Zum Inhalt springen

Michel del Castillo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 3. August 2025 um 09:47 Uhr durch imported>Dandelo (Weblinks: + commonscat).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Michel del Castillo 2005 retouché.jpg
Michel del Castillo, 2005

Michel del Castillo (geboren am 2. August 1933 in Madrid;<ref>Eintrag im catalogue.bnf.fr</ref> gestorben am 17. Dezember 2024 in Sens) war ein französischer Schriftsteller spanischer Herkunft.

Leben

Del Castillo wurde als Sohn einer spanischen Mutter und eines französischen Vaters in Madrid geboren. 1938 musste er mit seiner Mutter vor den Franco-Truppen im Spanischen Bürgerkrieg nach Südfrankreich fliehen. Vier Jahre lang waren beide im Camp de Rieucros einem Lager für politische Flüchtlinge interniert. Als die deutsche Armee 1942 auch die freie Zone im Vichy-Regime Frankreichs besetzte, wurde er von seiner Mutter getrennt und in das deutsche KZ Mauthausen verschleppt. Nach dem Sieg der Alliierten kehrte er über Frankreich nach Spanien zurück. Man gab ihn in eine Besserungsanstalt, die an Grausamkeit alles übertraf, was er vordem erlebt hatte; dann in ein Internat, wo er in einem hochgebildeten Jesuitenpater einen verständnisvollen Freund fand. 1953 ging er nach Paris und begann, neben seinen Studien an der Sorbonne, Romane zu schreiben.<ref>Biografie als Klappentext im Buch Elegie der Nacht, Rowohlt, 1958</ref><ref name="wissen"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Biografischer Hinweis auf Wissen.de (mit falschem Geburtsdatum) (Memento vom 14. August 2011 im Internet Archive)</ref> Die in den Waisenhäusern erlebten körperlichen und psychischen Torturen bilden den autobiografischen Hintergrund seines ersten, weithin erfolgreichen Romans Tanguy (1957; deutsch 1958 als Elegie der Nacht).<ref>Ute Stempel: Kindheit in Kriegstagen: Michel del Castillo tut Wahrheit kund, FAZ, 29. Oktober 1996</ref><ref name="wissen" /> Für diesen erhielt er 1960 den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sonderpreis.<ref>Michel del Castillo. Elegie der Nacht. In: Arbeitskreis für Jugendliteratur e. V. Abgerufen am 20. November 2024.</ref>

Datei:Michel del Castillo tombe.jpg
Grab von Michel del Castillo

Del Castillo starb am 17. Dezember 2024 im Alter von 91 Jahren in Sens.<ref>L’écrivain Michel del Castillo est décédé à l'âge de 91 ans. In: Le Figaro. 17. Dezember 2024, abgerufen am 18. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)

Ehrungen

Preise

Werke (deutschsprachige Auswahl)

  • Elegie der Nacht. Dokumentarischer Roman. (auch m.d.UT: Eine Jugend in Straflagern), Hoffmann u. Campe, Hamburg 1958
    • überarb. NA u.d.T.: Tanguy. Elegie der Nacht. Roman, Arche, Zürich und Hamburg 1996
  • Die Gitarre. Erzählung, Hoffmann u. Campe, Hamburg 1960
  • Der Plakatkleber. Roman, Hoffmann u. Campe, Hamburg 1961
  • Manège Espagnol. Roman, Hoffmann u. Campe, Hamburg 1962
  • Tara. Roman, Hoffmann u. Campe, Hamburg 1964
  • Des Satans Engel. Roman, Hoffmann u. Campe, Hamburg 1967
  • Der Tod der Gabrielle Russier. Geschichte einer verfemten Liebe, Hoffmann u. Campe, Hamburg 1971
  • Die Nacht der Entscheidung. Roman, Heyne, München 1984
  • Strasse der Erinnerung. Roman, Arche, Zürich und Hamburg 1995

Filmografie

  • 1986: Douce France – Regie: François Chardeaux

Weblinks

Commons: Michel del Castillo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein