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Effolderbach

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Effolderbach
Stadt Ortenberg
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(498)&title=Effolderbach 50° 20′ N, 9° 1′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(498) 50° 20′ 29″ N, 9° 0′ 34″ O
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Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 3,39 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 498 (2022)<ref name="EW2022">Wetteraukreis: Bevölkerung: Einwohner/-innen nach Ortschaften. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. August 2023; abgerufen im Mai 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 63683
Vorwahl: 06041
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Effolderbach ist ein Stadtteil von Ortenberg im südhessischen Wetteraukreis.

Geografische Lage

Effolderbach liegt 3,5 km südwestlich des Ortskerns von Ortenberg und 7,5 km südlich von Nidda. Der Ort liegt auf 129 m ü. NHN am Rand des westlichen Vogelsberges auf der rechten Seite der Nidder, unterhalb des Höhenzuges der „Hale“. Sicher vor Hochwasser befindet sich der Ortskern in 5 bis 30 Metern über den Auwiesen. Teils mehrere Meter mächtige Lössböden machen die Landwirtschaft sehr ertragreich. Angeweht wurde der Löss von verwitternden Hängen des vulkanisch entstandenen Vogelsbergs.

Geschichte

Datei:Ortenberg Effolderbach Schulhaus 0609.jpg
Alte Schule
Datei:Ortenberg Effolderbach 0607-08.jpg
Die Kirche

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Effolderbach erfolgte im Jahr 1034 unter dem Namen Affalterbahc.<ref>Monumenta Germaniae Historica DD 4, S. 275, S. 204.</ref> Der Ort gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde. 1601 kam es zu einer Realteilung dieses Kondominats.

Das Dorf selbst blieb aber ein Kondominat: 1787 gehörte es zu 2/6 der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und war dort dem Fürstentum Oberhessen, Amt Lißberg zugeordnet. 1/6 gehörte der Grafschaft Isenburg-Büdingen, Amt Büdingen, Gericht Düdelsheim, 3/6 dem Fürstentum Stolberg-Gedern, wo es der Grafschaft Königstein und deren Amt Gedern zugeordnet war. 1806 fiel der stolbergische Anteil und 1816 auch der Isenburger Anteil, letzterer durch Beschluss des Wiener Kongresses, an Hessen-Darmstadt, das inzwischen zum Großherzogtum Hessen avanciert worden war. Hier gehörte Effolderbach zu 1/3 zum großherzoglichen Dominalamt Ortenberg, zu 1/3 zum standesherrlichen Amt Gedern und zu 1/3 zum Amt Mockstadt. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, in den auch alle Teile des ehemaligen Amtes Ortenberg verschmolzen und der ab 1832 Kreis Nidda hieß.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Effolderbach:

„Effolderbach (L. Bez. Nidda) evangel. Filialdorf; liegt 2 St. von Nidda an der Nidder, hat 68 Häuser und 400 Einw., die außer 2 Kath. evangelisch sind, und unter denen 36 Bauern, 12 Bauern und Handwerker 24 Handwerker und 9 Taglöhner sind. Der Ort hat eine Kirche und die Einwohner beschäftigen sich, außer mit Ackerbau, stark mit dem Mästen von Hämmeln, mit Leineweberei und dem ZwetschenDörren und Handel. – Dieses Dorf besaß Hessen schon früher mit Stollberg-Gedern und Isenburg-Büdingen in Gemeinschaft. Im Jahr 1806 kam der Stollberg-Gedernsche, nunmehr Stollberg-Wernigerodische Antheil, und 1816 der Isenburg-Büdingen’sche Antheil unter Hess. Hoheit.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kamen die Gebiete des ehemaligen Amtes Ortenberg zum Landkreis Büdingen, der mit der Gebietsreform in Hessen 1972 im Wetteraukreis aufging.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Die bis dahin selbständige Gemeinde Effolderbach wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die im gleichen Jahr erweiterte Stadt Ortenberg eingemeindet.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 35 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für Effolderbach wurde, wie für die übrigen Stadtteile von Ortenberg, ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 119 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, abgerufen im Dezember 2020.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Effolderbach angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Kirchliche Zugehörigkeit

Der Ort gehörte vor der Reformation zur Diözese Mainz und dort zum Kirchspiel des Klosters Konradsdorf. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat des Propstes des Klosters Ilbenstadt.

Im Zuge der Reformation schlossen sich alle Landesherren des Ortenberger Kondominats der Reformation an, die damit auch Effolderbach Einzug hielt.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Effolderbach 507 Einwohner. Darunter waren 12 (2,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 69 Einwohner unter 18 Jahren, 180 zwischen 18 und 49, 144 zwischen 50 und 64 und 111 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 231 Haushalten. Davon waren 66 Singlehaushalte, 60 Paare ohne Kinder und 69 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 147 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung
• 1791: 92 hessische Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 97 hessische Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 139 hessische Einwohner, 23 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 400 Einwohner, 68 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 322 Einwohner, 63 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 313 Einwohner, 59 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Effolderbach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2022
Jahr  Einwohner
1829
  
400
1834
  
382
1840
  
403
1846
  
391
1852
  
352
1858
  
365
1864
  
352
1871
  
355
1875
  
343
1885
  
351
1895
  
363
1905
  
356
1910
  
358
1925
  
395
1939
  
358
1946
  
542
1950
  
501
1956
  
470
1961
  
480
1967
  
476
1970
  
469
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2008
  
526
2010
  
524
2011
  
507
2014
  
534
2018
  
518
2022
  
498
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Stadt Ortenberg:<ref name="EW14" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; 2022<ref name="EW2022" />
Historische Religionszugehörigkeit
• 1961: 419 evangelische (= 87,29 %), 59 katholische (= 12,29 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Effolderbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Effolderbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 61,44 %. Alle Kandidaten gehörten der „Kandidatenliste Effolderbach“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Effolderbach. In: Votemanager. Stadt Ortenberg, abgerufen im Mai 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Markus Bäckel zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Effolderbach. In: Ratsinfosystem. Stadt Ortenberg, abgerufen im Mai 2024.</ref>

Kulturdenkmäler

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Effolderbach

Verkehr

Durch Effolderbach führt die Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen (Lahn-Kinzig-Bahn) und hat dort einen Haltepunkt.

Datei:Effolderbach Germany Train station.jpg
Haltepunkt Effolderbach

Nördlich am Ortsrand führt die Bundesstraße 275 vorbei.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum = Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16 (1937). ND 1984, S. 48.
  • Hans Philippi: Territorialgeschichte der Grafschaft Büdingen. 1954, S. 145–146.
  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 78.
  • Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis II. Stuttgart 1999, S. 396–400.

Weblinks

Commons: Effolderbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Effolderbach, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 203 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 226 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 274 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 181 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="EW14">Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Dezember 2019; abgerufen im Dezember 2020. </ref> <ref name="DF">Einwohnerzahlen. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. April 2020; abgerufen im Dezember 2020. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 54 und 108, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;. </ref> </references>

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