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Thunbergien

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Thunbergien
Datei:Thunbergia grandiflora-- the Bengal Clock Vine (27003668844).jpg

Großblütige Thunbergia (Thunbergia grandiflora)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Akanthusgewächse (Acanthaceae)
Unterfamilie: Thunbergioideae
Gattung: Thunbergien
Wissenschaftlicher Name
Thunbergia
Retz.

Die Thunbergien (Thunbergia), manchmal auch Himmelsblumen genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae). Die 90 bis 300 paläotropischen Arten sind von den tropischen bis zu den subtropischen Gebieten in Afrika, Madagaskar, Asien und Australien verbreitet. Einige Arten und ihre Sorten sind Zierpflanzen für Parks, Gärten und Wintergärten. Einige Arten, wie Thunbergia grandiflora, neigen zum Verwildern und treten so in vielen tropischen Ländern als invasive Pflanzen auf.

Beschreibung

Datei:Thunbergia grandiflora Blanco1.229.png
Illustration von Thunbergia grandiflora
Datei:Thunbergia alata - Flower and bracts.jpg
Blüte der Schwarzäugigen Susanne (Thunbergia alata) und die zwei behaarten, grünen Deckblätter von hinten
Datei:Thunbergia alata - Flower - cross section 2.jpg
Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata): Blüte und Deckblatt aufgeschnitten: Von rechts nach links: Deckblatt, gelblich-grüner Kelch (nicht geschnitten also von außen), gebogene Kronröhre, Staubblätter und zweilappiger Griffel, orangefarbene Kronlappen

Erscheinungsbild und Blätter

Thunbergia-Arten wachsen als kletternde, ausdauernde krautige Pflanzen (die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata) wird oft als einjährige Pflanze kultiviert), selten sind es aufrecht wachsende Sträucher. Die gegen den Uhrzeigersinn windenden Stängel sind vierkantig bis zylindrisch. Die gegenständig angeordneten, gestielten Laubblätter sind meist einfach. Die Blattränder sind glatt. Nebenblätter fehlen.

Blütenstände und Blüten

Die Blüten stehen einzeln oder zu zweit in end- oder seitenständigen traubigen oder zymösen Blütenstände und sind verschiedengestaltig. Es sind keine Tragblätter vorhanden. Je Blüte sind meist zwei aufrechte Deckblätter vorhanden, die untereinander verwachsen sein können. Die oft großen, zwittrigen Blüten sind fünfzählig und mehr oder weniger stark zygomorph. Die meist fünf (selten 8 bis 20) Kelchblätter sind gleich bis sehr verschieden lang und nur an ihrer Basis oder vollkommen miteinander verwachsen; der Kelch kann zu einem Ring reduziert sein. Die fünf Kronblätter sind röhren- bis trichterförmig verwachsen mit fünf ungleichen Kronlappen. Die Farbe der Kronblätter ist gelb bis orangefarben, oder weiß bis blau. Es sind vier fertile Staubblätter vorhanden, die untereinander frei oder verwachsen sind. Es ist ein Diskus vorhanden. Zwei Fruchtblätter mit zwei Samenanlagen je Fruchtknotenkammer sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer einfachen becherförmigen oder zweilappigen Narbe. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Früchte und Samen

Meist zwei bis vier halbkugelige bis eiförmige Samen reifen in zweifächerigen Kapselfrüchten. Bei manchen Arten besitzen die Samen einen Arillus. Die Verbreitungseinheit (Diaspore) ist der Same.

Datei:Thunbergia erecta1.jpg
Aufrechte Thunbergia (Thunbergia erecta)
Datei:Thunbergia fragrans in Talakona, AP W IMG 8500.jpg
Thunbergia fragrans
Datei:Thunbergia ikbaliana BotGardBln271207B.jpg
Aufrechte Thunbergia (Thunbergia erecta)
Datei:Flora of Kerala 8734.jpg
Thunbergia laurifolia
Datei:Colpfl09a.jpg
Thunbergia mysorensis

Verbreitung und Systematik

Die Thunbergia-Arten sind von den tropischen bis zu den subtropischen Regionen in Afrika, Madagaskar, Asien und Australien verbreitet.

Die Gattung Thunbergia gehört zur Unterfamilie Thunbergioideae innerhalb der Familie der Acanthaceae. Sie wurde früher in eine eigene Familie Thunbergiaceae gestellt.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Thunbergia wurde 1776 durch Anders Jahan Retzius in Physiographiska Sälskapets Handlingar, Band 1, 3, Teil Seite 163 aufgestellt. Typusart ist Thunbergia capensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Retz.<ref name="tropicos" /> Thunbergia <templatestyles src="Person/styles.css" />Retz. nom. cons. wurde nach den Regeln der ICN gegenüber dem älteren Homonym Thunbergia <templatestyles src="Person/styles.css" />Montin nom. rej. konserviert (Melbourne ICN Art. 14.10 & App. III, Art. 53). Synonyme für Thunbergia <templatestyles src="Person/styles.css" />Retz. sind: Flemingia <templatestyles src="Person/styles.css" />Roxb. ex Rottler, Hexacentris <templatestyles src="Person/styles.css" />Nees.<ref name="GRIN" /> Der Gattungsname Thunbergia ehrt den schwedischen Botaniker und Pflanzensammler Carl Peter Thunberg (1743–1828).<ref name="Burkhardt2018" />

Es gibt etwa 90 bis 300 Arten in der Gattung Thunbergia (Auswahl):<ref name="GRIN" />

  • Thunbergia affinis <templatestyles src="Person/styles.css" />S.Moore: Elfenbeinküste bis Angola.<ref name="POWO" />
  • Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata <templatestyles src="Person/styles.css" />Bojer ex Sims): Tropische und südliches Afrika mit Madagaskar.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia annua <templatestyles src="Person/styles.css" />Nees: Niger bis Äthiopien und Tansania, dazu nördliches Botswana.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia angulata <templatestyles src="Person/styles.css" />Hils. & Bojer ex Hook.: Madagaskar.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia atriplicifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />E.Mey.: Südliches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia battiscombei <templatestyles src="Person/styles.css" />Turrill: Süd-Sudan bis Kenia.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia bicolor <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wight) Lindau (Syn.: Thunbergia wightiana <templatestyles src="Person/styles.css" />T.Anderson)
  • Thunbergia coccinea <templatestyles src="Person/styles.css" />Wall. ex D.Don: Sie kommt in Indien, Nepal, Bhutan, Myanmar, Thailand und China vor.<ref name="GRIN" /> In China kommt sie im südöstlichen Xizang und in Yunnan in Höhenlagen zwischen 800 und 1000 Metern Meereshöhe vor.<ref name="FoC" />
  • Thunbergia crispa <templatestyles src="Person/styles.css" />Burkill: Tansania bis südliches tropisches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia cyanea <templatestyles src="Person/styles.css" />Nees: Madagaskar.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia dregeana <templatestyles src="Person/styles.css" />Nees: Südliches tropisches und südliches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia eberhardtii <templatestyles src="Person/styles.css" />Benoist: Sie kommt in dichten Wäldern in Hainan und in Vietnam vor.<ref name="FoC" />
  • Thunbergia elegans <templatestyles src="Person/styles.css" />Borzí
  • Aufrechte Thunbergia (Thunbergia erecta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Benth.) T.Anderson, Syn.: Thunbergia ikbaliana <templatestyles src="Person/styles.css" />De Wild.<ref name="POWO" />): Sie kommt im tropischen Westafrika und in Kamerun vor.<ref name="GRIN" />
  • Thunbergia fragrans <templatestyles src="Person/styles.css" />Roxb. (Syn.: Thunbergia convolvulifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Baker, Flemingia grandiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Roxb. ex Rottler, Thunbergia volubilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Pers., Thunbergia cordata <templatestyles src="Person/styles.css" />Colla): Sie kommt ursprünglich in Indien, Nepal, Bhutan, Sri Lanka, Kambodscha, Thailand, Laos, Vietnam, China, Taiwan und auf den Philippinen vor und ist in Mexiko, Florida, in der Karibik, in Mittel- und Südamerika ein Neophyt.<ref name="GRIN" />
  • Thunbergia gibsonii <templatestyles src="Person/styles.css" />S.Moore: Südwestliches Kenia.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia gracilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Benoist: Madagaskar.<ref name="POWO" />
  • Großblütige Thunbergia (Thunbergia grandiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Roxb., Syn.: Thunbergia cordifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Nees): Nepal bis südliches China und Malaiische Halbinsel.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia gregorii <templatestyles src="Person/styles.css" />S.Moore: Südliches Äthiopien bis Burundi und Tansania.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia huillensis <templatestyles src="Person/styles.css" />S.Moore: Westliches Tansania bis südliches tropisches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia lancifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />T.Anderson: Tansania bis südliches tropisches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia laurifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl.: Sie kommt ursprünglich in Myanmar und Malaysia vor und ist in Australien, auf Hawaii und in Französisch-Polynesien ein Neophyt.<ref name="GRIN" />
  • Thunbergia leucorhiza <templatestyles src="Person/styles.css" />Benoist: Madagaskar.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia lutea <templatestyles src="Person/styles.css" />T.Anderson (Syn.: Thunbergia salweenensis <templatestyles src="Person/styles.css" />W.W.Sm.): Sie kommt in Indien, Nepal, Bhutan, Myanmar, Yunnan und im südöstlichen Xizang in Höhenlagen zwischen 1000 und 2500 Metern Meereshöhe vor.<ref name="GRIN" /><ref name="FoC" />
  • Thunbergia mysorensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wight) T.Anderson: Sie kommt ursprünglich in Indien vor.<ref name="GRIN" />
  • Thunbergia natalensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.: Südliches Äthiopien und Tansania bis südliches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia neglecta <templatestyles src="Person/styles.css" />Sond.: Südliches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia petersiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindau: Süd-Sudan bis südliches tropisches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia reticulata <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Rich.: Eritrea bis südliches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia subalata <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindau: Südliches tropisches Afrika.<ref name="POWO" />
  • Thunbergia vogeliana <templatestyles src="Person/styles.css" />Benth.: Sie kommt im tropischen Westafrika und im tropischen Zentralafrika vor.<ref name="GRIN" />

Nicht mehr zur Gattung gehören:

  • Thunbergia hawtayneana <templatestyles src="Person/styles.css" />Wall.Meyenia hawtayneana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wall.) Nees

Bilder

Weitere Bilder:

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="tropicos"> Thunbergia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Burkhardt2018"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. (bgbm.org) </ref> <ref name="FoC"> Jia-qi Hu & Thomas F. Daniel: Thunbergia Retzius. – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Acanthaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010 </ref> <ref name="POWO">Thunbergia. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Thunbergien (Thunbergia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien