Hippobroma longiflora
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| Hippobroma longiflora | ||||||||||||
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| Datei:Hippobroma longiflora Belize.jpg
Hippobroma longiflora | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Hippobroma | ||||||||||||
| G.Don | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Hippobroma longiflora | ||||||||||||
| (L.) G.Don |
Hippobroma longiflora ist die einzige Art der Pflanzengattung Hippobroma innerhalb der Familie der Glockenblumengewächse (Campanulaceae).<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="GRIN" />
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Hippobroma longiflora ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 30 bis 50 (9 bis zu 90) Zentimetern.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /> Die grobfasrigen, fleischigen Wurzeln sind bündelig und knollig verdickt.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl oder behaart.<ref name="Don1834" /> Die aufrechten oder niederliegenden Stängel sind einfach oder im unteren Bereich verzweigt und kahl oder nach oben hin zunehmend zottig behaart.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Weber2001" />
Die wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend bis kurz gestielt.<ref name="FoC2011" /><ref name="Don1834" /> Die einfache, pergamentartige Blattspreite ist bei einer Länge von selten ab 5 bis, meist 10 bis 20 Zentimeter sowie einer Breite von selten ab 1 bis, meist 2 bis 5 Zentimeter breit, elliptisch bis lanzettlich oder verkehrt-eilanzettlich und zur Spreitenbasis verschmälert mit spitzem oder zugespitztem oberen Ende. Der schrotsägeförmige Blattrand ist grob und klein gezähnt.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Weber2001" /><ref name="Don1834" /> Die Blattspreite ist kahl oder manchmal spärlich zottig behaart.<ref name="FoC2011" /> Es liegt Fiedernervatur vor.<ref name="FoPanamaWFO" /> Es sind keine Nebenblätter vorhanden.<ref name="FoPanamaWFO" />
Generative Merkmale
Die relativ großen, duftenden Blüten stehen einzeln in den Blattachseln.<ref name="FoC2011" /> Der mit einer Länge von 3 bis 10 Millimetern relativ kurze<ref name="Don1834" /> Blütenstiel ist dicht zottig behaart und besitzen an ihrer Basis zwei 2 bis 4 Millimeter langen, fadenförmige Deckblätter.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" />
Die zwittrige Blüte ist fast radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der deutlich zehnrippige Blütenbecher (Hypanthium) ist bei einer Länge von 6 bis 10 Millimetern glockenförmig, verkehrt-kegelförmig oder ellipsoid und dicht zottig oder flaumig behaart.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /> Die fünf Kelchblätter sind verwachsen. Die fünf aufrechten Kelchlappen sind bei einer Länge von 8 bis 18, selten bis zu 22 Millimetern sowie einer Breite von etwa 1 Millimeter linealisch, kurz zottig behaart und bewimpert mit schwielig gezähntem Rand.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Don1834" /> Die stieltellerförmige Blütenkrone ist weiß, gelegentlich mit grünlichen Nerven.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Weber2001" /> Die fünf Kronblätter sind zu einer kahlen, geraden Kronröhre verwachsen, die mit einer Länge von 5 bis 13,5 Zentimeter sowie einem Durchmesser von selten 1 bis, meist 2 bis 4 Millimetern sehr lang und schlank ist.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Weber2001" /><ref name="Don1834" /> Die fünf fast gleichen,<ref name="Don1834" /> ausgebreiteten<ref name="FoPanamaWFO" /> Kronlappen sind bei einer Länge von 1,3 bis 2,7 Zentimetern mehr oder weniger schmal-elliptisch, lanzettlich oder schmal-eiförmig bis eilanzettlich.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /> Es sind zwei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden und die Staubbeutel sind zu einer zehnfurchigen, etwa 7 Millimeter langen, kahlen Röhre verwachsen, die im oberen Bereich der Kronröhre inseriert ist und diese ein wenig überragt.<ref name="FoC2011" /><ref name="Don1834" /> Die Staubbeutel sind im oberen Bereich mit einem weißen, steifen Haarbüschel bärtig.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /> Die kürzeren Staubbeutel sind etwa 3 Millimeter lang und die längeren 5 bis 6 Millimeter lang.<ref name="FoPanamaWFO" /> Der (halb)unterständige Fruchtknoten ist kreiselförmig und pentagonal. Die Narbe ist breit zweilappig.<ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Don1834" />
Die zweikammerigen Kapselfrüchte<ref name="Weber2001" /> mit beständigen Kelchzipfeln sind bei einer Länge von 11 bis 20 Millimetern sowie einem Durchmesser von 8 bis 12 Millimetern verkehrt-kegelförmig, glockenförmig, verkehrt-eiförmig oder ellipsoid und dicht zottig behaart.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /> Die bei Reife herabhängende Kapselfrucht öffnet sich lokulizid und vom oberen Ende ausgehend mit zwei Fruchtklappen und enthält viele Samen.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Don1834" /> Die Früchte wirken oft mehr unterständig als es tatsächlich der Fall ist, da sie dicht vom freien Rand des Hypanthium umhüllt sind.<ref name="FoPanamaWFO" /> Die hell-braunen bis rot-braunen Samen sind bei einer Länge von 0,7 bis 0,8 Millimetern breit-ellipsoid, bleistiftförmig oder etwas abgeflacht mit gerundeten Enden und netzartiger Samenschale.<ref name="FoC2011" /><ref name="FoPanamaWFO" />
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 14; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 28 vor.<ref name="FoC2011" /><ref name="IPCN" />
Inhaltsstoffe
Aus den Pflanzenteilen konnten die Diphenethylpiperidin-Alkaloide Lobelin, (−)-cis-2′,2′′-Diphenyllobelidiol, (−)-cis-2′,2′′-Diphenyllobelidiol-N-oxid, sowie Hippofolin A und B isoliert werden.<ref>Zi-Yang Chan, Kayatri Govindaraju, Premanand Krishnan, Yun-Yee Low, Kam-Weng Chong, Kien-Thai Yong, Kang-Nee Ting, Kuan-Hon Lim: Diphenethylpiperidine alkaloids with tracheal smooth muscle relaxation activity from Hippobroma longiflora (L.) G. Don. In: Phytochemistry Letters. Band 30, 2019, S. 93–98, doi:10.1016/j.phytol.2019.01.035.</ref>
Verbreitung
Hippobroma longiflora stammt von den Westindischen Inseln, vermutlich aus Jamaika.<ref name="WCSP" /> Hippobroma longiflora ist in den Subtropen bis Tropen beispielsweise in Mittel- und Südamerika von Mexiko bis nach Peru sowie Brasilien und in Asien als Neophyt weitverbreitet.<ref name="FoC2011" /><ref name="Weber2001" /><ref name="WCSP" /><ref name="HEAR" />
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Lobelia longiflora durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, Seite 930. Die Neukombination zu Hippobroma longiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) G.Don wurde 1834 durch George Don junior in A General History of the Dichlamydeous Plants, Band 3 Seite 717<ref name="Don1834" /> veröffentlicht, dabei wurde die Gattung Hippobroma <templatestyles src="Person/styles.css" />G.Don aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Der Gattungsname Hippobroma setzt sich zusammen aus den Wörtern Hippo für „Pferd“ und broma für „giftig“, da die giftigen Pflanzenteile problematisch sind, wenn sie von Pferden gefressen werden.<ref name="FoPanamaWFO" /><ref name="Don1834" /> Das Artepitheton longiflora bedeutet „mit langen Blüten“.
Weitere Synonyme für Hippobroma longiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) G.Don sind: Isotoma longiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) C.Presl, Laurentia longiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Endl., Laurentia longiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) E.Wimm., Laurentia longiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Peterm., Rapuntium longiflorum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Mill., Solenopsis longiflora<templatestyles src="Person/styles.css" /> (L.) M.R.Almeida.<ref name="Tropicos" />
Hippobroma longiflora ist die einzige Art der Gattung Hippobroma in der Unterfamilie Lobelioideae innerhalb der Familie der Campanulaceae.<ref name="GRIN" />
Nutzung
Pflanzenteile der giftigen Hippobroma longiflora werden in der Volksmedizin verwendet. Ihre Wirkstoffe werden untersucht.<ref name="Rasyid2020" />
Literatur
- Henri Alain Liogier: Descriptive Flora of Puerto Rico and Adjacent Islands. Volume V, Editorial UPR, 1997, ISBN 0-8477-2338-0, S. 209 ff.
- Anton Weber, Werner Huber, Anton Weissenhofer, Nelson Zamora, Georg Zimmermann: An Introductory Field Guide To The Flowering Plants Of The Golfo Dulce Rain Forests Costa Rica. In: Stapfia. Band 78, Linz 2001, S. 210. ISSN 0252-192X, ISBN 3-85474-072-7, Vorlage:ZOBODAT
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Hippobroma longiflora bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Hippobroma longiflora bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPanamaWFO"> Hippobroma longiflora bei Tropicos.org. In: Flora of Panama (WFO). Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Don1834"> George Don: A General History of the Dichlamydeous Plants - A general history of the dichlamydeous plants, comprising complete descriptions of the different orders; ...; the whole arranged according to the natural system. Volume III: Calyciiflorae. London 1834, S. 717. eingescannt bei BHL - biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Weber2001"> Anton Weber, Werner Huber, Anton Weissenhofer, Nelson Zamora, Georg Zimmermann: An Introductory Field Guide To The Flowering Plants Of The Golfo Dulce Rain Forests Costa Rica. In: Stapfia. Band 78, Linz 2001, S. 210. ISSN 0252-192X / ISBN 3-85474-072-7, Vorlage:ZOBODAT </ref> <ref name="HEAR"> Datenblatt Hippobroma longiflora (Campanulaceae) - madamfate, star of Bethlehem bei Hawaiian Ecosystems at Risk project = HEAR - Invasive species information for Hawaii and the Pacific. </ref> <ref name="Rasyid2020"> Zarta Rasyid, Aryani Farida, Salusu Daud, Wiwin Suwinarti, Kusuma Wijaya, Enos Arung: Bioactivities of forest medicinal plants on kutai ethnic (Indonesia) of tapak leman (Hippobroma longiflora (L) G. Don). In: GSC Biological and Pharmaceutical Sciences, Volume 11, Mai 2020, S. 091–098. doi:10.30574/gscbps.2020.11.2.0125 </ref> <ref name="FoC2011"> Deyuan Hong, Laura L. Klein Thomas G. Lammers: In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong: Flora of China, Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2011, ISBN 978-1-935641-04-9. Gattung Hippobroma longiflora und Art Hippobroma longiflora, S. 562–563 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>
Weblinks
- Hippobroma longiflora bei Tropicos.org. In: Flora Mesoamericana. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum