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Martin Hellwig

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Martin Hellwig (2004)

Martin Hellwig (* 5. April 1949 in Düsseldorf) ist ein deutscher Volkswirt und Hochschullehrer, von 1976 bis 1987 als Professor für Wirtschaftstheorie an der Universität Bonn, danach in Basel, Cambridge und Mannheim. Von 2000 bis 2004 war er Vorsitzender der deutschen Monopolkommission. Von 2004 bis 2017 war er Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

Leben und Wirken

Martin Hellwig ist ein Sohn des Politikers Fritz Hellwig (1912–2017)<ref>Winand von Petersdorff: Der zornige Professor. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 5. Mai 2013.</ref>. Nach seinem Schulabschluss am Atlantic College in Wales studierte er ab 1967 Volkswirtschaftslehre in Marburg und Heidelberg. Hellwig wurde 1967, wie sein Vater und sein älterer Bruder vor ihm, als Student Mitglied der Marburger Burschenschaft Rheinfranken,<ref>Altherrenverband der Marburger Burschenschaft Rheinfranken (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis der Marburger Burschenschaft Rheinfranken. Stand: Pfingsten 2009, Marburg 2009, S. 14.</ref> für die er sich auch im Hochschulpolitischen Ausschuss (HPA) der Deutschen Burschenschaft engagierte.<ref>Ekkehard Krüger: Geschichte der Marburger Burschenschaft Rheinfranken Heft 4 1960-1970. Hrsg.: Altherrenverband der Marburger Burschenschaft Rheinfranken e. V. Marburg.</ref> Später ging er ans Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo er 1973 bei Peter A. Diamond<ref>Sequential models in economic dynamics. Abgerufen am 27. November 2022.</ref> zum Ph. D. promoviert wurde. Hellwig machte Karriere an renommierten US-amerikanischen Hochschulen wie der Stanford University (1973/74) und der Princeton University (1974–1977). Er wurde auch ohne Habilitation 1976 als Wissenschaftlicher Rat und Professor für Wirtschaftstheorie an die Universität Bonn (Wirtschafstheoretische Abteilung am Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschafte)<ref>Hellwig, Martin. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 490.</ref> berufen und kehrte 1977 nach Europa zurück. 1987 wechselte er an die Universität Basel, später an die Harvard University (1995–1996) und an die Universität Mannheim (1996–2004).

Er war 1999/2000 Mitglied im Kronberger Kreis, dem wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Marktwirtschaft.

Hellwig war von 1998 bis 2004 Vorsitzender der unabhängigen Monopolkommission in Deutschland. Von 2004 bis 2017 war er Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn; seitdem ist der dort emeritiertes wissenschaftliches Mitglied.

Hellwig war jahrelang einer der forschungsstärksten deutschen Volkswirte.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ökonomen-Ranking VWL im Handelsblatt 2007 (Memento vom 15. April 2008 im Internet Archive)</ref> Der FAZ-Autor Gerald Braunberger bezeichnete ihn 2009 als den „vielleicht angesehensten deutschen Ökonomen“.<ref>Gerald Braunberger: Das Elend der Bilanzen: Kursverlust erzwingen Notverkäufe, die Kursverluste auslösen. Es geht weiter abwärts. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 15. Februar 2009.</ref> Er ist im amerikanischen „Who’s who in economics“ aufgeführt. Am 1. Mai 2011 wurde Hellwig Chairman des Advisory Scientific Committee im Europäischen Ausschuss für Systemrisiken.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prof. Dr. Martin Hellwig European Systemic Risk Board, veranstaltungen.cducsu.de (Memento vom 14. Mai 2013 im Internet Archive) (abgerufen am 25. Mai 2013)</ref> Er ist (Stand Juli 2018) einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden.<ref>esrb.europa.eu: ESRB Organisational Chart</ref>

Sein gemeinsam mit Anat R. Admati verfasstes Buch Des Bankers neue Kleider (Originaltitel The Bankers’ New Clothes) über die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer schärferen Regulierung von Banken wurde positiv rezipiert:<ref>Roger E. Alcaly: The Right Way to Control the Banks. In: The New York Review of Books, 5. Juni 2014.</ref><ref>Roger B. Myerson: Rethinking the Principles of Bank Regulation: A Review of Admati and Hellwig's The Bankers' New Clothes. In: Journal of Economic Literature 52(1), März 2014, S. 197–210, doi:10.1257/jel.52.1.197.</ref><ref>Susanne Schmidt: Die Märchen der Banker. In: Handelsblatt, 28. März 2013.</ref> Gerald Braunberger bezeichnet es als „Meisterwerk“.<ref>Gerald Braunberger: Die Bankenlobby redet Schwachsinn. In: Fazit – das Wirtschaftsblog, Frankfurter Allgemeine, 18. Februar 2013.</ref> Es ist auf Deutsch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Hebräisch, Portugiesisch und Italienisch erhältlich.<ref name="cv">Anat Ruth Admati, Lebenslauf. Abgerufen am 24. Oktober 2019.</ref>

Veröffentlichungen

Ehrenämter und Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Martin Hellwig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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