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Wolfram Eilenberger

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Wolfram Eilenberger (2016)

Wolfram Eilenberger (* 7. August 1972 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Schriftsteller, Philosoph und Moderator.

Leben

Wolfram Eilenberger wurde als Sohn des Regierungsrats Lothar Eilenberger und seiner Frau Eva, geb. Rheinboldt, einer Krankengymnastin, in Freiburg im Breisgau geboren und wuchs in Karlsruhe-Waldstadt auf.<ref>Vgl. Eilenberger, Das Werden des Menschen im Wort, S. 6 (Dank).</ref><ref>Geistesgeschichte anschaulich: Vortrag von Wolfram Eilenberger am 7.11.19 – Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe. Abgerufen am 28. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach dem Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Karlsruhe studierte er Philosophie, Psychologie und Romanistik in Heidelberg, Turku und Zürich.

Gefördert durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes<ref>90 Jahre, 90 Köpfe. Abgerufen am 16. März 2023.</ref> wurde er 2008 an der Universität Zürich mit einer von Michael Hampe betreuten Arbeit zur Kulturphilosophie Michail Bachtins zum Doktor der Philosophie promoviert.<ref>Dissertation im Chronos Verlag. Abgerufen am 16. März 2023.</ref>

Eilenberger begann seine publizistische Tätigkeit im Jahr 1999 unter anderem als Kolumnist im Ethikrat der Wochenzeitung Die Zeit sowie mit der sportphilosophischen Kolumne Live aus dem Elfenbeinturm im Berliner Tagesspiegel. In den Jahren 2003 bis 2010 arbeitete er unter Chefredakteur Wolfram Weimer als Philosophischer Korrespondent für das Monatsmagazin Cicero.

Von 2011 bis 2017 war er Chefredakteur des Philosophie Magazins.<ref>Über uns. Website des Philomagazin Verlags, abgerufen am 30. Juni 2016.
Rupert Sommer: „Philosophie Magazin“ und „Hohe Luft“ im kress-Check: Lesefutter für die Generation XY Unorientiert. kressreport, 16. November 2011, abgerufen am 30. Juni 2016.</ref> Auf eigenen Wunsch schied er dort im Jahre 2017 aus, um sich vorrangig schriftstellerischen Projekten zu widmen.

Seit 2018 gehört er gemeinsam mit Barbara Bleisch und Yves Bossart zum Moderationsteam der Sternstunde Philosophie im Schweizer Fernsehen SRF. Seit der Gründung im Jahre 2013 ist er zudem gemeinsam mit Svenja Flaßpöhler, Gert Scobel und Jürgen Wiebicke Teil der Programmleitung des Internationalen Philosophiefestivals phil.cologne.

Eilenberger ist mit der Fennistin und ehemaligen finnischen Basketballnationalspielerin Pia-Maria Päiviö verheiratet. Das Paar hat zwei erwachsene Töchter und lebt in Berlin.

Werk

Eilenbergers Sachbücher wurden in insgesamt mehr als 36 Sprachen übersetzt (Stand Januar 2025). Er ist damit einer der meist übersetzten deutschsprachigen Sachbuchautoren der Gegenwart.<ref>Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 14. Januar 2025.</ref>

Zeit der Zauberer (2018)

Den auch internationalen Durchbruch erzielte Eilenberger mit seinem im März 2018 bei Klett-Cotta erschienenen Buch Zeit der Zauberer – Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919–1929, für das er 2018 den Bayerischen Buchpreis<ref>Bayerischer Buchpreis 2018. Abgerufen am 16. März 2023.</ref> erhielt und 2019 in Frankreich den renommierten Prix du Meilleur livre étranger, Kategorie „Essay“ (ins Französische übersetzt unter dem Titel Le Temps des Magiciens). Das Werk, in dessen Zentrum die Philosophen Ludwig Wittgenstein, Ernst Cassirer, Walter Benjamin und Martin Heidegger stehen, fand sich nach der Veröffentlichung mehr als sieben Monate auf der Spiegel-Bestsellerliste. Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und stand auch auf den Bestsellerlisten in Italien, Spanien und Dänemark.

Zeit der Zauberer erhielt national wie international viel positive Aufmerksamkeit. So sprach Micha Brumlik in der taz von einem „Buch, das auf lange Zeit seinesgleichen suchen wird“;<ref>Brumlik in der taz</ref> Michael Hesse von der Frankfurter Rundschau findet die „Parallelisierung von Leben und Lehre der vier Zauberer“ magisch und wünscht dem Buch viele Leser.<ref>Zwei Denker im Wettstreit. 20. April 2018, abgerufen am 13. Dezember 2020.</ref> In der New York Times urteilte Jennifer Szalai: „Eilenberger ist ein ausgezeichneter Erzähler“<ref>How Wittgenstein and Other Thinkers Dealt With a Decade of Crisis. 14. August 2020, abgerufen am 18. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Die Londoner Times bezeichnete Zeit der Zauberer als „technisches Meisterstück“.<ref>Time of the Magicians review — quartet of Weimar-era thinkers who were incomprehensibly brilliant. Abgerufen am 18. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> El País lobte, der Autor „verbinde Biographie und Ideengeschichte mit bewundernswertem erzählerischen Geschick“.<ref>Im Original Spanisch, Quelle El Pais</ref> La Repubblica befand, das Buch führe „zwingend wie ein Roman … in das Herz einer äußerst komplexen Diskussion ein“<ref>Im Original Italienisch, Quelle La Repubblica</ref> und der Philosoph John Kaag hob in der New York Times Book Review hervor: „Eine von Eilenbergers Errungenschaften besteht darin, Heideggers Bemühungen zu erklären, sich als Held und Zauberer des Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg zu positionieren und damit seine uneingeschränkte Unterstützung des Nazi-Regimes bei seiner Machtübernahme vorwegzunehmen.“<ref>The Men Who Reinvented Philosophy for Turbulent Times. Abgerufen am 18. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Jens Bisky urteilt in der Süddeutschen Zeitung: „Eilenberger ist seit seinem Welterfolg Zeit der Zauberer … der interessanteste deutschsprachige Autor populärphilosophischer Bücher in Deutschland.“<ref>Wolfram Eilenberger: "Feuer der Freiheit" – Anders in die Welt gestellt. 16. Oktober 2020, abgerufen am 18. März 2023.</ref> Der Historiker und Sozialwissenschaftler Florian G. Mildenberger kommt in seiner Rezension zu dem Schluss: „Der Erfolg des Buches aber lässt erahnen: Die sich akademisch gebildet wähnende Leserschaft hat wieder ein Faible für Führergestalten entwickelt.“<ref>Florian G. Mildenberger: Rezension in: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 335–338, hier: S. 338.</ref> Kritisch äußerte sich Maxim Biller, der dem Werk vorwarf, es lasse die Sympathien des Philosophen Martin Heidegger zum Nazi-Regime unter den Tisch fallen.<ref>Maxim Biller: "Sind Sie auch ein Linksrechtsdeutscher?, Die Welt, 16. Februar 2019, abgerufen am 4. März 2019.</ref>

Feuer der Freiheit (2020)

Im Herbst 2020 erschien Eilenbergers Werk Feuer der Freiheit – Die Rettung der Philosophie in dunkler Zeit 1933–1943. Auch dieses Buch, dessen thematisches Zentrum die Philosophinnen Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Simone Weil und Ayn Rand während des Zweiten Weltkriegs bilden, stand über Monate auf der Spiegel-Bestsellerliste<ref>Buchreport. Abgerufen am 16. März 2023.</ref> und erfuhr national wie international große Anerkennung. Wie bereits Zeit der Zauberer im Jahre 2018 stand auch Feuer der Freiheit auf der Shortlist für den Tractatus-Preis (2021). Elke Schmitter lobte das Werk in Der Spiegel: „Gleichgültig, was man bisher über das Denken im 20. Jahrhundert wusste: Hier wird man auf aufregende Weise klüger.“<ref>Der Spiegel 9. Oktober 2020. Abgerufen am 16. März 2023.</ref>, und Thomas Ribi urteilte in der NZZ: „Eilenberger erzählt glänzend, argumentiert präzis und schreibt ein bedeutendes Kapitel der Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts, das so noch nicht geschrieben war.“<ref>NZZ 12. Oktober 2020. Abgerufen am 16. März 2023.</ref> Die dänische Zeitung Weekend Avisen befand, Feuer der Freiheit sei „mindestens so gut wie sein Vorgänger (Zeit der Zauberer)“.<ref>Weekendavisen 21. November 2021. Abgerufen am 16. März 2023.</ref>

Geister der Gegenwart (2024)

Im September 2024 veröffentlichte Wolfram Eilenberger Geister der Gegenwart – Die letzten Jahre der Philosophie und der Beginn einer neuen Aufklärung 1948–1984. Wie in seinen früheren Büchern verbindet er biografische und ideengeschichtliche Elemente und porträtiert diesmal Theodor W. Adorno, Michel Foucault, Paul Feyerabend und Susan Sontag.

Rüdiger Safranski würdigte das Buch in der Zeit und lobte die geschickte Verknüpfung der vier Porträts, deren gemeinsamer Nenner der Bruch mit dem Konsens sei, präsentiert werde „Philosophie als Akt der Befreiung“.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Geister der Gegenwart – Wolfram Eilenberger bringt Adorno, Foucault, Feyerabend und Sontag zusammen.] In: Die Zeit. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Oktober 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Jörg Später zitierte aus dem „rasanten, gewitzten und erhellenden“ Buch in der FAZ: „Der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit gelingt nicht, vor allem nicht im Rahmen akademischen Philosophierens!“ und attestierte Eilenberger, dass er Teil einer „mittelständischen Philosophieindustrie“ sei, die „keineswegs kluge Einsichten verbaue und spielend ein großes Publikum erreiche“. Kritisch merkte er an, die gewählte Zeitspanne (1948–1984) und der im Titel behauptete Gegenwartsbezug blieben unscharf.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Aufklärung im Quartett – Wolfram Eilenbergers „Geister der Gegenwart“.] In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Oktober 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Peter Laudenbach zeigte sich in der SZ begeistert von der erzählerischen Kraft und den „überraschenden Querverbindungen“ zwischen den vier Denkern. Er bemängelte lediglich eine zu effektbetonte, stellenweise kitschige Dramaturgie, lobte aber Eilenbergers Fähigkeit, ideengeschichtliche Linien in heutige Problemfelder weiterzuführen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Wolfram Eilenberger – „Geister der Gegenwart“.] In: Süddeutsche Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Oktober 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Guido Kalberer schrieb in der NZZ, dass Eilenberger in dem „glänzend geschriebenen und klug komponierten Buch“ eine wichtige intellektuelle Traditionslinie besonders betone, indem er die Bedeutung von Differenz und Pluralismus bei den vier Intellektuellen sichtbar mache.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Adornos Erben – Wolfram Eilenberger malt ein Panorama der Nachkriegsphilosophie.] In: Neue Zürcher Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Oktober 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Die Gegenwart der Philosophie (2026)

Anfang 2026 veröffentlichte Wolfram Eilenberger sein Buch ''Die Gegenwart der Philosophie – Ein Wegweiser''<ref>Wolfram Eilenberger: Die Gegenwart der Philosophie – Ein Wegweiser. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2026, ISBN 978-3-7681-9855-4 (klett-cotta.de [abgerufen am 18. März 2026]).</ref>. Darin plädiert er für eine Neubestimmung der Rolle der Philosophie in der Gegenwart. Vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie Klimawandel, technologischer Umbrüche durch Künstliche Intelligenz sowie politischer und kultureller Unsicherheiten thematisiert Eilenberger grundlegende Fragen nach Aufgabe und gesellschaftlicher Bedeutung der Philosophie.

Der Autor verortet seine Argumentation in der Tradition zentraler Denker von Sokrates über Immanuel Kant bis hin zu Michel Foucault und Theodor W. Adorno und entwickelt daraus eine gegenwartsbezogene Perspektive auf philosophisches Denken. Dabei kritisiert er eine Philosophie, die sich primär auf abstrakte Systeme oder akademische Selbstreferenzialität beschränkt, und versteht sie stattdessen als praktische, auf die Analyse und Reflexion der Gegenwart ausgerichtete Tätigkeit.

Im Zentrum steht die Auffassung von Philosophie als „Praxis der Geistes-Gegenwärtigkeit“, die als Form kritischer Selbstreflexion zur Orientierung in komplexen gesellschaftlichen Zusammenhängen beitragen soll. In Anlehnung an Kants Begriff der „Unmündigkeit“ beschreibt Eilenberger philosophisches Denken als Voraussetzung für eigenständige Urteilsbildung und als möglichen Beitrag zur Bewältigung gegenwärtiger gesellschaftlicher Krisen. Heutigen akademischen Philosophen fehle es häufig an Mut, ähnlich wie Walter Benjamin oder Hannah Arendt seinerzeit ihre Erkenntnisse "ohne Rücksicht auf Karrierekonsequenzen" zu publizieren.<ref>Wolfram Eilenberger: Die akademische Philosophie erzieht zur Mutlosigkeit, Rezension in der Frankfurter Rundschau vom 13. März 2026, abgerufen am 19. März 2026</ref>

Weitere Werke

Im Frühjahr 2010 erschien Eilenbergers Buch Finnen von Sinnen: Von einem, der auszog, eine finnische Frau zu heiraten, das 17 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste (Sachbuch) stand. Das Buch erschien im Frühjahr 2011 bei Siltala Publishing unter dem Titel Minun suomalainen vaimoni auf Finnisch und entwickelte sich in Finnland ebenfalls rasch zum Bestseller.

2009 erschien Eilenbergers Dissertation über Michail Bachtins Philosophie unter dem Titel Das Werden des Menschen im Wort. Das Buch wurde von dem Bachtin-Herausgeber Rainer Grübel als „Beitrag zu einer Philosophie der Humankommunikation als Grundlage einer Kulturtheorie“ gewürdigt, aber aus philologischer Sicht kritisiert. So habe Eilenberger lediglich mit überwiegend englischen Übersetzungen gearbeitet und die russischsprachige Sekundärliteratur übergangen.<ref>Wolfram Eilenberger: Das Werden des Menschen im Wort | rezensionen:kommunikation:medien. Abgerufen am 25. Oktober 2019.</ref>

2005 veröffentlichte Eilenberger eine Einführung in die Philosophie anhand von Alltagssituationen unter dem Titel Philosophie für alle, die noch etwas vorhaben, für die er 2011 den Mindelheimer Philosophiepreis erhielt.<ref>Börsenblatt 4. April 2011. Abgerufen am 16. März 2023.</ref>

Publizistisches und sportjournalistisches Wirken

Eilenberger veröffentlicht regelmäßig Essays zu politischen wie kulturellen Themen, so etwa in Der Spiegel, Die Welt oder auch El País.<ref>Wolfram Eilenberger. Abgerufen am 18. März 2023.</ref> Seit 2020 schreibt er für das Philosophie Magazin die Kolumne „Unter uns“.<ref>Unter uns: Die Sache mit der Sprachnachricht. 1. Februar 2020, abgerufen am 18. März 2023.</ref> Seit 2021 moderiert er gelegentlich die Philosophiesendung „Sein und Streit“ auf Deutschlandfunk Kultur.<ref>Sendung Sein und Streit. Abgerufen am 18. März 2023.</ref>

Seit Beginn seiner publizistischen Tätigkeit schreibt Eilenberger, der 1991 eine B-Lizenz des Badischen Fußballbundes erwarb und ferner im linken Mittelfeld der deutschen Autorennationalmannschaft Autonama spielt, über Sport und insbesondere Fußball. Er tritt hierzu in Radio wie Fernsehen auch als Experte auf.

Eilenbergers Kritik an Jürgen Klopp und Borussia Dortmund im Januar 2015 sorgte für mediales Aufsehen:<ref>Darum wird Jürgen Klopp beim BVB nicht zurücktreten. Die Welt, 5. Februar 2015, abgerufen am 30. Juni 2016.
Franz Josef Wagner: Lieber Jürgen Klopp. Bild, 6. Februar 2015, abgerufen am 30. Juni 2016.</ref> Klopps Gestaltungskraft sei verbraucht und der BVB der Hinrunde 2014/15 „war kein Verein mehr, sondern eine Sekte. Und zwar mit allen klassischen Attributen: Artikulationsverbote, totale Gemeinschaftssuggestion, unbedingter Erlöserglaube.“<ref>Oliver Fritsch: Wolfram Eilenberger: Borussia Dortmund ist die Anomalie der Liga. Interview auf Zeit Online, 28. Januar 2015, abgerufen am 30. Juni 2016.</ref>

Eilenberger ist Fan des FC Bayern München. Er warf dem Verein aber im September 2015 vor, seine Identität aufs Spiel zu setzen; Eilenberger sprach sich für eine Rückkehr von Uli Hoeneß aus und kritisierte insbesondere das Wirken des Sportdirektors Matthias Sammer. Dieser zerstöre „emotionale Nähe, die einen Fan zum Fan macht“, „noch drei weitere Jahre mit Pep auf der Bank und Sammer am Mikro und dieser Verein ist emotional am Ende.“<ref>Wolfram Eilenberger: Lieber FC Bayern, es ist aus mit uns. Kolumne Eilenbergers Kabinenpredigt, zeit.de, 16. September 2015, abgerufen am 30. Juni 2016.</ref>

Im April 2026 bezeichnete sich Eilenberger als Fan von Real Madrid. Die Spiele des Vereins würde er "quasi-religös" verfolgen.<ref>Christoph Amend, Ubin Eoh: "Und was machst du am Wochenende?": "Meine Frau ist immer sehr froh, wenn ich arbeite". In: Die Zeit. 10. April 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 18. April 2026]).</ref>

Eilenberger sprach und spricht sich seit 2018 entschieden gegen den Videobeweis im Fußball aus.<ref>Philosoph Eilenberger im Interview: Videobeweis? „Hoffe, dass bei WM möglichst viel schiefgeht“. Kicker-Sportmagazin, 6. Juni 2018, abgerufen am 7. Juni 2018.</ref>

Eine shitstormartige Kontroverse löste 2016 ein Artikel mit dem Titel Handball: Die Alternative für Deutschland<ref name="zeit-2016-02-09">Wolfram Eilenberger: Handball: Die Alternative für Deutschland. In: zeit.de. 9. Februar 2016, abgerufen am 20. Februar 2016.</ref> bei Zeit Online aus. Eilenberger kritisierte den Handball darin als „Sport volkstümelnder Reihenhausspießer“<ref name="stern-6693564">Essay in „Zeit Online“: Der deutsche Handball – ein Sport volkstümelnder Reihenhausspießer? stern.de, 11. Februar 2016, abgerufen am 20. Februar 2016.
Ralf Mittmann: Entgleisung in Zeit-Online-Kolumne: Philosoph Eilenberger rückt Handballer in nationalistische Ecke. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 12. Februar 2016, abgerufen am 20. Februar 2016.</ref> und beklagte insbesondere die mangelnde Integrationskraft des Sports für junge Menschen mit Migrationshintergrund. Die polemische Intervention stieß eine breite und inhaltlich produktive Debatte an.

Akademisches

Von 2010 bis 2012 hatte Eilenberger Lehraufträge an der University of Toronto, Kanada. 2016 war er Max Kade Visiting Professor der Indiana University Bloomington<ref>Department of Germanic Studies, Visiting Scholars. Abgerufen am 16. März 2023.</ref>, zudem unterrichtet er seit 2020 an der ETH Zürich Kurse zur Wissenschaftsvermittlung.<ref>ETH Zürich, Vorlesungsverzeichnis. Abgerufen am 16. März 2023.</ref> Laut Google Scholar (Stand März 2023) weist Eilenbergers h-Index, gemessen seit 2018, den Wert 7 auf.<ref>Google Scholar. Abgerufen am 16. März 2023.</ref>

Auszeichnungen

Datei:Bayerischer Buchpreis 2018 - Preisträger Wolfram Eilenberger und Lucy Fricke 2.jpg
Bayerischer Buchpreis 2018 - Preisträger Wolfram Eilenberger (Sachbuch) und Lucy Fricke (Belletristik)

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Philosophie für alle, die noch etwas vorhaben. Berlin Verlag, 2005, ISBN 978-3-8270-0581-6. 2. Auflage: Berliner Taschenbuch-Verlag, Berlin, 2007, ISBN 978-3-8333-0476-7.
  • Lob des Tores: 40 Flanken in Fußballphilosophie. Berliner Taschenbuch-Verlag, Berlin, 2006, ISBN 3-8333-0361-1.
  • This is not America: Philosophen sprechen über die Lage des Landes. Matthes und Seitz, Berlin 2008, ISBN 978-3-88221-738-4.
  • Das Werden des Menschen im Wort: Eine Studie zur Kulturphilosophie Michail M. Bachtins. Chronos, Zürich, 2009, ISBN 978-3-0340-0923-2 (Zugl.: Zürich, Univ., Diss., 2008).
  • Kleine Menschen, große Fragen: 20 philosophische Fragen für die Erwachsenen von morgen – und heute. Berlin-Verlag, Berlin, 2009, ISBN 978-3-8270-0827-5. Berliner Taschenbuch-Verlag, Berlin, 2010, ISBN 978-3-8333-0667-9.
  • Finnen von Sinnen: Von einem, der auszog, eine finnische Frau zu heiraten. Blanvalet, München, 2010, 2012², ISBN 978-3-442-37583-7.
  • Kanada kann mich mal: Von einem, der mit seinen Kindern in die Ferne zog. Blanvalet, München, 2012, ISBN 978-3-7645-0404-5.
  • als Hrsg.: Der Tatort und die Philosophie. Schlauer werden mit der beliebtesten Fernsehserie. Tropen, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-608-50327-2.
  • Zeit der Zauberer: Das große Jahrzehnt der Philosophie 1919–1929. Klett-Cotta, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-608-94763-2.<ref>Rezension dazu: Florian G. Mildenberger, in: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 335–338.</ref>
  • Feuer der Freiheit: Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933–1943). Klett-Cotta, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-608-96460-8.
  • Das Ruhrgebiet. Versuch einer Liebeserklärung. Tropen, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-608-50507-8.
  • Geister der Gegenwart. Die letzten Jahre der Philosophie und der Beginn einer neuen Aufklärung 1948–1984. Klett-Cotta, Stuttgart 2024, ISBN 978-3-608-98665-5.
  • Die Gegenwart der Philosophie. Ein Wegweiser. Klett-Cotta, Stuttgart 2026, ISBN 978-3-7681-9855-4.

Weblinks

Commons: Wolfram Eilenberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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