Lichenin
| Strukturformel | |||
|---|---|---|---|
| Beta-1,3-1,4-glucan | |||
| Allgemeines | |||
| Name | Lichenin | ||
| CAS-Nummer | Vorlage:CASRN | ||
| Monomere/Teilstrukturen | Glucose | ||
| Eigenschaften | |||
| Aggregatzustand |
fest | ||
| Sicherheitshinweise | |||
| |||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||
Lichenin, auch Flechtenstärke oder Moosstärke, ist ein farb- und geschmackloses Polysaccharid, genauer ein Glucan, das als Speicher-Kohlenhydrat in verschiedenen Flechten und Moosen und in geringeren Mengen auch in Gefäßpflanzen vorkommt. In hohen Konzentrationen findet es sich zum Beispiel im Isländischen Moos (Cetraria islandica) und in den Bartflechten (Usnea). In Hafer und Gerste kann Lichenin 6 bis 8 Prozent der Trockenmasse ausmachen, in Weizen und Roggen höchstens etwa 2 Prozent.<ref>Lichenin - Altmeyers Encyclopedia - Department Phytotherapy. 29. Oktober 2020, abgerufen am 11. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Chemische Eigenschaften
Chemisch ist Lichenin ein unverzweigtes Polysaccharid der Glucose, ähnlich der Cellulose, allerdings enthält es neben β-1→4-glycosidischen Verknüpfungen etwa 30 % 1→3-glycosidische Verzweigungen. Im Gegensatz zur Cellulose ist es wasserlöslich und ergibt beim Aufkochen in Wasser eine kolloidale Lösung, weshalb es in den Ernährungswissenschaften zu den Schleimstoffen gezählt wird. Weil die β-1→4–Verknüpfungen das Lichenin unverdaulich machen, ist Lichenin gleichzeitig ein Ballaststoff.
Literatur
- Robert Ebermann, Ibrahim Elmadfa: Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. Springer, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-211-48649-8.
- R. Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen: VOL 1: Thallophyten, Bryophyten, Pteridophyten und Gymnospermen. Birkhäuser, 1962, ISBN 978-3-7643-0164-4.
Einzelnachweise
<references />