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Gerhard Huber (Politiker)

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Gerhard Huber (* 20. Mai 1965 in Lienz) ist ein österreichischer Politiker (BZÖ) und selbständiger Unternehmer. Huber war von 28. Oktober 2008 bis 28. Oktober 2013 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat.

Ausbildung und Beruf

Huber besuchte von 1971 bis 1975 die Volksschule in Lienz Klösterle und danach bis 1979 die Hauptschule Lienz Nord. Er erlernte im Anschluss bis 1983 den Beruf des Fleischhauers und legte 1987 auch Meisterprüfung und die Lehrbefähigungsprüfung ab. 1985 absolvierte er den Präsenzdienst.

Nach seiner Fleischerlehre zwischen 1980 und 1983 war er bis 1990 als Händler im elterlichen Nutzviehhandelsbetrieb tätig und machte sich 1990 selbständig mit dem Handel von Export und Import von Agrarprodukten. Inzwischen ist er als Unternehmensberater in Wien tätig.<ref>GHC GmbH. Abgerufen am 16. Juli 2025.</ref>

Politik

Gerhard Huber kandidierte als Quereinsteiger bei der Nationalratswahl 2008 und zog über ein Mandat im Landeswahlkreis Tirol in den Nationalrat ein. Er wurde am 28. Oktober 2008 als Abgeordneter angelobt und übernahm als Bereichssprecher die Agenden Agrar, Entwicklungszusammenarbeit und Südtirol im BZÖ-Parlamentsklub.

In die Kontroverse geriet Huber, als er am 18. Juli 2009 durch seinen ehemaligen parlamentarischen Mitarbeiter angezeigt wurde wegen „Anstiftung zu schwerer Körperverletzung und Mord“; außerdem zeigte ihn seine Vorgängerin als Tiroler BZÖ-Obmann wegen angeblicher Unterschlagung von Parteispenden an. Huber betont seine Unschuld und hat mit Gegenanzeigen reagiert.<ref>Mordauftrag in Kärnten? Tirols BZÖ-Chef wehrt sich. In: kleinezeitung.at. 21. Juli 2009, abgerufen am 19. April 2020 (deutsch).</ref>

Huber gab an, „dass die veröffentlichten Behauptungen jeder Substanz entbehren und gegen die Verantwortlichen der Verbreitung rechtliche Schritte eingeleitet werden.“<ref>ots.at sowie <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BZÖ-Presseaussendung vom 19. Juli 2009 (Memento vom 21. Oktober 2016 im Internet Archive)</ref> Huber wurde der Justiz durch das Parlament unter anderem wegen des Verdachts auf Betrug, Steuerhinterziehung und Auftrag zur Körperverletzung ausgeliefert.<ref name="Profil September 2010" />

Vom 11. September 2009 bis zum 27. Januar 2010<ref>Parlament erklärt: Biografie von Gerhard Huber. In: parlament.gv.at. 17. Mai 2012, abgerufen am 10. Juni 2012 (deutsch).</ref> wurde aufgrund dieser Vorwürfe seine Mitgliedschaft im Parlamentsklub des BZÖ ruhend gestellt, am 28. Januar 2010 wurde diese Ruhendstellung wieder aufgehoben.<ref>Gerhard Huber wieder im BZÖ-Parlamentsklub. In: tt.com. 20. Februar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Februar 2013; (deutsch).</ref>

Im November 2011 stellte die Staatsanwaltschaft sämtliche Ermittlungen gegen Huber ein.<ref>Peter Nindler: Ermittlungen gegen Huber eingestellt. In: tt.com. 9. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. September 2012; (deutsch).</ref>

Am 27. November 2012 wurde bekannt, dass auch die Staatsanwaltschaft Wien alle Ermittlungen gegen Gerhard Huber eingestellt habe. Weder der Verdacht der versuchten Anstiftung zum Mord noch jener der Veruntreuung ließen sich erhärten.<ref>Ermittlungen gegen Huber eingestellt. In: tirol.orf.at. 26. November 2012, abgerufen am 26. November 2017.</ref>

Nach einer Niederlage seiner zum BZÖ zugehörigen Liste Dein Lienz bei der Lienzer Gemeinderatswahl am 14. März 2010 ficht Huber die Gemeinderatswahl an und versuchte dies, neben den eidesstattlichen Erklärungen des ehemaligen Gerichtspräsidenten und SPÖ Mandatar Gerwald Lentner mit 28 Eidesstattlichen Erklärungen zu beweisen, die belegen sollten, dass seine Liste in einem Wahlbezirk mehr als die 25 im Endergebnis ausgewiesenen Stimmen für seine Liste erhalten habe. Bei der Untersuchung der eidesstattlichen Erklärungen wurde u. a. festgestellt, dass 5 Unterzeichner in einem anderen Wahlsprengel abgestimmt hatten, 5 nicht an der Wahl teilgenommen haben sollen und ein Unterzeichner nicht wahlberechtigt war.
In mindestens einem Fall wurde eine Unterzeichnerin durch ein ehemaliges BZÖ-Mitglied (laut der Zeitschrift Profil) aufgefordert, in einer eidesstattlichen Erklärung zu bestätigen, dass sie das BZÖ gewählt habe, obwohl sie nicht an der Wahl teilgenommen hatte. Nach Bekanntwerden soll laut der Zeitschrift Profil die Korruptionsstaatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Huber aufgenommen haben.<ref name="Profil September 2010"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BZÖ-Abgeordneter Gerhard Huber hat falsche eidesstattliche Erklärungen vorgelegt, Profil Online, 25. September 2010 (Memento vom 28. September 2010 im Internet Archive)</ref> Huber distanziert sich von der Sammlung dieser Unterschriften und hat rechtliche Schritte gegen den Sammler der Unterschriften in Erwägung gezogen.<ref>Lienz: Duell Hibler gegen Huber. In: kleinezeitung.at. 28. September 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Januar 2013; (deutsch).</ref>

Privates

Gerhard Huber ist verheiratet und Vater von fünf Kindern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />parlament.gv.at (Memento vom 27. Juli 2009 im Internet Archive) Parlamentskorrespondenz Nr. 828, 28. Oktober 2008</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />