Schafhof (Freising)
Der Schafhof ist ein auf einer Anhöhe bei Freising gelegener ehemaliger landwirtschaftlicher Zweckbau, der heute vom Bezirk Oberbayern als Europäisches Künstlerhaus genutzt wird.
Geschichte
Der Schafhof des landwirtschaftlichen Musterguts Weihenstephan wurde 1819/1820 im Auftrag des bayerischen Königs Max I. Joseph als Stall für die in seinem Privatbesitz befindliche Merinoschafherde errichtet. In der Umgebung („Schleimbuckel“ und „Diebswinkel“) des Hofes wurden etwa 50 ha Wald gerodet, um Weiden und Wirtschaftsflächen zu erhalten.<ref name="HisSp">V. Stegmann (Hrsg.): Historische Spuren in der Kulturlandschaft … S. 38.</ref> Der Bau war so konzipiert, dass 500 Schafe Platz finden sollten.<ref name="HisSp" /> Bauherr war der Agrarwissenschaftler Max Schönleutner. Im Jahre 1888 wurde die Schafzucht beendet, bis 1930 wurde eine Jungviehhaltung (Rinder) in Kombination mit Schafen durchgeführt.<ref name="HisSp" /> Bis in die 1960er Jahre wurde der Schafhof bewirtschaftet.
Nach längerem Leerstand wurde der Schafhof vom Bezirk Oberbayern um 1990<ref name="HisSp" /> erworben und renoviert. Er wurde von 1994 an als landwirtschaftliches Museum zum Thema Bayerns Landwirtschaft seit 1800 genutzt. Das Museum war eine Außenstelle des Bayerischen Nationalmuseums. Wegen mangelnden Besucherinteresses wurde es im Jahr 2002 geschlossen.<ref>Freisinger Schafhof: Wie schon 1820. 13. April 2023, abgerufen am 5. Mai 2024.</ref>
Am 10. Juli 2005 wurde der Schafhof als „europäisches künstlerhaus oberbayern“ wiedereröffnet.
Bau
Vom landwirtschaftlichen Zweckbau sind die klassizistischen Kopfbauten mit giebelseitigen Tennenauffahrten aus der Zeit um 1825 erhalten. Der in der Mitte befindliche Stallteil mit seinem markanten Bohlenlamellendach wurde nach 1990 durch einen Neubau ersetzt.<ref name="HisSp" /> Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (Nr. D-1-78-124-242).
Literatur
- Veronika Stegmann, Chris Loos (Hrsg.): Historische Spuren in der Kulturlandschaft der Region Mittlere Isar. Institut für Landschaftsarchitektur der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Freising 2014.
- Ingolf Bauer, Nina Matt: Bayerns Landwirtschaft seit 1800: Texte zum Museum im Schafhof. Kastner 1994, ISBN 978-3980351836.
- I. Bauer: Das Bohlendach des Schafhofes von Weihenstephan. In: Schönere Heimat. 1992, ISSN 0177-4492.
Weblinks
- schafhof - europäisches künstlerhaus oberbayern
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Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 48° 24′ 40,9″ N, 11° 43′ 47,2″ O
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