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Lloyd Austin

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Datei:United States Secretary of Defense Lloyd Austin visits the War Memorial of Korea in Seoul on 12 November 2023 - (cropped).jpg
Lloyd J. Austin (2023)
Datei:General Lloyd James Austin III, 2016.jpg
Austin (2016)

Lloyd James Austin III (* 8. August 1953 in Mobile, Alabama) ist ein US-amerikanischer Militär, pensionierter General der US Army. Er war von 2021 bis 2025, in der Amtszeit von US-Präsident Joe Biden, Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten. Austin war damit der erste afroamerikanische Verteidigungsminister in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Von 2013 bis 2016 war er Kommandeur des US Central Command.

Leben

Austin wuchs in Thomasville im US-Bundesstaat Georgia auf.<ref>Helene Cooper: ‘Is Austin on Your List?’: Biden’s Pentagon Pick Rose Despite Barriers to Diversity. In: The New York Times. 9. Dezember 2020, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 13. April 2021]).</ref> Er absolvierte die US-Militärakademie in West Point mit einem Bachelor of Science im Jahr 1975.<ref>OralHistory. Abgerufen am 13. April 2021.</ref><ref name=":0">General Lloyd J. Austin III > U.S. DEPARTMENT OF DEFENSE > Biography View. 5. September 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. September 2015; abgerufen am 13. April 2021.</ref>

Seine erste Verwendung fand er in der 3rd Infantry Division, mit der er auch in Deutschland diente.<ref name=":0" /> Anschließend war er der 82nd Airborne Division in Fort Bragg, North Carolina, zugeteilt. Im Jahr 1986 schloss er mit einem Master of Arts eine Pädagogik- und Beraterausbildung der American Counseling Association an der Auburn University ab. Anschließend wurde er der Militärakademie in West Point zugeteilt.<ref name=":0" /><ref>Stuart Ibberson: Biden nominates retired general Lloyd Austin as defense secretary. In: Aerotech News & Review. 8. Dezember 2020, abgerufen am 13. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach einer Fortbildung für Infanterieoffiziere am Command and General Staff College diente er in Fort Drum in der 10. Mountain-Division und daran anschließend im 22. Infanterie-Regiment.<ref name=":0" />

Im Jahr 1989 schloss er bei einer Spezialisierung auf Unternehmensführung einen Master in Business Administration an der Webster University ab. 1993 kehrte Austin zur 82. Luftlandedivision in Fort Bragg zurück, wo er das 2. Bataillon des 505. Infanterieregiment befehligte.<ref>Drew Brooks: Gen. Lloyd Austin Ends 41-year Army Career. 10. April 2016, abgerufen am 13. April 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach einer Fortbildung an der US Army War College befehligte er die 3. Brigade der 82. Luftlandedivision in Fort Bragg, North Carolina.<ref name=":0" />

Anschließend arbeitete er den Joint Chiefs of Staff des Pentagon in Arlington, Virginia zu. Sein nächster Auftrag war der des stellvertretenden Divisionskommandeurs bei der 3rd Infantry Division, für die er den Einmarsch in den Irak mitorganisierte.<ref name=":0" /> Dafür wurde er mit dem Silver Star honoriert.<ref>Biden officially announces he’s picked retired CENTCOM Gen. Lloyd Austin for defense secretary. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Dezember 2020; abgerufen am 13. April 2021.</ref> Austin diente von 2003 bis 2005 als Kommandeur der 10. Mountain-Division. 2006 wurde Austin zum Generalleutnant befördert. Er war von 2006 bis 2009 Kommandierender General des XVIII. US-Luftlandekorps und des Stützpunktes Fort Bragg. Von 2008 bis 2009 stellte er mit seinem Korps zudem das Multi-National Force – Iraq (MNC-I) und war damit direkt dem Kommandeur der Koalitionstruppen im Irak (Multi-National Force Iraq), General Raymond T. Odierno unterstellt. Austin war dort für die Operationen von etwa 150.000 Soldaten zuständig.

Im Juli 2009 wurde er für den Posten des Direktors des Joint Staff nominiert. Im September 2009 übergab er das Kommando des XVIII. US-Luftlandekorps an Generalleutnant Frank G. Helmick und übernahm den Posten des Direktors des Joint Staff. Im Oktober 2010 übernahm Austin von General Raymond T. Odierno den Posten des Kommandeurs der United States Forces Iraq,<ref>General Officer Announcements. In: Defense.gov. 18. Mai 2010. (englisch).</ref> im Januar 2012 erfolgte seine Ernennung als General zum Vice Chief of Staff of the Army<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gen. Lloyd J. Austin nominated to be Army vice chief of staff (Memento vom 3. November 2011 im Internet Archive)</ref>. Ab dem 22. März 2013 kommandierte Austin das US Central Command.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 30. Januar 2009 im Internet Archive)</ref> Den Posten bekleidete er bis März 2016.<ref>Sebastian Fischer: Obamas Anti-Terror-General. In: spiegel.de. 17. Oktober 2014, abgerufen am 17. Oktober 2014.</ref>

Austin ging am 5. April 2016 in den Ruhestand. Ab dem 18. September 2017 gehörte Austin dem Vorstand des Stahlherstellers Nucor an. Er gehörte 2017 ferner den Vorständen von Guest Services, United Technologies Corporation und Carnegie Corporation an und seit 2016 dem Vorstand des Waffenherstellers Raytheon.<ref>Lloyd James Austin III (1953– ). In: blackpast.org. 2021, abgerufen am 23. Januar 2021 (englisch).</ref><ref name="Raytheon-1">Eric Lipton, Kenneth P. Vogel, Michael LaForgia: Biden’s Choice for Pentagon Faces Questions on Ties to Contractors. In: New York Times. 8. Dezember 2020, abgerufen am 12. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Raytheon-2">Trevor Hunnicutt: Biden's Defense nominee could get $1.7 million as he leaves Raytheon. Reuters, 10. Januar 2021, abgerufen am 12. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seit dem 29. Mai 2018 war Austin im Vorstand der Tenet Healthcare Corporation.

Nach der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020 wurde Austin im Dezember 2020 als Verteidigungsminister in der Regierung des neugewählten Präsidenten Joe Biden (Kabinett Biden) benannt.<ref>Lloyd Austin: retired army general nominated as Biden defense secretary. In: theguardian.com. 9. Dezember 2020, abgerufen am 23. Januar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Biden angelobt: „Demokratie hat sich durchgesetzt“. In: orf.at. 20. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2021.</ref> Dafür war eine Ausnahmegenehmigung durch den Kongress erforderlich, da die Vorschriften besagen, dass nur Zivilisten oder Personen, die seit mehr als sieben Jahren aus den Diensten des Militärs ausgeschieden sind, zum Verteidigungsminister berufen werden dürfen.<ref>Biden’s Pentagon Pick Reignites Debate Over Civilian Control of Military</ref> Austin war zum Zeitpunkt seiner Nominierung erst seit etwa viereinhalb Jahren im Ruhestand. Am 21. Januar 2021 erteilte der US-Kongress die Ausnahmegenehmigung.<ref>Lloyd Austin Receives Waiver Allowing Him to Become Defense Chief</ref> Seine Nominierung wurde von Abrüstungsinitiativen kritisiert, da er bis zu seiner Nominierung im Vorstand des US-Waffenherstellers Raytheon saß und von einem gestiegenen Aktienkurs durch Waffenverkäufe persönlich mit knapp 1,7 Millionen Dollar profitieren könnte, womit ein Interessenskonflikt vermutet wurde.<ref name="Raytheon-1" /><ref name="Raytheon-2" /> Austin selbst wurde am 22. Januar 2021 vom US-Senat bestätigt; er war seitdem Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten.<ref>Lloyd Austin als US-Verteidigungsminister bestätigt. In: Wiener Zeitung. Abgerufen am 23. Januar 2021.</ref> Im Gegensatz zu fast allen anderen Nominierten des Kabinetts Biden erhielt Austin große überparteiliche Zustimmung. Einzig die Republikaner Josh Hawley und Mike Lee stimmten im Senat gegen seine Bestätigung als Verteidigungsminister.<ref>U.S. Senate: U.S. Senate Roll Call Votes 117th Congress - 1st Session. Abgerufen am 30. Juli 2021.</ref> Er ist der erste Afroamerikaner in diesem Amt.<ref>Daniel Friedrich Sturm: Biden nominiert ersten schwarzen Verteidigungsminister. In: Welt.de. 8. Dezember 2020, abgerufen am 23. Januar 2021.</ref> Im Juni 2021 legte er erstmals in seiner Amtszeit dem US-Senat einen Haushaltsentwurf des Verteidigungsministeriums vor. Austin äußerte dazu die Notwendigkeit, „den nächsten – nicht den letzten – Krieg zu kämpfen und zu gewinnen“ und „unsere Abschreckung gegen die Volksrepublik China zu stärken“.<ref>Antrag des US-Verteidigungsetats. In Behörden Spiegel, Juli 2021, S. 46</ref>

Datei:Charles Q. Brown, Jr., Chairman of the Joint Chiefs of Staff, traveled to Tel Aviv, Israel and Amman, Jordan on 17 to 19 December 2023 - 22.jpg
Lloyd Austin, Joaw Galant, Charles Q. Brown Jr. und Herzi Halewi in Tel Aviv, Israel, 18. Dezember 2023

Am 5. Januar 2024 gab das Verteidigungsministerium bekannt, dass sich Austin bereits seit dem Neujahrstag wegen Komplikationen nach einem früheren Eingriff in einem Krankenhaus befinde. Daraufhin entschuldigte sich der Minister für diese verspätete Information.<ref>US-Verteidigungsminister Lloyd Austin weiter im Krankenhaus. In: Der Spiegel. 9. Januar 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 9. Januar 2024]).</ref> Kurz darauf wurde mitgeteilt, dass er an Prostatakrebs erkrankt sei, die Krankheit jedoch früh erkannt wurde und die Aussichten auf eine komplette Genesung sehr gut stünden.<ref>US-Verteidigungsminister hat Krebs. 9. Januar 2024, abgerufen am 9. Januar 2024.</ref> Am 11. Februar 2024 wurde Austin erneut in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus bei Washington, D.C. gebracht. Wenig später übergab er die Amtsgeschäfte an seine Stellvertreterin Kathleen Hicks.<ref>Kranker US-Verteidigungsminister übergibt Aufgaben an Stellvertreterin . In: spiegel.de, 12. Februar 2024 (abgerufen am 12. Februar 2024).</ref><ref>Edward Wong: Austin Taken to Hospital for Bladder Issue. In: The New York Times. 11. Februar 2024, abgerufen am 12. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Lloyd Austin gehört der römisch-katholischen Kirche an.<ref>Christopher White: Joe Biden’s very Catholic Cabinet. In: ncronline.org. 19. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2021 (englisch).</ref> Er ist mit der Wissenschaftlerin und Pädagogin Charlene Austin verheiratet und hat zwei Stiefsöhne. Seine Frau beschäftigt sich mit der sozialen Integration von Familien mit Militärangehörigen. Sie war National Advisor für die Military Child Education Coalition und im Vorstand des Military Family Research Institute der Purdue University.<ref>Who is Lloyd Austin's wife? Meet Charlene Austin -. In: The Focus. 8. Dezember 2020, abgerufen am 15. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ehrungen und Auszeichnungen

Auswahl der Auszeichnungen, sortiert in Anlehnung der Order of Precedence of the Military Awards:

Weblinks

Commons: Lloyd Austin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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