Zum Inhalt springen

Trianel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 16. Januar 2026 um 09:50 Uhr durch ~2026-33323-6 (Diskussion) (Kritik).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Trianel GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Trianel logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 8. Juni 1999
Sitz Aachen, Deutschland
Leitung Sven Becker
Oliver Runte
Mitarbeiterzahl 400
Umsatz 9,38 Mrd. EUR
Branche Energiehandel und -versorgung
Website www.trianel.com
Stand: 2023
Datei:Trianel, Aachen (5).JPG
Trianel-Hauptsitz Aachen
Datei:Trianel Kraftwerk 2013.jpg
Trianel-Kraftwerk in Hamm aus der Luft (2013)
Datei:Erster Trianel Onshore Windpark ins Eisleben - Volkstedt.jpg
TOW-Windpark Eisleben (2013)
Datei:Trianel Windpark Borkum.jpg
Trianel Windpark Borkum (2014)
Datei:Trianel Solarpark Suedwestpfalz.jpg
Trianel Solarpark Südwestpfalz (2017)

Trianel (seit Dezember 2008 Trianel GmbH, zuvor Trianel European Energy Trading GmbH) ist eine Stadtwerke-Kooperation mit Schwerpunkt auf Energiehandel und -beschaffung sowie Projektentwicklung erneuerbarer Energien. Der Hauptsitz ist in Aachen. Zu Trianel gehören Energieversorger aus Deutschland, den Niederlanden, Schweiz und Österreich.

Geschichte

Die Trianel GmbH wurde am 8. Juni 1999 als Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Aachen, der Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs-AG, der früheren Niederrheinwerke Viersen GmbH (heute Teil der NEW AG, Mönchengladbach) sowie der niederländischen Nutsbedrijven Maastricht gegründet. Bis November 2025 schlossen sich mehr als 100 Versorger aus Deutschland, Österreich sowie der Schweiz und den Niederlanden der Kooperation an.<ref>Trianel – Kooperation von Stadtwerken für die digitale Transformation. In: Trianel.com. Abgerufen am 26. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Stadtwerke Aachen waren 20 Jahre nach der Gründung immer noch eine der größten Gesellschafter der Trianel GmbH.<ref name=":0">Stadtwerke-Kooperation Trianel: Pionier und Vorreiter für unabhängige Stadtwerke / 20 Jahre Trianel: Märkte.Menschen.Energie. In: news aktuell vom 21. Mai 2019. </ref>

Anfangs handelte Trianel nur mit Strom und Gas, später kam die Projektentwicklung von Energieerzeugungsanlagen hinzu. Von 2007 bis 2019 investierte Trianel gemeinsam mit Stadtwerken rund 5,5 Milliarden Euro in konventionelle und erneuerbare Energien und in einen Gasspeicher. Rund 50 Prozent der Investitionen sind in erneuerbare Energien geflossen.<ref>Georg Müller-Sieczkarek: Stadtwerkeverbund feiert: Trianel steht seit 20 Jahren unter Strom. In: Aachener Zeitung. 21. Mai 2019, abgerufen am 12. April 2022.</ref>

Mit dem Bau des Gaskraftwerks Hamm am Standort Hamm-Uentrop ist Trianel in die Stromerzeugung eingestiegen.<ref name=":1">Trianel Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Hamm-Uentrop. In: Trianel. Abgerufen am 28. März 2022.</ref> Das GuD-Kraftwerk ging 2007 ans Netz.<ref>Bröker, Jürgen: Ehrgeizige Vorhaben in Nord- und Ostsee-Kooperationen ermöglichen auch vielen kleineren Unternehmen Investitionen. In: Die Welt, Nr. 146, S. 6. vom 26. Juni 2010. </ref>

2008 ging der Gasspeicher Epe in Betrieb,<ref>Trianel Gasspeicher Epe startet Bieterverfahren. In: ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft. 8. Juni 2021, abgerufen am 12. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2013 folgte die Inbetriebnahme des Trianel Steinkohlekraftwerks Lünen.<ref>Kohlekraftwerk Lünen: Große Anteilseigner stocken Rückstellungen deutlich auf. In: ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft. 9. August 2021, abgerufen am 12. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2010 startete Trianel den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Baubeschluss für den Offshore-Windpark Trianel Windpark Borkum I. Der Offshore-Windpark ging 2015 in Betrieb, 2019 folgte die Inbetriebnahme des Windparks Borkum II.<ref>Trianel Windpark Borkum: erster deutscher Offshore-Windpark mit DIN ISO 55001-Zertifizierung. Abgerufen am 12. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2015 entstand die Trianel Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG und 2020 die Trianel Wind und Solar GmbH & Co. KG.<ref>Trianel Wind und Solar Verwaltungs GmbH, Aachen. In: north data. Abgerufen am 12. April 2022.</ref> Bis Mitte 2021 gründete das Unternehmen fünf Gesellschaften zum kommunalen Ausbau von erneuerbaren Energien.<ref name=":2" />

Unternehmensstruktur

Geschäftsführer der Trianel GmbH waren im Juli 2021 Sven Becker und Oliver Runte.<ref name=":2">Trianel schießt über seine Ziele für 2020 hinaus. In: Aachener Nachrichten vom 1. Juli 2021, S. 9. </ref> Im Jahr 2015 war Becker der Sprecher der Geschäftsführung.<ref name=":3">Flauger, Jürgen: Offshore-Windparks. In: Handelsblatt Online vom 2. September 2015.</ref> Vorsitzender des Aufsichtsrates war im Jahr 2019 STAWAG-Geschäftsführer Christian Becker.<ref name=":0" /> Zum Jahresbeginn 2024 hat Christian Meyer-Hammerström, BDEW-Vizepräsident und Geschäftsführer der Osterholzer Stadtwerke, den Vorsitz der Gesellschafterversammlung übernommen.<ref>Dr. Christian Becker ist neuer Trianel Aufsichtsratsvorsitzender - Christian Meyer-Hammerström übernimmt den Vorsitz der Gesellschafterversammlung. Abgerufen am 22. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Trianel GmbH hat insgesamt über 100 kommunale Gesellschafter.<ref name=":4">Trianel – Kooperation von Stadtwerken für die digitale Transformation. In: Trianel. Abgerufen am 26. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Unternehmen beschäftigte laut dem Geschäftsbericht 2021 rund 400 Mitarbeiter und hatte ein Eigenkapital von 124,9 Millionen sowie einen Umsatz von 9,38 Milliarden Euro.<ref>Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2021. Trianel GmbH. </ref>

Geschäftsfelder

Die Geschäftsfelder von Trianel gliedern sich in die drei Bereiche Handel und Beschaffung, Projektentwicklung und Beratung von Stadtwerken.<ref name=":4" />

Handel und Beschaffung

Das Kerngeschäft bilden Energiehandel, energiehandelsnahe Dienstleistungen und die Energiebeschaffung aus. Über den Trianel Trading Floor haben Kunden und Gesellschafter Zugang zum internationalen Handelsgeschäft.<ref name=":4" />

Projektentwicklung, Energieerzeugung

Ein weiteres Geschäftsfeld ist neben dem Betrieb konventioneller Kraftwerke die Projektentwicklung und das Betreiben von Windkraft- und Photovoltaikanlagen<ref name=":4" />

Der größte von Trianel betriebene Windpark „Park Spreeau“ in Brandenburg ging Ende 2021 ans Netz, ganz in der Nähe des ebenfalls zu Trianel gehörenden Windpark Uckley.<ref>Größter Trianel Erneuerbare Energien Windpark am Netz. In: solarserver.de. 19. November 2021, abgerufen am 27. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Digitalisierung

Trianel unterstützt Stadtwerke im digitalen Vertrieb an Endkunden.<ref name=":4" /> Hierfür gründete das Unternehmen 2017 das Trianel Digital Lab.<ref name=":5">Trianel Lab hilft Stadtwerken digital auf die Sprünge. In: Aachener Nachrichten vom 20. November 2018, S. 6.</ref> In diesem Rahmen wurde im Mai 2020 das Pilotprojekt für die Mixed-Reality-Anwendung mit der Microsoft HoloLens 2 im Energiesektor gestartet.<ref>Trianel Digital Lab startet weltweit erste Microsoft HoloLens 2-Anwendung für Energieanbieter. In: news aktuell, 7. Mai 2020.</ref> Über das Digital Lab können auch die Gesellschafter selbst Pilotprojekte initiieren.<ref name=":5" /><ref>Rund 40 Stadtwerke starten erstes kommunales Digital Lab / TRIANEL DIGITAL LAB – Ideenwerkstatt und Innovationslabor für Stadtwerke. In: news aktuell, 11. Dezember 2017.</ref>

Laut einer eigenen Pressemeldung baut Trianel seit 2017 eine digitale Plattform zur Steuerung aller Handels- und Vertriebsfunktionen für Stadtwerke auf.<ref>Trianel schließt Restrukturierung ab und steigert Ergebnis / Stadtwerke-Kooperation Trianel legt Jahresergebnis 2018 vor. Abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>

Flexibilisierung

Im Juni 2020 gründete Trianel den FlexStore, ein offenes, auf drei Jahre angelegtes Netzwerk. In drei verschiedenen Phasen sollten Forschungsprojekte und Machbarkeitsstudien durchgeführt und später in Pilotprojekte umgesetzt werden.<ref name=":6">Trianel-Netzwerk FlexStore nimmt Arbeit auf. In: ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft. 18. September 2020, abgerufen am 4. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kritik

Datei:Trianel Kraftwerk Lünen v2.jpg
Trianel-Kraftwerk in Lünen (im Bau, 2012)

Trianel ist verschiedentlich mit seinen Kraftwerksprojekten in die Kritik geraten. Besonders im Zusammenhang mit dem Kohlekraftwerk Lünen-Stummhafen sieht sich das Unternehmen seit 2007 im Fokus von Umwelt- und Naturschutzverbänden sowie Bürgerinitiativen.<ref>Trianel Kohlekraftwerk Lünen. In: BUND. Abgerufen am 27. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat dabei im Jahr 2011 erfolgreich gegen den immissionsrechtlichen Vorbescheid geklagt. Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hob den Vorbescheid am 1. Dezember 2011 auf, weil die Umweltverträglichkeit des Kraftwerks bis dato nicht hinreichend nachgewiesen sei.<ref>Oliver Schlappat: Gericht kippt Genehmigung für Trianel-Kraftwerk in Lünen. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 1. Dezember 2011, abgerufen am 27. März 2022.</ref> Trianel wollte daraufhin die Lücken im Nachweis der Umweltverträglichkeit schließen und ging davon aus, damit ein neuer Vorbescheid erteilt werden kann. Dieser wurde schließlich genehmigt, 2013 ging das Steinkohlekraftwerk in Betrieb.<ref>Lünen: Trianel: Kraftwerk geht in Betrieb. In: RP Online. 4. Dezember 2013, abgerufen am 27. März 2022.</ref>

Bis 2012 wollte Trianel in Krefeld ein Kohlekraftwerk errichten, das mit Steinkohle befeuert werden sollte. Aufgrund eines Protests der Online-Plattform Campact wurde das Vorhaben jedoch gekippt.<ref>Keine Kohle für Kohle: Klimakiller in Krefeld stoppen! 20. April 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 20. April 2012; abgerufen am 28. März 2022.</ref> Als Reaktion auf die geänderte Energiepolitik der Bundesregierung votierten die beteiligten Stadtwerke im Juli 2011 für einen Wechsel vom als klimaschädlich kritisierten Energieträger Kohle auf Gas für die weitere Planung. Daraufhin plante Trianel den Bau eines umweltfreundlicheren Gas- und Dampfkraftwerks, was jedoch nicht umgesetzt wurde.<ref>Stirken, Norbert: Wirtschaft in Krefeld: Trianel beerdigt 800-Millionen-Projekt in Uerdingen. 16. März 2021, abgerufen am 27. März 2022.</ref>

Auch in der Eifel, wo Trianel den Rurstausee als Unterbecken für ein Pumpspeicherkraftwerk nutzen wollte, stießen die Pläne auf zum Teil heftige Kritik.<ref>Gudrun Klinkhammer: Kraftwerkspläne: Kritik am Trianel-Projekt wächst. 3. Januar 2013, abgerufen am 28. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Klaus Pesch: Pumpspeicherkraftwerk: Wer würde für Schäden haften? 17. Mai 2013, abgerufen am 28. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Gegner des Projektes befürchteten Schäden für die Natur sowie den naturnahen Tourismus, der das wirtschaftliche Standbein der strukturschwachen Region bildet. Der Speicher sollte in unmittelbarer Nähe des Nationalpark Eifel errichtet werden. Die Pläne für das Pumpspeicherkraftwerk Rur wurden 2013 vom Regionalrat jedoch abgelehnt und somit nicht umgesetzt.<ref>Wasserspeicher: Stillstand für die „sanften Riesen“ der Energiewende. In: Wirtschaftswoche. 20. Februar 2017, abgerufen am 27. März 2022.</ref>

Weblinks

Commons: Trianel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />