Zum Inhalt springen

Teufelsrochen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 2. September 2025 um 23:28 Uhr durch ~2025-50588-0 (Diskussion) (Link).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Teufelsrochen
Datei:Mobula breaching.jpg

Springender Teufelsrochen

Systematik
Überklasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Klasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Teilklasse: Rochen (Batomorphi)
Ordnung: Stechrochenartige (Myliobatiformes)
Familie: Teufelsrochen
Gattung: Teufelsrochen
Wissenschaftlicher Name der Familie
Mobulidae
Gill, 1893
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Mobula
Rafinesque, 1810
Datei:Mobula thurstoni02.png
Mobula thurstoni, Bauchseite

Die Gattung der Teufelsrochen (Mobula) kommt mit zehn Arten weltweit in tropischen und subtropischen Meeren vor. Zur Gattung gehören die zwei größten Rochen der Welt, der Riffmanta (M. alfredi) und der Riesenmanta (M. birostris) mit einer Gesamtlänge bis 8 Metern, einer Spannweite bis 7 Metern und einem Maximalgewicht von 1300 kg.

Merkmale

Teufelsrochen sind mittelgroße bis sehr große Rochen, deren rhombenförmige Körperscheibe breiter als lang ist. Der eigentliche Rumpf ist abgeflacht, aber im Vergleich zu dem anderer Rochen immer noch relativ dick. Der Kopf ist breit und abgeflacht. Charakteristisch für die Gattung sind die auffallenden, seitlich am Kopf sitzenden, nach vorn gerichteten flossenartigen Loben, die dazu dienen, Plankton in das große Maul zu leiten. Die Augen befinden sich an den Kopfseiten. Die Spritzlöcher sind annähernd rund bis schlitzförmig. Das Maul ist sehr breit, fast gerade und endständig oder leicht unterständig. Ober- und Unterkiefer oder der Unterkiefer allein sind mit zahlreichen kleinen, in Reihen angeordneten Zähnen besetzt. Der peitschenförmige Schwanz ist lang, im Vergleich zum Schwanz der meisten anderen Rochen aber kurz. Normalerweise ist er kürzer als die Breite der Körperscheibe. Eine kleine dreieckige Rückenflosse befindet sich oberhalb der Bauchflossenbasis. Der Schwanz kann in einigen Fällen einen kleinen gezähnten Stachel tragen. Eine Schwanzflosse fehlt. Die Haut der Teufelsrochen ist glatt und unbeschuppt oder rau und mit vielen kleinen Dentikeln besetzt. Die Kiementaschen sind mit zahlreichen Kiemenplatten (50 bis fast 140) besetzt. Die Kiemenplatten sind dünn und membranös oder leicht hornig mit einer knorpeligen Basis.<ref name="White et al. 2017" /><ref>Kurt Fiedler: Lehrbuch der Speziellen Zoologie. Band II, Teil 2: Fische. Gustav Fischer Verlag Jena, 1991, ISBN 3-334-00339-6, S. 236.</ref>

Lebensweise

Teufelsrochen leben pelagisch als Einzelgänger, paarweise oder in kleinen Gruppen und fressen Zooplankton, Garnelen, manchmal auch kleine Fische. Sie unterscheiden sich von anderen Rochen durch ihre Fortbewegungsart. Während die primitiven Geigenrochen sowie die Sägerochen und die Zitterrochenartigen sich wie die meisten Haie durch Stammschlängeln des Körpers und der Schwanzflosse fortbewegen und die Echten Rochen dies durch wellenförmige Bewegungen ihrer großen Brustflossen tun, schlagen Teufelsrochen wie die Adlerrochen mit den Flossen, ähnlich wie Vögel mit ihren Flügeln. Die Teufelsrochen sind ovovivipar.

Systematik

Die Gattung Mobula wurde 1810 durch den US-amerikanischen Universalgelehrten Constantine S. Rafinesque-Schmaltz bei der Beschreibung von Mobula auriculata (heute ein Synonym von Mobula mobular) eingeführt. Schon 1829 hatte der englische Zoologe Edward Nathaniel Bancroft für den 1792 von Johann Julius Walbaum als Raja birostris beschriebenen Riesenmanta die Gattung Manta aufgestellt. Beide Gattungen wurden in der Unterfamilie Mobulinae zusammengefasst und der Familie der Adlerrochen (Myliobatidae) zugeordnet. Die Unterfamilie wird in letzter Zeit zunehmend als eigenständige Familie klassifiziert. Da die Gattung Mobula paraphyletisch in Bezug auf Manta war – Mobula mobular ist die Schwesterart einer vom Riesenmanta und vom Riffmanta gebildeten Klade<ref name="Poortvliet et al." /> –, wurde die Gattung Manta im Juni 2017 mit Mobula synonymisiert, so dass die Familie Mobulidae nur eine einzige Gattung enthält und somit monotypisch ist.<ref name="White et al. 2017" />

Arten

Verwandtschaftsverhältnisse der Teufelsrochen nach Bucair et al. 2025.<ref name="Bucair et al." />
 Mobula 


Mobula munkiana


   

Mobula hypostoma


<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

   


Mobula thurstoni


   

Mobula eregoodoo


   

Mobula kuhlii


<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

   

Mobula tarapacana


   

Mobula mobular


 Mantarochen 

Mobula yarae


   

Mobula alfredi


   

Mobula birostris


<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

Vorlage:Klade/Wartung/3
<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

Vorlage:Klade/Wartung/3
<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

<templatestyles src="Turnierplan/styles.css" />

Gemäß „Catalog of Fishes“<ref>Richard van der Laan, Ronald Fricke: Species in the genus Mobula. In: Eschmeyer’s Catalog of Fishes. Abgerufen am 10. Oktober 2023.</ref> zählen die folgenden Arten zur Gattung Mobula:

Weitere in der Vergangenheit beschriebene Arten werden heute nicht mehr anerkannt:

  • Mobula rochebrunei (<templatestyles src="Person/styles.css" />Vaillant, 1879)
  • Mobula japanica (<templatestyles src="Person/styles.css" />J. P. Müller & Henle, 1841)

Es wurden mehrere ausgestorbene Arten beschrieben:<ref>Extinct - valid species | Species | Shark-References. Abgerufen am 21. Dezember 2023.</ref>

  • Mobula cappettae <templatestyles src="Person/styles.css" />Jonet, 1976
  • Mobula fragilis (<templatestyles src="Person/styles.css" />Cappetta, 1970)
  • Mobula hynei (<templatestyles src="Person/styles.css" />Bourdon, 1999)
  • Mobula lorenzolizanoi <templatestyles src="Person/styles.css" />Laurito Mora, 1999
  • Mobula loupianensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Cappetta, 1970
  • Mobula melanyae (<templatestyles src="Person/styles.css" />Case, 1980)
  • Mobula pectinata <templatestyles src="Person/styles.css" />Cappetta, 1970

Einzelnachweise

<references> <ref name="Bucair et al."> Nayara Bucair, Silvia Hinojosa-Alvarez, Andrea Denise Marshall, Jessica Pate, Carlo Leopoldo Bezerra Francini, Amana Guedes Garrido, Katia Cristina Cruz Capel, Thiago Silva Loboda, Jhonatas Sirino Monteiro, Carlos Eduardo Malavasi Bruno, Claudia Francesca Vaga, Alistair D. M. Dove, Lisa A. Hoopes, Cameron Perry & Marcelo V. Kitahara: An integrative taxonomy investigation unravels a cryptic species of Mobula Rafinesque, 1810 (Mobulidae, Myliobatiformes), from the Atlantic Ocean. In: Environmental Biology of Fishes. Juli 2025, doi:10.1007/s10641-025-01727-2. </ref> <ref name="Notarbartolo et al."> Giuseppe Notarbartolo di Sciara, Sylvain Adnet, Mike Bennett, Matt K. Broadhurst, Daniel Fernando, Rima W. Jabado, Betty J. L. Laglbauer, Guy Stevens: Taxonomic status, biological notes, and conservation of the longhorned pygmy devil ray Mobula eregoodoo (Cantor, 1849). In: Aquatic Conservation: Marine and Freshwater Ecosystems. Band 30, Nr. 1, November 2020, ISSN 1099-0755, S. 104–122, doi:10.1002/aqc.3230 (wiley.com). </ref> <ref name="Poortvliet et al."> Marloes Poortvliet, Jeanine L. Olsen, Donald A. Croll, Giacomo Bernardi, Kelly Newton, Spyros Kollias, John O’Sullivan, Daniel Fernando, Guy Stevens, Felipe Galván Magaña, Bernard Seret, Sabine Wintner, Galice Hoarau: A dated molecular phylogeny of manta and devil rays (Mobulidae) based on mitogenome and nuclear sequences. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 83, 2015, ISSN 1055-7903, S. 72–85, doi:10.1016/j.ympev.2014.10.012 (sciencedirect.com). </ref> <ref name="White et al. 2017"> William T. White, Shannon Corrigan, Lei Yang, Aaron C. Henderson, Adam L. Bazinet, David L. Swofford, Gavin J. P. Naylor: Phylogeny of the manta and devilrays (Chondrichthyes: mobulidae), with an updated taxonomic arrangement for the family. Zoological Journal of the Linnean Society, 2017, Juni, 1–26, doi:10.1093/zoolinnean/zlx018.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Teufelsrochen (Mobula) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien