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Marchegger Ostbahn

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Wien Stadlau–Bratislava hl.st.
Datei:4734 101 Marchegger Ostbahn.jpg
Testfahrten bei Ober-Siebenbrunn nach dem Umbau.
Testfahrten bei Ober-Siebenbrunn nach dem Umbau.
Datei:Karte Marchegger Ostbahn.png
Streckenverlauf
Streckennummer (ÖBB):117 01
Kursbuchstrecke (ÖBB):910
Kursbuchstrecke (ZSSK):100
Streckenlänge:54 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:Wien Stadlau–Staatsgrenze:
15 kV 16,7 Hz
Staatsgrenze–Bratislava:
25 kV, 50 Hz ~
Maximale Neigung:
Minimaler Radius:360 m
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Zweigleisigkeit:Wien–Marchegg
Devínska Nová Ves–Bratislava hl.st.
<templatestyles src="BS/styles.css" />
Laaer Ostbahn von Wien Hauptbahnhof
0,000 Wien Stadlau Frachtenbahnhof
0,725 Wien Erzherzog-Karl-Straße 161 m ü. A.
Laaer Ostbahn nach Laa an der Thaya
1,872 Wien Hirschstetten 161 m ü. A.
2,236 Anschlussbahn (Awanst) DZH (neu)
2,803 Anschlussbahn (Awanst) DZH (alt)
3,100 Wien Hausfeldstraße (bis 30. September 2018) 160 m ü. A.
3,259 Ende ETCS L2
4,467 Wien Aspern Nord (seit 1. Oktober 2018) 159 m ü. A.
4,887 Anschlussbahn (Awanst) Opel Austria
von Breitenlee Verschiebebahnhof
von Flugfeld Aspern
Breitenlee Südabzweigung
von Breitenlee Verschiebebahnhof
7,050 HOA/FOA/SOA-Anlage
8,258 Landesgrenze Wien / Niederösterreich
10,326 Raasdorf 156 m ü. A.
10,362 Anschlussbahn (Awanst) Lagerhaus Raasdorf
14,241 Anschlussbahn (Awanst) Ladeplatz Glinzendorf
14,604 Glinzendorf 153 m ü. A.
18,012 Rußbach
18,455 von Engelhartstetten
19,487 Siebenbrunn-Leopoldsdorf 152 m ü. A.
19,569 Anschlussbahn (Awanst) Lagerhaus Obersiebenbrunn
19,597 Anschluss Zuckerfabrik Agrana
22,387 Anschlussbahn (Awanst) Lagerhaus Untersiebenbrunn
22,676 Untersiebenbrunn 150 m ü. A.
23,587 Stempfelbach
26,731 Anschlussbahn (Awanst) Kieswerk
27,120 Schönfeld-Lassee 155 m ü. A.
27,625 Rübenladegleis Schönfeld-Lassee
30,760 HOA/FOA/SOA-Anlage
32,453 Breitensee NÖ 149 m ü. A.
Marchfeldbahn von Gänserndorf
35,527 Anschlussbahn (Awanst) Lagerhaus Marchegg
35,606 Marchegg 149 m ü. A.
37,910 Marchviadukt (Staatsgrenze Österreich-Slowakei)
(Systemtrennstelle 15 kV / 25 kV)
von Skalica/Břeclav
41,530 Devínska Nová Ves 161 m n.m.
Potok Mláka
Devínska Nová Ves zastávka
49,210 Bratislava-Lamač 207 m n.m.
51,179 Železná studienka 197 m n.m.
53,098 Tunnel Lamač
54,364 Bratislava hl.st. 180 m n.m.
nach Žilina, nach Budapest und nach Hegyeshalom

Koordinaten: 48° 13′ N, 16° 27′ O

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Die Marchegger Ostbahn, auch Ostbahn (östliche Linie), ist eine Hauptbahn in Österreich und der Slowakei. Sie bildet eine Verbindung zwischen Wien und Bratislava hlavná stanica in Bratislava. Die Strecke wurde im österreichischen Abschnitt von 2016 bis 2024 zweigleisig ausgebaut und bis Ende 2022 elektrifiziert. Der Abschnitt von Marchegg Staatsgrenze bis Devínska Nová Ves wurde bis Oktober 2025 erneuert und elektrifiziert, bleibt aber vorerst eingleisig.

In Wien wird die Strecke von der Schnellbahnlinie S80 genutzt und als Stadlauer Schnellbahn bezeichnet.

Historisch war die Marchegger Ostbahn jahrzehntelang Teil der Hauptverbindung Wien–Budapest; auch der Orient-Express befuhr die Strecke, die damals bereits zweigleisig war, aber später auf ein Gleis zurückgebaut wurde.

Geschichte

Der erste Teil der Strecke von Marchegg nach Preßburg/Bratislava wurde bereits 1848 durch die Ungarische Zentralbahn als Teil der in Bau befindlichen Verbindung Wien–Budapest in Betrieb genommen. Der erste Zug von Wien nach Pressburg fuhr am 10. August und wurde von der Lokomotive Bihár gezogen. Dieser Zug fuhr von Wien über die Nordbahn und deren im Jahr 1847 eröffnete Flügelbahn Gänserndorf-Marchegg. Nach dem Konkurs der Ungarischen Zentralbahn wurde die Strecke von der k.k. Südöstlichen Staatsbahn betrieben, die 1850 die durchgehende Strecke bis Budapest fertigstellte. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 63 km/h dauerte die Fahrt Wien–Budapest 6 Stunden und 10 Minuten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eisenbahnmuseum Bratislava (Memento vom 30. November 2011 im Internet Archive)</ref> Am 1. Jänner 1855 wurde die SöStB privatisiert, die Strecke Marchegg-Preßburg wurde ein Teil der Staatseisenbahn-Gesellschaft. Am 1. Dezember 1866 erhielt die Staatseisenbahn-Gesellschaft die Konzession zum Bau der Bahnstrecke vom Wiener Ostbahnhof über Stadlau nach Marchegg.<ref>Reichsgesetzblatt für das Kaisertum Oesterreich: 6. Concessionsurkunde vom 1. December 1866. kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1867, S. 11–17 (onb.ac.at).</ref> Eine Klage der Kaiser Ferdinands-Nordbahn wegen Verletzung ihrer Privilegien wurde im September 1867 abgewiesen.<ref>https://anno.onb.ac.at/cgi-content/annoshow?call=aog%7C18671029%7C3%7C100.0%7C0</ref> Am 24. November 1870 wurde die Bahn eröffnet.<ref>Mittheilungen über Eisenbahnen und sonstigen Transport-Anstalten: Oesterreichische Staatsbahn. In: Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen. Nr. 47, 25. November 1870, S. 794 (digitale-sammlungen.de).</ref> Wegen des starken Verkehrs wurde die Strecke im Jahr 1884 zweigleisig ausgebaut. 1909 wurde die private Staatseisenbahn-Gesellschaft verstaatlicht. Mit dem Zerfall der Donaumonarchie nach dem 1. Weltkrieg, nahm der Verkehr auf der Strecke ab. Von 1955 bis 1989 durchfuhr die Strecke auf der Marchbrücke den Eisernen Vorhang.

Für den innerstädtischen Nahverkehr in Wien wurde nach dem Einsturz der Reichsbrücke im Jahr 1976 als Notmaßnahme der Schnellbahnverkehr bis zur Haltestelle Erzherzog-Karl-Straße eingeführt. Diese Maßnahme bewährte sich, 1980 wurde die Schnellbahn bis Hirschstetten-Aspern (heute: Hirschstetten) ausgeweitet. 1987 folgte die Verlängerung zur Hausfeldstraße. Der bereits zu seiner Zeit ausstehende Ausbau der Strecke im Wiener Stadtgebiet, sowie die Verlängerung der U2 in die Seestadt, hatten zur Folge, dass die Linienführung der S80 mit 12. Dezember 2010 in der Erzherzog-Karl-Straße temporär beendet worden ist. Zwei Jahre später, am 9. Dezember 2012, wurde die S80 abermals nach Hirschstetten verlängert. Die mittlerweile provisorisch erhaltene Haltestelle Hausfeldstraße wurde nicht mehr angefahren. Mit 19. Mai 2017 ist die Haltestelle Hirschstetten provisorisch verlegt worden, in dieser Zeit konnte die S80 nicht hinter der Erzherzog-Karl-Straße stadtauswärts fahren. Erst mit Eröffnung der Verkehrsstation Wien Aspern Nord am 1. Oktober 2018, und dem darauffolgenden Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018, wurde die Stadlauer Schnellbahn schlussendlich bis zu dieser verlängert. Eine Erweiterung über das Wiener Stadtgebiet hinaus ist nicht vorgesehen.

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 und der damit verbundenen Teileröffnung des Wiener Hauptbahnhofes verkehren die Züge der Marchegger Ostbahn nun ab bzw. bis Wien Hauptbahnhof.

War zwischen 2004 und 2013 als Hauptverbindung Wien – Bratislava der Verlauf Wien Hauptbahnhof – Flughafen Wien – Götzendorfer Spange – Parndorf – Kittsee – Bratislava-Petržalka als Teil des vorrangigen TEN-Vorhabens 17 vorgesehen, hat es sich im Zuge des TEN-T Policy Reviews 2009–2013 herausgestellt, dass dieser Verlauf nicht der TEN-Planungsmethode entsprach. Deshalb wurde 2013 für den hochrangigen Personenverkehr Wien – Bratislava die Marchegger Ostbahn als Direktverbindung der Hauptbahnhöfe in Wien und Bratislava ins TEN-Kernnetz und in den Kernnetzkorridor Ostsee – Adria aufgenommen. Für den Güterverkehr wurde im TEN-Kernnetz der Verlauf über Gramatneusiedl, Parndorf und Kittsee festgelegt.

Ehemalige Zweigbahnen

Vom Bahnhof Siebenbrunn-Leopoldsdorf ausgehend hatte die Marchegger Ostbahn eine Zweigbahn mit zwei Ästen. 1909 wurden die Strecken der Niederösterreichischen Landesbahnen nach Engelhartstetten und, von dieser abzweigend, von Breitstetten nach Orth an der Donau eröffnet. 1922 übernahmen die Österreichischen Bundesbahnen den Betrieb. 1937 wurde der Personenverkehr auf der Strecke Breitstetten–Orth eingestellt. Die Strecke Siebenbrunn-Leopoldsdorf–Engelhartstetten wurde noch bis 2003 planmäßig von Personenzügen befahren. Im Dezember 2013 wurden die Gleisanlagen schließlich abgetragen, nachdem die Strecken an das Land Niederösterreich übergeben worden waren.

Zwischen 1916/1917 und 1926 gab es eine Verbindungsstrecke zum Verschiebebahnhof Breitenlee mit zwei noch heute sichtbaren Anschlüssen in Höhe Cassinonestraße. Zwischen den beiden Anschlüssen befand sich die Haltestelle Breitenlee Südabzweigung von wo aus eine kurze Flügelbahn zum Flugfeld Aspern führte. Sie wurde bei Großveranstaltungen für den Personenverkehr genutzt.<ref>Allgemeine Sport-Zeitung, 25.09.1920, Seite 522, Notizen - Das morgige Schaufliegen </ref>

Ausbau (2016 bis 2025)

Datei:Glinzendorf-Bf-02.jpg
Haltestelle Glinzendorf vor …
Datei:Bahnhof Glinzendorf 2021 01 Ansicht.jpg
… und nach dem Ausbau der Marchegger Ostbahn in den Jahren 2016 bis 2025

Die Bahn soll nach der Erklärung zur Hochleistungsstrecke zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden. Außerdem soll dann großteils eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h für Fernverkehrszüge möglich sein<ref>Bahnstrecke Wien-Bratislava vor Ausbau im NÖ Abschnitt. 30. August 2018, abgerufen am 30. August 2018.</ref>, weshalb im entsprechenden niederösterreichischen Abschnitt alle Eisenbahnkreuzungen beseitigt werden mussten. In Wien gibt es weiterhin zwei Eisenbahnkreuzungen (Telephonweg und Schafflerhofstraße). Seit August 2014 liegt der Genehmigungsbescheid vor.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ÖBB-Strecke 117 Stadlau – Staatsgrenze nächst Marchegg – Ausbau und Elektrifizierung, Bescheid des BMVIT: UVP und teilkonzentriertes Genehmigungsverfahren (Memento vom 10. Februar 2015 im Internet Archive), abgerufen am 27. November 2015</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BMVIT: Rahmenplan 2011–2016 ÖBB-Infrastruktur AG – Eisenbahninfrastruktur (PDF; 829 kB) (Memento vom 10. Februar 2015 im Internet Archive)</ref> Die Elektrifizierung zwischen Marchegg und der Staatsgrenze war im Rahmenplan der ÖBB-Infrastruktur AG 2014–2019 ab 2019 geplant.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BMVIT: Rahmenplan der ÖBB-Infrastruktur AG 2014–2019 und ASFINAG 2015–2020 (Memento vom 19. April 2015 im Internet Archive) (PDF), abgerufen am 10. April 2015</ref>

Am 28. September 2016 erfolgte unter Beisein des österreichischen Infrastrukturministers Jörg Leichtfried, des slowakischen Infrastrukturministers Viktor Stromček, Wiens Stadträtin Renate Brauner, Niederösterreichs Landesrat Karl Wilfing und ÖBB-Chef Andreas Matthä der Spatenstich zum Ausbau der Strecke Stadlau – Marchegg – Staatsgrenze. In Österreich erfolgte, vorerst selektiv, der zweigleisige Ausbau, in der Slowakei verbleibt die Strecke eingleisig. Dazu wurde der Abschnitt auf Wiener Gemeindegebiet und der Abschnitt Siebenbrunn-Leopoldsdorf – Schönfeld-Lassee zweigleisig ausgebaut. Der weitere zweigleisige Ausbau in Österreich und in der Slowakei sollte zunächst in einer zweiten Ausbauphase bedarfsgerecht bei entsprechender Entwicklung der Verkehrsnachfrage erfolgen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ÖBB: Startschuss: Streckenausbau Wien – Bratislava (Memento vom 29. September 2016 im Internet Archive), abgerufen am 29. September 2016</ref><ref>Wien–Bratislava in 40 Minuten. In: bmvit INFOTHEK. (bmvit.gv.at [abgerufen am 10. Juli 2017]).</ref> Er ist im Rahmenplan 2021–2026 der ÖBB enthalten<ref>Rahmenplan 2021–2026 der ÖBB</ref> und wurde wie geplant<ref>Marchegger Ostbahn schon 2025 zweigleisig</ref> 2025 fertig.<ref>ORF 8. Oktober 2025: Marchegger Ostbahn nun komplett elektrifiziert</ref> Bis Ende 2022 erfolgte die Elektrifizierung von Stadlau bis Marchegg. Seit Juli 2024 ist die Strecke von Wien Aspern Nord bis Marchegg durchgängig zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Zudem wurde im Rahmen dieser Baumaßnahme ein zweites Wendegleis in Aspern Nord fertiggestellt und in Betrieb genommen, um einen 15-Minuten-Takt der Linie S80 zu ermöglichen.<ref>2,4 Mrd. Euro an Investitionen für die nachhaltige Verkehrswende in und um Wien. ÖBB-Holding AG, 19. April 2022, abgerufen am 19. Januar 2026.</ref><ref>Marlene Graupner: Neues Wendegleis in Wien: Linie S80 soll in Zukunft alle 15 Minuten kommen. In: www.meinbezirk.at. 27. Februar 2024, abgerufen am 19. Januar 2026.</ref> Die Fahrzeit zwischen Wien Hbf und Bratislava hl.st. verkürzte sich auf weniger als eine Stunde.<ref name=start />

Die Bauarbeiten begannen 2017 im Wiener Stadtgebiet, wo bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 die Strecke zwischen der S-Bahn-Station Wien Erzherzog-Karl-Straße und dem Umsteigeknoten Wien Aspern Nord (U2, S80) zweigleisig ausgebaut und zwischen Wien Hausfeldstraße und Wien Aspern Nord elektrifiziert wurde. Am 30. November 2018 wurde das Wiener Teilstück feierlich eröffnet.<ref>Wien-Bratislava-Ausbau: Wiener Teilstück fertig auf ORF Wien vom 30. November 2018, abgerufen am 1. Dezember 2018</ref><ref>Wien – Bratislava zweigleisiger Ausbau – Teileröffnung auf hirschstetten.info vom 30. November 2018, abgerufen am 1. Dezember 2018</ref> Ende März 2020 wurde der Umbau des Bahnhofs Raasdorf abgeschlossen.<ref>Streckenausbau Wien – Bratislava: Raasdorf als erster Bahnhof im niederösterreichischen Abschnitt fertiggestellt Presseinformation der ÖBB vom 21. April 2020</ref>

In den Jahren 2020/2021/2022 wurden, vor allem während der Streckensperren in den Sommermonaten, umfangreiche Arbeiten an Gleis-, Oberleitungs- und Sicherungsanlagen durchgeführt, sowie 4 Bahnhöfe und 5 Haltestellen barrierefrei umgebaut und modernisiert.<ref>noe ORF at/Agenturen red: Sommersperre auf Marchegger Ostbahn. 27. Juni 2021, abgerufen am 12. Januar 2022.</ref> Im Zeitraum von Juli 2021 bis September 2022 wurde der Bahnhof Schönfeld-Lassee als letzte der 9 Betriebsstellen der Marchegger Ostbahn einem großflächigen Umbau unterzogen. Seit Juni 2022 wurde in Österreich der Endausbau zur durchgehend zweigleisigen Strecke vollzogen und konnte bis Juli 2024 abgeschlossen werden. Per 16. Oktober 2022 wurde die 15-kV-Oberleitung zwischen Wien Aspern Nord und der Abzweigung zur Marchfeldbahn am Bahnhof Marchegg aktiviert.

Nach der erfolgten Fertigstellung der Elektrifizierung der Strecke von Wien bis Marchegg waren für das Fahrplanjahr 2023 keine Änderungen im Regionalverkehr vorgesehen. Die stündlichen REX8-Züge nach Bratislava und der zweistündliche R81 nach Marchegg mit den werktäglichen Verdichtern zum Stundentakt am Morgen und am Nachmittag sollen weiterhin wie vor der Elektrifizierung verkehren.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 ersetzen Elektro-Triebwagen der ÖBB Reihe 4746 die Diesel-Triebwagen der Reihe 5047 auf der Linie R81 nach Marchegg.<ref>Österreich-Wien: Öffentlicher Schienentransport/öffentliche Schienenbeförderung, 2018/S 233-533558, Vorinformation für öffentliche Dienstleistungsaufträge, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 4. Dezember 2018</ref>

Alle Zugverbindungen von Marchegg via Devínska Nová Ves nach Bratislava wurden vom 4. März 2024 bis 11. Oktober 2025<ref>Bauarbeiten Marchegg - Bratislava. ÖBB, abgerufen am 8. Oktober 2025.</ref> baustellenbedingt eingestellt. Ab dem 11. Oktober bieten die ÖBB täglich 19 Nahverkehrszugpaare zwischen Wien und Bratislava an. In Zukunft sollen vier Eurocity-Zugpaare die Strecke befahren.<ref name=start>Marchegger Ostbahn: Start des elektrischen grenzüberschreitenden Bahnbetriebs in die Slowakei. ÖBB, 6. Oktober 2025, abgerufen am 8. Oktober 2025.</ref>

Ab Marchegg über die March bis nach Devínska Nová Ves ist die Strecke weiterhin nur eingleisig ausgeführt, aber nach den Umbauarbeiten durchgehend elektrifiziert. Die Systemtrennstelle zwischen den Bahnstromsystemen befindet sich in der Mitte der Marchbrücke. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf slowakischer Seite beträgt 80 km/h, auf der Marchbrücke 70 km/h und bei der Einfahrt in den Bahnhof Devínska Nová Ves nur 40 km/h. Auf dem Planum des zweiten Gleises wurden Oberleitungsmasten errichtet.<ref>Michal Feik: Skúšobná jazda vlaku s elektrickým rušňom. Marchegg - Devínska Nová Ves (Cabin View 6.10.2025). In: www.youtube.com. 6. Oktober 2025, abgerufen am 19. Januar 2026.</ref><ref name="krone1">Wien-Bratislava: Neue Strecke wird „ausgebremst“. Kronen Zeitung, 6. Februar 2026, abgerufen am 8. Februar 2026.</ref>

Streckenverlauf

Sie zweigt nach dem Bahnhof Wien Stadlau von der von Wien Hauptbahnhof kommenden Laaer Ostbahn ab und führt durch das Marchfeld nach Marchegg, wo sie mit der Bahnstrecke Gänserndorf–Marchegg zusammentrifft. Der Marchegger Ast verläuft wie mit dem Lineal gezogen schnurgerade durch das Marchfeld und weist den längsten völlig geraden Schienenweg (etwa 30 km Länge) Österreichs auf. An der Bahnlinie liegen viele Getreidespeicher und Ladeplätze für Feldfrüchte. Im Bahnhof Siebenbrunn-Leopoldsdorf mündet die Anschlussbahn zur Zuckerfabrik der Firma AGRANA.

Von Wien Stadlau bis Marchegg ist die Strecke zweigleisig ausgebaut. Mit 10. Jänner 2012 wurde die Strecke zur Hochleistungsstrecke erklärt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Erklärung zur Hochleistungsstrecke (Memento vom 3. Oktober 2013 im Internet Archive) (PDF; 49 kB)</ref> Im Dezember 2022 wurde die Elektrifizierung der Strecke bis Marchegg abgeschlossen.<ref>orf.at: Neuer Zugfahrplan bringt höhere Preise, 8. Dezember 2022</ref>

Nach dem Grenzbahnhof Marchegg überquert die Bahn die March, welche die Grenze zur Slowakei bildet und gelangt auf eine Niederterrasse des weiten Marchtales. Im Bahnhof Devínska Nová Ves (Theben Neudorf) mündet die zweigleisige elektrifizierte Bahnstrecke Devínska Nová Ves–Skalica na Slovensku in die Marchegger Ostbahn, welche ab hier ebenfalls zweigleisig und elektrifiziert ist. Die Linie wendet sich am Nordfuß des Devínska Kobyla / Thebener Kogels streng ostwärts, um im kleinen Becken von Dúbravka (Bratislava) wieder südwärts und am Flankenfuß des Südzipfels der Kleinen Karpaten zum Hauptbahnhof Preßburg / Bratislava hl.st. zu gelangen.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />