Flughafen Nuuk
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| Der Flughafen Nuuk im Oktober 2024 | ||||||
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| Kenndaten | ||||||
| ICAO-Code | BGGH | |||||
| IATA-Code | GOH | |||||
| Koordinaten | 64° 11′ 27″ N, 51° 40′ 41″ W
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| Höhe über MSL | 84 m (276 ft) | |||||
| Verkehrsanbindung | ||||||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 3,5 km nordöstlich von Nuuk | |||||
| Strasse | Illerngit 2001, Aqisseqarajooq | |||||
| Basisdaten | ||||||
| Eröffnung | 29. September 1979 (regional) 28. November 2024 (international) | |||||
| Betreiber | Mittarfeqarfiit | |||||
| Start- und Landebahn | ||||||
| 04/22 | 2200 m × 45 m Asphalt | |||||
Der Flughafen Nuuk Vorlage:Flughafen-Codes ist ein Flughafen in Nuuk im westlichen Grönland.
Lage
Der Flughafen liegt etwa 3,5 km nordöstlich des Stadtzentrums von Nuuk und ist über die 2,0 km lange Straße Illerngit 2001 aus dem Stadtteil Qinngorput sowie über die 3,0 km lange Straße Aqisseqarajooq/Siaqqinneq aus dem Rest der Stadt zu erreichen. Er liegt auf einer Höhe von 277 Fuß.
Geschichte
Alter Flughafen
Der Plan, einen Stadtflughafen in Grönland zu errichten, stammte aus dem Jahr 1975. Bis dahin waren alle grönländischen Flughäfen alte Militärbasen außerhalb der Bevölkerungszentren. Vier Jahre später konnte der neue Flughafen in Nuuk am 29. September 1979 eingeweiht werden. Die Bauzeit hatte den Plänen entsprochen und die Baukosten waren sogar etwas niedriger als ursprünglich errechnet. Schon damals wurde ein zukünftiger Ausbau der Landebahn auf 1300 oder sogar 2200 m erwogen.<ref>Jørgen Fleischer: Verdens smukkeste lufthavn er indviet. Atuagagdliutit (4. Oktober 1979). S. 8.</ref>
Neuer Flughafen
Vorgeschichte
2005 wurde von der Regierung erstmals konkret vorgeschlagen, die Landebahn auf 1800 m zu verlängern, wobei als Fertigstellungsjahr 2009 genannt wurde.<ref>Grønt lys til atlantlufthavn i Nuuk. Kalaallit Nunaata Radioa (25. Februar 2005).</ref> Die grönländische Transportkommission empfahl 2011 den Ausbau der Landebahn auf 2200 m und die damit einhergehende Schließung des internationalen Flughafen Kangerlussuaq. 2015 beschloss das Parlament den Ausbau des Flughafens, woraufhin die Regierung das Staatsunternehmen Kalaallit Airports gründete, das den Flughafen in Nuuk sowie die Flughäfen Ilulissat und Qaqortoq errichten lassen sollte. Aus Angst davor, dass die grönländische Regierung den Bauauftrag an eine chinesische Firma geben könnte, beschloss der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen im Herbst 2018, dass Dänemark für den Bau der Flughäfen mitbezahlen und somit Miteigentümer der Flughäfen werden sollte. Daraufhin verließ die Partii Naleraq die Regierung und das Kabinett Kielsen III zerbrach.<ref>Christine Hyldal: Den har kostet knaster og en koalition: Her er Nuuk Lufthavns turbulente landing. Kalaallit Nunaata Radioa (26. November 2024).</ref>
Zu den verworfenen Alternativprojekten gehörte die Errichtung eines neuen Flughafens auf der Insel Angisunnguaq etwa 13 km südlich von Nuuk, der durch Brücken sowie Tunnel unter dem Meer erreichbar gemacht werden sollte.<ref>Ivik Kristiansen: Klapsalver og protester ved historisk sprængning. Kalaallit Nunaata Radioa (16. Oktober 2019).</ref>
Bau
Im Oktober 2019 begannen die Bauarbeiten zum Ausbau der Landebahn auf 2200 m, damit auch größere Strahlflugzeuge dort landen können. Die Bauarbeiten sollten eigentlich 2023 abgeschlossen werden, aber 2021 wurde bekanntgegeben, dass mit einer Eröffnung nicht vor 2024 gerechnet werden kann. Zusammen mit dem Flughafen Ilulissat, der ebenfalls zu einem internationalen Flughafen ausgebaut wird, wurde auch das errechnete Budget deutlich überschritten.<ref>Malik Brøns: Den nye lufthavn i Nuuk er forsinket. Kalaallit Nunaata Radioa (30. August 2021).</ref> Am 3. November 2022 wurde der südliche Teil der neuen Landebahn eingeweiht. Anschließend wurde die leicht versetzt nördlich gelegene alte Landebahn abgerissen, um Platz für die zweite Hälfte der neuen Landebahn zu schaffen.<ref>1. etape af ny lufthavn i Nuuk godkendt. Trafikstyrelsen (2. November 2022).</ref><ref>Tim Søgaard: 2200 meter landingsbane næsten færdig i Nuuk: Munck Gruppen afslutter stort lufthavnsprojekt. Maskinteknik (22. Oktober 2024).</ref> Am 24. Juni 2024 wurde das neue internationale Terminal feierlich eröffnet.<ref>Gaaba Olsen, Nicole Sander Bertelsen: Ny lufthavnsterminal endelig åben. Men nye standarder kræver længere rejsetid. Kalaallit Nunaata Radioa (25. Juni 2024).</ref> Am 14. August 2024 verbot die dänische Verkehrsbehörde (Trafikstyrelsen) wegen unzureichender Sicherheitsbedingungen sämtliche internationale Verbindungen, so dass alle Flüge nach Island und der gerade wiedereröffneten Verbindung nach Iqaluit bis zur Aufhebung am 14. Oktober 2024 abgesagt werden mussten.<ref>Lærke Schmidt Fallesen: Stop for internationale flyvninger fra den nye lufthavn i Nuuk. Kalaallit Nunaata Radioa (14. August 2024).</ref><ref>Ritzau: Nuuk Lufthavn får grønt lys til internationale flyvninger. Kalaallit Nunaata Radioa (14. Oktober 2024).</ref>
Inbetriebnahme
Am 28. November 2024 ersetzte Nuuk mit einem Flug aus Kopenhagen erstmals den internationalen Flughafen in Kangerlussuaq, womit der internationale Flughafen feierlich eröffnet wurde.<ref>Jensine Berthelsen: Den store lufthavnsfest. Sermitsiaq.AG (27. November 2024).</ref> In den folgenden Monaten kam es jedoch erneut zu zahlreichen Einschränkungen: Vom 24. bis zum 31. Januar 2025 entzog die dänische Verkehrsbehörde dem Flughafen die Genehmigung zur Fracht- und Postbehandlung im internationalen Verkehr, bis der Flughafen die nötigen Bescheinigungen vorlegen konnte.<ref>Trafikstyrelsen ophæver suspenderingen af luftfragt fra Nuuk. Trafikstyrelsen (31. Januar 2025).</ref> Vom 26. bis zum 27. August 2025 durften keine internationalen Flüge wegen Mängeln bei den Sicherheitskontrollen durchgeführt werden, weswegen in Kangerlussuaq und Narsarsuaq zwischengelandet werden musste.<ref>Ritzau: Trafikstyrelsen suspenderer vigtig godkendelse til Nuuk Lufthavn. TV-2 (27. August 2025).</ref><ref>Ian Petchenik: Flights affected after international passenger security screening suspended at Nuuk. Flightradar24 (28. August 2025).</ref> Am 22. September 2025 begrenzte die dänische Verkehrsbehörde die Zahl der Flugbewegungen pro Stunde auf vier bzw. die an Landungen auf zwei. Das von Air Greenland angebotene Hub-and-Spoke-Konzept mit innergrönländischen Anschlussflügen von und zu internationalen Flügen, um für Anschlussreisende die Gesamtflugzeit auf einen Tag zu begrenzen, war dadurch nicht mehr umsetzbar. Rund 40 % der Verbindungen mussten geändert werden.<ref>Andrea Seliger: Einschränkungen für Flughafen Nuuk: Weniger Verkehr möglich. polarkreisportal.de (29. September 2025).</ref><ref>Hanna Hviid: Nye restriktioner betyder forsinkelser på Air Greenland afgange. Sermitsiaq.AG (27. September 2025).</ref><ref>Jesper Hansen: Derfor gik det galt igen i Nuuk Lufthavn. Sermitsiaq.AG (3. Oktober 2025).</ref> Als Grund wurde angegeben, dass der Flughafen lediglich über einen Fluginformationsdienst, aber keine Flugverkehrskontrolle verfügt, was bereits vor der Eröffnung von der Luftfahrtbehörde kritisiert, aber von Greenland Airports ignoriert wurde.<ref>Morten Okkels: Greenland Airports overhørte vigtig advarsel i et år. Sermitsiaq.AG (13. Oktober 2025).</ref> Ein Untersuchungsbericht stellte zudem Mängel im Katastrophenfall sowie Sicherheitsmängel fest.<ref>Morten Okkels: Rapport om Nuuk Lufthavn: Problemer med is og sne, lysskilte og dukker. Sermitsiaq.AG (17. Oktober 2025).</ref> Die Einführung eines One-Stop-Security-Systems musste mehrfach verschoben werden, weswegen Passagiere aus Grönland in Europa bei Umstiegen ein zweites Mal sicherheitskontrolliert werden müssen.<ref>Morten Okkels: One Stop Security i Nuuk udsat på ubestemt tid. Sermitsiaq.AG (24. Oktober 2025).</ref> Im Dezember 2025 wurde ein Abkommen eingegangen, das ab Mai 2026 eine Flugverkehrskontrolle in Zusammenarbeit mit Naviair gewährleisten soll.<ref>Morten Okkels: Aftale om flyveledelse i Nuuk officielt indgået. Sermitsiaq.AG (17. Dezember 2025).</ref>
Ausstattung
Der Flughafen verfügt über eine asphaltierte Landebahn (04/22) mit einer Länge von 2200 m und einer Breite von 45 m. Es gibt eine Flächenenteisungsanlage. In Betriebsrichtung 22 ist ein Nicht-Präzisionsanflug mittels Landekurssender verfügbar, Sichtflug ist aber ebenfalls gestattet.<ref>Flughafen Nuuk. Luftfahrthandbuch (AIP) von Naviair (englisch, dänisch).</ref>
Fluggesellschaften und Ziele
Seit der Eröffnung des internationalen Flughafens ist Nuuk das grönländische Luftfahrt-Drehkreuz. Air Greenland bot 2025 ganzjährige internationale Verbindungen nach Kopenhagen (Dänemark) und Keflavík (Island) sowie saisonale Verbindungen nach Iqaluit (Kanada), Aalborg und Billund (Dänemark) an. Dazu kommen innerländische Verbindungen zu den Flughäfen Ilulissat, Sisimiut, Kangerlussuaq, Maniitsoq, Paamiut, Narsarsuaq und Kulusuk.<ref>Flugnetz 2025. Air Greenland.</ref> 2025 wurde der Flughafen zudem von Icelandair von Keflavík aus angeflogen,<ref>Reisen nach Grönland. Icelandair.</ref> von United Airlines von Newark (bei New York City) aus, von SAS Scandinavian Airlines von Kopenhagen aus,<ref>Anders Dall: Fra i dag kan man flyve direkte mellem Nuuk og Danmark: Grønlændere glæder sig til flere turister. DR (28. November 2024).</ref> und von Airseven von Aalborg aus.<ref>Fly fra Nuuk til Aalborg. Timmisartoq toqqaannartoq Nuummiit Aalborgimut. Rubyrejser.</ref>
Zwischenfälle
- Am 12. Mai 1962 verunglückte eine im Namen der Greenlandair betriebene Canadian Vickers PBV-1A Canso (PBY-5A) der Eastern Provincial Airways (CF-IHA), mit der ein Inlandslinienflug vom Kangerlussuaq nach Nuuk durchgeführt werden sollte, bei der Wasserlandung in einem Fjord. Die Maschine lief nach der Landung vom Bug aus mit Wasser voll, nachdem die Bugfahrwerksklappen bei der Landung ausgerissen wurden und der Fahrwerksschacht verformt wurde. Da die Notausgänge durch Gepäckstücke verstellt waren, ertranken von den 21 Personen an Bord 15 Passagiere.<ref>Unfallbericht PBY-5A CF-IHA. ICAO Circular 71-AN/63. S. 65–70.</ref><ref>Flugunfalldaten und -bericht PBY-5A CF-IHA im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Weblinks
- Flughafen Nuuk. Greenland Airports.
Einzelnachweise
<references/>
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