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Strandwinde

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Strandwinde oder Strandwindenblatt
Datei:Calystegia soldanella1.jpg

Strandwinde oder Strandwindenblatt (Calystegia soldanella)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Gattung: Zaunwinden (Calystegia)
Art: Strandwinde oder Strandwindenblatt
Wissenschaftlicher Name
Calystegia soldanella
(L.) R.Br.

Die Strandwinde (Calystegia soldanella; synonym Convolvulus soldanella <templatestyles src="Person/styles.css" />L.) oder Kohlwinde ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zaunwinden (Calystegia) in der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Die auch Meer-Kohlwinde (früher lateinisch brassica marina)<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 137 (Brassica) und 156 (Soldanella: Kohlwinde).</ref><ref>Vgl. auch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 209 (zum „merischen“ Kohl, lateinisch caules marini).</ref> genannte Art ist weltweit in der Nähe der Meere verbreitet.

Beschreibung

Die Strandwinde ist eine unbehaarte, ausdauernde Pflanze, die ein Rhizom als Überdauerungsorgan bildet. Die Stängel sind niederliegend und werden bis zu 60 cm lang. Die Blattspreite hat eine Länge von 1 bis 3 cm, ist 1,5- bis 2-mal breiter als lang, nierenförmig und leicht fleischig.

Die Blütenstandsstiele sind 3 bis 6 cm lang und überragen damit meist die sie begleitenden Laubblätter. Die Vorblätter sind 7 bis 16 mm lang, 5 bis 10 mm breit, eiförmig bis mehr oder weniger rund, die Spitze ist gekerbt bis stumpf. Sie setzen direkt unterhalb des Kelches an und umschließen ihn mehr oder weniger, so dass sie flach oder den Kelch umfassend geformt sind. Die Kelchblätter sind 10 bis 16 mm lang, Die Krone ist pink gefärbt und 32 bis 52 mm lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die Strandwinde wurzelt bis 1,5 Meter tief.<ref name="FloraWeb" />

Datei:Calystegia soldanella 060524wa.jpg
Strandwinde (Calystegia soldanella)

Verbreitung

Die Art ist weltweit, vor allem in temperierten bis subtropischen Regionen in Küstennähe zu finden, meist unterhalb von 50 m Meereshöhe. Sie bevorzugt sandige Meeresufer und Küstenstrände. Sie kommt in Europa vor in Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Deutschland, Belgien, Niederlande, Dänemark, im früheren Jugoslawien, Albanien, Griechenland, Bulgarien und in der Türkei. Sie ist in Deutschland eine Charakterart des Elymo-Ammophiletum aus dem Verband der Strandhafer-Weißdünen-Gesellschaften (Ammophilion arenariae).<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Art ist in Deutschland streng gesetzlich geschützt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Sie ist nach Floraweb in Deutschland vom Aussterben bedroht.<ref name="FloraWeb" />

Nutzung

Das Kraut der Strandwinde (im Mittelalter lateinisch auch Soldanella) wurde früher als Herba Soldanellae sive Brassicae marinae in den Handel gebracht und unter anderem als Diuretikum verwendet.<ref name="Hegi1966" /><ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 209 (mit Referenz F. Berger: Synonmya-Lexikon der Heil- und Nutzpflanzen. Wien 1954–1955, S. 156) und 226 (Soldanella; dort Strandwinde oder andere Convolvulus-Art).</ref>

Trivialnamen

Für die Strandwinde bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Meerglöcklein, Meerkohl (bereits 1587 erwähnt), Meerwinde und Seekohl.<ref>Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 110. (online).</ref>

Taxonomie

Die Strandwinde wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 159 als Convolvulus soldanella erstbeschrieben. Das Epitheton soldanella sollte an die Gattung Alpenglöckchen (Soldanella) wegen der Ähnlichkeit der Blätter erinnern. Linné hatte das Epitheton aus Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen, der die Art als Soldanella maritima minor bezeichnet hatte. Die Art wurde 1819 von Johann Jacob Roemer und Joseph August Schultes in Systema Vegetabilium, ed. 15[bis] Band 4 Seite 184 als Calystegia soldanella <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Roem. & Schult. in die Gattung Calystegia gestellt. Die Art wurde von Robert Brown 1810 in Prodromus Florae Novae Hollandiae et Insulae van-Diemen nicht als Calystegia soldanella in die Gattung Calystegia gestellt.

Literatur

  • Richard K. Brummitt: Calystegia soldanella. In: James C. Hickman (Hrsg.): The Jepson Manual – Higher Plants of California, University of California Press, 1993, ISBN 978-0-520-08255-7.

Weblinks

Commons: Strandwinde (Calystegia soldanella) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hegi1966">Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2083–2085.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Jens G. Rohwer: Convolvulus. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 652.</ref> <ref name="FloraWeb">Calystegia soldanella (L.) Roem. & Schult., Strand-Zaunwinde. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> </references>