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Pessar

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Ein Pessar (von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)<ref>Vgl. etwa Deutscher Macer. Nach: Bernhard Schnell, William Crossgrove: Der deutsche Macer. Vulgatfassung. Niemeyer, Tübingen 2003, S. 367 (Kapitel 63). Cpg 226, Elsaß, 1459–1469, Blatt 201r (Digitalisat) Transkription: „( .lxj. Enciana heißet encian […] hilfft […] Gemilwet vnd mit warmem wasser zurtiben vnd jn die heimlichen stat mit eym pessario getriben bringt die andern geburt)“.</ref> „Gebärmutterzapfen, -stöpsel“, von ursprünglich altgriechisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) pessόn, eigentlich „Brettspiel-Stein“, aber auch Bezeichnung für einen zapfenförmigen, bei Gebärmuttervorfall eingesetzten Stützstein) ist ein Medizinprodukt, welches in die Vagina oder die Gebärmutter eingelegt wird.

Therapeutische Pessare

Pessare können als konservative Behandlungsform bei krankhafter Lageveränderung der Gebärmutter in die Scheide eingelegt werden. Sie dienen auch als konservative Therapiemethode bei Belastungsinkontinenz. Die Form der Pessare ist dabei sehr unterschiedlich und reicht von teilweise siebförmigen Schalenformen und Ringen bis hin zu Würfeln. 1860<ref>Hugh L. Hodge: On diseases peculiar to women, including displacements of the uterus. Philadelphia 1860.</ref> beschrieb der amerikanische Geburtshelfer Hugh Lennox Hodge (1796–1873) erstmals das von ihm erfundene Hodge-Pessar zur Aufrichtung der abgeknickten Gebärmutter.<ref>Barbara I. Tshisuaka: Hodge, Hugh Lennox. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 607.</ref> Als Materialien werden heute überwiegend Silikon und Kunststoff verwendet. Bis heute werden gelegentlich auch starre Pessare aus Porzellan<ref>Pessare (10) aus Porzellan Pessare aus Rosenthal-Porzellan.</ref> oder Glas<ref>Okklusivpessare (1) aus Glas Pessar aus Glas</ref> verwendet, mit einem Außendurchmesser von meist 55–100 mm.<ref>Beispiel für einen Katalog eines Lieferanten harter Pessare aus Porzellan</ref><ref>Beispiel für einen Katalog eines Lieferanten harter Pessare aus Porzellan</ref><ref>C. Kilpatrick: Vorderer und hinterer Vaginalwandprolaps (Zystozelen, Urethrozelen, Enterozelen und Rektozelen). MSD Manual, 1. Dezember 2022, abgerufen am 2. Juni 2024.</ref>

Pessare wurden bereits in früheren Zeiten zur Therapie eingesetzt. Bei archäologischen Ausgrabungen von ur- und frühgeschichtlichen Frauenbestattungen wurden häufiger ringförmige Objekte aus Keramik bzw. Metall gefunden, die mittig in der unteren Beckengegend lagen und von Archäologen und Paläopathologen als Pessare gedeutet werden.<ref>Joachim Wahl: Karies, Kampf und Schädelkult. 150 Jahre anthropologische Forschung in Südwestdeutschland. Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg 79. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 3-8062-2132-4.</ref> Aus der Eisenzeit, genauer der späten Hallstattzeit und der frühen Latènezeit, sind bislang zwölf Frauenbestattungen bekannt, in denen sich tönerne Pessare fanden.<ref>Scherzler, Diane: Der tönerne Ring vom Viesenhäuser Hof. Ein Hinweis auf medizinische Versorgung in der Vorrömischen Eisenzeit? Fundberichte aus Baden-Württemberg 22(1), 1998, 237–294.</ref>

Pessare zur Empfängnisverhütung

Als mechanische Verhütungsmittel dienen Pessare zur Empfängnisverhütung. Sie können als sogenanntes Diaphragma in die Scheide eingelegt, als Portiokappe auf den äußeren Muttermund gesetzt oder als Intrauterinpessar (Spirale) in die Gebärmutter eingelegt werden.

Literatur

  • Renate Tanzberger, Annette Kuhn, Gregor Möbs: Der Beckenboden - Funktion, Anpassung und Therapie: Das Tanzberger-Konzept. Elsevier, Urban & Fischer Verlag, 2009, ISBN 978-3-437-46931-2, S. 269 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Manfred Kaufmann, Serban-Dan Costa, Anton Scharl: Die Gynäkologie. Springer Verlag, 2006, ISBN 3-540-25664-4, S. 220 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Klaus Diedrich, Wolfgang Holzgreve, Walter Jonat, Askan Schultze-Mosgau, Klaus-Theo M Schneider: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer Verlag, 2006, ISBN 3-540-32867-X, S. 133, 157, 165 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Diane Scherzler: Der tönerne Ring vom Viesenhäuser Hof. Ein Hinweis auf medizinische Versorgung in der Vorrömischen Eisenzeit? In: Fundberichte aus Baden-Württemberg, 22(1), 1998, S. 237–294.
  • Diane Scherzler: Der tönerne Ring vom Viesenhäuser Hof - Ein Hinweis auf medizinische Versorgung in der Vorrömischen Eisenzeit? (PDF; 189 kB) In: Archäologische Informationen, 20(1), 1997, S. 203–206. DNB 1042333165 In: Bärbel Auffermann, Gerd-Christian Weniger (Hrsg.): Frauen – Zeiten – Spuren. Ausstellungskatalog Neanderthal Museum, Düsseldorf-Mettmann, 1998, ISBN 3-9805839-1-0, S. 303–329.

Weblinks

Commons: Pessar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Pessar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

11. iButton-Frauen-Basal-Thermometer Vorlage:Hinweisbaustein