Aschenlauge
Aschenlauge (auch: Schneeblume, früher auch: Aschlauge<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>) ist ein historisches Reinigungsmittel auf Basis von Wasser und Asche. Aschenlauge war bis Mitte des 20. Jahrhunderts<ref>Roland Girtler: Aschenlauge – Die alte Kultur der Bauern. Böhlau, Wien 2012, ISBN 978-3-205-78858-4, Wäschewaschen, Aschenlauge und Seife – Hygiene, S. 301.</ref> üblich zur Reinigung von Wäsche und Fußböden.
Geschichte
Ein etwa 2500 v. Chr. auf Ton geritztes Rezept bezieht sich schon auf die Wirkung von Asche zum Reinigen. Dieses stammt aus Tello (Mesopotamien) und lautet wie folgt: 1 Liter Öl und die fünfeinhalbfache Portion Pottasche. Auch wenn dies eher der Wirkung von Seife nahekommt, so ist doch davon auszugehen, dass schon seit Jahrhunderten mit Aschenlauge (gewonnen etwa aus Buchenholz von der Rotbuche<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 445 (puche[i]n asche ‚Buchenasche‘ zur Laugenbereitung</ref>) gewaschen oder geputzt wurde. Als spätere Entwicklung folgte der Handwerksberuf des Seifensieders.
Waschmittel
Beim Mischen von Asche mit Wasser entsteht eine alkalische Lösung (Lauge), deren Wirkung bei der Reinigung von Wäsche (sechten<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref>) genutzt wird. Das Wort alkalisch stammt von mittellateinisch alkali, alcalia ‘Pottasche’, das gleichbedeutend arabisch al-qalī fortsetzt; wörtlich ‘das Ausgelaugte’ nach der ursprünglichen Art der Gewinnung durch Auskochen von Pflanzenasche mit Wasser. Es gibt diverse Varianten, wie mit Asche gewaschen wurde. Hier einige Verfahren, wie die Asche beigegeben wurde:
- Die Asche wird direkt auf das Waschgut gestreut. Heißes Wasser wird dazugegeben.
- Asche in Leinensäcken auf das Waschgut. Heißes Wasser wird dazugegeben.
- Asche und Wasser gemischt zum Waschgut geben.
Meist wurde diese Prozedur mehrfach durchgeführt und zuletzt mit reinem Wasser gespült. Der ganze Prozess konnte mehrere Tage dauern.<ref>Horgner Jahrheft 2011, Waschhäuser. (PDF) Internet Archive, S. 6.</ref>
Scheuermittel
Ein möglicher Einsatz als Scheuermittel besteht für (Holz-)Böden. Eine Art der Herstellung ist das Abbrühen von Holzasche. Nach 5 Tagen kann das Wasser entnommen werden und nach anschließendem Erhitzen für die Reinigung verwendet werden.<ref>Mit dem ÖV über den Ofenpass nach Venedig. Radio DRS1, Sendung Siesta, 3. September 2008, Position 28:59.</ref>
Vorsichtshinweise
Aufgrund des hohen pH-Wertes kann Aschenlauge bei längerer Einwirkzeit zu Verätzungen der Haut und Schleimhäute führen.
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Waschmittel ( vom 12. März 2009 im Internet Archive)
Einzelnachweise
<references />