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Mafra (Portugal)

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Mafra
Wappen Karte
Datei:MFR-mafra.png
Basisdaten
Staat: PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal
Region: Lisboa
Unterregion: Metropolregion Lissabon
Distrikt: Lissabon
Concelho: Mafra
Koordinaten: 38° 56′ N, 9° 20′ WKoordinaten: 38° 56′ N, 9° 20′ W
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Einwohner: 17.986 (Stand: 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 110909">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>
Fläche: 47,95 km² (Stand: 1. Januar 2010)<ref name="Fläche">Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu</ref>
Bevölkerungsdichte: 375 Einwohner pro km²
Politik
Adresse der Gemeindeverwaltung: Junta de Freguesia de Mafra
Rua da junta de freguesia
2640-500 Mafra
Website: www.jfmafra.pt
Kreis Mafra
Flagge Karte
Flagge von Mafra Position des Kreises Mafra
Einwohner: 76.685 (Stand: 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 1109">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>
Fläche: 291,66 km² (Stand: 1. Januar 2010)<ref name="Fläche">Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu</ref>
Bevölkerungsdichte: 263 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 11
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Mafra
Praça do Município
2644-001 Mafra
Präsident der Câmara Municipal: Eng.º José Maria Ministro dos Santos (PSD)
Website: www.cm-mafra.pt

Mafra ist eine Kleinstadt (Vila) in Portugal, 40 km nordwestlich von Lissabon. Die Stadt ist Sitz eines Kreises (Concelho) mit 76.685 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011).<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 1109">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref> Bekannt ist der Ort vor allem für seinen monumentalen Palastbau, den Palácio Nacional de Mafra.

Datei:Ansicht SSW Palácio Nacional de Mafra mit Basilika Terreiro D. João V neugestaltet - Foto 2016 Wolfgang Pehleman DSC00803.JPG
Umgestalteter Terreiro D. Joao V. mit Palácio Nacional (2016)

Geschichte

Funde belegen eine Besiedlung des Gebietes seit der Altsteinzeit, insbesondere in der Gemeinde Encarnação. Zu nennen ist auch der Muschelhaufen im Strandort Praia de São Julião, in der Gemeinde Carvoeira. In der Jungsteinzeit entstanden hier erste befestigte Siedlungen (z. B. in Cheleiros), einige Dolmen sind bis heute erhalten geblieben. Die bedeutendsten archäologischen Funde im Kreis stammen jedoch aus dem 1. bis 4. Jahrhundert. Die Römerstraße von Sintra nach Peniche verlief hier, einige der Brücken stehen noch. Durch seine fruchtbaren Böden war das heutige Kreisgebiet vermutlich eine bedeutende landwirtschaftliche Gemeinde der Stadt Olisipo (heute Lissabon). Insbesondere für die Produktion von Wein, Olivenöl und Gemüse dürfte das Gebiet von Bedeutung gewesen sein, da es durch Straßen und die bis ins Mittelalter schiffbaren Wasserläufe auch verkehrstechnisch geeignet war, in die Versorgung der Stadt eingebunden zu werden.

Die Westgoten eroberten das Gebiet ab dem 5. Jahrhundert n. Chr., um in Folge der Landnahme der Iberischen Halbinsel durch die Mauren ab 711 unterworfen und vertrieben zu werden. Die Araber herrschten hier bis 1147, als Portugals erster König, D. Afonso Henriques die arabische Ortschaft eroberte. 1189 erhielt Mafra erstmals Stadtrechte.

Während der Regentschaft des Königs D. Manuel I., der die Stadtrechte Mafras erneuerte, entstanden zahlreiche Bauten, die sich durch den manuelinischen Stil auszeichnen.<ref>www.verportugal.net, abgerufen am 30. Juli 2013</ref>

König João V. gelobte den Bau eines Klosters, sollte ihm der langerwartete Nachwuchs geboren werden. Nach der Geburt seiner Tochter ließ er zwischen 1717 und 1730 die bedeutende barocke Palast- und Klosteranlage mit Basilika erbauen, der heutige Palácio Nacional de Mafra. Die Anlage ist von enormen Abmessungen (ca. 1200 Räume, 40.000 m² Grundfläche), und damit von größerem Ausmaß als Escorial in Spanien. Für die Errichtung wurde ein Viertel des Goldes der damaligen Kolonie Brasilien aufgewendet. Heerscharen von bis zu 50.000 Arbeitskräften wurden beim Bau eingesetzt, die unter großen Mühen und 1400 Todesopfern, und unter der Aufsicht von 7.000 Soldaten, die Palastanlage aufbauten. Den Bau des Convento verarbeitete der Literaturnobelpreisträger José Saramago aus Sicht der einfachen Menschen in seinem Roman Das Memorial (port.: O Memorial do Convento, 1982).<ref>Lydia Hohenberger, Jürgen Strohmaier: Portugal. 2. Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7701-7658-8, S. 175 f.</ref>

Im Zweiten Weltkrieg wohnte der deutsche Druckereiunternehmer Rudolf Burnhoft<ref>Sérgio Luís de Carvalho: Lisboa Nazi – A cidade secreta dos Portugueses que lutaram pelo Terceiro Reich. 3. Auflage. Edições Parsifal, Lisboa 2024, ISBN 978-989-35-7651-9, S. 71.</ref> in Mafra, druckte die faschistische Zeitschrift A Esfera und arbeitete für die Spionage Nazi-Deutschlands.

Datei:Portugal Mafra Jardim do Cerco (472818194).jpg
In der Gartenanlage Jardim do Cerco

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Sport

Der Palast ist das bekannteste Bauwerk Mafras, dabei ist auch seine umfangreiche historische Bibliothek zu nennen, die allein 40.000 Bände aus dem 16. und 18. Jahrhundert birgt. Der gesamte Komplex – Palast, Basilika, Kloster, Cerco-Garten und Jagdrevier (Tapada) – wurde im Juli 2019 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Im Oktober findet nahe dem Kloster alljährlich ein Festival Klassischer Musik statt.

Die Prozessionen in der Fastenzeit haben viele Züge des Barock bewahrt. Sie gehören zu den bedeutendsten und originellsten Kulturveranstaltungen in Portugal.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Procissões da Quaresma.] In: Câmara Municipal de Mafra. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 16. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cm-mafra.ptVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Im Kreis befinden sich eine Vielzahl weiterer Baudenkmäler, darunter Sakralbauten, historische öffentliche und private Gebäude, und Gärten. Die jungsteinzeitliche Tholos von Tituária liegt auf einer Anhöhe beim gleichnamigen Dorf, östlich von Mafra.

Das 819 Hektar große Waldgehege Tapada Nacional de Mafra schließt sich an den nördlich der Palastbibliothek beginnenden botanischen Garten an. Es war das königliche Jagdrevier und wird auch heute von Hirschen, Wildschweinen, und einer Vielzahl weiterem Jagdwild bevölkert. Wanderwege sind angelegt, und geführte Wanderungen werden angeboten.<ref>www.verportugal.net, abgerufen am 30. Juli 2013</ref>

Der Strand der Gemeinde Ericeira gilt als europäischer Hotspot für Surfer und ist das erste europäische und eines der drei ersten weltweiten Surfreservate.

Der 1965 gegründete Fußballklub Clube Desportivo de Mafra stieg 2015 erstmals in die zweite portugiesische Liga auf. Der CD Mafra empfängt seine Gäste im städtischen Estádio Municipal de Mafra, das 1257 Zuschauern Platz bietet.

Verwaltung

Kreis

Wappen von Mafra Mafra ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho). Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Torres Vedras, Sobral de Monte Agraço, Arruda dos Vinhos, Loures, Sintra sowie der Atlantische Ozean.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor 17 auf elf verringerte.<ref>Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 16. März 2014</ref>

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Mafra:

Datei:Kreis Mafra 2020.png
Kreis Mafra

Vorlage:Verwaltungstabelle PT Kopf

Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerzahl im Kreis Mafra (1801–2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
4200 10.734 25.021 29.750 35.739 43.899 43.731 54.358 76.685
Datei:Estação ferroviária de Mafra 04.jpg
Am Bahnhof von Mafra

Kommunaler Feiertag

Städtepartnerschaften

Verkehr

Von Lissabon aus gelangt man über die Autoestrada A8, Ausfahrt Nr. 5 nach Mafra. Die Busgesellschaft Mafrense bietet eine Alternative. Sie startet in der Hauptstadt am U-Bahnhof Campo Grande. Des Weiteren besitzt Mafra weit außerhalb des Zentrums einen Bahnhof an der Linha do Oeste.

Söhne und Töchter

Weblinks

Commons: Mafra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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