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Hardwasser

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Hardwasser AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1955
Sitz Pratteln, Schweiz
Leitung Thomas Meier
(CEO)
Roman Meury
(VR-Präsident)
Mitarbeiterzahl 18 (Ende 2016)
Umsatz 6,5 Mio. CHF (2015)
Branche Versorgung
Website www.hardwasser.ch

Die Hardwasser AG mit Sitz in Pratteln ist ein Schweizer Wasserproduktionsunternehmen. Sie entnimmt dem Rhein Rohwasser und versickert es nach vorgängiger Filtration im Hardwald von Muttenz. Das angereicherte Grundwasser wird gefasst und mit Aktivkohlefiltern aufbereitet.

Die Hardwasser AG erzeugt jährlich 13,8 Mio. m3 Trinkwasser, davon werden drei Viertel an Basel-Stadt und ein Viertel an verschiedene Gemeinden und Wasserwerke von Basel-Land abgegeben; zusätzlich liefert die Hardwasser 0,9 Mio. m3 Brauchwasser für die Abwasserreinigungsanlage ARA-Rhein in Pratteln.<ref>Jahresbericht der Hardwasser AG 2016, S. 37. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF; 0,9 MB (Memento des Vorlage:IconExternal vom 16. November 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cdn.cleoo.com)</ref> Für Basel-Stadt entspricht die Lieferung der Hardwasser AG der Hälfte der verwendeten Trinkwassers, der Rest wird von den IWB im Wasserwerk Lange Erlen erzeugt.<ref>IWB Broschüre Trinkwasser 0615: Das kostbare Lebenselixier, S. 18. (PDF; 2,1 MB)</ref>

Geschichte

Durch den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Wasserbedarf an, was zu einem Wassermangel führte. Das Gas- und Wasserwerk Basel prüfte verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel die Anzapfung von weit entferntem Grundwasser. Ab 1950 wurde das Grundwasser im Hardwald 615567 / 265869

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  }}, einem Waldstück in der Gemeinde Muttenz, geprüft. Der Kanton Basel-Landschaft und die Gemeinde Muttenz hatten schon Voruntersuchungen getätigt. Die Arbeitsgemeinschaft für die Projektierung der Trinkwassergewinnung Hard wurde konstituiert. Das Projekt sah vor, Wasser aus dem Rhein emporzuheben und so künstlich Grundwasser anzureichern. Die Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt stimmten dem Vorhaben zu. Der letztgenannte Kanton war auch die treibende Kraft bei der Realisierung dieses Projekts. Für die Gründung der Aktiengesellschaft wurde ein Vertrag abgeschlossen, und die Gründung erfolgte am 19. Dezember 1955.

Im Hardwald wurde ab 1951 versuchsweise und ab 1956 regelmässig Grundwasser gefördert. Die Trinkwasserqualität war allerdings unbefriedigend. Ab 1958 begann die Grundwasseranreicherung durch Infiltration von Rheinwasser, die dazu erforderlichen Anlagen, Gräben und Teiche wurden bis 1977 etappenweise auf- und ausgebaut.<ref>Matousek, Baumann & Niggli AG: Auswertung und Interpretation von neuen Grundwasserdaten im Raum Muttenz / Hardwald, Grundwasseranalysen März 2004-März 2009, S. 6–7. (PDF; 8,4 MB)</ref>

Im Dezember 2007 wurden im Mischwasser Chlorbutadiene in Konzentrationen über dem Threshold of Toxicological Concern (TTC)<ref>Bundesamt für Gesundheit: Beurteilung von Kontaminanten im Trinkwasser mit Hilfe des «Threshold of Toxicological Concern» (TTC) - Konzepts. Liebefeld, 20. Januar 2009. (PDF)</ref> nachgewiesen. Das Kantonale Laboratorium Basel-Landschaft erliess darauf eine Verfügung, alles Trinkwasser zusätzlich aufzubereiten<ref>Jahresbericht der Hardwasser AG 2007, S. 3. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF; 1,0 MB (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cdn.cleoo.com)</ref>, vorerst mit vorhandenen Aktivkohlefiltern im IWB-Werk in den Langen Erlen und später in der Zentrale West der Hardwasser AG. Die Anlage wurde deshalb 2009 um eine provisorische Tankfilteranlage<ref>Jahresbericht der Hardwasser AG 2009, S. 9. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF; 1,0 MB (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cdn.cleoo.com)</ref> und 2013 um die neu gebaute Aktivkohlefilteranlage Hard<ref>Jahresbericht der Hardwasser AG 2013, S. 1 und 8. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PDF; 2,0 MB (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Oktober 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cdn.cleoo.com)</ref> erweitert.

Trinkwasserproduktion

Das Trinkwassergebiet Muttenzer Hard, wo die Hardwasser AG<ref>Die Hardwasser AG ist im Besitz der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt</ref> das Trinkwasser für 200'000 Menschen in Stadt und Agglomeration Basel gewinnt, ist umgeben von möglichen peripheren Einflüssen wie Chemiemülldeponien, dem Industriegebiet Schweizerhalle, dem Auhafen, dem Güterbahnhof Muttenz sowie der Autobahn. Damit kein natürliches Grundwasser aus der Umgebung zufliesst erzeugt die Hardwasser AG seit Jahrzehnten einen Grundwasserberg, in dem sie vorfiltriertes Rheinwasser im Überschuss in den Untergrund versickern lässt. Greenpeace Schweiz wies 2006 im Trinkwasser der Hardwasser AG Spurenverunreinigungen nach, die auf eine mögliche Herkunft aus den benachbarten Chemiemülldeponien Feldreben, Rothausstrasse und Margelacker in Muttenz weisen könnten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Noch mehr Deponiechemikalien im Trinkwasser! Greenpeace Schweiz (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.greenpeace.org (PDF; 2,7 MB)</ref> Die Umweltorganisation sowie lokale Umweltorganisationen verlangten deshalb die Totalsanierung der Chemiemülldeponien<ref>Chemiedeponien um Basel (Karte)</ref> auf Kosten der Verursacher, u. a. die Pharma- und Chemiekonzerne Novartis, Syngenta, Clariant, und BASF (ex. Ciba).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fachkom.ch</ref> Später konnte gezeigt werden, dass der Kanton Basel-Landschaft einen Teil der Schadstoffe schon 1980 im Trinkwasser der Hardwasser AG nachgewiesen hatte, die Greenpeace 2006 erneut fand. Es ist deshalb davon auszugehen, dass hochgiftige Substanzen wie Hexachlorbutadien und Tetrachlorbutadien dieses Trinkwasser während rund 30 Jahren mehr oder weniger konstant verunreinigt haben.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.sp-muttenz.chMartin Forter: Chemiemüll und Trinkwasser in Muttenz 1957–2007, Im Auftrag von Forum besorgter TrinkwasserkonsumentInnen (FbTK) und Greenpeace Schweiz, Basel, 12. Februar 2007, S. 16–33 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Ob die Schadstoffe im Trinkwasser tatsächlich aus den Chemiemülldeponien stammen, ist bis heute umstritten.<ref>Martin Forter: Falsches Spiel. Die Umweltsünden der Basler Chemie vor und nach "Schweizerhalle". Chronos Verlag, Zürich, 2010, S. 84 und S. 91–94, ISBN 978-3-0340-1007-8</ref><ref>http://www.grosserrat.bs.ch/dokumente/100244/000000244385.pdf</ref> Recherchen<ref>Verlag Chemie. 47 Band. Vom Wasser. Mit Vorträgen der Jubiläumstagung 1976 der Fachgruppe Wasserchemie in Kiel. Das Verhalten von Organohalogenverbindungen bei der Trinkwasseraufbereitung. Seite 347–377</ref> und aktuelle Messungen zeigen, dass die Palette der Chlorbutadiene aus dem Rhein stammt und über die Rheinwasserinfiltration in den 1970er Jahren unbemerkt in den Untergrund der Hard infiltriert wurde. 2007 verpflichteten die Behörden des Kantons Basel-Landschaft die Hardwasser AG, ihr Trinkwasser aufzubereiten. Die Hardwasser AG betreibt seit Dezember 2013 einen neu gebauten Aktivkohlefilter. Er entfernt erfolgreich alle Chlorbutadiene und weitere Spurenverunreinigungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hardwasser.ch</ref> Die Gemeinde Muttenz baut im gleichen Gebiet eine mehrstufige Aufbereitungsanlage u. a. mit Oxidation, weil sie der Ansicht ist, nur so die zahlreichen Spuren von Schadstoffen aus dem Trinkwasser entfernen zu können.<ref>http://www.muttenz.ch/de/politik/politikinformationen/?action=showinfo&info_id=115665</ref><ref>Martin Forter: Falsches Spiel. Die Umweltsünden der Basler Chemie vor und nach "Schweizerhalle". Chronos Verl., Zürich, 2010, ISBN 978-3-0340-1007-8</ref><ref>Martin Forter: Farbenspiel. Ein Jahrhundert Umweltnutzung durch die Basler chemische Industrie, Chronos Verl., Zürich, 2010, S. 173–193, ISBN 978-3-0340-1007-8</ref>

Die Unternehmung heute

Rund 80 % des Trinkwassers, das die Hardwasser AG produziert, werden in der Stadt Basel getrunken. Auch in der Gemeinde Allschwil trinken die Menschen Wasser aus der Muttenzer Hard. Heute sind ausserdem die Gemeinden Aesch, Dornach, Pfeffingen, Pratteln, Frenkendorf, Füllinsdorf und Reinach Bezugsberechtigte des Trinkwassers. Weitere Netzverbindungen bestehen ins hintere Leimental sowie nach Augst, Schönenbuch, Liestal, Lausen und zum Wasserwerk Reinach und Umgebung.<ref>http://www.wwr.ch/</ref> Die Unternehmung mit Sitz an der Rheinstrasse bei Pratteln, ist eine Aktiengesellschaft und beschäftigt ungefähr 18 Mitarbeiter.

Bis am 10. Dezember 2022 war die Haltestelle Steinhölzli der Buslinie 81 der Autobus AG Liestal nach der Hardwasser AG benannt.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />