Richard Gleim
Richard Gleim (* 1941 in Düsseldorf; † 16. Juli 2019 ebenda<ref>Peter Richter: Punk-Fotograf gestorben. Süddeutsche Zeitung, 19. Juli 2019, abgerufen am 19. Juli 2019.</ref>; Pseudonym: ar/gee gleim) war ein deutscher Fotograf. Sein Künstlername ar/gee gleim, den er sich Ende der 1970er Jahre als Szenefotograf in der Düsseldorfer Punkszene zulegte, entspricht der englischen Aussprache seiner Initialen R. G.
Biografie
Richard Gleim stammt aus einer Kaufmannsfamilie und wuchs an der Heinrichstraße in Düsseldorf auf<ref>Sebastian Brück: Interview-Spaziergang: Mit Richard Gleim an der Düssel. In: Düssel-Flaneur. 27. Mai 2018, abgerufen am 30. Januar 2026.</ref>. Nach einer kaufmännischen Ausbildung wechselte er den Beruf und wurde Gärtner. Gleim spielte in den 1950er Jahren in verschiedenen Jazzbands Klarinette und tingelte abends unter dem Pseudonym „Fat Daddy“ durch die Clubs der Düsseldorfer Altstadt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jazz in Düsseldorf – Die 50er Jahre ( vom 24. Januar 2009 im Internet Archive)</ref> 1978 begann er sich als freischaffender Fotograf zu betätigen und machte seine ersten bezahlten Aufnahmen für Frau im Spiegel, bevor er durch die Bekanntschaft mit der Band Der Plan zum Fotografen der gerade aufkommenden Düsseldorfer Punkszene wurde.<ref>Interview mit Richard Gleim in Ox-Fanzine, Ausgabe 48.</ref> Die 1980 entstandene Zeitschrift Spex zeigte eine Vielzahl seiner Fotos.
Gleims Fotodokumentation Guter Abzug wurde 1982 bei der documenta in Kassel vorgestellt. Seine Fotografien gelten als Zeitdokumente und wurden zum Teil im Ratinger Hof aufgenommen.<ref>Richard Gleim: Hättste damals mal die Box GUTER ABZUG gekauft …… gnogongo.de, 12. Januar 2013, abgerufen am 3. August 2019.</ref> Sie waren Bestandteil der Ausstellung Zurück zum Beton im Juli 2002 in der Kunsthalle Düsseldorf.<ref>Sema Kouschkerian: Als in Düsseldorf der Punk abging. Solinger Tageblatt, 23. September 2014, abgerufen am 19. Juli 2019.</ref> Gleim betrieb jahrelang eine Künstleragentur in Düsseldorf und schrieb als Autor in diversen Onlinemagazinen und Blogs.<ref>Artikel über kraut mask replica</ref> In der Anthologie Düsseldorf Walking aus dem Jahr 2014, herausgegeben vom Düsseldorfer Journalist und Autor Sven-André Dreyer, ist Gleim mit mehreren Erzählungen vertreten. Zudem ist Richard Gleim an der Wanderausstellung des Goethe-Instituts Geniale Dilletanten mit 25 Exponaten beteiligt.
Gleims Fotografien aus den Jahren 1980 bis 1983 wurden vom 30. September bis zum 14. Oktober 2017 unter dem Titel ZK und die frühen Toten Hosen im „PostPost – Grand Central“ in Düsseldorf ausgestellt. Im Juli 2019 ist Richard Gleim im Alter von 78 Jahren gestorben.
Literatur
- ar/gee Gleim: Guter Abzug. No Time Music Entertainment E.K, 1982.
- Jürgen Teipel: Verschwende Deine Jugend. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-39771-0.
- Sven-André Dreyer: Düsseldorf Walking. michason & may, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-86286-041-8.
- Diedrich Diederichsen, Leonhard Emmerling, Ulrich Wilmes: Geniale Dilletanten. Hatje Cantz Verlag, ISBN 978-3-7757-4034-0.
- ar/gee Gleim: ZK – Die Toten Hosen die frühen Jahre 1980–1983. FanPro Verlag, Erkrath, ISBN 978-3-946502-09-8.
- Sven-André Dreyer, Michael Wenzel, Thomas Stelzmann: Keine Atempause – Musik aus Düsseldorf. Droste Verlag, Düsseldorf 2018, ISBN 978-3-7700-2067-6.
- ar/gee Gleim: Geschichte wird gemacht – Deutscher Underground in den Achtzigern. Heyne, 2019, ISBN 978-3-453-27211-8.
Weblinks
- Richard Gleim bei Discogs
- Offizielle Homepage
- ar/gee gleim bei artbookers.com
- Artikel im Onlinemagazin The Dorf
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gleim, Richard |
| ALTERNATIVNAMEN | ar/gee gleim (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 1941 |
| GEBURTSORT | Düsseldorf |
| STERBEDATUM | 16. Juli 2019 |
| STERBEORT | Düsseldorf |