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Joe Kinnear

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Joe Kinnear
Datei:Joe Kinnear Hull City v. Newcastle United 1.png
Joe Kinnear, 2009
Personalia
Geburtstag 27. Dezember 1946
Geburtsort DublinIrland
Sterbedatum 7. April 2024
Position Abwehr
Junioren
Jahre Station
St Albans City
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1963–1975 Tottenham Hotspur 196 (2)
1975–1976 Brighton & Hove Albion 16 (1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1967–1975 Irland 26 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
Al-Schardscha
1983 Al Shabab (Co-Trainer)
1984 Indien
1987 Nepal
1989 Doncaster Rovers
1992–1999 FC Wimbledon
2001–2003 Luton Town
2004 Nottingham Forest
2008–2009 Newcastle United
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Joe Kinnear (* 27. Dezember 1946 in Dublin; † 7. April 2024) war ein irischer Fußballspieler und zuletzt Trainer von Newcastle United. Der langjährige Spieler von Tottenham Hotspur arbeitete nach seiner aktiven Laufbahn zunächst zwischen 1975 und 1987 in diversen Ländern des Nahen und Fernen Ostens, bevor ihm beim FC Wimbledon auch als Trainer der Durchbruch gelang.

Vereinskarriere

Der in Dublin geborene Joe Kinnear wuchs ab dem Alter von sieben Jahren im englischen Watford auf, wo seine Mutter nach dem frühen Tod des Vaters die fünf Kinder alleine aufzog. Joe Kinnear spielte in der Jugend Fußball für St Albans City und FC North Watford Youth Football Club, bevor er sich im August 1963 Tottenham Hotspur anschloss und dort 18 Monate später seinen ersten Profivertrag unterschrieb. Kurz nach seinem ersten Ligaeinsatz am 8. April 1966 gegen West Ham United debütierte der rechte Außenverteidiger auch in der irischen Nationalmannschaft und unterlag am 22. Februar 1967 der Türkei mit 1:2. Mit seiner Zweikampfstärke und Schnelligkeit wurde der klein gewachsene Kinnear schnell zu einer Konstante bei den Spurs und bildete vor allem mit dem linken Abwehrspieler Cyril Knowles ein gutes Außenverteidigerpärchen. Dazu war er als Ballverteiler und mit Flankenläufen auf seiner rechten Seite Bestandteil des Offensivspiels. Der erste Titelgewinn folgte, als er mit seiner Mannschaft im FA-Cup-Endspiel den FC Chelsea mit 2:1 besiegte.

Spätestens ab der Saison 1967/68 war Kinnear Stammspieler auf der rechten Abwehrseite und kam 1971 im Ligapokal zu seinem nächsten Titelgewinn. Im selben Jahr hatte er jedoch mit einer Knöchelverletzung zu kämpfen und musste von Ray Evans vertreten werden, der wiederum seine Chance zu nutzen wusste und im Gegensatz zu Kinnear noch über Torgefährlichkeit verfügte. So entschied sich Trainer Bill Nicholson dazu, Evans in der Stammformation zu belassen. Kinnear blieb aber weiterhin integraler Bestandteil des Kaders und war vor allem während der erfolgreichen UEFA-Pokal-Saison 1971/72 ein wichtiger Spieler, das sich in den Berufungen zu den beiden Finalspielen gegen die Wolverhampton Wanderers niederschlug. Dort gewann er nach dem 2:1-Auswärtssieg und einem 1:1 im Rückspiel an der White Hart Lane seine erste – und letztlich einzige – internationale Trophäe. Mit einem 1:0-Finalsieg gegen Norwich City gewann Kinnear 1973 seinen zweiten Ligapokal. Bis 1975 lieferte er sich mit Evans weiter ein Privatduell um die Rechtsverteidigerposition, bevor dann beide in diesem Jahr die Spurs verließen.

Seine aktive Laufbahn ließ Kinnear, der bis 1975 auf 26 Länderspiele für Irland kam, nach 16 Ligapartien für den Drittligisten Brighton & Hove Albion verhältnismäßig früh in seinem 30. Lebensjahr ausklingen.<ref>MEHSTG Vol. 2 Issue 26 (April 2002)</ref>

Trainerlaufbahn

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere verbrachte Kinnear fünf Jahre in Dubai und arbeitete für Al-Schardscha und an der Seite von Dave Mackay für Al Shabab in den Vereinigten Arabischen Emiraten.<ref name="football"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Magpies turn to Kinnear“ (Memento vom 29. September 2008 im Internet Archive) (Football365)</ref> Dazu kam ein weiteres Engagement in Malaysia<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„When Saturday Comes – Division Three 1975-1976“ (Memento vom 7. Oktober 2008 im Internet Archive) (When Saturday Comes)</ref>, sowie drei weitere Monate für die indische Nationalmannschaft<ref name="football" /> und ein Jahr für die nepalesische Auswahl<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/china.goal.com„Nepal Remembers Joe Kinnear“ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot (Goal.com)</ref>. Er kehrte später nach England zurück, um dort wiederum Dave Mackay bei den Doncaster Rovers zu assistieren.

FC Wimbledon (1992–1999)

Nach Mackays Weggang im Jahr 1989 übernahm Kinnear kurzzeitig das Cheftraineramt in Doncaster, bevor er im Anschluss an die Vereinsübernahme durch ein Konsortium von Billy Bremner beerbt wurde.<ref name="football" /> Im weiteren Jahresverlauf schloss sich Kinnear dem FC Wimbledon an, um dort die Reservemannschaft zu betreuen. Als im Januar 1992 Cheftrainer Peter Withe entlassen wurde, stand Kinnear als Nachfolger bereit. Er führte die Mannschaft in der Saison 1993/94 zu einem sechsten Platz in der Premier League und ließ diesem – entgegen vielen gegenteiligen Expertenprognosen – einen erneut überraschend guten neunten Rang folgen (im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten in der englischen Eliteliga verfügte Kinnear über ein äußerst geringes Transferbudget).

Mit diesen Achtungserfolgen machte Kinnear nachhaltig auf sich aufmerksam und so befand er sich 1996 in der näheren Auswahl für die Nachfolge des irischen Nationaltrainers Jack Charlton und lehnte angeblich ein konkretes Angebot ab. Stattdessen arbeitete er weiter erfolgreich im Vereinsfußball und führte den FC Wimbledon in der Saison 1996/97 neben dem achten Ligaplatz zu zwei Halbfinalteilnahmen im FA Cup und im Ligapokal. Im März 1999 erlitt Kinnear vor dem Meisterschaftsspiel gegen Sheffield Wednesday einen Herzinfarkt und trat im Juni desselben Jahres von seinem Amt zurück.<ref name="football" /><ref>„Wimbledon set for Scandinavian invasion“ (The Guardian)</ref>

Luton Town (2001–2003)

Bevor er letztlich für Luton Town wieder ins Trainerfach zurückkehrte, war er als Nachfolger von Martin O’Neill bei Leicester City<ref>„What now for Leicester?“ (The Guardian)</ref> und als „Feuerwehrmann“ beim Erstligaabstiegskandidaten Sheffield Wednesday im Gespräch gewesen.<ref name="guardian_swfc">„Kinnear back where he belongs“ (The Guardian)</ref> Stattdessen arbeitete er während der Saison 2000/01 kurzzeitig als Sportdirektor bei Oxford United<ref name="guardian_luton">„Firefighter Kinnear makes Luton his latest rescue mission“ (The Guardian)</ref> und gab diese Tätigkeit bereits im Januar 2001 wieder auf. Dabei wurden erneut gesundheitliche Gründe für das schnelle Ende angegeben,<ref name="guardian_luton" /> wobei jedoch als entscheidend vielmehr Kinnears fehlender Einfluss auf die sportlichen Geschicke galt.<ref name="guardian_swfc" /> Nur wenige Wochen später bot ihm Drittliga-Abstiegskandidat Luton Town ein ähnliches Amt an.<ref name="guardian_luton" /> Kurz nach seiner Ankunft degradierte Kinnear den damaligen Trainer Lil Fuccillo und stellte sich quasi selbst als dessen Nachfolger ein.

Trotz der kostspieligen Verpflichtung von Stürmer Steve Howard für 50.000 Pfund am letzten Tag der Wintertransferperiode, verfehlte Kinnear mit seiner neuen Mannschaft den Klassenerhalt. Er ersetzte daraufhin einen Großteil des Kaders mit eigenen neuen Spielern; darunter befanden sich der Flügelspieler Jean-Louis Valois und die späteren Kapitäne Kevin Nicholls und Chris Coyne. Die neu zusammengestellte Mannschaft gelang mit der Vizemeisterschaft der direkte Wiederaufstieg, was gleichzeitig der erste Aufstieg der „Hatters“ seit 20 Jahren bedeutete. Das Team wurde auch in der Saison 2002/03 in der drittklassigen Second Division als erweiterter Aufstiegskandidat angesehen und so war der neunte Abschlusstabellenplatz etwas enttäuschend. Als der Verein im Mai 2003 an ein von John Gurney angeführtes Konsortium verkauft wurde<ref name="guardian_luton_sale">„Hatters putting mad spell behind them“ (The Guardian)</ref> entließ die neue Vereinsführung Kinnear und seinen Assistenten Mick Harford<ref name="guardian_luton_sale" />, wobei die Umstände, dass Kinnears und Harfords Entlassungspapiere von einem Angestellten des Ligakonkurrenten Northampton Town unterzeichnet wurden, als „unglücklich“ galt.<ref>„Luton directors quit as far-fetched merger is mooted“ (The Guardian)</ref>

Nottingham Forest (2004)

Bis Februar 2004 blieb Kinnear ohne Beschäftigung, bevor ihm dann Nottingham Forest ein Angebot machte.<ref name="guardian_forest_app">„Forest turn to man who narrowly missed out on post in 1999“ (The Guardian)</ref> Als Nachfolger von Paul Hart<ref name="guardian_forest_app" /> belegte Forest zum damaligen Zeitpunkt den drittletzten Platz, aber Kinnear gelang auf Anhieb eine Trendwende.<ref>„Hurricane Kinnear pulls up the trees“ (The Guardian)</ref> Der Anstieg auf den 14. Rang am Ende der Spielzeit ließ den Verein sogar vor Beginn der Saison 2004/05 von dem Aufstieg in die Premier League träumen,<ref>„Kinnear wields axe on Reid“ (The Guardian)</ref> aber nach nur vier Siegen in den ersten 23 Ligapartien folgte die Ernüchterung und nach einer 0:3-Niederlage gegen Derby County im Pride Park Stadium<ref name="guardian_forest" /> trat Kinnear am 16. Dezember 2004 von seinem Trainerposten zurück.<ref name="bbc_forest">„Kinnear resigns as Forest manager“ (BBC Sport)</ref><ref name="guardian_forest">„Kinnear quits City Ground“ (The Guardian)</ref> Nottingham Forest sollte unter Interimstrainer Mick Harford und später Gary Megson mit dem 22. Platz den Abstieg in die Drittklassigkeit nicht mehr verhindern können.

Newcastle United (2008–2009)

Nach weiteren fast vier Jahren ohne Beschäftigung und nur zeitweiliger Gerüchte über eine Rückkehr ins Trainerfach (beispielsweise bei den Queens Park Rangers<ref>„QPR set to go for Joe“ (Mirror.co.uk)</ref>) verpflichtete ihn die Vereinsführung von Newcastle United nach dem Rücktritt von Kevin Keegan im Oktober 2008 auf Interimsbasis.<ref>„Magpies name Kinnear interim boss“ (BBC Sport)</ref> Die ursprünglich auf einen Monat angelegte Beschäftigung wurde schnell um einen weiteren Monat bis Ende des Jahres verlängert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Kinnear to sign extension with Newcastle“ (Memento vom 8. Oktober 2012 im Internet Archive) (Agence France-Presse)</ref> Am 28. November 2008 verpflichteten die „Magpies“ Kinnear bis zum Ende der Saison 2008/09.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. (EuroSport)</ref>

Kinnear starb im April 2024 im Alter von 77 Jahren.<ref>Former Spurs defender and Wimbledon manager Kinnear dies at 77</ref>

Erfolge

  • UEFA-Pokal-Sieger: 1972
  • FA-Cup-Sieger: 1967
  • Englischer Ligapokalsieger: 1971, 1973
  • Charity-Shield-Gewinner: 1967 (geteilter Titel)

Weblinks

Commons: Joe Kinnear – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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