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Li-Tec Battery

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Li-Tec Battery GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Li-Tec Battery logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 2006
Sitz Kamenz
Leitung Frank Blome,
Thomas Lehnert (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl etwa 360 (Stand: 31. Dezember 2013)<ref>Li-Tec Battery GmbH: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Daten & Fakten (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.li-tec.de. Auf: Firmenwebsite der Li-Tec Battery GmbH, Kamenz. Abgerufen am 27. August 2012.</ref>
Umsatz 7,3 Mio. Euro (2010)<ref name="EBan2010">Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 und Lagebericht 2010 der Li-Tec Battery GmbH, Kamenz, im elektronischen Bundesanzeiger.</ref>
Branche Energietechnik
Website www.li-tec.de (Archiv 2018)
Datei:Li-Tec Battery Kamenz.JPG
Teilansicht des Werks in Kamenz

Die Li-Tec Battery GmbH in Kamenz, in Sachsen, war bis 2015 ein deutscher Entwickler und Hersteller von Lithium-Ionen-Akkumulatorzellen für Elektroautos, in erster Linie für den Smart Fortwo 451 electric drive (ED3) von 2012 bis 2015. Produktion von Fahrzeug und Zellen wurden eingestellt da der Akkupreis bei großindustrieller Abnahme von Elektroauto-Batteriezellen auf dem Weltmarkt von 500 USD pro kWh auf rund 200 im Jahr 2013 gesunken war<ref name="auto">Dramatischer Preisverfall: E-Auto-Batterien. Bei: wiwo.de. archiviert unter https://web.archive.org/web/20160205194026/https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/dramatischer-preisverfall-e-auto-batterien-daimler-und-evonik-suchen-partner-fuer-li-tec/8350860.html</ref>, weswegen die Li-Tec-Eigner Daimler und Evonik Partner für die Zellproduktion gesucht hatten.

Nach Aufgabe der Zellfertigung arbeitete das Unternehmen an „Forschung und Entwicklung im Bereich neuer Energiespeichertechnologien“<ref>Li-Tec GmbH, Unternehmenswebsite: Unternehmen, aufgerufen am 18. August 2016, archiviert</ref>. Im Februar 2017 wurde bekannt, dass sämtliche Anlagen und Maschinen der Li-Tec im Zuge eines Asset Deals von LIACON GmbH aus Itzehoe übernommen wurden, einem Hersteller für industrielle Hochleistungsbatterien, inzwischen Trion Battery<ref>https://www.trionbattery.com/de/company</ref>. Die Li-Tec ist seither noch in der Vermietung und Verpachtung eigener Immobilien tätig.

Unternehmensentwicklung

Das Unternehmen wurde im Jahre 2006 zunächst als Li-Tec Vermögensverwaltungs-GmbH durch die Evonik Industries AG gegründet und wird bis heute in der Rechtsform einer GmbH geführt. Daraus ging 2008 mit Beteiligung der Daimler AG die Li-Tec Battery GmbH hervor – von da an vorübergehend ein Gemeinschaftsunternehmen von Evonik Industries AG (50,1 %) und der Daimler AG (49,9 %). Die Firma hat ihren Sitz in Kamenz in Sachsen. Diese Beteiligungsverhältnisse haben sich im Jahr 2014 geändert: zum 1. April 2014 wurde bekannt, dass der Daimler-Konzern die Anteile von Evonik Industries komplett übernommen hat. Seitdem war Li-Tec ein hundertprozentiges Daimler-Tochterunternehmen.<ref name="www.automobilwoche.de_Li-Tec">Stefan Wimmelbücker: Batterieproduktion: Daimler übernimmt Li-Tec ganz. Automobilwoche online, 1. April 2014</ref> Li-Tec Battery entwickelte, produzierte und vertrieb unter dem Markennamen CERIO großformatige Lithium-Ionen-Batteriezellen für automobile Anwendungen und Batteriesysteme für industrielle und stationäre Anwendungen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde jedoch die Produktion im Dezember 2015 eingestellt.<ref name="SZ-Nov2014">Sächsische Zeitung: Kamenzer Li-Tec stellt Batterieproduktion ein, 15./16. November 2014, S. 1.</ref><ref>Daimler declines to invest in battery cell production. In: Automotive News. 25. Februar 2016, abgerufen am 1. Juni 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2016 wurden alle Unternehmensanteile von der Daimler AG übernommen. Daimler betrieb das Unternehmen als reines Entwicklungsunternehmen für Batteriezellen. Entwicklung und Produktion von Fahrzeug-Antriebsbatterien für den Mercedes-Konzern findet mittels zugekaufter Zellen durch das Schwesterunternehmen Deutsche Accumotive statt.

Akkus für den Smart

Datei:Smart fortwo electric drive an der E-Tankstelle Museum der Westlausitz Kamenz.jpg
Smart Fortwo Electric Drive in Kamenz

Von 2012 bis 2015 wurden die 93 Zellen für die dritte electric drive Version des Smart Fortwo 451 (ED3) in Kamenz hergestellt. Es handelte sich dabei um die 2. Generation der Karosserie (Typ 451, 2007–2015) als Facelift, mit der 3. Generation des Elektroantriebs (ED3), wobei die ersten beiden nur in Mietwagenflotten zum Einsatz kamen und mit Technik aus England (ED1) bzw. von Tesla (ED2) ausgestattet wurden.

Die 93 Zellen wurden in drei Modulen zu 31 Zellen im Werk der Deutsche Accumotive Kamenz zum 175 kg schweren Akkupaket E18-1 mit einer Kapazität von 17,6 kWh zusammengebaut. Die Produktion des Smart ED3 im Werk Smartville Hambach in Hambach (Lothringen) wurde 2015 eingestellt. Die 3000 als Ersatzteile für den ED3 vorgehaltenen Akkus wurden als Batterie-Speicherkraftwerk bei Hannover genutzt.

Nachfolger war der Smart Typ 453, der in Zusammenarbeit mit Renault auch viertürig gebaut wurde. Dessen Elektroversion ED4 war seit 2017 verfügbar, wurde 2018 in Smart EQ umbenannt, da die Marke ab 2020 rein elektrisch wurde. Der in Kamenz von der Deutschen ACCUmotive zusammengebaute neuere Akku E18-2 bestand aus 96 Zellen des Zulieferers LG Chem, hatte weiterhin eine Nennkapazität von 17,6 kWh, und konnte weiterhin nur mit Wechselstrom/Drehstrom über Typ-2-Stecker geladen werden.

Technologie

Bei den Batteriezellen kam ein patentierter Separator zum Einsatz, der von Evonik Degussa im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit mehreren Hochschulen entwickelt wurde. Dieser Separator mit dem Markennamen SEPARION besteht aus einer mikroporösen keramikbeschichteten Folie, welche die Anode und Kathode im System der Zelle voneinander trennt. Die Separatormembran ist hitzebeständig bis etwa 700 °C<ref name="Handelsblatt-11-08-2010">Carsten Herz: Elektroauto: Daimler und Evonik forcieren Batterie-Allianz. In: Handelsblatt Online. 11. August 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Dezember 2014; abgerufen am 4. Juli 2012.</ref> und bleibt zudem immer elektrisch sowie mechanisch stabil. Die Batteriezellen von Li-Tec verfügen über eine Zyklenfestigkeit von 4500 Zyklen bei hoher Strombelastung der Zellen, was deutlich über der Haltbarkeit bisheriger Zellen (1000–3000 Zyklen) liegt.<ref>Ernst R. Barenschee (Evoniks Industries): @1@2Vorlage:Toter Link/www.gdch.deEnergiespeicherung und Lithium-Ionentechnologie (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. Präsentation auf der SEC Jahrestagung 2010 am 4. Juni 2010 in Bitterfeld-Wolfen. PDF-Datei, 2,75 MB; abgerufen am 4. Juli 2012.</ref><ref name="neue energie">Karsten Wiedemann: Batterien Made in Germany. In: neue energie, Heft 06/2011, ISSN 0949-8656, S. 62–65. PDF-Datei, 393 kB; abgerufen am 4. Juli 2012.</ref> Ein Elektroauto benötigt rund 100 solcher Batteriezellen.<ref name="Handelsblatt-11-08-2010" />

Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften wurden die Zellen zuerst in sogenannten KERS-Systemen der Formel 1 eingesetzt.<ref>Li-Tec Battery GmbH: @1@2Vorlage:Toter Link/www.li-tec.deZukunftsweisende Li-Ionen Zelltechnologie (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. Auf: Firmenwebsite. Abgerufen am 4. Juli 2012.</ref> Akkuzellen von Li-Tec kommen in Fahrzeugmodellen des deutschen Elektroauto-Herstellers e-Wolf zum Einsatz. Die Zellen wurden von Evonik unter dem Markennamen Cerio vermarktet<ref>Evonic Industries, 24. September 2009: Evonik-Tocher Li-Tec bündelt weltweit einzigartige Speichertechnologie unter der Marke CERIO, aufgerufen am 18. August 2016</ref>.

2013 wurde bekannt, dass Evonik und Daimler wegen des Preisverfalls bei Lithium-Ionen-Traktionsbatterien (von etwa 500 Euro je Kilowattstunde im Jahr 2010 auf etwa 200 Euro je Kilowattstunde im Jahr 2013) Partner für Li-Tec gesucht haben.<ref>Martin Seiwert et al.: Dramatischer Preisverfall: E-Auto-Batterien: Daimler und Evonik suchen Partner für Li-Tec. Meldung in der Wirtschaftswoche online vom 15. Juni 2013.</ref> Ein Scheitern des seinerzeitigen Batterie-Joint-Ventures wurde nicht für unmöglich gehalten.<ref>Thomas Fromm: Daimler und Evonik suchen Partner für den Bau von Batterien. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Juni 2013, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref><ref>DPA, 11. Juni 2013: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Batterie-Geschäft vor Neuordnung (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive), aufgerufen am 22. Juli 2013.</ref> 2014 ist das Joint-Venture von Daimler komplett übernommen worden,<ref name="www.automobilwoche.de_Li-Tec" /> nachdem Evonik im Herbst 2013 angekündigt hatte, aus dem Batteriegeschäft aussteigen zu wollen, da es zu wenig Gewinn abwerfe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Daimler übernimmt Evonik-Anteile an Batterie-Hersteller. (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive) Reuters online, 1. April 2014</ref>

Im Mai 2014 kündigte die Daimler AG an, die Batteriezellenproduktion bei Li-Tec zu stoppen, da sie die Zellen für die nächste Generation des Smart Fortwo von LG Chem beziehen werde.<ref>Michael Freitag: LiTec-Fabrik Kamenz: Daimler will Batteriezellenproduktion stoppen., Manager-Magazin, 22. Mai 2014.</ref> Im November 2014 entschied der Vorstand des Daimler-Konzerns, die Batteriezellenfertigung bei Li-tec zum Ende des Jahres 2015 einzustellen. Die Fertigung der Batteriezellen sei für Elektro- und Hybridautos – wie den Smart – auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich. Das Produkt werde nicht in ausreichend großer Stückzahl nachgefragt, damit sich die Produktion rechne.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Li-Tec stellt Produktion ein: Keine Batteriezellen mehr aus Kamenz. (Memento vom 18. November 2014 im Internet Archive) Mitteldeutscher Rundfunk online, 15. November 2014</ref> Der Daimler-Betriebsrat wollte das Ende der Batteriezellen-Produktion in Kamenz noch verhindern;<ref>Ende der Batteriezellen-Produktion: Daimler-Betriebsrat legt Protest ein. In: Handelsblatt Online. 17. November 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Dezember 2014; abgerufen am 25. Januar 2026.</ref> die Gewerkschaft IG Metall forderte deshalb von Bundesregierung und Industrie einen Aktionsplan, um Forschung und Produktion von Batteriezellen in Deutschland zu halten.<ref>Nach dem Aus für Li-Tec: IG Metall will Batterie-Aktionsplan. Automobilwoche online, 17. November 2014</ref> Ende 2015 standen bei Li-Tec drei vollautomatisierte Produktionsstraßen des Herstellers Grohmann, zusätzliche halbautomatisierte Straßen, Hochregallager, Roboter, Handhabesysteme und weitere Peripheriekomponenten zum Verkauf an.<ref>On behalf of Li-Tec GmbH: For sale due to plant closure: complete lithium-ion cell production line. Maynard Auctioneers, ohne Datumsangabe (englisch) (PDF; 1,5 MB); abgerufen am 21. November 2015</ref><ref>mopo24, 27. Oktober 2015: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., aufgerufen am 18. August 2016</ref> Im Frühjahr 2017 übernahm der deutsche Hersteller von großformatigen Lithium-Ionen-Akkumulatorzellen LIACON GmbH aus Itzehoe sämtliche Anlagen und Maschinen der Li-Tec. Über die Transaktion sowie zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Sowohl die neuartige Separatormembran als auch die Größe der Einzelzellen erfordern spezielle Herstellungstechnologien und Ausrüstungen, an deren Entwicklung Li-Tec von der Herstellung erster handgefertigter Labormuster bis zur automatisierten Massenproduktion beteiligt war.<ref>Jörg Münchenberg: Vorwärts im Batterie-Betrieb. Li-Tec produziert Hi-Tech-Batterien für Elektroautos. Firmenporträt beim Deutschlandfunk vom 3. Juli 2009. Abgerufen am 4. Juli 2012.</ref> Die neue Technologie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Verbundprojekts ProLiEMo gefördert.<ref name="BMBF Projekt ProLiEMo">Karlsruher Institut für Technologie (KIT)/Projektträger Karlsruhe Produktion und Fertigungstechnologien (PTKA-PFT): ProLiEMo. Verbundprojekt: Produktionsforschung für Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien für ElektroMobilität. Auf: Website des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), www.produktionsforschung.de. Abgerufen am 4. Juli 2012.</ref> Auch bei Li-Tec erfolgte der gesamte Produktionsprozess unter reinraumähnlichen Sauberkeitsbedingungen und bei einer äußerst geringen Luftfeuchtigkeit, um die angestrebte Produktqualität und Qualitätskonstanz zu gewährleisten. Für diese Bedingungen wurden Anlagen und Technologien durch das BMF-geförderte Verbundprojekt neu entwickelt oder speziell angepasst.<ref name="neue energie" /> Die Zellfertigung erfolgte 2011 im damals größten Trockenraum Europas.<ref name="neue energie" />

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 17′ 54,1″ N, 14° 5′ 53,2″ O

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