Wilhelm Rudolf Mann
Wilhelm Rudolf Mann (* 4. April 1894 in Elberfeld; † 10. März 1992 in Grainau) war ein deutscher Manager der I.G. Farben und später der Farbenfabriken Bayer AG, heute Bayer AG.
Leben
Wilhelm Rudolf Mann absolvierte 1910 die Handelsschule in Köln. Danach machte er eine kaufmännische Lehre im Eisen- und Stahlwerk G. & J. Jäger in Elberfeld. Ab 1914 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. 1919 begann er ein Studium der Nationalökonomie in Köln. Er begann seine berufliche Karriere 1920 bei der Farbwerke Hoechst AG. 1922 wurde er Prokurist für den Bereich Farben bei Hoechst. 1926 wurde er Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung (Degesch). 1931 wurde er als Nachfolger seines Vaters stellvertretendes Vorstandsmitglied der IG Farben und übernahm die Spitze der Verkaufsgemeinschaft Pharmazeutika, die er bis 1945 leitete. Von 1934 bis 1945 gehörte er als ordentliches Vorstandsmitglied der IG Farben an.
Zudem wurde er Vorsitzender des Ostasien-Ausschusses der IG Farben, ab 1935 Präsident der Gesellschaft für Konsumforschung und zudem ab 1937 Reichswirtschaftsrichter. Er erhielt 1944 das Kriegsverdienstkreuz 1. Klasse. Mann diente als dänischer Honorarkonsul für das Rheinland und Westfalen.<ref name="WollheimMemorial">Wilhelm Rudolf Mann (1894–1992) auf wollheim-memorial.de</ref>
Zum 1. Dezember 1931 trat Mann der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 760.728)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Records Relating to Membership in the Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP).] In: National Archives Catalog. National Archives and Records Administration, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 21. März 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/27540975</ref> – wie er bei den Nürnberger Prozessen aussagte, aus Furcht vor dem Kommunismus.<ref>Henry Ashby Turner: Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers. Siedler Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-88680-143-8, S. 289.</ref> Ende 1932 trat er wieder aus, aber 1933 erneut ein.<ref>Henry Ashby Turner: Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers. Siedler Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-88680-143-8, S. 352 f.</ref> 1934 wurde er Sturmführer bei der SA.<ref name="WollheimMemorial" />
Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels berief Mann im Oktober 1933 in den Verwaltungsrat des Werberats der deutschen Wirtschaft.
Aus einem Brief vom 19. November 1943 an Otmar Freiherr von Verschuer geht hervor, dass er genauestens über die Menschenversuche des KZ-Arztes Josef Mengele im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau unterrichtet war und diese auch finanziell unterstützte:
„Ich danke Ihnen sehr, daß Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, Ihren Kollegen, Herrn Dr. Mengele, kennenzulernen. Seinen zweiten Vortrag habe ich als sehr eindrucksvoll empfunden. Seien Sie versichert, daß ich, wie ich Ihnen mündlich versichert habe, bei mir im Hause die Finanzierung bespreche. (Einen ersten Scheck lege ich schon einmal bei). Die Versuchsreihen sollten … auf jeden Fall forciert werden.“<ref>Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. aktualisierte Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 389. (mit Bezug auf einen faksimilierten Abdruck bei Peter Ferdinand Koch: Menschenversuche. München 1996, S. 179.)</ref>
Mann war dreimal verheiratet und Vater von insgesamt drei Kindern. Seine zweite Ehefrau Maria geb. Niehues, die er 1940 heiratete, war eine Tochter des Nordhorner Textilunternehmers Bernhard Niehues.
Nach Kriegsende wurde Mann verhaftet und 1948 im I.G.-Farben-Prozess wegen Plünderung, Raub und Massenmord angeklagt, aber am 30. Juli 1948 freigesprochen.<ref>Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2007, S. 389.</ref>
1949 wurde er Leiter des Verkaufs von Pharmazeutika bei der Farbenfabriken Bayer AG, die später in Bayer AG umbenannt wurde. Zudem war er bis 1955 Präsident der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Nach Gründung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) war Mann von 1950 bis 1953 Vorsitzender des Außenhandels-Ausschusses.<ref name="WollheimMemorial" />
Literatur
- Henry Ashby Turner: Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers. Siedler Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-88680-143-8, S. 289.
- Chemische Industrie, Sonderausgabe Heft 4 (April 1954)
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mann, Wilhelm Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Manager der IG Farben |
| GEBURTSDATUM | 4. April 1894 |
| GEBURTSORT | Elberfeld |
| STERBEDATUM | 10. März 1992 |
| STERBEORT | Grainau |
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- Angeklagter in den Nürnberger Prozessen
- Person (Wirtschaft im Deutschen Reich, 1933–1945)
- Wirtschaft und NSDAP bis 1933
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- Person (Bundesverband der Deutschen Industrie)
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- Mann