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Linum narbonense

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Linum narbonense
Datei:Linum narbonense 7.jpg

Linum narbonense, Habitus

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Leingewächse (Linaceae)
Gattung: Lein (Linum)
Art: Linum narbonense
Wissenschaftlicher Name
Linum narbonense
L.

Linum narbonense, selten auch Französischer Lein genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lein (Linum) innerhalb der Familie der Leingewächse (Linaceae). Sie kommt im Mittelmeerraum vor.

Beschreibung

Datei:Linum narbonense habito.jpg
Habitus
Datei:LINUM NARBONENSE - MINGUELL - IB-301 (Lli).JPG
Radiärsymmetrische Blüte
Datei:Flora conspicua (Pl. 14) (6046338205).jpg
Illustration aus Flora conspicua, Tafel 14

Vegetative Merkmale

Linum narbonense ist eine krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60 Zentimetern. Der steif aufrechte Stängel kann an seiner Basis verholzen; er ist einfach oder im oberen Teil verzweigt.<ref name="Hegi1965" />

Die Laubblätter sind ziemlich dicht wechselständig am Stängel angeordnet und sind sitzend.<ref name="Hegi1965" /> Die grau-grüne Blattspreite ist bei einer Länge von 7 bis 20 Millimetern linealisch-lanzettlich und sehr spitz zulaufend.

Generative Merkmale

Die Blütezeit liegt im Juli.<ref name="Hegi1965" /> Ihre aufrechten Blüten stehen in zusammengesetzten, flachen, endständigen Blütenständen. Die Blütenstiele sind 5 bis 7 Millimeter lang.<ref name="Hegi1965" />

Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch, besitzt eine doppelte Blütenhülle und einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimetern. Die Kelchblätter sind bei einer Länge von 10 bis 12 Millimetern breit-eilanzettlich mit lang zugespitztem oberen Ende und mit breitem Hautrand.<ref name="Hegi1965" /> Die Kronblätter sind hell- bis dunkelblau, selten weißlich. Sie fallen am Nachmittag ab. Die Staubblätter sind etwa 14 bis 15 Millimeter lang und am Grund zu einer kurzen Röhre verwachsen.<ref name="Hegi1965" /> Der Griffel ist etwa 5 Millimeter lang und endet in einer linealischen Narbe.<ref name="Hegi1965" />

Die Kapselfrucht ist bei einem Durchmesser von 8 bis 12 Millimetern annähernd rundlich.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18<ref name="Seetharam" />, 2n = 28<ref name="Coates+al" /> oder n = 15<ref name="Ockendon1968" />.

Vorkommen

Linum narbonense kommt im westlichen und mittleren Mittelmeerraum vor. Es gibt Fundortangaben für Marokko, Algerien, Portugal, Spanien, die Balearen,<ref name=herb /> Andorra, Frankreich, Korsika, Sizilien, Italien, Istrien<ref name="FoIstrien2001" />, die Schweiz, Slowenien, Kroatien, Albanien, Montenegro und Rumänien.<ref name="Euro+Med" />

Linum narbonense wächst auf Trockenwiesen und in offenen Gebüschen<ref name="Simon+al" />, vorzugsweise auf feuchten<ref name=herb /> Böden.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Linum narbonense erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 278.<ref name="Linné1753" /> Das Artepitheton narbonense geht jedoch bereits auf Johann Bauhin zurück, der sie als Linum luteum Narbonense erwähnt, narbonense verweist dabei auf die Region (Gallia narbonensis) um die südfranzösische Stadt Narbonne, wo diese Art unter anderem heimisch ist.<ref name="Genaust" /> Linné selbst schreibt<ref name="Linné1753" />: Habitat in Galloprovincia, Monspelii, unde Burserus attulit C. Bauhino. (Wächst in der Provence, bei Montpellier, von wo Burser sie C. Bauhin zukommen ließ).

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Linum narbonense <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. narbonense
  • Linum narbonense subsp. barrasii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pau) Mart. Labarga & Muñoz Garm. (Syn.: Linum barrasii <templatestyles src="Person/styles.css" />Pau): Sie kommt in Portugal und Spanien vor.<ref name="Euro+Med" />

In der Gattung zählt Linum narbonense zu einer Artengruppe um den Ausdauernden Lein (Linum perenne)<ref name="Ockendon1968" /> in der Sektion Linum.<ref name="Diederichsen2003" />

Quellen

  • (Abschnitt Beschreibung)
  • Universitat de les Illes Balears, Departament de Biologia, Àrea de Botànica (Hrsg.): Herbario Virtual del Mediterráneo Occidental. online. (Abschnitt Beschreibung).

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Linum narbonense L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Simon+al"> </ref> <ref name="Seetharam"> A. Seetharam: Interspecific Hybridization in Linum. In: Euphytica. Band 21, Nr. 3, 1972, S. 489–495 (hier: S. 490), DOI:10.1007/BF00039344. </ref> <ref name="Coates+al"> David Coates, Christopher A. Cullis: Chloroplast DNA Variability Among Linum Species. In: American Journal of Botany. Band 74, Nr. 2, 1987, S. 260–268 (hier: S. 261), Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value). </ref> <ref name="Ockendon1968"> David Jeffrey Ockendon: Biosystematic Studies in the Linum perenne Group. In: New Phytologist. Band 67, Nr. 4, 1968, S. 787–813 (hier: S. 809), DOI: 10.1111/j.1469-8137.1968.tb06396.x.</ref> <ref name=herb>Universitat de les Illes Balears, Departament de Biologia, Àrea de Botànica (Hrsg.): Herbario Virtual del Mediterráneo Occidental. online.</ref> <ref name="FoIstrien2001"> Walter Starmühler: Vorarbeiten zu einer „Flora von Istrien“. Teil IV. In: Carinthia II. Band 191/111, Klagenfurt 2001, S. 409–457 (hier: S. 438, Vorlage:ZOBODAT).</ref> <ref name="Genaust"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996). </ref> <ref name="Diederichsen2003"> Axel Diederichsen, Ken Richards: Cultivated flax and the genus Linum L. Taxonomy and germplasm conservation. In: Alister D. Muir, Neil D. Westcott: Flax: The genus Linum. CRC Press, Boca Raton, 2003, ISBN 0-415-30807-0, S. 22–54. </ref> <ref name="Euro+Med"> Eckhard von Raab-Straube (2018+): Linaceae. Datenblatt Linum narbonense In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species Plantarum, Tomus I, 1753, S. 278. eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 1. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 14–15. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Linum narbonense – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien