Zum Inhalt springen

Cycloocten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Januar 2026 um 06:12 Uhr durch imported>ChemoBot (Entferne Parameter „Suchfunktion“ aus {{Infobox Chemikalie}} und bereinige Leerzeilen).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Strukturformel
Struktur von Cycloocten
(Z)-Cycloocten (oben) und die beiden enantiomeren (E)-Cyclooctene (unten): (P)-Cycloocten und (M)-Cycloocten
Allgemeines
Name Cycloocten
Andere Namen

COE

Summenformel C8H14
Kurzbeschreibung

entzündliche, farblose, charakteristisch riechende Flüssigkeiten<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 13609
ChemSpider 13020
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 110,20 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="GESTIS" />

Dichte

0,85 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−16 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

148 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

8 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,469 (20 °C)<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 226​‐​304
P: 210​‐​233​‐​240​‐​241​‐​301+310+331<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Cycloocten ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der ungesättigten, cyclischen Kohlenwasserstoffe (genauer der Cycloalkene).

Gewinnung und Darstellung

(Z)-Cycloocten wird in guter Ausbeute durch Hydrierung von Cyclooctatetraen oder durch Cope-Eliminierung von N,N-Dimethylcyclooctylaminoxid erhalten. Das Racemat aus (E)-(+)-Cycloocten und (E)-(–)-Cycloocten entsteht (neben (Z)-Cycloocten) durch Pyrolyse von N,N,N-Trimethylcyclooctylammoniumhydroxid.<ref>Louis Fieser, Mary Fieser: Organische Chemie, Verlag Chemie Weinheim, 1982.</ref>

Ein sehr eleganter Weg zur Synthese von (E)-Cycloocten ist eine Corey-Winter-Eliminierung ausgehend von (E)-1,2-Cyclooctandiol:<ref>Siegfried Hauptmann, Jürgen Graefe, Horst Remane: Organische Chemie, 1. Auflage 1976, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, (2. neu überarbeitete Auflage 1980, 3. Auflage 1991, Wiley-VCH) ISBN 3-527-30925-X.</ref>

Synthese von (E)-Cycloocten
Synthese von (E)-Cycloocten

(E)-Cycloocten kann auch durch eine photochemischen Isomerisierung aus (Z)-Cycloocten erhalten werden. Obwohl das Gleichgewicht hier auf der Seite des (Z)-Cycloocten liegt, kann die Reaktion durch Entfernen des (E)-Isomers durch Komplexierung mit Silber zur Vollständigkeit getrieben werden.<ref>Maksim Royzen, Glenn P. A. Yap, and Joseph M. Fox: A Photochemical Synthesis of Functionalized trans-Cyclooctenes Driven by Metal Complexation. In: J. AM. CHEM. SOC. 130, 2008, S. 3760–3761, doi:10.1021/ja8001919.</ref>

Photochemische Synthese von TCO Fox
Photochemische Synthese von TCO Fox

Technisch wird es durch selektive Hydrierung des 1,5-Cyclooctadiens herstellt, das nach einem Verfahren von Wilke durch Dimerisierung von 1,3-Butadien zugänglich ist.

Eigenschaften

Von Cycloocten gibt es drei Isomere: (Z)-Cycloocten, (pR)-(E)-Cycloocten, (pS)-(E)-Cycloocten. Die Ringgröße in Cycloocten erlaubt es gerade noch, dass die Doppelbindung sowohl (E)- als auch (Z)-konfiguriert sein kann. (E)-Cycloocten ist aufgrund der fehlenden Drehspiegelachse optisch aktiv, also chiral. Das p vor den R/S-Deskriptoren deutet dabei an, dass es sich um eine planare Chiralität handelt. Die Isomerisierungsreaktion kann unter Verwendung eines Photosensibilisators enantiodifferenzierend durchgeführt werden, das heißt, man erhält ein Enantiomer des E-Isomers von Cycloocten im Überschuss.

Verwendung

Durch ringöffnende Polymerisation von (Z)-Cycloocten wird Polyoctenamer erhalten, das als Komponente in Elastomeren verwendet wird. Die Ozonolyse des Alkens ergibt Octandisäure (Korksäure, Suberinsäure), die zur Herstellung von Weichmachern oder Polyamiden dient. Die Thermolyse von (Z)-Cycloocten liefert Octa-1,7-dien, das als Monomer in der Kautschuk- und Kunststoffindustrie Verwendung findet. Über mehrere weitere Zwischenschritte dient es auch der Herstellung von verschiedenen Duftstoffen.

(Z)-Cycloocten ist ein beliebtes Substrat für Epoxidierungen. Diese laufen in der Regel sehr selektiv ab, weil die energetisch günstigste Konformation von (Z)-Cycloocten die Bildung von allylischen Nebenprodukten deutlich erschwert.<ref>Ulrich Neuenschwander, Ive Hermans: The Conformations of Cyclooctene: Consequences for Epoxidation Chemistry. In: The Journal of Organic Chemistry. 76, 2011, S. 10236–10240, doi:10.1021/jo202176j.</ref>

(E)-Cyclooctenderivate finden Verwendung als Dienophile in der bioorthogonalen Tetrazin-Ligation.

Sicherheitshinweise

Die Dämpfe von Cycloocten können mit Luft beim Erhitzen über seinen Flammpunkt (24 °C) ein explosionsfähiges Gemisch bilden. Dies ist bereits bei erhöhter Umgebungstemperatur möglich.<ref name="GESTIS" />

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein