Zum Inhalt springen

Sauerbaum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 25. Februar 2026 um 11:01 Uhr durch imported>0000ff (Beschreibung: typos, +wl, ortsangabe beim bild gelöscht: widerspricht der angabe auf commons).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein <templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Sauerbaum
Datei:Oxydendrum arboreum 17zz.jpg

Sauerbaum (Oxydendrum arboreum)

Systematik
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Unterfamilie: Vaccinioideae
Tribus: Oxydendreae
Gattung: Oxydendrum
Art: Sauerbaum
Wissenschaftlicher Name der Tribus
Oxydendreae
Cox
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Oxydendrum
DC.
Wissenschaftlicher Name der Art
Oxydendrum arboreum
(L.) DC.
Datei:Oxydendrum arboreum Kwaśnodrzew amerykański 2019-07-20 02.jpg
Blütenstand

Der Sauerbaum (Oxydendrum arboreum) ist die einzige Pflanzenart der einzigen Gattung Oxydendrum der Tribus Oxydendreae, die zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) gehört. Die Trivialnamen, im Deutschen Sauerbaum, im Englischen „Sourwood“ und der botanische Gattungsname Oxydendrum – Griechisch: oxy für sauer und dendron für Baum – beziehen sich auf die sauer schmeckenden Blätter.

Beschreibung

Der Sauerbaum bildet sommergrüne, mittelgroße Bäume (Lebensform: Phanerophyt) und kann Wuchshöhen von etwa 12 bis über 15 Meter, selten bis über 20 Meter erreichen. Der Stammdurchmesser erreicht bis über 50 Zentimeter, selten bis 1 Meter.<ref>Sourwood bei Virginia Big Tree Program.</ref> Diese langsam wachsende Art ist schattentolerant, kommt aber auch an sonnigen Standorten zurecht. Die dicke, rostig-braune Borke ist anfangs glatt und wird dann rissig bis furchig.

Die wechselständigen und kurz gestielten Laubblätter sind einfach, 10 bis 20 Zentimeter lang und eiförmig bis seltener verkehrt-eiförmig oder elliptisch. Sie sind spitz bis zugespitzt und der Blattrand ist ganz bis feingesägt, mit etwas verdickten Zähnen.<ref>Charles Sprague Sargent: The Silva of North America.</ref> Die Blätter sind fast kahl und unterseits heller, sowie auf der Mittelader leicht behaart bis kahl. Nebenblätter fehlen. Auffällig ist die scharlachrote Herbstfärbung des Laubes. Nach einem Feuer erfolgt ein Neuaustrieb aus dem Wurzelstock oder aus dem Stamm.

Datei:Sourwood flowers closeup.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit den hängenden, urnenförmigen Blüten
Datei:Oxydendrum arboreum 4zz.jpg
Herbstlaub und junger Fruchtstand mit den aufrechten Früchten des Sauerbaums

An den Zweigenden (endständig) stehen in 20 bis 25 Zentimeter langen, rispigen Gesamtblütenständen wenige, feinhaarige, einseitig traubige, Teilblütenstände zusammen. Es sind meist abfallende Trag- und bis zu zwei Vorblätter vorhanden. Die hängenden, gestielten, süßlich duftenden, fünfzähligen Blüten sind zwittrig und radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die kleinen, außen behaarten, weißlichen fünf, dreieckigen, spitzen Kelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die weißen, etwa 8 mm langen, fein behaarten Kronblätter sind urnenförmig verwachsen mit kurzen, halbaufrechten Lappen. Es sind zwei Kreise mit je fünf kurzen, eingeschlossenen, fertilen Staubblättern vorhanden. Die weißen Staubfäden sind abgeflacht, etwas behaart und die Staubbeutel tetrasporangiat. Fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, behaarten Fruchtknoten mit knapp vorstehendem, festem, zylindrischem Griffel mit kopfiger Narbe verwachsen. Es ist ein dünner Diskus vorhanden.

Die maiglöckchenartigen Blütenstände blühen im Spätsommer Juni bis August. Nach der Blüte drehen sich die jungen Früchte aufwärts.

Es ist die einzige Art innerhalb der Ericaceae, die eine jetzt aufrechte, kleine, eiförmige, lokulizidale und feinhaarige Kapselfrucht am beständigen Kelch mit dem Griffel an der Spitze besitzt; sie ist 6 bis 13 mm lang. Sie enthält viele sehr kleine, schmal-ellipsoide, beidseits kurz geschwänzte, sehr leichte Samen; ein Bericht schreibt von 4.080.000 bis 12.250.000 Samen/kg.<ref>USDA Datenblatt beim Fire Effects Information System (FEIS).</ref> Die membranöse Samenschale ist lose. Die Kapselfrüchte reifen noch im gleichen Jahr wie die Blüte von September bis Oktober, öffnen sich im Winter und entlassen dann die Samen nicht auf einmal.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="FNA"/>

Ökologie

Der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) frisst die jungen Zweige.

Oberea tripunctata und Oncideres cingulata greifen die Zweige an. Die Larve des Weißen Bärenspinners (Hyphantria cunea) und die von Citheronia regalis fressen die Blätter.

Vorkommen

Der Sauerbaum stammt aus dem Osten der USA. Er kommt vor in Alabama, Florida, Georgia, Indiana, Kentucky, Louisiana, Maryland, Missouri, New Jersey, New York, North Carolina, Ohio, Pennsylvania, South Carolina, Tennessee, Virginia und West Virginia.<ref name="FNA"/> Das Hauptverbreitungsgebiet reicht von 30 bis 40° N und von 75 bis 92° W. Die größten Bäume dieser Art wachsen an den Westhängen der Great Smoky Mountains in Tennessee. Es wird saurer Boden bevorzugt (diese Art kommt mit pH 4 bis 6 zurecht). Diese Art ist auch in Mitteleuropa frosthart (Winterhärte: USDA-Klimazonen 5–9).

Nutzung

Das rötlich-braune, harte und recht schwere Holz wird nicht sehr häufig genutzt.<ref>Sourwood bei Wood Database.</ref> Man fertigt daraus Werkzeuggriffe und nutzt es als Feuerholz.

Die Blüten sind wichtig zur Honiggewinnung.

Die sauren Blätter werden roh gegessen. Medizinische Verwendungen wurden untersucht.<ref>Eintrag bei Plants for a Future </ref>

Besonders auf Grund seiner schönen Herbstfärbung wird der Sauerbaum als Ziergehölz verwendet.

Literatur

  • Charles Sprague Sargent: The Silva of North America. Volume V, Houghton, Mifflin, 1893, S. 133–136, Tab. CCXXXV, online auf biodiversitylibrary.org.
  • Robert K. Godfrey: Trees, Shrubs, and Woody Vines of Northern Florida and Adjacent Georgia and Alabama. Univ. of Georgia Press, 1988, ISBN 0-8203-1035-2, S. 256 f, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..

Quellen

Weblinks

Commons: Sauerbaum (Oxydendrum arboreum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="FNA">Walter S. Judd: Oxydendrum de Candolle. In: Flora of North America. Vol. 8. [1].</ref> </references>