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Tractus tegmentalis centralis

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Der Tractus tegmentalis centralis ist eine Nervenbahn in der Mittelhirnhaube und wird auch als zentrale Haubenbahn bezeichnet. Sie leitet efferente Impulse des extrapyramidalmotorischen Systems. Im Tractus tegmentalis centralis verlaufen efferente Nervenfasern von der Pars parvocellularis des Nucleus ruber zur gleichseitigen unteren Olive.<ref>Jens Waschke, Tobias M. Böckers, Friedrich Paulsen: Sobotta Lehrbuch Anatomie. Elsevier Health Sciences, 2. Auflage 2019, ISBN 978-3-437-09905-2, S. 695.</ref> Die zentrale Haubenbahn erhält außerdem Zuflüsse vom Striatum, vom Pallidum, aus dem zentralen Höhlengrau und aus der Formatio reticularis. Die meisten Fasern davon enden ebenfalls an der unteren Olive, einige ziehen über den Tractus olivocerebellaris zum Kleinhirn und steigen als Kletterfasern zu dessen Rinde auf.<ref>Horst Claassen: Kompaktwissen Kopf- und Halsanatomie: für Zahnmedizinstudierende, Zahnärzte, Kiefer-, Oral-, Kopf- und Halschirurgen, Kieferorthopäden, Zahntechniker. Walter de Gruyter, 2018, ISBN 978-3-11-058574-2</ref> Zudem verläuft in ihm das zweite Neuron der Geschmacksbahn.<ref name="Waschke">Jens Waschke, Tobias M. Böckers, Friedrich Paulsen: Sobotta Lehrbuch Anatomie. Elsevier Health Sciences, 2. Auflage 2019, ISBN 978-3-437-09905-2, S. 781.</ref>

Bei Blutungen im Bereich der Brückenhaube kann es zu Schädigungen der zentralen Haubenbahn kommen. Durch die Schädigung hemmender Neurone kommt es zu einer Verstärkung eingehender Erregungen. Dies führt zu Tremor oder Myoklonien, beispielsweise am Gaumensegel, in Form eines Pendelnystagmus oder eines Holmes-Tremor.<ref>Peter P. Urban: Erkrankungen des Hirnstamms: Klinik, Diagnostik, Therapie. Schattauer Verlag, 2009, ISBN 978-3-7945-2478-5, S. 203.</ref> Bei Infarkten in der Mittelhirnhaube kann es zu Geschmacksstörungen kommen.<ref name="Waschke" />

Einzelnachweise

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