United Nations Disengagement Observer Force
| UNDOF | |
|---|---|
| Einsatzgebiet | Golanhöhen |
| Deutsche Bezeichnung | Truppenkontingent der Vereinten Nationen für die Truppenentflechtung |
| Englische Bezeichnung | {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) |
| Basierend auf UN-Resolution | 350 (31. Mai 1974) |
| Beginn | Mai 1974 |
| Ende | andauernd |
| Leitung | Generalmajor Ishwar Hamal (Nepal) |
| Militär aus | Österreich, Philippinen, Indien, div. Nationen (nur im HQ) |
| Todesfälle | 67 (Stand: November 2023)<ref name="UN Peacekeeping Operations">Todesfälle abgerufen am 8. Januar 2024</ref> |
| Kartenübersicht | |
Die United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF) ist ein Truppenkontingent, das aufgrund der Resolution 350 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 31. Mai 1974 auf die Golanhöhen entsandt wurde. Es ist eine der am längsten andauernden Missionen der Vereinten Nationen. Dem Beschluss ging ein Entflechtungsabkommen zwischen Syrien und Israel voraus, das am selben Tag in Genf geschlossen worden war. Syrien beansprucht das Gebiet und zählt es zu seinem Gouvernement Quneitra, dessen gleichnamiger Hauptort im Gebiet liegt und größtenteils zerstört ist.
Ihre Aufgabe ist das Überwachen dieses Abkommens in einem 235 km² großen Gebiet, das zwischen den von Israel besetzten Golanhöhen und dem restlichen syrischen Staatsgebiet liegt. Das Gebiet ist bewohnt und wird durch die syrische Polizei behördlich überwacht. Die größte und bekannteste Stadt in diesem Gebiet ist das zerstörte Quneitra. Das UNDOF-Hauptquartier befand sich bis 1994 in Damaskus, danach im Camp Faouar (bei Amret al Faouar).
Beteiligte Länder
Truppenstellende Staaten (Stand: Juli 2023)
- Datei:Flag of Nepal (with spacing).svg Nepal: 415 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10">https://peacekeeping.un.org/en/mission/undof</ref>
- Datei:Flag of India.svg Indien (seit 2006): 222 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of Uruguay.svg Uruguay (seit 2019): 210 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of Fiji.svg Fidschi (seit 2013): 147 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" /><ref>Kämpfer aus dem Inselparadies sollen Österreichern helfen. Die Presse, 11. April 2013, abgerufen am 7. Juni 2013.</ref><ref>Fiji military prepares for Golan Heights mission. FBC, 7. Juni 2013, abgerufen am 7. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Datei:Flag of Ireland.svg Irland<ref name="stats_2020-08-10">https://undof.unmissions.org/facts-and-figures</ref>: 135 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of the Czech Republic.svg Tschechien<ref name="stats_2020-08-10" />: 4 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of Ghana.svg Ghana<ref name="stats_2020-08-10" />: 4 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of Bhutan.svg Bhutan<ref name="stats_2020-08-10" />: 3 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of Zambia.svg Sambia: 3 Soldaten<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of Argentina.svg Argentinien: 1 Soldat<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of Australia (converted).svg Australien: 1 Soldat<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
- Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande: 1 Soldat<ref name="Missionsübersicht der UN 2021-10" />
Ehemalige truppenstellende Staaten
- Datei:Flag of Peru.svg Peru 1974–1975
- Datei:Flag of Canada (Pantone).svg Kanada 1974–2006
- Datei:Flag of Poland.svg Polen 1974–2009
- Datei:Flag of Austria.svg Österreich 1974–2013<ref>Österreich beginnt Blauhelm-Abzug vom Golan. Deutsche Welle, 12. Juni 2013, abgerufen am 15. Juni 2013.</ref>; (siehe auch: UNDOF Ausbatt)
- Datei:Flag of Iran.svg Iran 1975–1979
- Datei:Flag of Finland icon.svg Finnland 1979–1993
- Datei:Flag of Japan.svg Japan 1996–2013
- Datei:Flag of Slovakia.svg Slowakei 1998–2008
- Datei:Flag of Croatia.svg Kroatien 2008–2013
- Datei:Flag of the Philippines.svg Philippinen 2009–2014<ref>Philippines leave Golan Heights. In: dw.com. 19. September 2014, abgerufen am 18. Februar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Stärke der UNDOF umfasste Ende Juni 2010 fast 1100 Personen, davon 1.037 Soldaten. Die größten Truppenkontingente kamen zu dieser Zeit aus Österreich mit 375, von den Philippinen mit 344, aus Indien mit 190 und aus Kroatien mit 95 Soldaten.
Force Commander
Kommandierende Offiziere waren:<ref>UNDOF HQ Military Staff List</ref>
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Auswirkungen des syrischen Bürgerkriegs
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Im September 2012 ließen Österreicher der UNDOF-Truppe nach Presseangaben von 2018 eine syrische Polizei-Patrouille wissentlich in einen Hinterhalt fahren. Neun syrische Polizisten seien dabei nach dem Pressebericht getötet worden. Die Österreicher hatten offenbar ein Video aufgenommen, das später der Presse zugespielt wurde. In dem Video ist zu sehen, wie die UNO-Soldaten zuvor mit den syrischen Polizisten sprechen und sie ohne Warnung weiterfahren lassen.<ref>"Vorbeigewunken statt gewarnt" Wienerzeitung vom 27. April 2018.</ref>
Die vom österreichischen Verteidigungsminister Mario Kunasek eingesetzte Untersuchungskommission, die den Vorfall aufklären und die Frage beantworten sollte, ob sich die Soldaten ihrem Auftrag entsprechend verhalten haben oder das Blutbad hätten verhindern müssen, kam allerdings zu dem Schluss, dass das Verhalten der Soldaten der für sie geltenden Auftragslage entsprach und dass die Blauhelme die später erschossenen syrischen Polizisten demnach nicht hätten warnen dürfen.<ref>Meret Baumann: Massaker an syrischen Polizisten nicht verhindert: Untersuchung entlastet Österreichs Blauhelme im Golan. In: nzz.ch. 6. Juni 2018, abgerufen am 29. Januar 2024.</ref>
Aufgrund des seit 2011 andauernden syrischen Bürgerkrieges hatten sich die UNDOF-Einheiten 2016 bereits größtenteils auf die israelische Linie („Alpha“) zurückgezogen. Eine Rückkehr in die Pufferzone (bis zur „Bravo“-Linie) wird angestrebt und seitens Israel (das sich im innersyrischen Konflikt neutral verhält) und der syrischen Regierung unterstützt.<ref>UNDOF (Golan Heights) : September 2016 Monthly Forecast : Security Council Report. In: www.securitycouncilreport.org. Abgerufen am 21. Oktober 2016.</ref>
Anfang April 2018 begannen nach israelischen Beobachtungen syrische Regierungstruppen schwere Waffen in die entmilitarisierte Zone zu verlegen. Panzer und Artillerie seien demnach zusammengezogen worden, um Rebellen an der syrischen Südgrenze anzugreifen, die noch am Golan und in Darʿā Gebiete halten.<ref>Michael Bachner: "Assad regime places tanks, artillery in buffer zone with Israel" Times of Israel vom 5. April 2018.</ref>
Seit dem 2. August 2018 sind in der Pufferzone erstmals seit vier Jahren wieder Soldaten der UN-Friedenstruppen im Einsatz. Russland hat in der Region zudem acht Beobachtungsposten errichtet.<ref>UN-Friedenstruppen patrouillieren wieder In: Israelnetz.de, 3. August 2018, abgerufen am 6. August 2018.</ref>
Literatur
- Erwin A. Schmidl: Im Dienste des Friedens – Die österreichische Teilnahme an Friedensoperationen seit 1960, austria medien service, Graz, 2001. ISBN 3-85333-066-5. S. 43 ff. Onlineversion
Weblinks
- Offizielle UNDOF-Website (englisch, mit Hintergründen, Fakten, Karten usw.)
Einzelnachweise
<references />
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| Laufende Missionen: |
UNIFIL (1978, Libanon) | UNDOF (1974, Syrien/Israel) | UNTSO (1948, Israel/Arabische Staaten) | UNMHA (2019, Jemen) |
|
| Beendete Missionen: |
UNSMIS (2012, Syrien) | UNIKOM (1991–2003, Irak/Kuwait) | UNIIMOG (1988–1991, Iran/Irak) | UNEF II (1973–1979, Ägypten/Israel) | UNYOM (1963–1964, Jemen) | UNOGIL (1958, Libanon) | UNEF I (1956–1967, Ägypten/Israel) |