den Wiener Rosenhügelstudios gedrehte NS-Propagandafilm „Wien 1910“<ref>Online im Internet Archive in eher schlechter Qualität.</ref> (Karl Lueger, Bürgermeister von Wien) unter der Regie von E. W. Emo mit Rudolf Forster (Lueger), Heinrich George (Georg Ritter von Schönerer), Rosa Albach-Retty, Lil Dagover und O. W. Fischer uraufgeführt, in der Lueger als Hitler-Vorläufer verklärt wird. Eine Wiederaufführung des Films in den 1970er Jahren im Wiener Bellaria-Kino führte zu heftigen Protesten.

1944 brachten die Nationalsozialisten an der TU-Wien eine Gedenktafel für Karl Lueger an.

Heinrich Mann urteilte in seinen Memoiren: „Der Antisemitismus, dieser steckengebliebene Sozialismus des ‚dummen Kerls von Wien‘, wie man zur Zeit des Bürgermeisters Lueger sagte, ist endlich doch die ganze – die ganze – geistige Grundlage einer versuchten Welteroberung geworden.“

Nach 1945

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts genoss Karl Lueger zwar nicht mehr den Kultstatus, den er im Austrofaschismus und im NS-Regime innehatte, doch zeigt beispielsweise die Benennung der Dr.-Karl-Lueger-Brücke in Wien, dass seine Person und seine öffentlichen Ehrungen, beziehungsweise die von ihm vertretenen Anschauungen, nicht problematisiert wurden. Das änderte sich ab dem Jahr 2000, angestoßen durch Eric Kandel. 2012 wurde der nach Lueger benannte Ring-Abschnitt in Universitätsring umbenannt. 2009 veranstaltete die Universität für Angewandte Kunst Wien einen inoffiziellen Wettbewerb um Ideen für die Umgestaltung des Lueger-Ehrenmals zu sammeln. Seither werden die Stimmen für eine Entfernung des Ehrenmals vom Dr.-Karl-Lueger-Platz und eine Umbenennung des Platzes immer lauter.

Ehrungen

Datei:Dr. Karl Lueger-Denkmal Stubentor.JPG
Lueger-Ehrenmal auf dem Dr.-Karl-Lueger-Platz, Wien
Weiße Marmorbüste Luegers. Goldene Sockelinschrift „Dr KARL LUEGER“
Lueger-Denkmal auf dem Gelände des Krankenhaus Lainz, Wien
Weiße Marmorbüste Luegers. Goldene Sockelinschrift „Dr Karl Lueger / Bürgermeister der Stadt Wien von 1897 bis 1910 / Jeder Schlag seines Herzens gehörte seiner geliebten Vaterstadt, seinem geliebten Vaterlande.“
Lueger-Denkmal auf dem Cobenzl, Wien
Obelisk mit vergoldeter Spitze. Auf dem Obelisk prangt ein vergoldetes Wappen der Stadt Wien in einem Lorbeerkranz. Auf dem Sockel eine Tafel mit goldener Schrift: „Die Gartenanlagen auf dem Gürtel zwischen Nussdorferstrasse und dem Wienflusse wurden unter Bürgermeister Dr Karl Lueger nach dem Antrage des Stadtrates Karl Schreiner in den Jahren 1898 bis 1960 ausgeführt.“ Name und Titel Luegers sind größer gesetzt als der Rest der Schrift.
Leuchtobelisk am Mariahilfer Gürtel, Wien

Orden

Ehrungen

  • k.k. Geheimer Rat und Titel Exzellenz<ref name="Bürgermeister-Almanach" /> (verliehen 1908)
  • Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice<ref name="Bürgermeister-Almanach" />
  • Karl I.-Jubiläums-Medaille<ref name="Bürgermeister-Almanach" />
  • Ehrenbürgerschaft von Wien<ref name="Bürgermeister-Almanach" /> (verliehen 1900)
  • Ehrenbürgerschaft von Bukarest<ref>Lueger, Karl. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Abgerufen am 23. November 2022.</ref>
  • Ehrenbürgerschaft von Neustadtl (verliehen 1909)<ref>Luegerkapelle. Abgerufen am 20. Oktober 2022.</ref>
  • Ehrenmitgliedschaft KaV Norica Wien (verliehen 1900)<ref name="oecv">Bgm. Reichsrats-Abg. LAbg. RA Dr. Karl Lueger. Abgerufen am 20. Oktober 2022.</ref>
  • Ehrenmitgliedschaft KÖStV Rudolfina Wien<ref name="oecv" />
  • Ehrenmitgliedschaft AV Austria Innsbruck (verliehen 1907)<ref name="oecv" />
  • Ehrenmitgliedschaft KaV Marco-Danubia Wien<ref name="oecv" />

Denkmäler

  • Wien: Leuchtobelisk am Mariahilfer Gürtel (errichtet 1906)
  • Wien: Lueger-Denkmal auf dem Gelände des Krankenhaus Lainz (errichtet 1906)
  • Wien: Lueger-Herme am Cobenzl (errichtet 1915) mit der Widmung: „Dr Karl Lueger Bürgermeister der Stadt Wien von 1897 bis 1910 // Jeder Schlag seines Herzens gehörte seiner geliebten Vaterstadt, seinem geliebten Vaterlande // Errichtet von dankbaren Bürgern im Jahre 1915“
  • Wien: Lueger-Ehrenmal am Dr.-Karl-Lueger-Platz (errichtet 1926)

Bauten

  • Wien: Lueger-Hof (benannt 1896)
  • Wien: Luegerbrunnen am Siebenbrunnenplatz (errichtet 1904) mit der Widmung: „Errichtet anlässlich der Vollendung des 60. Lebensjahres des verdienstvollen Bürgermeisters Dr. Karl. Lueger“
  • Wien: Karl-Borromäus-Brunnen (errichtet 1904–1909) mit der Widmung: „Der Bezirk Landstrasse dem grossen Volksbürgermeister Dr. Karl Lueger // Errichtet an dessen politischer Wiegestätte zur bleibenden Erinnerung an seinem 60. Geburtstag, den 24. Oct. 1904 // Unvergänglich ist sein Ruhm unvergleichlich die Fülle seiner Liebe zu seiner Vaterstadt“
  • Rovinj: Dr. Karl Lueger Warte (errichtet 1908)
  • Wien: Rolandbrunnen (errichtet 1913)
  • Neustadtl: Lueger-Kapelle (errichtet 1938)

Gedenktafeln

  • Wien: Gedenktafel Ort Luegers letzter öffentlicher Rede, Penzinger Straße 72 (errichtet 1911) mit der Widmung „In diesem Hause sprach der grosse Volksbürgermeister Excellenz Dr. Karl Lueger am 18. Oct. 1909 zum letzten Male in einer öffentl. Wählerversammlung“
  • Wien: Gedenktafel Lueger-Wohnhaus, Hamburgerstraße 9 (errichtet 1936) mit der Widmung: In diesem Hause wohnte Dr. Karl Lueger in den Jahren 1892–1897 als der Plan zur Erbauung der Städtischen Gaswerke ausgearbeitet und mit seiner Durchführung begonnen wurde // Die Gemeinde Wien, Städtische Gaswerke"
  • Wien: Gedenktafel Lueger-Geburtshaus, Karlsplatz 13, am westlichen Teil des Haupthauses der Technischen Universität, (errichtet 1944) mit der Widmung: „In diesem Gebäude der technischen Hochschule wurde am 24. Oktober 1844 Wiens grosser Bürgermeister Dr. Karl Lueger als Sohn eines Aufsehers am technologischen Kabinett geboren // Wien, im Oktober 1944“

Flächen

Münzen

Entzogene Ehrungen

  • Wien: Dr.-Karl-Lueger-Platz (1907–1926), heute Rathausplatz, wurde im Zuge der Benennung des heutigen Dr.-Karl-Lueger-Platzes rückbenannt
  • Wien: Dr. Karl Lueger-Gedächtniskirche (1910–2000) seither offiziell „Zum Heiligen Karl Borromäus“, volkstümlich weiterhin als „Luegerkirche“ bekannt; die Lueger im Totenhemd darstellende Wandmalerei „Das jüngste Gericht“ von Hans Zatzka besteht weiterhin
  • Wien: Dr.-Karl-Lueger-Ring (1934–2012); heute Universitätsring
  • Wien: Dr. Karl-Lueger-Brücke (errichtet 1955, umbenannt 2025); heute Hannelore-Burger-Brücke<ref>Lueger-Ehrenmal: Ein Monument der gescheiterten Entnazifizierung. In: derstandard.at. 5. Februar 2026, abgerufen am 9. März 2026.</ref>
  • Graz: Doktor-Karl-Lueger-Straße (bis 2026); heute Maria-Matzner-Straße<ref>Stadt Graz benennt Lueger-Straße um. In: ORF.at. 5. März 2026, abgerufen am 9. März 2026.</ref>

Literatur

  • Helmut Andics: Luegerzeit. Das schwarze Wien bis 1918. Jugend und Volk, Wien 1984, ISBN 3-7141-6542-8.
  • John W. Boyer: Karl Lueger (1844–1910). Christlichsoziale Politik als Beruf. Böhlau, Wien 2010, ISBN 978-3-205-78366-4.
  • John W. Boyer: Political Radicalism in the Late Imperial Vienna. Origins of the Christian-Social Movement 1848–1897. Chicago 1981; ND Chicago 1995.
  • Felix Czeike: Liberale, christlichsoziale und sozialdemokratische Kommunalpolitik (1861–1934). Wien 1962
  • Anna Ehrlich: Karl Lueger – Die zwei Gesichter der Macht. Amalthea, Wien 2010, ISBN 978-3-85002-700-7.
  • Walter Goldinger: Lueger, Karl. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 15. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Brigitte Hamann: Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators. Piper, München 1996, ISBN 3-492-03598-1 (licra.at – Kapitel zu Lueger online).
  • Johannes Hawlik: Der Bürgerkaiser. Karl Lueger und seine Zeit. Herold, Wien 1985, ISBN 3-7008-0286-2
  • Chris O’Neill: Karl Lueger and the Reichspost. Construction of a Cult of Personality. In: Australian Journal of Politics and History. Band 68 (2022), Heft 3, S. 337–358 (online).
  • Anton Pelinka: Karl Lueger – Mythos und Gegenmythos. In: Demokratie und Geschichte. Jahrbuch des Karl-von-Vogelsang-Instituts zur Erforschung der Geschichte der christlichen Demokratie in Österreich. 13/14 (2010) 1, S. 45–48.
  • Felix Salten: Lueger, in: Das österreichische Antlitz. Essays. S. Fischer Verlag, 2. Auflage, Berlin 1910, S. 127–142 (archive.org).
  • Karl Schwarz: Karl Lueger. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 5, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3, Sp. 394–396.
  • Kurt Skalnik: Dr. Karl Lueger. Der Mann zwischen den Zeiten. Herold, Wien 1954.
  • Rudolf Spitzer: Des Bürgermeisters Lueger Lumpen und Steuerträger. Wien 1988.
  • Robert S. Wistrich: Karl Lueger and the Ambiguities of Viennese Antisemitism. In: Jewish Social Studies. (45) 1983, S. 251–262-

Weblinks

Einzelnachweise

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