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Manner

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Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Manner logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000728209
Gründung 1. März 1890
23. Okt. 1913 (als AG)<ref name="Manner-FN40643w-firmenabc" />
Sitz Wien
Leitung
  • Dieter Messner (CEO)<ref name="LebensmittelPraxis-20250314" /><ref>Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (40643w). Veröffentlichung im Firmenbuch. In: evi.gv.at. 12. September 2025, abgerufen am 30. März 2026 (Funktion eingetragen: „Vorstand Mag. Dieter Messner neu eingetragen, vertritt seit 01.09.2025 gemeinsam mit einem weiteren Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen Position: Vorsitzender“).</ref>
Mitarbeiterzahl 826 (2025, durchschnittlich)<ref name="Manner-Konzernabschluss">Konzernabschluss zum 31. Dezember 2025. Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (40643w). In: evi.gv.at. 23. April 2026, abgerufen am 23. April 2026 (Direktlink: PDF; 690 KB).</ref>
Umsatz 304 Mio. € (2025)<ref name="Manner-Konzernabschluss" />
Branche Süßwaren
Website www.manner.com
Stand: 31. Dezember 2025
Datei:Josef manner.jpg
Begründer Josef Manner
Datei:Mannerwerk-ottakring-wien-viennaphoto at.jpg
Manner-Werk in Wien-Hernals (17.), Wilhelminenstraße 6 (2007)

Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft<ref>Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (FN 40643w). Firmenbuchdaten. In: Elektronische Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI). Abgerufen am 2. März 2026.</ref> (kurz: Manner AG) ist eine traditionsreiche Wiener Süßwarenfabrik. Das bekannteste Produkt des Unternehmens ist die „Manner-Schnitte“ (Waffel-Schnitten mit Haselnusscreme-Füllung).

Organisation

Aktiengesellschaft

Die Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (Manner AG) ist an der Wiener Börse zum amtlichen Handel zugelassen, womit die Gesellschaft als börsennotiertes bzw. kapitalmarktorientiertes Unternehmen gilt.<ref name="Manner-Konzernabschluss" /> Hauptaktionäre sind die Privatstiftung Manner (49,41 %) und die Andres Holding Gesellschaft m.b.H. (Hans-Peter und Martina Andres; 24,00 %).<ref name="Manner-FN40643w-firmenabc">Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft (FN 40643w). In: firmenabc.at, abgerufen am 2. März 2026.</ref> Ein großer Teil der Aktien befindet sich direkt oder indirekt im Familienbesitz. Von Familienmitgliedern, die Kleinstanteile halten und am Unternehmen kein Interesse mehr haben, werden deren Aktien von den Mehrheitseigentümern laufend aufgekauft, sodass kein Außenstehender maßgeblicher Miteigentümer werden kann.<ref>Dina Elmani: Interview mit Carl Manner und Otto W. Riedl: Süße Verstrickungen mit Zukunft. In: Format, 29. Oktober 2008: Carl Manner: „… Ich kann natürlich die Firma Manner nicht kaufen, aber ich kaufe Aktien von Familienmitgliedern, die Kleinstanteile halten und nicht am Unternehmen interessiert sind, um den Gesamtbesitz zu erhalten. Mittlerweile haben wir einen größeren Anteil Familienbesitz als zum Zeitpunkt, an dem ich begonnen habe. Obwohl der Einfluss der Familie damals größer war.“</ref>

Leitung

Bis zu seinem Tode 2017 führte Carl Manner in dritter Generation das Unternehmen, er war ab 1970 im Vorstand des Unternehmens und zuletzt Aufsichtsratspräsident.

Im Jahr 2021 wurde Andreas Kutil Vorstandschef, gab jedoch bereits Mitte 2023 sein Ausscheiden mit März 2024 bekannt. Vorübergehend übernahmen Anfang 2024 die beiden Vorstandsmitglieder Sabine Brandl und Scipio Oudkerk als Doppelspitze die bisherigen Aufgaben von Kutil. Mit 1. September 2025 wurde der gebürtige Wiener Dieter Messner vom Manner-Aufsichtsrat zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen und ist erst der zweite CEO in der Firmengeschichte, der nicht aus der Gründerfamilie stammt. Messner verantwortet die Unternehmensbereiche Strategie und Business Development, Personal- und Organisationsentwicklung, Prozessmanagement und Digitalisierung sowie Public Relations und ESG. Er hat Managementerfahrung in verschiedenen Branchen, so war er Berater bei McKinsey, Vorstand von Obi und General Manager von Esprit, zuletzt führte er die Fitnessstudiokette Fitinn.<ref name="LebensmittelPraxis-20250314">Theresa Kalmer: Süßwaren: Manner beruft Dieter Messner zum neuen Vorstandschef. In: Lebensmittel Praxis. 14. März 2025, abgerufen am 30. März 2026.</ref><ref name="DerStandard-20260328">Verena Kainrath: Manner-Chef: „Ich bin nicht gekommen, um die Haselnusscreme zu revolutionieren“. Interview mit Manner-CEO Dieter Messner. In: Der Standard. 28. März 2026, abgerufen am 30. März 2026: „Österreichs Kultschnitten sind vielen Deutschen zu süß, sagt Dieter Messner. Der neue Manner-CEO erzählt vom härtesten Lebensmittelmarkt Europas, von teurer Schokolade und Torschlusspanik bei recyclingfähigen Verpackungen“</ref>

Geschichte

Gründungsjahre

Datei:Chocolade-Josef-Manner-Inserat-1890.jpg
Inserat „Chocolade, Josef Manner“ in der Zeitschrift Wiener Mode (1890)
Datei:At Vienna 2025 264.jpg
Erinnerungstafel an Josef Manners Geschäft im Zwettlhof, Stephansplatz 6 (2025)

Der gelernte Kaufmann Josef Manner betrieb ein kleines Geschäft im sogenannten Zwettlhof am Stephansplatz 6 in Wien, in dem er Schokoladen und Feigenkaffee anbot. Da er mit der Schokoladequalität seiner Zulieferer nicht zufrieden war, erwarb Manner die Konzession und am 1. März 1890 gemeinsam mit seinem Militärkameraden Georg Gschwandtner (der bis 1892 Teilhaber blieb) den Betrieb eines kleinen Schokoladenerzeugers in der heutigen Strobachgasse 7 in Wien-Margareten, erzeugt wurden Schokoladetafeln und Figurenschokolade, später auch von Zuckerwaren und Nougatmassen. Damit war die „Chocoladenfabrik Josef Manner“ gegründet. Bereits ein halbes Jahr später<ref name="Wiengvat-Video-Carl-Manner-2013">Carl Manner (Süßwarenfabrikant). In: wien.gv.at. 12. August 2014, abgerufen am 2. März 2026 (Video-Interview mit Carl Manner; Länge 45 Min. 18 Sek., Produktionsdatum: 2013).</ref> war der Produktionsstandort in Margareten zu klein geworden, Manner übersiedelte mit seinem Betrieb in das Haus seiner Eltern in der Kulmgasse 17 in Wien-Hernals. 1897 hatte das Unternehmen bereits 100 Mitarbeiter.<ref name="Manner-Geschichte-Website-Manner">Die Manner-Geschichte. In: manner.com. Abgerufen am 2. März 2026 (als Slideshow).</ref> Nach und nach dehnte sich Manner als ständig wachsende Fabrik rund um den Standort Kulmgasse aus.<ref name="Manner-WGW">Manner im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien, abgerufen am 2. März 2026.</ref>

1898 gilt als das Erfindungsjahr der berühmten Mannerschnitten: Erstmals in diesem Jahr in einer Preisliste als „Manners Neapolitaner-Schnitten“ aufscheinend, kam das Produkt ursprünglich als „Neapolitaner Schnitten No. 239“ in den Verkauf. In Erinnerung an seinen ersten Standort am Stephansplatz machte Josef Manner den Stephansdom zum Markenzeichen seiner Produkte (siehe unten, Schutzmarke Stephansdom).<ref name="Manner-WGW" />

Josef Manner & Comp.

Am 14. Juni 1897 gründete Josef Manner mit seinem Buchhalter Alfred Teller die Offene Gesellschaft Josef Manner & Comp., eingetragen am 15. Juni im Handelsregister am Handelsgericht Wien. Am 28. August 1900 wurde Teller als offener Gesellschafter gelöscht und an seiner Stelle sein Schwager Johann Riedl eingetragen.<ref>Vollansicht Einzelstück 2.3.3.B75.46.13. Handelsregister Ges 46/13 von 1897 (Direktlink zum Digitalisat der Doppelseite). In: WAIS – Wiener Archivinformationssystem, abgerufen am 2. März 2026.</ref> Mit der Übernahme des halben Anteils des Unternehmens durch Johann Riedl als Companion von Josef Manner wurde der Grundstein einer bis heute bestehenden Zusammenarbeit zwischen den Familien gelegt.<ref name="Wiengvat-Video-Carl-Manner-2013" /> Bis zum Jahre 1913 stieg Josef Manner zum führenden Süßwarenproduzenten Österreich-Ungarns auf, zwischen 1904 und 1913 wurden zwei Fabriksgebäude errichtet,<ref name="Manner-WGW" /> darunter das bis heute noch in Gebrauch stehende Werk in der Wilhelminenstraße in Wien-Hernals.

Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft

Mit Erlass vom 9. Oktober 1913 des Ministerium des Inneren konnte das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Mit den in der konstituierenden Generalversammlung beschlossenen Statuten war die bis heute bestehende „Josef Manner & Comp. Aktiengesellschaft oder abgekürzt Josef Manner & Comp. A. G.“ am 23. Oktober 1913 mit einem Grundkapital in Höhe von sechs Millionen Kronen gegründet, eingetragen am Handelsgericht Wien am 28. November. Als Gründungsvorstandsmitglieder scheinen im Handelsregister unter anderen auf (Datum = Funktion gelöscht): Julius Landesberger, Generalrat der Anglo-Österreichischen Bank (23. Februar 1923); die Industriellen Josef Manner, Johann Riedl (19. November 1929), Johann Georg Riedl, Wilhelm Riedl (8. August 1916) und Karl Manner (17. Juni 1930).<ref name="Handelsreg-JMannerCompAG-1913">Vollansicht Einzelstück 2.3.3.B77.5.149. Handelsregister B 5/149, 28. November 1913 bis 3. Juli 1939, umgeschrieben auf HRB 3619 (Direktlink zum Digitalisat Doppelseite 1 und Doppelseite 2). In: WAIS – Wiener Archivinformationssystem, abgerufen am 2. März 2026.</ref> Laut Unternehmensgeschichte auf der Manner-Website sei die Aktiengesellschaft gleichzeitig mit dem Datum der Gründung am 23. Oktober 1913 an die Börse gegangen.<ref name="Manner-Geschichte-Website-Manner" />

Das Unternehmen wurde sozial fortschrittlich geführt – bereits 1911 gab es einen Betriebsarzt und eine Werksküche. Für die Arbeiter wurden Wohnhäuser errichtet und alle Mitarbeiter erhielten, maximal vier Wochen, einen bezahlten Urlaub. Für die Pensionisten existierten Unterstützungseinrichtungen. 1913 zur Umwandlung in die AG waren rund 1.000 Mitarbeiter (laut Manner jedoch schon 3.000<ref name="Manner-Geschichte-Website-Manner" />) beschäftigt, 1914 waren es bereits 3.000.<ref name="Manner-WGW" />

Zwischenkriegszeit

Von den Folgen des Ersten Weltkriegs erholte sich das Unternehmen nur langsam, dennoch konnte sich Manner unter seinem Unternehmensgründer Josef Manner zum größten Süßwarenhersteller Österreichs hocharbeiten.<ref name="Manner-WGW" /> Ab März 1922 befand sich die Aktienmehrheit des Unternehmens im Besitz der Anglo-Österreichischen Bank (siehe oberhalb, AÖB-Generalrat Landesberger als Manner-Vorstandsmitglied bis 1923).<ref>Fritz Weber: Vor dem großen Krach: Österreichs Banken in der Zwischenkriegszeit am Beispiel der Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe. Böhlau, Wien 2016, S. 296.</ref> Nach der Währungsumstellung wurde in der Generalversammlung am 25. Juni 1926 die Umwandlung des Aktienkapitals von sechs Millionen Kronen in sechs Millionen Schilling beschlossen, eingetragen im Handelsregister am 28. September.<ref name="Handelsreg-JMannerCompAG-1913" />

Durch die Einschränkungen der Wirtschaftskrise sank in den 1920er Jahren der Mitarbeiterstand von 1.500 auf 800 im Jahr 1937.<ref name="Manner-WGW" /> Das Unternehmen musste infolge der Krise mit Generalversammlungsbeschluss vom 29. April 1935 das Aktienkapital von 6 auf 4,5 Millionen Schilling herabsetzen (eingetragen im Handelsregister am 12. Juli);<ref name="Handelsreg-JMannerCompAG-1913" /> im selben Jahr zog sich der Unternehmensgründer Josef Manner aus dem operativen Geschäft zurück.<ref>Rückzahlungen auf die Aktien der Josef Manner & Co-A. G.. In: Der Wiener Tag, 12. April 1935, S. 10, rechte Spalte Mitte (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/tag</ref><ref>Vorlage:Deutsche Biographie/core</ref>

Zweiter Weltkrieg

Manner profitierte während der Zeit des Nationalsozialismus von Wehrmachtsaufträgen, der „Arisierung“ jüdischen Eigentums und der Ausbeutung von Zwangsarbeitern.<ref>Artikel im profil, Nr. 41, 2010, S. 38.</ref> Im Zweiten Weltkrieg konnte trotz aller Einschnitte sogar ein Wachstum verzeichnet werden, das Geschäftsjahr 1939 war „im allgemeinen befriedigend“.<ref>Die Geschäftstätigkeit der Josef Manner & Comp. AG., …. In: Völkischer Beobachter, 17. Mai 1940, S. 5 (in: Aus ostmärkischen Gesellschaften) (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vob</ref> Im Geschäftsjahr 1941 wurde ein Ertrag von 3,3 Millionen Reichsmark erwirtschaftet, eine Dividende von 6 % konnte ausgeschüttet werden.<ref> Für die Schokoladen- und Süßwarenfabrik Josef Manner & Comp. AG., …. In: Völkischer Beobachter, 26. April 1942, S. 5 (in: Kleine Meldungen) (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/vob</ref> Laut Aussage von Carl Manner wurde das Unternehmen als „Armee-Lieferant“ zwangsverpflichtet und stellte für die Truppen der Deutschen Wehrmacht Schokolade und Kekse her, für die Piloten der Luftwaffe wurde die als „Fliegerschokolade“ bekannte Scho-Ka-Kola erzeugt. Zu dieser Zeit war Manner ein kriegswichtiger Betrieb und erhielt bis 1945 Kakaobohnen zugeteilt. Ebenso stand das Unternehmen unter der Führung eines nationalsozialistischen Betriebsleiters, der Sohn des Unternehmensgründers war lediglich als technischer Leiter im Unternehmen tätig. Durch Bombardements entstand nur verhältnismäßig geringer Schaden am Werksgebäude.<ref name="Wiengvat-Video-Carl-Manner-2013" />

Nachkriegszeit

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die noch in der Fabrik gelagerten Zucker- und Kakaovorräte von der russischen Besatzungsmacht requiriert, woraufhin das Unternehmen zwei Jahre lang mit Rohstoffmangel zu kämpfen hatte.<ref name="Wiengvat-Video-Carl-Manner-2013" /> Im Jahre 1947 verstarb der Unternehmensgründer Josef Manner im Alter von 81 Jahren, im September 1953 trat sein Enkel Carl Manner in das Unternehmen ein und erhielt 1959 die Prokura. Erst in den 1950er und 1960er Jahren konnte der Mitarbeiterstand der Vorkriegszeit wieder erreicht werden. 1960 konnte mit der Einführung der Verpackung in Alu-beschichteten Folien mit dem typischen roten Aufreißfaden die aromasichere Versiegelung der mittlerweile berühmten Schnitten eingeführt werden.<ref name="Manner-Geschichte-Website-Manner" /> Dadurch stiegen die Verkäufe wieder an und 1964 konnte erstmals seit 1914 wieder ein Rekordumsatz vermeldet werden. 1966 wurde im oberösterreichischen Perg ein Zweigbetrieb gegründet.<ref name="Manner-WGW" /> Perg war bereits seit Josef Manners Ausbildung zum Kaufmann bei seinem Stiefonkel, dem Perger Kaufmann Karl Reichmann, familiärer Anknüpfungspunkt, auch dadurch, dass Josefs Brüder Rudolf und Karl Ludwig dort ansässig und unternehmerisch tätig wurden.

1970 wurden im Fusionswege der Mitbewerber Napoli und Casali übernommen, wodurch sich das Sortiment wesentlich erweiterte und die Eignerfamilie von Napoli-Casali in das Unternehmen Manner eintrat.<ref name="Manner-Geschichte-Website-Manner" /><ref name="Wiengvat-Video-Carl-Manner-2013" />

Ab den 1990er Jahren

Eine Zusammenarbeit mit Nestlé in Ungarn nach dem Fall des Eisernen Vorhanges scheiterte in den 1990er Jahren.<ref name="Wiengvat-Video-Carl-Manner-2013" />

Im Jahre 2005 sorgte die Ankündigung des österreichischen Bundesdenkmalamts für Aufsehen, das Manner-Gebäude an der Wilhelminenstraße 6 in Wien-Hernals unter Denkmalschutz stellen zu wollen. Die Unternehmensführung entgegnete, dass die Verlegung der Produktionsstätte aus wirtschaftlichen Gründen die Folge wäre, was bei einem Großteil der Wiener Bevölkerung Empörung auslösen werde.

Manner betreibt seit Juni 2004 einen Flagshipstore am Stephansplatz 7 im Erzbischöflichen Palais an der Ecke Rotenturmstraße. Einen Flagshipstore am Flughafen Wien-Schwechat gibt es seit Juni 2006, wie es ebenso einer am Wiener Hauptbahnhof. Mit dem Ziel, den Umsatz in Auslandsmärkten zu steigern, eröffnete Manner eigene Vertriebs-Tochterunternehmen in Slowenien, Tschechien und Deutschland. Im Jahr 2010 errichtete Manner einen Shop mit Café am Residenzplatz in Salzburg. Am 10. Mai 2018 wurde ein Manner-Shop in Graz am Hauptplatz eröffnet, am 19. Juli 2019 auch im Einkaufszentrum Murpark.<ref>Stores & Standorte. In: manner.com. Abgerufen am 2. März 2026.</ref><ref>Martina Maros-Goller: Manner-Shop Eröffnung: Die süßeste Adresse am Hauptplatz (+Fotos). In: Meinbezirk.at, 16. Mai 2018, abgerufen am 2. März 2026.</ref><ref>Presseinformation Manner, Juli 2019.</ref>

Der Gesamtumsatz von Manner lag 2009 bei 155,4 Millionen Euro bei einer Exportquote von ca. 55 %. Damit wurde ein Jahresüberschuss von 4,496 Millionen Euro und ein Bilanzgewinn von 1,89 Millionen Euro erzielt.<ref>Geschäftsbericht 2009: Geschäftsberichte 2003-2012. (ZIP) In: josef.manner.com. Josef Manner & Comp AG, abgerufen am 2. März 2026 (Datei: mannerag_geschaeftsberichte_2003_2012.zip).</ref> Ende 2011 kündigte Manner den Ausbau des Standorts Wien an, wo ab 2015 die Produktion von Waffeln konzentriert werden sollte. Gleichzeitig wurde an Konzepten für die Nachnutzung des Standorts Perg gearbeitet.<ref>Bernhard Leitner: Manner konzentriert Produktion in Wien: Fabrik in Perg vor Schließung. In: OÖNachrichten, 21. Dezember 2011, abgerufen am 2. März 2026.</ref> 2013 wurden etwa 180 Mio. Euro erzielt, ins Werk Wien wurden rund 40 Mio. Euro investiert.<ref>Claudia Haase: Porträt: Durch die rosarote Brille. In: Kleine Zeitung, Sonntagsbeilage, 5. Jänner 2014, S. 18 f.</ref> Am 17. Oktober 2014 stürzte ein in Umbau befindlicher Teil der Manner-Fabrik in Wien-Hernals ein.<ref>Manner-Fabrik teilweise eingestürzt. In: wien.ORF.at. 17. Oktober 2014, abgerufen am 2. März 2026.</ref> 2016 erfolgte die Übersiedlung der Produktionsanlagen des Manner-Werks in Perg in Oberösterreich nach Wien.

Datei:2020-02-20-Manner Neapolitane-Lokal K-4775.jpg
Die Mannerschnitte – bekanntestes Produkt des Unternehmens

Das Werk in Wien wurde großräumig umgebaut. Gleichzeitig wurde in Zusammenarbeit mit Wien Energie ab 2017 die Nutzung der Abwärme der Abluft installiert, was rechnerisch etwa 600 Haushalte mit Fernwärme versorgt.<ref>Manner-Ofen wärmt 600 Haushalte. In: wien.ORF.at, 24. Februar 2018, abgerufen am 2. März 2026.</ref> Die Fabrik in Perg wurde geschlossen, die Maschinen von dort wurden in Wien aufgebaut. 2020 wurde der Umbau abgeschlossen.<ref>Umbau der Mannerfabrik abgeschlossen. In: wien.ORF.at, 4. März 2020, abgerufen am 2. März 2026.</ref>

2025 Gewinnrückgang

Trotz eines gestiegenen Umsatzes um 5,5 Prozent auf rund 304 Millionen Euro halbierte sich im Jahr 2025 das Ergebnis vor Steuern gegenüber 2024 von knapp 19 Millionen auf rund 9 Millionen Euro, geht aus dem aktuellen Jahresfinanzbericht hervor. Gründe dafür seien um ein Viertel gestiegene Rohstoffkosten sowie eine außerplanmäßige Abschreibung in einer Haselnussfarm in Aserbaidschan (4,8 Millionen Euro).<ref>APA: Manner-Gewinn 2025 deutlich gesunken. In: VOL.at. 23. April 2026, abgerufen am 28. April 2026.</ref>

Schutzmarke Stephansdom

Manner verwendet seit 1889 den Wiener Stephansdom als Markenzeichen, es wurde von Josef Diltsch entworfen. Im Gegenzug übernimmt Manner steht seit mehreren Jahrzehnten ein Steinmetz der Dombauhütte, der seine Arbeit in rosafarbener Arbeitskleidung verrichtet, auf der Gehaltsliste des Unternehmens Manner: „Die große Verbundenheit zwischen Manner und dem Wahrzeichen Wiens findet heute ihren Ausdruck im ‚Manner-Mann‘.“<ref>Der Manner Mann. In: stephansdom.at. „Unser Stephansdom“ – Verein zur Erhaltung des Stephansdoms (Hrsg.), ohne Datum, abgerufen am 2. März 2026.</ref> Über Jahrzehnte war dies Christoph Getzner, der Anfang 2025 als Vizepolier in Pension ging.<ref>36 Jahre für den Stephansdom. Dank an Christoph Getzner. In: Der Dom. Mitteilungsblatt des Wiener Domerhaltungsvereins, ZDB-ID 1054178-0. Heft 2/2025, S. 9.</ref>

Am 17. Dezember 1999 erhielt Carl Manner für die Verdienste seines Unternehmens den Stephanusorden in Gold.<ref>Carl Manner im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref><ref>Andreas Edler: Schnitten-Mogul Carl Manner ist verstorben. In: Meinbezirk.at, 19. April 2017, abgerufen am 2. März 2026.</ref>

Original Manner-Neapolitaner-Schnitten

Nährwertinformationen für
„Manner Original Neapolitaner Schnitten“ (Stand: 26.04.2023)
Bestandteile pro 100 g<ref>Original Neapolitaner Schnitte. In: manner.com, abgerufen am 2. März 2026.</ref>
Energiewert: 2029 kJ (485 kcal)
Fett: 22 g
Kohlenhydrate: 65 g
Proteine: 5,6 g
Ballaststoffe: 3,5 g

Die Original Manner Neapolitaner-Schnitte wurde 1898 erstmals als „Neapolitaner Schnitte No. 239“ urkundlich erwähnt. Die Haselnüsse für die Füllung aus Zucker, Haselnüssen, Kokosfett und Kakaopulver kamen nämlich aus der Gegend um Neapel. Die Größe 49 × 17 × 17 Millimeter<ref>Manner Original Neapolitaner Schnitte. In: manner.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Januar 2013; abgerufen am 20. April 2017.</ref> war mundgerecht bemessen, vier Lagen Streichmasse zwischen fünf Lagen Waffel, das Gesamtgewicht beträgt 7,5 Gramm pro Schnitte. Dieses Format und die Grundrezeptur haben sich bis heute bewährt.

Anfangs wurden die Schnitten lose verkauft. Ab 1924 wurden die Manner-Schnitten in fünf Zweierreihen angeboten, mit in Summe 75 g, anfangs in einer Faltschachtel, ab 1960 in einer wasserdampfdichten Verpackung aus Aluminium-Papier-Verbundfolie mit Aufreißfaden mit Lasche, als flacher, fast quadratischer Quader.

Marken

Das Unternehmen Manner hat bei Unternehmensübernahmen auch die jeweiligen Handelsmarken, die schon gut am Markt platziert waren, mitgekauft. Diese Produktlinien werden bis heute mit Erfolg produziert, auch wenn die ursprünglichen Hersteller den Kunden oft nicht mehr bekannt sind.

Kritik

Im Jahr 2022 hat das Handelsgericht Wien nach einer Klage des Verbands für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag des Sozialministeriums den Hersteller Manner wegen irreführender Verpackung verurteilt. Der Vorwurf sei eine Täuschung, da drei ähnliche, geschmacklich unterschiedliche Sorten Schnitten in gleich große Schüttbeutel verpackt sind, wobei zwei Sorten 400 Gramm enthalten, die dritte Sorte Manner Mozart Mignon jedoch nur 300 Gramm.<ref>Wenig Schnitten, viel Luft: Manner verurteilt. In: wien.ORF.at, 11. Juli 2022, abgerufen am 2. März 2026.</ref> Eine Berufung Manners lehnte das Oberlandesgericht Wien (OLG Wien) ab. Manner argumentierte, dass die niedrigere Befüllung technisch notwendig sei, das OLG Wien wies daraufhin auf die höhere Befüllung anderer Sorten in gleicher Verpackung hin und verurteilte Manner rechtskräftig wegen Irreführung.<ref>Manner rechtskräftig wegen Mogelpackung bei Mozart-Schnitten verurteilt. In: verbraucherrecht.at. Verein für Konsumenteninformation (VKI), 17. April 2023, abgerufen am 2. März 2026 (OLG Wien 27.02.2023, 5 R 145/22p (PDF; 345 KB) im Volltext).</ref><ref>Kathrin Klemm: Mozart-Schnitten: Manner rechtskräftig wegen „Mogelpackung“ verurteilt. In: Meinbezirk.at. 18. April 2023, abgerufen am 2. März 2026.</ref>

Trivia

Datei:Manner-tramo, Schwarzenbergplatz.jpg
Historische Straßenbahn mit Manner-Werbung, Wien, Schwarzenbergplatz, 2013
Datei:Manner Fahrrad Wien August 2017.jpg
Fahrrad im Manner-Design, Wien, 2017

Produktplatzierungen

Literatur

  • Oliver Kühschelm: Manner. „Die Schnitte der Patrioten“ In: Emil Brix, Ernst Bruckmüller, Hannes Stekl (Hrsg.): Memoria Austriae III – Unternehmer, Firmen, Produkte. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 2005, ISBN 3-7028-0419-6, S. 97–130.
  • Franz Mathis: Big Business in Österreich. Band 1: Österreichische Grossunternehmen in Kurzdarstellungen. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1987, S. 196.
  • Josef Manner: Familienchronik Manner, Unternehmensgeschichte (Typoskript). Selbstverlag, Wien 1984 (Eintrag Bibliothekskatalog. Archivbibliothek und Politische Dokumentation des Wiener Stadt- und Landesarchivs (WStLA).)
  • Rudolf Spitzer: Hernals. Zwischen Gürtel und Hameau. Mohl, Wien 1991, S. 140ff.

Weblinks

Commons: Manner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 48° 12′ 58,3″ N, 16° 19′ 19,2″ O

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