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Der eiserne Besen

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Vorlage:Hinweisbaustein Der eiserne Besen war eine antisemitische Zeitschrift in Österreich. Das Blatt erschien ab 1919 in Wien,<ref>Wien, im August 1919. In: Der Eiserne Besen, 5. August 1919, S. 1 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/eib</ref> ab 1923 in Salzburg und stellte 1932 sein Erscheinen ein. Das vom Antisemitenbund herausgegebene Organ erschien zeitweise wöchentlich, zeitweise am 5. und 20. eines Monats und erreichte eine Auflage von bis zu 6.000 Exemplaren.<ref name="Vienna">Ivar Oxaal, Michael Pollak, Gerhard Botz: Jews, Antisemitism and Culture in Vienna. Taylor & Francis, 1987, ISBN 0-7102-0899-5, S. 163–164.</ref>

Ähnlich wie der nationalsozialistische Stürmer setzte das Blatt auf skandalisierende personalisierte Geschichten, bei denen insbesondere angebliche sexuelle Skandale die Schlagzeilen und große Teile des Blattinhalts bestimmten. Selbst im Vergleich zu anderen antisemitischen Zeitschriften waren die Inhalte primitiv und bestanden neben den allfälligen Sexgeschichten vor allem aus Ritualmordanschuldigungen und aus deutschen antisemitischen Blättern kopierten Karikaturen.<ref name="Shapiro">Robert Moses Shapiro: Why Didn’t the Press Shout? American & International Journalism During the Holocaust. KTAV, Jersey City 2003, ISBN 0-88125-775-3, S. 273–278.</ref> Das Blatt unterstützte seit den frühen 1920er Jahren die deutsche und die österreichische NSDAP und propagierte Adolf Hitler 1932 als den einzigen deutschen Politiker, der den Juden offen und unbarmherzig gegenübertrete.<ref name="Shapiro" />

Für Salzburg veröffentlichte die Zeitschrift ein sogenanntes Judenkataster, in dem alle jüdischen Salzburger aufgezählt wurden, sowie einen „Judenpranger“, in dem die Namen von Nichtjuden aufgelistet waren, die in jüdischen Geschäften kauften.<ref name="Lichtblau">Albert Lichtblau: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Antisemitismus. Rahmenbedingungen und Wirkungen auf das Zusammenleben von Juden und Nichtjuden (Memento vom 22. Juni 2003 im Internet Archive).</ref> Die 1920 gegründeten Salzburger Festspiele galten dem Eisernen Besen als „verjudet“. Gegen einzelne Künstler wie Alexander Moissi oder Max Reinhardt lancierte das Blatt umfangreiche Kampagnen.

Anfangs fungierte Alois Thiel als Herausgeber des Blattes. Sein Motto war: „Der Eiserne Besen kehrt überall wo es nötig und erwünscht ist. Bitte allfällige Mistwinkel uns gütigst bekannt zu geben, auf das unser Eiserner Besen seines Amtes walte.“<ref name="Schäfer1">Julia Schäfer: Vermessen, gezeichnet, verlacht: Judenbilder in populären Zeitschriften 1918–1933. Campus, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37745-4, S. 45–48 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

In Salzburg wurde das Blatt zunächst von Agfried (Alois) Aistleitner herausgegeben, später von Sepp Koller, der als Funktionär der Hitlerbewegung ab 1928 auch illegaler Gauleiter von Salzburg war.<ref>Günter Fellner: Antisemitismus in Salzburg: 1918-1938. Geyer Edition, Wien 1979, S. 136.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />