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Karl von Savigny

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Karl von Savigny

Karl Friedrich Maria Stephan Adolf von Savigny (* 25. Mai 1855 in Karlsruhe; † 6. November 1928 auf Gut Trages bei Gelnhausen) war ein Majoratsherr in Hessen, preußischer Beamter sowie deutscher Politiker der Zentrumspartei. Er war von 1895 bis 1912 Landrat von Büren und von 1900 bis 1918 Mitglied des Reichstages.

Leben

Er war der älteste Sohn des preußischen Diplomaten und späteren Mitbegründers der Zentrumspartei Karl Friedrich von Savigny und seiner Frau Freda Sophie Karoline Marie (geb. von Arnim-Boitzenburg). Der Rechtsgelehrte Friedrich Carl von Savigny und der preußische Innenminister Adolf von Arnim-Boitzenburg waren seine Großväter, der Rechtsprofessor Leo von Savigny sein jüngerer Bruder.

Karl von Savigny besuchte das Friedrich-Werder-Gymnasium in Berlin und studierte ab 1873 Rechtswissenschaften in Berlin und Bonn sowie Nationalökonomie in Löwen. In Bonn wurde er aktives Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.St.V. Arminia im KV. 1876 promovierte Savigny zum Dr. jur. publ. und bestand nach weiteren Studien 1880 in Köln das Referendarexamen. 1880/81 leistete Savigny seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim 1. Garde-Dragoner-Regiment in Berlin ab und verließ die Armee als Premierleutnant. Da das Ableisten des Rechtsreferendariats in der Nähe seiner Güter zu dem Zeitpunkt nicht möglich war, verzichtete er zunächst auf eine Aufnahme in den Staatsdienst und widmete sich zunächst der Verwaltung der ihm zugefallenen Güter Trages, Hüttengesäß und Bruchköbel bei Hanau.

Ab 1882 absolvierte er das Referendariat bei Gerichten in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und der Regierung in Kassel. Nach dem zweiten Staatsexamen wurde er 1888 zum Regierungsassessor ernannt und diente beim preußischen Oberpräsidium der Rheinprovinz in Koblenz sowie den Bezirksregierungen in Schleswig, Magdeburg und Münster. Im Juni 1894 wurde er zunächst vertretungsweise mit der Verwaltung des Landratsamtes im westfälischen Kreis Büren beauftragt. Ein Jahr später wurde er dort definitiv zum Landrat ernannt. Im Jahr 1912 trat er aus Gesundheitsgründen aus den Staatsdienst aus. Um den Kreis Büren machte er sich während seiner Amtszeit als Landrat unter anderem durch die Mitinitiierung der Almetalbahn und des Almetalzentralwasserwerks verdient. Er war Mitglied des westfälischen Altertumsvereins und Direktor des landwirtschaftlichen Kreisvereins Büren. Außerdem gehörte er dem westfälischen Provinziallandtag an.

Datei:SavignyKarlvon.jpg
Karl von Savigny (ca. 1907)

Savigny gehörte der Zentrumspartei an. Von 1899 bis 1918 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.<ref>Bernhard Mann u. a. (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 335</ref> Im Rahmen einer Ersatzwahl am 5. Dezember 1900 wurde er als Abgeordneter des Wahlkreises Minden 4 (Paderborn–Büren) in den Reichstages gewählt, dem er bis zum Ende des Kaiserreichs 1918 angehörte.<ref>Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 138.</ref><ref>Carl-Wilhelm Reibel: Handbuch der Reichstagswahlen 1890–1918. Bündnisse, Ergebnisse, Kandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 15). Halbband 1, Droste, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-7700-5284-4, S. 706–708.</ref> In der Zeit des Ersten Weltkriegs war er von April bis November 1916 stellvertretender Landrat des Landkreises Gelnhausen. Nach dem Ende der Monarchie vertrat er in den Jahren 1921 bis 1925 die Zentrumspartei im Kommunallandtag Kassel und dem Provinziallandtag der Provinz Hessen-Nassau.<ref>Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 321.</ref>

Savigny heiratete 1912 Maria Elisabeth Charlotte von Savigny (geb. von Amelunxen; 1882–1957). Sie war die Witwe seines Bruders Leo von Savigny.

Literatur

  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 321.
  • Dieter Pelda: Die Abgeordneten des Preußischen Kommunallandtags in Kassel 1867–1933 (= Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Bd. 22 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 8). Elwert, Marburg 1999, ISBN 3-7708-1129-1, S. 181.
  • A. Plate: Handbuch für das preußische Abgeordnetenhaus. Ausgabe für die 20. Legislaturperiode. Berlin 1904, S. 353.
  • Wolfgang Löhr In: Siegfried Koß, Wolfgang Löhr (Hrsg.): Biographisches Lexikon des KV. 7. Teil (= Revocatio historiae. Band 9). Akadpress, Essen 2010, ISBN 978-3-939413-12-7, S. 124.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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