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Wilhelm Gericke (Musiker)

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Wilhelm Gericke, vor 1905

Wilhelm Gericke, geb. als Guilielmus Spitzi<ref name=guie>Barbara Boisits, Christian Fastl: „Gericke (geb. Spitzi), Wilhelm (eig. Guilielmus)“. In: Oesterreichisches Musiklexikon online, begründet von Rudolf Flotzinger, hrsg. von Barbara Boisits (letzte inhaltliche Änderung: 25.9.2023, abgerufen am 13.1.2026), https://dx.doi.org/10.1553/0x0001cef3.</ref> (* 18. Mai 1845 in Schwanberg; † 27. Oktober 1925 in Wien) war ein österreichischer Dirigent und Komponist. Seine Eltern waren Friedrich Gericke (* 1810), der sich in Schwanberg als Händler niedergelassen hatte und Katharina Spitzi aus Leutschach, eine Geliebte seines Vaters. Die Legitimation (und damit der Wechsel des Familiennamens von Spitzi auf Gericke) erfolgte durch die Eheschließung der Eltern am 13. Mai 1846, nachdem eine frühere Gattin des Vaters verstorben war.<ref name=guie/> Als Geburtsort wird der Wohnort der Familie seines Vaters Schwanberg, aber auch Graz<ref>Schönaugasse 235 (heute Nr. 26), mit Angabe des Vornamens „Guglielmo“: Weststeirische Rundschau, S. 14.</ref> angegeben.

Leben

Wilhelm Gericke studierte in Wien, Unterricht nahm er 1862–1865 beim Kapellmeister der Wiener Hofoper Otto von Desoff, ehe er an den Opernhäusern von Linz und Wien arbeitete. Nachdem er 1874 zum Kapellmeister der Wiener Hofoper ernannt worden war, leitete er dort u. a. die Wiener Erstaufführung von Richard Wagners Oper Tannhäuser. Neben seiner Begeisterung für Wagner machte er sich in Wien für seine Aufführungen französischer und italienischer Opern einen Namen. Ab 1880 leitete er die Konzerte der Gesellschaft der Musikfreunde des Österreichischen Kaiserstaates.

Er wirkte später zwei Perioden in den Vereinigten Staaten, wo er 1884–1889 und 1898–1906 Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra war. Sein dortiges Wirken fand wesentlich größere Anerkennung als in Wien, wo er umstritten gewesen war. Der Philanthrop Henry Lee Higginson ermöglichte ihm die Anstellung einer ganzen Gruppe europäischer Musiker und finanzierte die Anschaffung der Ausrüstung des Orchesters mit Geigen aus Wien.<ref name=westst>Weststeirische Rundschau, S. 14.</ref>

Er komponierte eine Operette, Lieder, ein Requiem und Kammermusik. Diese Kompositionen waren nicht erfolgreich.

1884 wurde Gericke Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

An seinem Heimathaus in Schwanberg, Hauptplatz 13, erinnert eine Gedenktafel an ihn.<ref name=westst/>

Der Gerickesteg in Berlin ist nicht nach ihm benannt, sondern nach dem gleichnamigen Berliner Kaufmann und Stadtverordneten Wilhelm Gericke (1838–1926).

Kompositionen

  • Schön Hannchen (Operette, uraufgeführt in Linz 1865<ref>Wolfgang Suppan: Steirisches Musiklexikon. S. 205.</ref>)
  • Maiglöckchen
  • Muntrer Bach, was rauscht du so?
  • Wach auf, du schöne Träumerin

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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