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BVB-Stadion

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. März 2026 um 23:22 Uhr durch imported>Rafael Zink (Lage und Ausstattung: Lf, Artikel in Arbeit. die ITF verlief östlich am Magerviehhof).
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BVB-Stadion

Datei:BVG-Stadion Tribuene 1.JPG
2009: Blick auf die 2015 abgerissene Tribüne des Stadions<ref name="Wiesel">Informationen zur Tribüne im Stadion. Fotograf Wiesel; abgerufen am 22. Oktober 2018.</ref>
Daten
Ort DeutschlandDeutschland Berlin-Lichtenberg, Deutschland
Koordinaten 52° 31′ 46,8″ N, 13° 30′ 8,1″ O
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Eigentümer Stadt Berlin
Eröffnung ca. 1922
Renovierungen 2010er/2020er Jahre
Abriss Tribüne: 2015<ref name="Abriss">Antwort des Senats auf die Anfrage eines WP-Nutzers im Jahr 2017 auf das Fehlen des Baus in der Denkmalliste (siehe Diskussionsseite).</ref>
Oberfläche Naturrasen
Architekt Jean Krämer (Tribüne)
Kapazität ca. 2000 Zuschauer
Spielfläche 106 m × 80 m
Heimspielbetrieb
Lage

Das BVB-Stadion<ref>Feierliche Übergabe des BVB-Stadions nach Sanierung. In: Bezirksamt Lichtenberg von Berlin. 21. Oktober 2021, abgerufen am 1. Juli 2025.</ref> (auch: BVG-Stadion) ist eine Sportstätte im Berliner Ortsteil Lichtenberg des gleichnamigen Bezirks. Es wurde zwischen 1920 und 1922 erbaut und diente zuerst unter der Bezeichnung Straßenbahnerplatz der sportlichen Ertüchtigung der Mitarbeiter des in der Nähe gelegenen Straßenbahnhofs Lichtenberg. Die Berliner Verkehrsbetriebe sind – auch nach dem Mauerfall – noch immer die Betreiber. Zuerst wurde das Stadion umfassend saniert, dann musste die marode denkmalgeschützte Tribüne abgetragen werden. Die Sportstätte wird vom Betriebssportverein für verschiedene Sportarten genutzt.

Lage und Ausstattung

Das Stadiongelände befindet sich im Norden des Ortsteils Lichtenberg an der Siegfriedstraße 71. Begrenzt wird es im Westen durch die Siegfriedstraße, im Norden durch ein Gewerbegebiet und im Osten sowie im Süden durch die Gleise der stillgelegten Industriebahn für die Großbetriebe in der Herzbergstraße. Früher befand sich östlich in direkter Nachbarschaft zum BVG-Stadion das Lichtenberger Stadion, das 1990 aufgegeben und bis zur Erweiterung des Landschaftsparks Herzberge stückweise von der Natur zurückerobert wurde. Seit den 2010er Jahren ist es total beseitigt, seine Fläche wurde in den Landschaftspark mit einbezogen.

Neben dem eigentlichen Hauptstadion gibt es auf dem Gelände noch zwei Kunstrasenplätze (ein Groß- sowie ein Kleinfeld), einen Tennisplatz, zwei Beachvolleyballanlagen, zwei Badmintonfelder sowie mehrere Funktionsbauten (Sportfunktionsgebäude). Zum Stadion gehören neben dem Rasenfußballplatz eine 400-Meter-Laufbahn und mehrere Leichtathletikanlagen.

Geschichte des Stadions und weiterer Bauten

Überblick

Datei:BVG-Stadion Tribuene 7.JPG
Tribünen-Ruine des BVG-Stadions, März 2009

Das Stadion wurde um 1920 direkt neben dem ebenfalls 1920 fertiggestellten Lichtenberger Stadion erbaut. Die überdachte Zuschauertribüne an der östlichen Längsseite des Stadions wurde dabei nach Plänen des Architekten Jean Krämer errichtet und stand bis zu ihrem Abriss 2015<ref name="Wiesel" /> unter Denkmalschutz. Als die BVG 1928 gegründet wurde, ging das Stadion in deren Besitz über und erhielt den Namen BVG-Stadion.

Stadion

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Stadiongelände Fliegerabwehreinheiten der deutschen Wehrmacht stationiert und ein Munitionslager angelegt. Die von der Frankfurter Allee vordringenden Kämpfer der Roten Armee konzentrierten sich bei ihren Straßenkämpfen auf diesen Abschnitt.<ref>Richard Lakowski, Klaus Dorst: Berlin. Frühjahr 1945, Militärgeschichtliche Skizzen. Militärverlag der DDR, S. 44 f: Antifaschisten erleben die Befreiung Lichtenbergs.</ref> Zur Beseitigung der Trümmer, die durch Kämpfe und Bombenabwürfe an den großen benachbarten Industriebetrieben entstanden waren, richtete die Bezirksverwaltung Lichtenberg zwischen 1945 und 1948 eine kleine Trümmerbahnstrecke vom Stadiongelände über die Reinhardsbrunner Straße bis zur heutigen Straße Am Wasserwerk ein. Die alten Flakstellungen wurden dabei mit Trümmern eingeschüttet.<ref>Angela M. Arnold, Gabriele von Griesheim: Trümmer, Bahnen und Bezirke. Selbstverlag, 2002, S. 124/125.</ref>

Nach der Schuttkippung übernahm ab 1948 die BVG ihren Platz wieder. Er diente nun als Betriebssportplatz für die neu gegründete SV Berliner VG 49.<ref>Vorbei der Feuerbrand… / Kriegsende und Neubeginn in einem Berliner Bezirk (Ausstellungskatalog). Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 1995.</ref> In den 1970er Jahren wurde die Sportanlage in BVB-Stadion umbenannt, was aus Namensstreitigkeiten zwischen den Ost- und West-Berliner Verkehrsgesellschaften resultierte.

Nach dem Mauerfall 1989 wurden die Gesamt-Berliner Verkehrsbetriebe wieder Eigentümer der Sportanlage. Sie ließen das BVB-Stadion Ende der 1990er Jahre sanieren. Bei den Erdarbeiten fanden die Arbeiter über fünf Tonnen teilweise noch scharfer Munition sowie eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe, die beseitigt wurden.<ref>250 Kilogramm schwerer Blindgänger lag unter Flugzeugwrack / Siegfriedstraße war mehrere Stunden lang gesperrt: Bombenfund auf dem Sportplatz: 320 Menschen wurden evakuiert. In: Berliner Zeitung. 20. Januar 2000, abgerufen am 15. Juli 2024.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Noch mehr Munition im Stadion gefunden. (Memento vom 17. Januar 2016 im Internet Archive) In: Berliner Zeitung</ref> Danach erhielt das Stadion eine neue Rasenfläche und kann wieder uneingeschränkt bespielt werden.

Schwimmbad

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1985-0806-001, Berlin, Schwimmbad Siegfriedstraße, Sport- und Neptunfest.jpg
Neptunfest im Freibad, 1985
Datei:BVG-Stadion Freibad 3.JPG
Ehemaliges Freibad im März 2009

Bei der Anlage des BVG-Stadions wurde auf einer Fläche von ca. 20.000 m² nördlich des Stadionrunds im Jahr 1928 auch ein Freibad gebaut. Es diente ausländischen Schwimm-Wettkämpfern als Trainingsstätte für die Olympischen Sommerspiele 1932 und 1936.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte zunächst keine sportliche Nutzung des Schwimmbeckens, bis die DDR in den 1960er Jahren die Anlagen überarbeiten ließ und das Freibad wieder eröffnete. Als Sommervolksbad war es bis in die späten 1980er Jahre in Benutzung und wurde BVB-Freibad genannt. Die jugendlichen Teilnehmer an den Zeltlagern auf dem früheren Gelände des Lichtenberger Stadions waren häufig zu Gast im Schwimmbad. Ab den 1990er Jahren war es ohne Totalsanierung nicht mehr nutzbar und wurde deshalb abgetragen.

Ballsportanlagen, neue Sanierung und aktuelle Nutzung

Auf der Fläche des ehemaligen Freibades wurden 2019 zwei Beachvolleyballanlagen, ein Kleinspielfeld für Fußball mit Trainingsplatzbeleuchtungsanlage und zwei Badmintonfelder errichtet. Das Kleinspielfeld ist mit einem sandverfüllten Kunstrasen ausgestattet. Das Bauvorhaben kostete rund 795.000 Euro.<ref>Zwei Sportflächen pünktlich zu Weihnachten fertig. Bezirksamt Lichtenberg, Pressemitteilung, 18. Dezember 2019.</ref>

Im Jahr 2015 wurde die Tribüne mit Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde abgerissen und somit aus der Berliner Denkmalliste entfernt.<ref name="Abriss" />

Mit finanzieller Unterstützung der Berliner Wasserbetriebe führte die BVG in den 2010er Jahren eine weitere umfassende Sanierung des Sportkomplexes durch. Im Herbst 2021 waren zunächst die Ballspielplätze (ein Großspielfeld, zwei Kleinspielfelder) wieder spielbereit. Eine 250-m-Laufbahn, leichtathletische Nebenanlagen, Federball-/Badminton-, Tennis- und Volleyballplätze wurden eröffnet. Im Mai 2022 konnte auch die Modernisierung der Funktionsgebäude erfolgreich beendet werden. Der Stadionumbau kostete rund fünf Millionen Euro, die sonstigen Arbeiten des Gebäudes werden mit 1,3 Millionen Euro beziffert. Neben dem SV BVB sollen die Sportanlagen nun auch für weitere sieben Regionalsportvereine genutzt werden.<ref>Bernd Wähner: Sanierung des Stadions ist abgeschlossen. In: Berliner Woche, 28. Mai 2022, S. 2.</ref>

Klubhaus mit Tribüne

Der Träger des BVB-Stadions, der Bezirk Lichtenberg, errichtete bis 2010 gegenüber der ehemaligen Tribüne ein mehrgeschossiges Klubhaus auf dem Gelände, das den Anforderungen an eine weitere sportliche Nutzung voll genügt.<ref>Ronald Gorny: Lichtenberg rettet Schulen. In: Berliner Kurier, 7. Januar 2009.</ref> In Form, Abmessungen und Steinsichtigkeit lehnt sich das neue Haus an die historische Tribüne an. Es kann auch als Tribüne für wenige Zuschauer dienen.<ref>Neue Tribüne im Lichtenberger BVG-Stadion (Bild 73). Bei: turus.net, abgerufen am 15. Juli 2024.</ref>

Literatur

  • Peter Czoch, Daniel Küchenmeister, Thomas Schneider: BVB-Stadion – Trams und Trauer. In: Fußballheimat Berlin. 100 Orte der Erinnerung. Ein Stadtreiseführer. Arete Verlag, Hildesheim 2024, ISBN 978-3-96423-115-4, S. 32–33.

Weblinks

Commons: BVG-Stadion – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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