Zum Inhalt springen

SchachtZeichen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 13:14 Uhr durch imported>TaxonBot (Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:SchachtZeichen.svg
Schachtzeichen-Logo
Datei:SchachtZeichenSkizze.jpg
Skizze der Installation mit korrekten Größenverhältnissen

SchachtZeichen war ein Leitprojekt der RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas im Themenfeld „Mythos Ruhr begreifen“. Es ging bei dieser Kunstinstallation um die Visualisierung von Standorten der (meist) ehemaligen Kohleschächte im Ruhrgebiet mit dem Ziel, den Strukturwandel sichtbar und erfahrbar zu machen.

Die Idee

Idee von Volker Bandelow, dem Leiter des Ruhr2010-Kulturbüros in Gelsenkirchen<ref>Gelsenkirchen: Ruhr2010-Gewinner, WAZ 29. Dezember 2010</ref>, war, die Geschichte des Bergbaus und den Strukturwandel im Ruhrgebiet zu visualisieren. Seine Intention: ein Bewusstsein für den Strukturwandel, eine Aktion zur Erinnerung und zum Austausch miteinander und ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.schachtzeichen.deDie Idee von SchachtZeichen (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, schachtzeichen.de</ref><ref name="Konzept"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Das Konzept (Memento vom 2. Oktober 2012 im Internet Archive), schachtzeichen.de</ref> Damit sollten Aktionen von lokalen Vereinen, Institutionen, Nachfolgenutzern und Städten unterhalb und im Umfeld der Ballonstandorte initiiert werden.

Die Standorte

Vom 22. bis 30. Mai 2010 stiegen an 311 Standorten im gesamten Ruhrgebiet gelbe Heliumballone auf, um so die wenigen noch aktiven und die vielen ehemaligen Bergbauschächte und Zechen symbolisch zu markieren. Die meisten Standorte werden heute anderweitig genutzt, sind Brachflächen, Industriegelände, Einkaufszentren oder Wohnsiedlungen und nicht mehr durch Fördertürme direkt ersichtlich. Die Standorte wurden aus den über 3.300 früheren Schächten nach Zeitraum (ab 1910), Art des Schachtes (Tiefschacht), Anzahl Beschäftigte (keine Kleinzechen), Schachttyp (keine Wetterschächte) und den heutigen Standortbedingungen (Zugänglichkeit, Bebauung u. a.) ausgewählt. Zusammenliegende Mehrfachanlagen wurden nur durch einen einzigen Ballon markiert.<ref name="Konzept" />

Die Schachtzeichen

Datei:SchachtZeichen Constantin 6 7 Bochum 20100523.jpg
Luftbild der beiden SchachtZeichen-Ballone von Constantin 6/7 in Bochum

Der Ballon hatte einen Durchmesser von 3,70 Metern, direkt daran hing ein 18 Meter langes Banner. Er war aus gelbem PVC und wurde mit Helium gefüllt. Ein Seil verband ihn mit dem Haltepunkt, einem beschwerten PKW-Anhänger, an dem auch die manuell zu bedienende Winde montiert war. Die maximale Schwebehöhe betrug 80 Meter, sie war von den örtlichen Gegebenheiten wie Bebauung und Luftanströmung abhängig. Nachts wurden die Ballons aus Gründen der Flugsicherheit ganz eingeholt, während der NachtSchachtZeichen wurden sie auf eine geringere Höhe herunter gezogen. Um die Ballone steigen lassen zu können, wurde für jeden einzelnen Standort eine Auflassgenehmigung durch die Bezirksregierungen und die Deutsche Flugsicherung gemäß Luftverkehrsgesetz benötigt.

Die Kosten für jeden Standort beliefen sich auf 5.000 Euro (ohne Umsatzsteuer), sie wurden größtenteils über lokale Sponsoren finanziert. Bis Ende 2009 waren noch nicht alle 400 geplanten Standorte finanziell gesichert.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.wdr.deSendebeitrag „Schachtzeichen“ (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ), WDR, Studio Dortmund, 15. Oktober 2009</ref> Wer einen Ballon finanzierte, wurde als Ballonpate vor Ort und auf dem Internetauftritt der Aktion genannt. Im Anschluss an die Aktion wurden die Anhänger usw. zu einem Festpreis verkauft, der weit unter deren Verkehrswert lag.

Die Schulung der 1800 Ballonhelfer<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Info von Gefaflug zur Anzahl der Helfer (Memento vom 1. September 2012 im Internet Archive)</ref> und die Bereitstellung der gesamten Ballontechnik erfolgte durch das Luftfahrtunternehmen GEFA-Flug aus Aachen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Luftpost – Neues aus dem Hause GEFA-FLUG (Memento vom 1. September 2012 im Internet Archive), www.luft-werbung.de</ref> Insgesamt beteiligten sich über 2100 Helfer an dem Projekt, mehr als 5000 Akteure beteiligten sich an den zahlreichen Veranstaltungen unter den Ballonen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />RUHR.2010-Großprojekt SchachtZeichen steigt vom 22. bis 30. Mai 2010. (Memento vom 1. Juni 2010 im Internet Archive) auf: schachtzeichen.de (zu den Dimensionen des Projektes)</ref>

Im Jahre 2009 fanden bereits mehrere Testaufstellungen und Public-Relation-Aktionen statt, unter anderem im Nordsternpark, am Baldeneysee und während des 24-Stunden KulturRuns in Oberhausen.

Unterbrechung

Am 24. Mai 2010, zwei Tage nach Start der Aktion, wurden die SchachtZeichen vorläufig wegen starken Windes unterbrochen. Alle Ballons mussten auf den Boden heruntergeholt werden. Grund dafür war, dass sich in Recklinghausen einer der Heliumballons losgerissen hatte und weggeflogen war. Außerdem waren einige weitere durch die heftigen Winde beschädigt worden. Das Projekt wurde jedoch am gleichen Tag für die Nachtbeleuchtung wieder gestartet, allerdings durften die Ballons nur noch auf eine Höhe von 30 Metern steigen.<ref>Ruhr.2010: Sturm zerfetzte Wernes Schachtzeichen-Ballon.</ref>

Galerie

Einzelnachweise

<references />

Weblinks