STI Group
| STI Group
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | STI Group logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1879 |
| Sitz | Lauterbach (Hessen) |
| Leitung | Jakob Rinninger (CEO), Niklas Herting (CFO) |
| Mitarbeiterzahl | > 2000 |
| Umsatz | rund 300 Mio. Euro (2023) |
| Branche | Papierindustrie |
| Website | www.sti-group.com |
Die STI Group ist ein Verpackungs- und Displayhersteller und bietet Dienstleistungen um die Warenpräsentation am Verkaufsort (PoS) an. Sitz des Unternehmens ist das osthessische Lauterbach.
Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete 2023 mit circa 2.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 300 Mio. €.
Geschichte
Die Anfänge liegen in einer Buchbinderei, die 1879 von Gustav Emil Stabernack in Offenbach am Main gegründet wurde.<ref name="STI Geschichte">STI Group: Geschichte. Abgerufen am 24. Februar 2016.</ref> Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm der Betrieb die industrielle Produktion von Kartonagenverpackungen auf und wurde im Jahr 1917 unter dem Namen Gustav Stabernack GmbH in eine GmbH umgewandelt. Bereits 1920 wurde ein erstes Zweigwerk in Pfungstadt errichtet, jedoch nach einigen Jahren aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse wieder geschlossen.
1926 übergab Gustav Emil Stabernack die Leitung der Firma an seine Söhne Georg und Richard Stabernack. Das Unternehmen produzierte neben Feinkartonagen unter anderem Schuhkartons für die in Offenbach ansässige Lederwarenindustrie. Ab 1940 entwickelte man eine dampfbetriebene Kaschiermaschine zur Wellpappenherstellung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1944 das Stammwerk in Offenbach bei einem schweren Luftangriff vollständig zerstört. Mit aus den Trümmern geretteten Maschinen wurde noch vor Kriegsende unter der Leitung von Richard Stabernack in einer Reithalle in Sickendorf bei Lauterbach im Vogelsberg die Produktion provisorisch wieder aufgenommen.<ref>Verpackungsunternehmen STI Group: 60 Jahre Standort Lauterbach. In: osthessen-news.de. 5. April 2011, abgerufen am 24. Februar 2016.</ref>
Die Gustav Stabernack GmbH kehrte nach dem Krieg nicht mehr an ihren Ursprungsort Offenbach zurück, sondern verlegte den Sitz nach Lauterbach, wo 1951 ein neues Hauptwerk gebaut wurde. In den 1950er Jahren entwickelte Stabernack die Kaschiertechnik, die erstmals die Produktion stabiler und gleichzeitig hochwertig bedruckter Wellpappverpackungen ermöglichte. 1958 erfolgte die Eröffnung des Zweigwerks in Freiensteinau. Ab 1964 wurden zwei weitere Werke in Fulda und in Grebenhain-Oberwald aufgebaut.<ref name="Wald">STI: Innovationen aus dem Wald. In: oberhessische-zeitung.de. 25. Juli 2020, abgerufen am 16. September 2016.</ref> In den 1960er Jahren begann die Firma als eine der ersten in Europa mit der Fertigung von Displays.
1990 wurde das Familienunternehmen zwischen den Brüdern Wilhelm und Gustav Stabernack geteilt.<ref>125 Jahre STI Group. In: fuldaerzeitung.de. 7. Mai 2004, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 12. Juni 2012. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Das bisherige Zweigwerk in Fulda wurde in die Fulda Verpackung & Display GmbH (Gustav Stabernack) überführt, die 2002 vom schwedischen Konzern SCA übernommen wurde. Seit 2012 gehört es dem britischen Verpackungsunternehmen DS Smith.<ref>DS Smith Werk Fulda feiert 50-jähriges Jubiläum - 300 Mitarbeiter. In: osthessen-news.de. 25. Oktober 2014, abgerufen am 24. Februar 2016.</ref> Beide Unternehmen begannen in den 1990er Jahren eine nationale und internationale Expansion. Die Gustav Stabernack GmbH (Wilhelm Stabernack) in Lauterbach stieg in dieser Zeit u. a. durch die Übernahme der Schröter + Bake AG in Neutraubling und die Errichtung eines neuen Zweigwerks in Rumburk (Tschechien) zu einem der führenden europäischen Verpackungs- und Displayhersteller auf.<ref name="STI Geschichte" />
1998 wurde für die Unternehmensgruppe die neue Dachmarke STI (für: Service-Technology-International) eingeführt.<ref name="STI Geschichte" /> Die bisherige Gustav Stabernack GmbH und ihre Tochtergesellschaften firmieren seither gemeinsam unter der einheitlichen Bezeichnung STI Group. Neben strategischen Partnerschaften mit außereuropäischen Display- und Verpackungsmittelherstellern entstand 2002 mit der STI Corrugated GmbH ein neues Wellpappenwerk in Alsfeld.<ref name="STI Geschichte" /> 2007 übernahm die STI Group den ungarischen Faltschachtelhersteller Petõfi Nyomda Kft. in Kecskemét, 2009 die in Sydney (Australien) beheimatete Lilyfield Group als erste außereuropäische Produktionsstätte. Ebenfalls 2009 erfolgte die Eröffnung eines Standorts im polnischen Gdingen. 2009 übernahm die STI Group den Faltschachtelhersteller Schräder KG in Greven,<ref>STI übernimmt Faltschachtelhersteller. In: neue-verpackung.de. Abgerufen am 24. Februar 2016.</ref> 2010 die Line Packaging & Display Ltd. in Gillingham (Großbritannien).<ref name="STI Geschichte" />
Bedingt durch eine Neuausrichtung der Gruppe wurden Anfang 2014 die Standorte in Freiensteinau und Gdingen geschlossen.<ref>Lauterbacher Anzeiger vom 21. Dezember 2013: Die Stabernacker sind unsere Stärke. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Januar 2014; abgerufen am 6. Januar 2014.</ref><ref>Lauterbacher Anzeiger vom 4. Dezember 2013: STI-Standorte Freiensteinau und Grebenhain werden zusammengelegt. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Mai 2015; abgerufen am 18. Mai 2015.</ref><ref>STI-Werk wird stillgelegt. In: osthessen-news.de. 3. Dezember 2013, abgerufen am 24. Februar 2016.</ref> Das Werk in Australien wurde im gleichen Jahr an das Unternehmen Blue Star verkauft.<ref>Blue Star buys STI Lilyfield. In: proprint.com.au. 15. April 2014, abgerufen am 24. Februar 2016.</ref> In Großbritannien tritt das dortige Zweigunternehmen seit 2015 unter der Marke InContrast auf.<ref name="STI Geschichte" />
Im März 2019 verkündete die Eigentümerin, Kristina Stabernack, zunächst ihre Absicht zum Verkauf der Unternehmensgruppe,<ref>Unternehmen STI Group soll verkauft werden - 2000 Mitarbeiter betroffen. In: giessener-allgemeine.de. 14. März 2019, abgerufen am 16. September 2021.</ref> zog diese jedoch Anfang Dezember 2019 wieder zurück.<ref>STI Group wird nicht verkauft. In: oberhessische-zeitung.de. 5. Dezember 2019, abgerufen am 16. September 2021.</ref> Zum Jahresende 2020 wurde das Display-Werk in Grebenhain geschlossen.<ref name="Wald" /> Die dortigen Aktivitäten wurden auf andere Standorte der STI Group verlagert. 2023 baute die STI Group eine neue Faltschachtelproduktion in Tschechien auf und erweiterte ihre Druckkapazitäten in Ungarn.
Unternehmen
Nach eigenen Angaben gehören Handelskonzerne und Agenturen zu den Kunden der STI Group.<ref name="STI Übersicht">STI Group: STI Group. Abgerufen am 24. Februar 2016.</ref> In Zusammenarbeit mit Markenherstellern, Designern und Entwicklern entwickelt das Unternehmen Produkte aus Karton und Wellpappe.
Die Gruppe verfügt über 7 Produktions-Standorte in 4 Ländern, Design- und Vertriebsbüros sowie Kooperationspartner weltweit.
Produktbereiche
Die STI Group produziert im Geschäftsbereich Packaging z. B. Kartonfaltschachteln, Wellpapp-Verpackungen, im Geschäftsbereich POS-Solutions warentragende und warenbegleitende Aufsteller aus Karton und Wellpappe für den Einsatz z. B. im Lebensmitteleinzelhandel und bietet Beratung und Services an.
Einzelnachweise
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