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Kamal Charrazi

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Datei:Kamal Kharazi 2015.jpg
Kamal Charrazi (2015)

Kamal Charrazi (persisch کمال خرازی [<templatestyles src="IPA/styles.css" />kʲæˈmɔːl xærːɔːˈziː]; * 1. Dezember 1944 in Teheran, Iran; † 9. April 2026 ebenda) war ein iranischer Politiker. Er war vom 20. August 1997 bis 24. August 2005 der Außenminister der Islamischen Republik Iran unter dem reformorientierten Präsidenten Mohammad Chatami und spielte eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen über das Iranische Atomprogramm. Bis 2026 war er Leiter des Iranischen Strategierats für Außenbeziehungen, im April 2026 wurde er bei einem US-israelischen Luftangriff auf sein Haus schwer verletzt, seine Frau wurde getötet – er arbeitete mit Pakistan an möglichen Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Leben

Charrazi war ein ausgebildeter Erzieher, studierte bis 1976 in Houston Erziehungswissenschaft und schloss das Studium mit dem Doktorgrad ab. Nach seiner Rückkehr in den Iran war er während der Anfangszeit der Islamischen Revolution stellvertretender Außenminister, Erziehungsminister und Vize-Präsident des staatlichen Fernsehens sowie später von 1980 bis 1989 Präsident der Islamic Republic News Agency (IRNA), der offiziellen iranischen Nachrichtenagentur. Von 1989 bis 1997 repräsentierte er den Iran bei den Vereinten Nationen. Seit dem 20. August 1997 war Kamal Charrazi im Kabinett von Staatspräsident Mohammad Chātami Außenminister.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />salamiran.org (Memento vom 16. Oktober 2007 im Internet Archive)</ref><ref>bbc.co.uk.</ref>

Bis 2026 war Charrazi Leiter des Iranischen Strategierats für Außenbeziehungen, der die gesamte Außenpolitik des Landes festlegt, und beriet das Büro des politischen und religiösen Oberhaupts Ali Chamenei – auch nach dessen Ermordung am 28. Februar 2026 in Teheran während des Irankrieges. In einem Interview mit dem US-amerikanischen Fernsehsender CNN im März 2026 erklärte Charrazi, der Iran könne den Irankrieg über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. Er fügte hinzu, er sehe keinen Spielraum für Diplomatie, „weil Donald Trump andere getäuscht und seine Versprechen nicht gehalten hat. Wir haben dies in zwei Verhandlungsrunden erlebt – während wir verhandelten, wurden wir angegriffen.“ Am 1. April 2026 wurde er bei einem US-israelischen Luftschlag auf sein Haus in Teheran schwer verletzt, seine Frau wurde dabei getötet.<ref>Kennedy Simiyu: Top Iranian adviser wounded, wife killed in strike on Tehran home amid ongoing talks. In: msn.com. 2. April 2026, abgerufen am 2. April 2026 (englisch).</ref> Der Angriff ereignete sich etwa zeitgleich mit einer Rede von US-Präsident Donald Trump, in der dieser erklärte, die USA stünden kurz vor einem Ende des Krieges mit dem Iran. Sollte es kein Abkommen zur Beendigung des Krieges geben, drohte er mit einem Angriff auf Teherans Öl- und Energieinfrastruktur, die USA würden das Land in die Steinzeit zurückbomben. Der Luftschlag auf den erfahrenen Politikexperten und Diplomaten wurde als Versuch gewertet, die Diplomatie zu sabotieren, da Charrazi eine Schlüsselrolle bei den Friedensverhandlungen mit Pakistan für ein mögliches persönliches Treffen zwischen iranischen Regierungsvertretern und dem US-Vizepräsidenten JD Vance spielte.<ref>Verity Bowman: Iranian official involved in peace talks critically injured in US-Israeli strike. In: The Telegraph, 2. April 2026, abgerufen am 2. April 2026.</ref> Laut der New York Times gaben zwei iranische Beamte an, Charrazi habe die Koordination mit Pakistan in Vorbereitung auf ein mögliches Abkommen zwischen iranischen Regierungsvertretern und US-Vizepräsident JD Vance überwacht. Die Beamten betonten, der Angriff auf Charrazi sei ein Versuch, die Bemühungen um eine friedliche Lösung in Westasien zu sabotieren.<ref>Trump Claims Military Success but Offers No Clear Timeline to End Fighting. In: New York Times, 1. April 2026, abgerufen am 2. April 2026.</ref>

Politisches Wirken

Im Jahre 2001 besuchte Charrazi Ägypten, wo er mit Präsident Husni Mubarak zusammentraf. Bei diesem Besuch wurden die Terroranschläge vom 11. September verurteilt und der Terrorismus abgelehnt. Bezüglich der Situation im Irak sagte Charrazi am 24. Mai 2003 gegenüber der in London erscheinenden arabischsprachigen Zeitung Al-Hayat:<ref>uni-kassel.de</ref>

„Wir hatten zur Bildung einer von der Mehrheit des Volkes gestützten Regierung im Irak mit den Amerikanern einen ehrlichen Dialog begonnen, aber sie haben immer wieder ihre Meinung geändert und auch ihre Vertreter im Irak.“

Familie

Charrazi war verheiratet und hatte zwei Kinder. Sein Neffe Sadegh Charrazi ist iranischer Botschafter in Paris und war maßgeblich an der Entwicklung der sogenannten Roadmap oder „Schweizer Memo“ beteiligt.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Übersetzung des „Schweizer Memo“ (Memento vom 18. November 2007 im Internet Archive)</ref>

Weblinks

Commons: Kamal Charrazi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Klappleiste/Anfang Kadscharen-Dynastie: Mirza Saed-Chan Ansari (1919–1920) | Mirza Abdulvahab Khan Mowtamed-ol Neschat (1920–1925)

Pahlavi-Dynastie: Firuz Nosratdoleh (1925–1928) | Ali Soheili (1928–1929) | Mowzafar Alam (1929–1933) | Hossein Ala (1933–1935) | Mahmud Salehi (1935–1939) | Mohsen Raïs (1939–1945) | Bagher Kazemi (1945–1946) | Hossein Navab (1946–1951) | Hossein Fatemi (1951–1953) | Abdol-Hossein Meftah (1953) | Fazlollah Zahedi (1953) | Abdullah Entezam (1953–1958) | Ali Gholi Ardalan (1958–1959) | Abbas Aram (1959–1960) | Dschafar Scharif-Emami (1966) | Hossein Ghods-Nachai (1960) | Abbas Aram (1960–1966) | Ardeschir Zahedi (1966–1973) | Abbas-Ali Chalatbari (1973–1978) | Amir Chosrou Afschar (1978–1979) | Ahmad Mirfendereski (1979)

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