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Leiobunum

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Leiobunum
Datei:Leiobunum.rotundum.female.jpg

Leiobunum rotundum (Weibchen)

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Weberknechte (Opiliones)
Unterordnung: Eupnoi
Überfamilie: Phalangioidea
Familie: Sclerosomatidae
Gattung: Leiobunum
Wissenschaftlicher Name
Leiobunum
C. L. Koch, 1839
Datei:Weberknecht-2010-07-23.ogv
Ein Leiobunum rotundum-Weibchen in der Krautschicht am Wiesenrand (Video, 45s)

Leiobunum ist eine Gattung aus der Familie der Sclerosomatidae in der Ordnung der Weberknechte.

Merkmale

Wie die meisten Weberknechte haben die Arten der Gattung einen kompakten Körperbau. Die Färbung variiert von Art zu Art, die Männchen sind oft deutlich anders gefärbt als die Weibchen.<ref name="martens"/>

Der Körper ist gänzlich weich oder nur auf dem Rücken annähernd ledrig. Der Augenhügel ist annähernd ebenso breit und lang wie hoch, häufig mit kleinen Höckern über jedem Auge. Der Vorderrand des Panzers ist mittig frei von Höckern, die Oberfläche des Rückens ist weitgehend unbewehrt. Die ersten fünf Tergite sind bei männlichen Tieren häufig zu einem festen Dorsalschild verwachsen.<ref name="usa">N.W. Davis: A revision of the genus Leiobunum (Opiliones) of the United States. Amer. Midland Nat., 15(6):662–705.</ref>

Auf den Coxen sind häufig Zähnchen ausgebildet, manchmal jedoch nur auf jenen des ersten und letzten Beinpaares. Das erste der Chelicerenglieder ist auf der Rückenseite glatt. Am Mittelglied des Palpus sind zur Spitze hin sowie mittig keine Apophysen vorhanden, gelegentlich finden sich jedoch leichte Schwellungen. Die Tarsen männlicher Tiere sind auf der Unterseite mittig mit einer längs verlaufenden Reihe kleiner Tuberkel besetzt. Leiobunum besitzt an jedem Bein nur eine bezähnelte Tarsalklaue.<ref name="usa" />

Die Beine der meisten Arten sind auffallend lang, mit Spannweiten von über 15 cm<ref name="martens"/>. Das Femur des ersten Beinpaares ist üblicherweise deutlich länger als der Körper. Das zweite Beinpaar ist stets das längste und deutlich länger als das vierte Beinpaar.<ref name="usa" />

Verhalten

Von einigen Arten der Gattung Leiobunum sind Aggregationen von mehreren hundert Tieren bekannt.<ref>James J. Cockerill: Notes on Aggregations of Leiobunum (Opiliones) in the Southern U.S.A. In: Journal of Arachnology, Vol. 16, No. 1, 1988, S. 123–126</ref>

Vorkommen

Bisher beschriebene Arten stammen aus Asien, Europa, Nordafrika<ref>C. E. Prieto und J. Fernandez: El género Leiobunum C. L. Koch, 1839 (Opiliones: Eupnoi: Sclerosomatidae) en el Peninsula Ibérica y el Norte de África con la descrptión de tres nuevas especies. Rev. Ibér. Aracnol., 14 S. 136–171, 2007</ref> und Nord- sowie Mittelamerika.<ref>A. L. M. Tourinho: Sclerosomatidae <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Species Listing (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/insects.tamu.edu Version 2007</ref>

Systematik

Die Gattung wurde 1839 von Carl Ludwig Koch in seiner Übersicht des Arachnidensystems erstbeschrieben, der Name (λεῖος=glatt, βουνος=Hügel) verweist auf die glatte Naht über dem Augenhügel. Typusart ist Leiobunum rotundum, die schon 1798 von Pierre André Latreille als Phalangium rotundum beschrieben worden war.<ref>Carl Ludwig Koch: Übersicht des Arachnidensystems, Bd. 2, Verlag C. H. Zeh, 1839, S. 35</ref>

Der genaue Umfang der Gattung ist unklar, beschrieben wurden über 100, vielfach synonymisierte Arten<ref>Joel Hallan's Biology Catalog: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sclerosomatidae (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Oktober 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/insects.tamu.edu</ref>. Teilrevisionen existieren für Europa<ref name="martens">J. Martens: Spinnentiere, Arachnida: Weberknechte, Opiliones. Die Tierwelt Deutschlands, Bd. 64. Gustav Fischer Verlag, Jena 1978</ref>, Japan<ref>S. Suzuki: The genus Leiobunum C. L. Koch of Japan and adjacent countries (Leiobunidae, Opiliones, Arachnida). J. Sci. Hiroshima Univ. B1 (Zoology) 26, S. 187–260, 1976</ref> und Nordamerika<ref>S. C. Bishop: The Phalangida (Opiliones) of New York, with special reference to the species of the Edmund Niles Huyck Preserve, Rensselaerville, New York. Proceedings of the Rochester Academy of Science, 9, S. 159–235, 1949</ref>.

Synonyme

Für die Gattung Leiobunum sind aus der Literatur folgende Synonyme bekannt:<ref name="Kury">Checklist of valid genera of Opiliones of the World. Adriano B. Kury, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Februar 2012; abgerufen am 21. März 2024.</ref>

  • Forbesium Weed, 1890
  • Leiobunus Meade, 1855
  • Liobunum Agassiz, 1846
  • Metaliobunum Suzuki, 1940
  • Pseudoliobunum Müller, 1914

Europäische Arten

In Europa sind folgende Arten vertreten:<ref name="Fauna">Leiobunum C. L. Koch 1839. Fauna Europaea, Version 1.3, 19.04.2007, abgerufen am 6. November 2009.</ref>

Neozoon

Datei:Mainz fg03.jpg
Leiobunum spec. aus den Niederlanden

Eine weitere, bisher unbestimmte, wahrscheinlich eingeschleppte Leiobunum-Art unbekannter Herkunft (provisorischer Name „Leiobunum sp. A“) wurde in den letzten Jahren in den Niederlanden (als vermutlich erstem europäischen Land, in dem sie auftrat), Österreich, Schweiz und Deutschland nachgewiesen. Sie tritt an Gebäuden oft in Aggregationen von teils mehreren hundert Individuen auf.<ref>Hay Wijnhoven et al.: An unidentified harvestman Leiobunum sp. alarmingly invading Europe (Arachnida: Opiliones). (PDF-Datei; 1,81 MB) Arachnologische Mitteilungen, 34, S. 27–38, 2007</ref>

Einzelnachweise

<references/>

Weblinks

Commons: Leiobunum – Sammlung von Bildern und Videos