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Investitionslenkung

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. Januar 2026 um 14:29 Uhr durch imported>PaulAsimov (Formen der Investitionslenkung: Differenzierung indikative/imperative IL).
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Investitionslenkung,<ref name=":0">Investitionslenkung. In: Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. Lizenzausgabe Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 2016, abgerufen am 31. Januar 2022 (wiedergegeben auf bpb.de).</ref> polemisch selten: Investitionskontrolle,<ref>Gernot Gutmann: Ordnungspolitische Aspekte überbetrieblicher Investitionsplanung. Vereinbarkeit mit der Marktwirtschaft. In: Hans Besters et al. (Hrsg.): Investitionslenkung. Bedrohung der Marktwirtschaft? Deutscher Instituts-Verlag, Köln 1975, ISBN 3-88054-005-5, S. 71–102.</ref> bezeichnet alle staatliche Maßnahmen zur Beeinflussung unternehmerischer Investitionsentscheidungen.

Formen der Investitionslenkung

In überwiegend marktwirtschaftlich orientierten Gesellschaft kann Investitionslenkung indidikativ (indirekt) erfolgen, z. B. über steuerliche Anreize für bestimmte Investitionen, staatliche Zuschüsse oder die Verbesserung von Abschreibungsmöglichkeiten. Eine imperative (direkte) Investitionslenkung geschieht durch Verbot oder Gebot bestimmter Investitionen.<ref name=":0" /> Deutschsprachige Kritiker und Fürsprecher einer minimal ausgeprägten Investitionslenkung sind etwa Herbert Ehrenberg<ref>Herbert Ehrenberg: Was heißt vorausschauende Industriepolitik? In: Wirtschaftsdienst. Band 56, Nr. 8, 1976, ISSN 0043-6275, S. 404–406 (econstor.eu [abgerufen am 17. Februar 2025]).</ref> und Otto Schlecht.

Eine Investitionslenkung mittels einer „gesellschaftspolitisch orientierten Entwicklungsplanung (Nationalbudget) und auf der Basis neuer Institutionen“<ref name=":1">Wilfried Höhnen: Grundpositionen zur Investitonslenkung in der wirtschaftspolitischen Diskussion. In: Gewerkschaftliche Monatshefte. Nr. 12, 1973, S. 736–742 (fes.de [PDF]).</ref> besteht dagegen aus demokratisch kontrollierten, öffentlichten Einrichtungen, stärker in die Zielsetzung und Rahmenbedingungen weiterhin marktwirtschaftlich organisierter Branchen eingreifen und diese untereinander abstimmen können. Prominente Befürworter des Ansatzes sind etwa Karl Georg Zinn, Norbert Wieczorek<ref>Norbert Wieczorek: Gewerkschaften und demokratische Investitionslenkung und -kontrolle. In: Gewerkschaftliche Monatshefte. Nr. 12, 1973, S. 753–757 (fes.de [PDF]).</ref> und Werner Meißner.<ref>Werner Meißner: Argumente für eine überbetriebliche Investitionsplanung. In: Hans Besters et al. (Hrsg.): Investitionslenkung. Bedrohung der Marktwirtschaft? Deutscher Instituts-Verlag, Köln 1975, ISBN 3-88054-005-5, S. 45–70.</ref>

Darüber hinaus gehende Ansätze der Investitionslenkung und Wirtschaftsplanung beabsichtigten selbiges Vorgehen bei „gleichzeitiger Sozialisierung von Großkonzernen in Schlüsselindustrien sowie der Banken“.<ref name=":1" /> In Westeuropa verfolgten den Ansatz etwa die französische Volksfront-Regierung, sowie die britische Labour Party<ref>Norbert Wieczorek: Wirtschaftsplanung in Großbritannien 1945–1970. Verlag Neue Gesellschaft, Bonn 1980, ISBN 3-87831-337-3.</ref> und deutsche Jusos Anfang der 1970er.<ref>Beschlüsse der Jungsozialisten zur demokratischen gesamtwirtschaftlichen Planung und Lenkung auf dem Ordentlichen Bundeskongreß der Jungsozialisten der SPD in München vom 25. bis 27.1.1974. In: Hans Besters et al. (Hrsg.): Investitionslenkung. Bedrohung der Marktwirtschaft? Deutscher Instituts-Verlag, Köln 1975, ISBN 3-88054-005-5, S. 219–228.</ref>

Gegenwart

In Deutschland wird Investitionslenkung derzeit vor allem auf indirektem Weg betrieben. Angesichts von Debatten um einen möglichen Ressourcenkollaps und der andauernder Übernutzung findet Investitionslenkung gegenwärtig „zentraler Ansatzpunkt beim Umbau der Produktions- und Lebensweise“<ref>Andrea Vetter, Matthias Schmelzer: Revolutionäre Realpolitik jenseits des Wachstums. In: Exploring Economics. Netzwerk Plurale Ökonomik, 2020, abgerufen am 17. Februar 2025.</ref> etwa in Teilen der wachstumskritischen Bewegung um Tim Jackson und Matthias Schmelzer erneuten Anklang.<ref>Tim Jackson: Wohlstand ohne Wachstum. Das Update. Grundlagen für eine zukunftsfähige Wirtschaft. oekom, München 2017, ISBN 978-3-86581-840-9.</ref><ref>Matthias Schmelzer, Alexis Passadakis: Postwachstum. Krise, ökologische Grenzen und soziale Rechte (= AttacBasisTexte. Nr. 36). VSA:Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-89965-429-5, S. 73 ff.</ref>

Michael A. McCarthy (UCSC) schlug 2025 eine Mischform mit repräsentativen Bürgerräten (mini-publics) zur öffentlichen Investitionslenkung vor.<ref>Michael A. McCarthy: The Master's Tool: How Finance Wrecked Democracy (And a Radical Plan to Rebuild It). 2025, ISBN 978-1-78873-066-2 (oapen.org).</ref>

Siehe auch

Literatur

Monographien

  • Otmar Issing: Investitionslenkung in der Marktwirtschaft? Vandenhoeck & Ruprecht, 1975, ISBN 3-525-33392-7.
  • Werner Meißner: Investitionslenkung. Überwindung oder Ergänzung der Marktwirtschaft. Athenaeum Verlag, Bodenheim 1974, ISBN 376105016X.

Sowie weitere in:

Einzelbeiträge

Sammelbände

  • Wolfgang Roth (Hrsg.): Investitionslenkung. Ergebnisse einer Diskussion zwischen jungen Unternehmern und Sozialdemokraten zum Problem von Markt und Lenkung. Rowohlt, Reinbek 1976, ISBN 3-499-14000-4.
  • Thilo Sarrazin (Hrsg.): Investitionslenkung: „Spielwiese“ oder „vorausschauende Industriepolitik?“ Bonn-Bad Godesberg 1976, ISBN 3-87831-216-4.

Einzelnachweise

<references />

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